Archive

Category Archives for "Interessantes aus der Medienwelt"

Interessantes aus der Medienwelt: Öl

 

 

n-tv.de hat in dieser Woche zwei interessante Beiträge rund um das Thema Öl veröffentlicht.

Pleitewelle erschüttert US-Ölbranche

 

Der sehr niedrige Ölpreis fordert seinen Tribut. In den USA krachen immer mehr Ölfirmen zusammen.

 

Platzt die Milliarden-Ölblase?Kreditausfälle bei Wells Fargo nehmen zu

Wegen des Ölpreisverfalls brechen den Ölfirmen die Einnahmen weg. Die Folge ist eine gewaltige Pleitewelle – vor allem in der jungen Fracking-Industrie. In den Bilanzen der US-Banken hinterlässt das Spuren. Böse Erinnerungen an die Häuserkrise werden wach.

 

Die Ölpreise folgen einem „Schweinezyklus“. Bei hohen Preisen wird viel produziert. Die steigenden Angebote führen zu niedrigeren Preisen und zu einer geringeren Produktion. Dies lässt im Anschluss die Preise erneut steigen. Ich bin zuversichtlich, dass die Preise für Öl noch dieses Jahr steigen werden.

 

Das leiden der Staatsfonds

In meinem Beitrag aus dem Oktober 2015 habe bereits über den norwegischen Staatsfonds berichtet. Die Süddeutsche Zeitung berichtete jüngst über die Entstehung des Staatsfonds. In diesem Fonds werden die Einnahmen aus den staatlichen Ölunternehmen (unter anderem Statoil) gesammelt – für schlechte Zeiten. Norwegen war nicht immer so wohlhabend, wie es heute ist. 1969 wurde erstmals Öl vor den Küsten Norwegens gefördert. In den folgenden Jahren haben die Steuern, Einnahmen aus Öl- und Gasfeldern und Unternehmensanteile den Staatsfonds zum größten seiner Art gemacht. Der Fonds besitzt unter anderem:

  • Nestlé (2,47 % des Unternehmens)
  • Apple (0,83 % des Unternehmens)
  • Novartis (1,84 % des Unternehmens)
  • Blackrock (5,7 % des Unternehmens)
  • Roche (2,02 % des Unternehmens)
  • Microsoft (0,82 % des Unternehmens)
  • Royal Dutch Shell (0,84 % des Unternehmens)
  • Google (0,6 % des Unternehmens)
  • Daimler (3,4 % des Unternehmens)
  • Exxon Mobil (0,79 % des Unternehmens)

Ein interessanter Aspekt ist der Blackrock Anteil. 5,7 % der Anteile machen den Fonds zu einem der größten Anteileigner der Firma. Der Vermögensverwalter aus New York hingegen ist an nahezu allen großen Unternehmen weltweit beteiligt. Die Beiteiligung des nowegischen Staates an einzelnen Firmen ist durch direkte (Staatsfonds) und inderekte Firmen (Blackrock und andere) daher nicht genau nachzuvollziehen.

Misswirtschaft der Staaten ist für mich ein Phänomen, dass in allen entwickelten und nicht entwickelten Volkswirtschaften auftritt. Norwegen hingegen hat es geschafft, über Legislaturperioden hinweg, ein riesiges Vermögen anzusparen. Ende 2015 waren es umgerechnet 795 Milliarden Euro – für ein Volk mit 5,2 Millionen Menschen. Also knapp 153.000 € für jeden. Der Fonds soll den Wohlstand erhalten wenn die Ölquellen erschöpft sind. Letztes Jahr musste der Fonds jedoch erstmals seit seiner Auflage mehr Ausgaben hinnehmen, als er Einnahmen zu verzeichnen hatte. Genau wie ich sehen die Norweger dies jedoch gelassen:

Der Schweinezyklus bei Rohstoffen wird die Preise früher oder später wieder steigen lassen.

Weitere Staaten mit eigenem Staatsfonds:

  • Norwegen
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • China
  • Saudi Arabien
  • Kuwait
  • Hongkong
  • Singapur
  • Russland
  • Australien
  • Lybien
  • Malaysia
  • USA
  • Brunei
  • Chile
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Venezuela
  • Kanada
  • Taiwan

 

 

 

Interessantes aus der Medienwelt: Norwegen entnimmt Geld aus seinem Ölfonds

Die heutige Ausgabe der Süddeutschen Zeitung zeigt einen Interessanten Artikel:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/norwegen-ein-bisschen-weniger-reich-1.2681358

Norwegen ist der weltweit dreizehntgrößte Förderer von Erdöl mit etwa drei Prozent der Welterdölförderung. Die Norweger gehen sehr schlau mit Ihrem Vermögen um. Sie haben einen eigenen „Ölfonds„. Die Einnahmen aus der Ölindustrie (Dividenden und Steuern der Ölfirmen, wie z. B. Statoil) werden in diesem Fonds eingezahlt und reinvestiert in Branchen und Unternehmen, die in der „Zeit nach dem Öl“ für Cash sorgen sollen.

Auf Grund des aktuellen niedrigen Ölpreis muss Norwegen nun erstmalig mehr Geld entnehmen, als es in den Fonds einzahlen kann. Da der Fonds ein aktuelles Vermögen von rund 744 Milliarden Euro verwaltet, denke ich, dass Norwegen noch ein paar Tage durchhalten wird.