Florian Günther

Author Archives: Florian Günther

Die eidesstattliche Versicherung: Ein Ausweg aus der Pfändung?

Die eidesstattliche Versicherung: Ein Ausweg aus der Pfändung?

Bei der eidesstattlichen Versicherung handelt es sich um ein nach der Zivilprozessordnung geregeltes Dokument, dass die Richtigkeit einer Erklärung beteuert. Häufig wird sie in Verbindung mit einer Vermögensauskunft verlangt, kann aber auch bei anderen Gelegenheiten, beispielsweise der Zwangsvollstreckung, zum Einsatz kommen.

Wem hilft die eidesstattliche Versicherung?

Wer Schulden hat, aber nicht in der Lage ist, diese zu bezahlen, wird in der Regel mit einem gerichtlichen Mahnverfahren und später einer Pfändung konfrontiert. Diese nützt aber beiden Parteien nichts, wenn der Schuldner über keine pfändungsfähigen Mittel (Barschaft, Sachwerte etc.) verfügt. Um sich den Verwaltungsaufwand und die damit entstehenden Kosten zu sparen, kann eine eidesstattliche Versicherung abgegeben werden. Wer zum Beispiel beim Finanzamt Schulden hat, kann zum Vergleich eine drohende Pfändung abwehren, indem eine eidesstattliche Versicherung abgegeben wird. Selbstverständlich muss dies zusammen mit einer Vermögensauskunft passieren, die glaubhaft versichert, dass keine pfändbaren Mittel zur Verfügung stehen.

Exkurs:

Weitere tolle Tipps und Tricks zum Thema Schulden abbauen und Vermögen aufbauen erhalten Sie auf www.investorenausbildung.de

Was die eidesstattliche Versicherung nicht ist

Die eidesstattliche Versicherung wird die Vollziehung oder Vollstreckung nicht abwehren können, viel eher wird zum Zeitpunkt der Abgabe nur die Pfändung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Im Regelfall liegt dieser drei Jahre nach Abgabe des Dokuments, wobei sich der Gläubiger jederzeit entscheiden kann, die finanzielle Situation des Schuldners neuerlich zu untersuchen. Wer einen Kredit nicht mehr bezahlen kann und deswegen eine eidesstattliche Versicherung abgibt, darf dies allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auf kreditzentrale.com kann man sich ein kostenloses E-Book zum Thema herunterladen, wo unter anderem auch beschrieben wird, welche Überlegungen man vorher tätigen sollte. Vorsicht ist jedoch geboten, denn wer seinen finanziellen Status verschleiert oder Falschangaben macht, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

2

Soll ich eine Aktie verkaufen um Steuern zu sparen?

Ein Leser fragte mich, ob er eine Aktie verkaufen soll, die er 2013 gekauft hat um Steuern zu sparen. Die Aktie ist stark im Preis gefallen. Der Leser will somit die Luste begrenzen, da Aktienkursverluste mit Aktienkursgewinnen verrechnet werden können. Die Aktie wurde 2013 für 10.000 Euro gekauft und ist heute noch 3.500 Euro wert.

Ist der Verkauf eine gute Idee um Steuern zu sparen?

Die Frage ist schwer zu beantworten, wenn man nicht genau weiß, um welche Aktie es sich handelt. In der Tat ist es jedoch eine sehr schwierige Frage für einen Value Investoren.

Die Frage darf man nicht einfach nach dem Gesichtspunkt der Steuer beantworten. Es ist vielmehr eine komplett neue Bewertung vorzunehmen. Gibt es ein neues Management? Gibt es neue entscheidende Erkenntnisse?

Wenn man davon überzeugt ist, dass die Firma einen Turnarround schaffen kann, sollte man dabei bleiben und vorab verkaufen um zukünftige Gewinne nicht in voller Höhe versteuern zu müssen.

Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Aktie in Zukunft weiterhin schlecht performen wird, sollte man verkaufen und sich neu orientieren.

Warren Buffett würde dazu sagen: Prei ist das was du bezahlst und Wert ist das, was du bekommst.

Neuigkeiten von Hershey und Nestlé

Hershey streicht stellen

Der US-amerikanische Schokoladenhersteller streicht weltweit 15 Prozent seiner Stellen. Der US Konsumgüterriese hat ein Sparprogramm mit dem Namen „Margin for Growth“ aufgelegt, dem jetzt ca. 20.000 Mitarbeiter weltweit zum Opfer fallen. Hershey hat bereits im zweiten Weltkrieg die US Soldaten in Europa mit der „braunen Zuckermasse“ versorgt und hat daher eine große Tradition in den USA. Der Schokoriese geht davon aus, dass er durch die Aktion rund 150 Mi bis 175 Mio $ einsparen kann. Hershey will nicht nur sparen, sondern auch flexibler werden. Zuletzt ist das Unternehmen bereits mit anderen großen Nahrungsmittelkonzernen in Verbindung gebracht worden. Die Fussionswelle ist offensichtlich voll im Gange, obwohl Unilever die geplante Übernahme durch Warren Buffetts Kraft Heinz gerade noch verhindern konnte.

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Nestlé betreibt Marktforschung

Nestlé hat eine neue Marktanalyse vorgelegt und dabei rund 3000 Haushalte online zu ihrem Kochverhalten befragt. Grundsätzlich hat Nestlé herausgefunden, dass kochen glücklich macht. Obwohl die Kochfrequenz kontinuierlich abnimmt, wird noch in 54 Prozent der deutschen Haushalte der Kochlöffel geschwungen.

Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern und hat im Febraur seinen Ausblick für das Jahr 2017 senken müssen. Die Umsätze legten im vergangenen Geschäftsjahr organisch zwar um 3,2 Prozent zu, die langfristige Erwartungshaltung konnte Nestlé jedoch nicht erfüllen. Nestlé steckt sich selbst das Ziel, jährlich um fünf Prozent zulegen zu können.

Nestlé besitzt weltweit viele Marken und versucht sich auf die international stärksten zu fokussieren. Aus Sicht eines Aktionärs ist Nestlé jedoch weiterhin eine stabile Bank. Die Eigenkapitalquote ist bei stabilen 50 Prozent. Trotzdem erwirtschaft Nestlé eine hohen Eigenkapitalrentabilität von ca. 15 Prozent. Auch die Dividende konnte Nestlé dieses Jahr erneut erhöhen.

Neuigkeiten zu Reckitt Benckiser, Unilever und Nestle

Reckitt Benckiser will zukaufen

Der britische Konsumgüterhersteller Reckitt Benckiser will für Mead Johnson, ein amerikanischer Hersteller für Babynahrung rund 17 MRD US Dollar zahlen. Die Verhandlungen laufen und ein Abschluss ist schon bald möglich. Mead Johnson gehört zu den weltweiten Führern im Bereich der Babynahrung.

In 2016 setzte Mead Johnson rund 3,7 Mrd. US Dollar um. Mit diesen Zahlen sind die Amerikaner jedoch noch hinter dem Branchenführer Nestlé.

Coaching

Unilever wächst und enttäuscht trotzdem

Der britische Hersteller von Konsumgüterartikeln, Unilever hat seinen organischen Umsatz im Jahr 2016 um 3,7 Prozent steigern können. Der bilanzielle Umsatz sank auf Grund von schlechten Wechselkurs Einflüssen um 1 Prozent auf 52,7 Mrd. Euro. Unterm Strich bleiben den Aktionären ein Gewinn von 5,5 Mrd. Euro. Vor allem litt der Konzern in Ländern wie Indien und Brasilien. Stark konnte das Unternehmen jedoch in Amerika und in Asien zulegen. Der zunehmende Wettbewerb in Europa führte zu einer Stagnation in diesem Bereich. In 2016 standen bereits einige Veränderungen für Unilever an: Marken wie Knorr und Hellmann´s wurden modernisiert und neue Unternehmen hinzugekauft, wie bereits berichtet.

Nestle will zukaufen

Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestle hat Interesse an dem britischen Müsliunternehmen Weetabix. Der chinesische Staat ist durch die Firma Bright Food mittelbarer Inhaber dieser Marke. Die Chinesen wollen für das Unternehmen rund 1,5 MRD Pfund einnehmen. 2016 wurde ein Umsatz bei Weetabix von rund 350 Millionen Pfund erwirtschaftet worden.

Unilever kauft Living Proof

Unilever will den US Haarpflegehersteller Living Proof kaufen

Der britische Konsumgütergigant Unilever will den amerikanischen Haarpflegeprofi „Living Proof“ kaufen. Unilever will mit diesem Schachzug die Spezial Sparte im Bereich Haarpflege stärken. Bereits im aktuellen Quartal soll die Übernahme abgeschlossen sein. Entsprechende Verträge waren bereits Ende 2016 unter „Dach und Fach“. Von beiden Unternehmen werden jedoch keine Details zum Deal bekannt gegeben. Unilever will jedoch die Premiummarke mit Marken wie z. B.

  • Dermalogica
  • Kate Somerville

unter einem Dach zusammenfassen. Living Proof hat seine Produkte bisher mit amerikanischen Eliteunis zusammen entwickelt und gilt auf diesem Bereich als Marktführer. Kein Wunder, denn einer der Gründer von Living Proof ist ein ehemaliger MIT Professor: Robert Langer. Dieser wird sich seinen Exit wohl super bezahlen lassen. Unilever will jedoch die Patente von Langer übernehmen.

Living Proof verkauft seine über 40 Produkte bereits  in Ländern wie:

  • USA
  • Kanada
  • UK
  • Australien
  • Singapur
  • Thailand

Das bestehende Distributionsnetzwerk von Unilever wird bei dieser Übernahme mit Sicherheit tolle Synergien heben können.

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern:

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Nestlé bleibt cool

Nestlé will in Italien investieren

Nestlé will seine Tiefkühlpizza Produktion in Italien stärken und dazu 48 Mio. € investieren. Durch diese Investition sollen zukünftig die internationalen Märkte aus Italien beliefert werden. Nestlé besitzt die italienische Nudelmarke Buitoni und das Werk in Benevento stärken und zu einem internationalen Verteiler für Tiefkühlpizza machen. Der Lebensmittelhersteller ist bereits in der Umsetzungsphase und sogar die italienische Regierung unterstütz das Vorhaben.

Output wird verdreifacht

Bisher wird das Werk lediglich für den italienischen Markt genutzt. Der Europa Chef Luis Cantarell will die Produktion jedoch erneuern und den Output nahezu verdreifachen. Nestlé hat in Europa wohl einiges vor. Mit dem Schokoladenhersteller Perugina und dem Getränkehersteller San Pellegrino sind zwei weitere Marken aus Italien bereits modernisiert worden. Nestlé hat hierfür bereits 200 Mio. € investiert.

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern:

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Kraft langt kräftig zu und will Mondelez kaufen

Laut Medienberichten will der Nahrungsmittelriese Kraft Heinz den Konkurrenten Mondelez kaufen

Der brasilianische Multimilliardär Jorge Paulo Lemann und seine Investmentfirma 3G soll hinter diesen Überlegungen stehen, obwohl sich bei Unternehmen aktuell zu den Spekulationen nicht äußern wollen. Zusammen mit der Investmentlegende Warren Buffett und seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat Lemann bereits letztes Jahr Kraft Foods mit dem Ketchuphersteller Heinz fusioniert.

Lustigerweise wurde Mondelez erst 2012 von Kraft abgespalten. Mondelez ist in Deutschland bekannt mit folgenden Marken:

  • Milka
  • Toblerone
  • Tuc

Zum jetzigen Zeitpunkt sind dies jedoch noch Spekulationen.

 

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern:

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Jetzt Handbuch der Aktienanalyse sichern!

Johnson & Johnson im Kaufmodus

Johnson & Johnson will im Bereich Pharma zukaufen

Johnson & Johnson (J & J) hat grundsätzlich zwei tolle Ertragssäulen: Pharmageschäfte und Konsumgüter. Die Pharmasparte soll mit einer Übernahme gestärkt werden. Actelion aus der Schweiz ist für J & J offensichtlich ein toller Partner. Erste Verhandlungen wurden bereits bestätigt.

Actelion wird von Jean-Paul Clozel geführt. Er ist gleichzeitig einer der größten Aktionäre. Actelion kann somit weitestgehend als Familienunternehmen betrachtet werden. Der Vorteil von Familienunternehmen sind die langfristig nachhaltigen Entscheidungen. Die Reichweite der Entscheidungen muss für Generationen richtig sein. Actelion ist in Basel gelistet und hat dort einen Wert von rund 16 Milliarden Schweizer Franken.

 Zukäufe über Zukäufe in der Pharma Branche

Dominic Caruso hatte bereits erwähnt, dass er zukaufen wollen, wenn die Unternehmen das Portfolio sinnvoll ergänzen würden. Nachdem J & J bereits im September für 4,3 Milliarden Dollar beim Augenheilkunde-Geschäft von Abbott Laboratories zugekauft hat, fragt man sich, ob J & J jetzt in einen Kaufrausch verfallen ist.  Inzwischen ist jedoch klar, dass die J & J sowie Actelion eher an einem Joint Venture arbeiten, als an einer Übernahme.

Da beide Unternehmen jedoch nicht über die Verhandlungen berichten, ist dies nach wie vor Spekulation.

Kriesenresistent

Johnson & Johnson ist ein amerikanischer Pharmazie- und Konsumgüterhersteller sowie Healthcareunternehmen. Kriesenresistent selbst zu Kriegszeiten. Warum? Johnson & Johnson ist (unter anderem) Hersteller der „OP Fäden“ zum Nähen von Wunden. Makaber aber wahr.

J&J gelingt es regelmäßig, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Vor allem Kassenschlager wie das Arthrose-Mittel Remicade kurbeln das Geschäft an. Der Konzern hat eigenen Angaben zufolge aber auch zahlreiche neue Mittel in der Pipeline, die für künftiges Wachstum sorgen sollen.

Waschmittelhersteller gibt Gas

Der ehemalige Adidas Manager Hans Van Bylen will durchstarten

Das Top Ziel des neuen Managers des Waschmittelherstellers ist die Fortsetzung des profitablen Wachstums. Hans Van Bylen will den Online Umsatz bis 2020 verdoppeln, auf dann über 4 Mrd. Euro.

Hauptziel des Wachstums ist dabei das digitale Geschäft. Die Verdopplung des Umsatzes soll vor allem im Bereich der Klebestoffe erfolgen. Henkel will hierzu neue Wege gehen und mehrere Kanäle gleichzeitig beliefern. Mit dieser sogenannten Omni-Channel Strategie will Hans Van Bylen Henkel vom Produktanbieter zum Lösungsanbieter verändern.

Vor allem bei Waschmittel und Shampoo will Henkel auf Online Plattformen, Abo Modelle und automatische Nachbestellungen setzen. Henkel setzt diese Strategie bereits erfolgreich beim Online Wäschedienst „Persil Service“ ein. Dieser Service wird zusammen mit einem mittelständischen Wäschereiunternehmen geführt. Der Konsumgüterriese Henkel will in Zukunft verstärkt auf Joint Venture setzen. Laut dem CEO Van Bylen gibt es einige Marktteilnehmer, die das „Home-Delivery“ Geschäft oder Endverbrauchergeschäft besser können.

Investitionen in Firmen Gründungen

Wie auch andere Unternehmen will Henkel einen Fonds für Start Ups aufsetzen. Das Volumen soll 150 Mio. Euro betragen. Das Geld soll in neue innovative Unternehmen investiert werden mit hoher digitaler oder technologischer Expertise. Für den Fonds wird ein eigener Chief Digital Officer ernannt.

Van Bylen will in IT und neue Unternehmen bis Ende 2020 etwa eine Milliarde Euro investieren. Um diese enormen Investitionen zu finanzieren sollen die Erlöse durchschnittlich organisch um 2 bis 4 Prozent wachsen.

Henkels Markenportfolio

Unilever tut es, Procter & Gamble tut es. Nun will sich auch Henkel stärker auf die internationalen Marken fokussieren. Im Jahr 2020 sollen die besten 10 Marken 75 Prozent des Umsatzes ausmachen. Neben der Fokussierung ist für die „Agenda 2020“ sind auch Akquisitionen wichtig um in angrenzende Bereiche einzudringen. Der neue CEO Van Bylen will auch bei der Profitabilität weiter zulegen. So soll die Ebit Marge jährlich im Schnitt um sieben bis neun Prozent zulegen. Es ist spannend wie sich die großen Konsumgüterhersteller in unseren Regalen ein Kopf an Kopf Rennen liefern.

In meinem Buch „Handbuch der Aktienanalyse“ zeige ich Ihnen, wie Sie unterbewertete Unternehmen erkennen und davon profitieren können.

 

Erst Nestlé, jetzt Mars

Die Eisbranche scheint ziemlich in Bewegung zu sein. Mars wird nämlich ab 2017 Eis wieder selber im Lebensmitteleinzelhandel vertreiben.

Diese strukturellen Veränderungen kommt in etwa ein Jahr vor der Zusammenlegung der Süßwarensektion. Mars wird ab Anfang 2017 den Eisvertrieb wieder selbst machen. Der bisherige Partner, R & R Ice Cream hat in 2016 ca 34,5 Millionen Euro mit dem Eis von Mars erlöst. Dieser Schritt war jedoch zu erwarten. Wie wir bereits berichtet haben, ist R & R ein Joint Venture mit Nestlé eingegangen. Die Trennung von Mars erfolgt daher bereits in 2017. Für Mars macht eine weitere Zusammenarbeit mit R & R keinen Sinn, da das Nestlé Eisportfolio starke Wettbewerbsmarken besitzt.

Es kann nur besser werden

Vor kurzem hat Mars bereits bekannt gegeben, das Kaugummigeschäft mit der Schokoladen Sektion zusammenzulegen. Dieser Schritt soll die Geschäfte vereinfachen. Seither herrscht jedoch an den deutschen Standorten große Unruhe. Bei Mars gibt es eine Tendenz zu Standorten mit Fabrikanschluss. In Viersen steht eine Schokoladenfabrik, bei Wrigley in Unterhaching ein Bürogebäude.

Umsätze schmelzen dahin

Auf Grund großer Rückrufaktionen und Lieferstopp bei wichtigen Kunden liegt der Umsatz knapp 10 % unter dem Vorjahr. Der Hersteller von Schokolade, Eis, Lebensmitteln und Tiernahrung erwartet jedoch durch die Veränderungen einen positiven Beitrag für das neue Geschäftsjahr.

Große Baustellen bei Nestlé

Leise, still und heimlich hat Nestlé Froneri, das Eiskrem- und Tiefkühl-Joint-Venture von Nestlé und R&R Ice Cream am 1. Oktober gestartet. Das Gemeinschaftsunternehmen bringt es auf 2,5 Mrd. Euro Jahresumsatz, wichtigster Markt ist Deutschland.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé S.A. und R & R Ice Cream Plc., Froneri, hat nach Abschluss aller wettbewerbsrechtlicher Genehmigungsverfahren diese Woche die Arbeit aufgenommen. Geführt werden die Geschäfte von R&R-Chef Ibrahim Najafi. Nestlé-Vorstand Luis Cantarell wird Vorsitzender des Aufsichtsrats, dem drei Nestlé-Manager und drei Vertreter des R&R-Eigentümers, dem britischen Finanzinvestor PAI, angehören. Cantarell wird zwar Ende des Jahres aus dem Vorstand des Weltkonzern ausscheidet, aber auch künftig die Interessen der Schweizer bei Froneri wahrnehmen. Mit ihm wechselt das Management der Nestlé-TK-Sparte fast vollständig in die neue Gesellschaft.

Froneri wird auch Nestlés Großverbrauchergeschäft mit Erlenbacher zugeschlagen. Dagegen bleiben Wagner Pizza sowie das TK-Geschäft in Italien außen vor.

Nestlé ist aktuell am Eismarkt abgeschlagen. Weltweit wird Eis im Wert von ca. 77 Mrd USD im Jahr verkauft. Der Schweizer Anteil liegt bei ca. 10 Prozent. Unilevers Anteil hingegen ist doppelt so groß. Er will mit dem Deal Kompetenzen bündeln in einer nach wie vor dynamischen Kategorie. Weltweit, so die Prognose von Euromonitor, soll der Eiskremmarkt bis 2020 um 14 Prozent auf dann 87 Mrd. USD wachsen. Als besonders vielversprechend gelten die Regionen Asia-Pacific und Afrika.

Das Eisgeschäft soll an die Börse gehen

Es ist noch unklar, ob Nestlé mit dem Deal  eine weniger erfolgreiche Beteiligung losschlagen möchte, oder seine Aktionäre an dem Erfolg der neuen Gesellschaft beteiligen. Wie letzteres geht, hat zuletzt Procter & Gamble mit dem Verkauf seines Parfumgeschäfts vorexerziert. Reuters zitiert Frederic Stevin von PAI damit, die Unternehmensanteile der Partner könnten sich künftig auch verändern. Auf längere Sicht wolle man mit Froneri an die Börse.

Die Ausgliederung aus dem Nestlé-Konzern ist aus Sicht von Analysten logisch, weil bei der Neupositionierung als größtem Wellness- und Gesundheitskonzern nur störend. Zuletzt habe die Eis-Sparte an Umsatzbedeutung leicht eingebüßt. Nestlé will, unbestätigten Meldungen lokaler Medien zufolge, die Eisfabrik in Serbien schließen. Sie ist Teil der 2005 übernommenen griechischen Delta Ice Cream.

Ungeachtet dessen wurden die Erwartungen nicht erfüllt

Angesichts der Schwäche in vielen Schwellenländern schätzt der Lebensmittelriese Nestlé seine Wachstumschancen pessimistischer ein. Aus eigener Kraft werde der Konzern im laufenden Jahr wohl nur um 3,5 Prozent zulegen, teilte Nestlé am Donnerstag mit. Eigentlich hatte der Hersteller von Kitkat-Schokoriegeln, Maggi-Fertiggerichten und Nescafé wie im Vorjahr um 4,2 Prozent wachsen wollen.

In den ersten neun Monaten blieb Nestlé hinter den Erwartungen der meisten Analysten zurück. Insgesamt setzte der Konzern mit 65,5 Mrd. Schweizer Franken (60,3 Mrd. Euro) nominal 1 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum (64,9 Mrd.). Organisch stieg der Umsatz um 3,3 Prozent, wovon 0,8 Prozentpunkte auf Preissteigerungen zurückgehen. Wechselkursseffekte wirkten sich mit -1,7 Prozent, Akquisitionen und Veräußerungen mit -0,6 Prozent mindernd auf das Umsatzwachstum aus.

Nestlé ist stark im Umbruch. Neben dem Eisdeal sollen auch mehrere lokale Wassermarken auf dem Prüfstand stehen. Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht.

Pepsico verdient weniger

 

Der Snack- und Softdrink-Konzern Pepsico hat trotz guter Geschäfte mit neuen Produkten auf dem US-Markt im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von knapp 2 Prozent verbucht. Den Wermutstropfen steuert der starke Dollarkurs bei, der die Einnahmen aus dem Ausland in der Umrechnung schmälert. Der Gewinn allerdings klettert unerwartet stark.
Den amerikanischen Chips- und Getränkehersteller Pepsico stimmen gute Geschäfte auf dem Heimatmarkt zuversichtlich für das Gesamtjahr. Neue Snacks wie kalorienarmes Popcorn oder Bio-Limonaden kämen bei den Verbrauchern gut an, teilte der Coca-Cola-Konkurrent am Donnerstag mit. Allerdings schmälere der starke US-Dollar die Einnahmen aus dem Ausland. So ging im dritten Quartal (bis Anfang September) der Umsatz um 1,9 Prozent auf 16 Milliarden US-Dollar zurück. Damit schnitt der Konzern aber besser ab als Analysten es erwartet hatten.
Der Gewinn kletterte unerwartet stark auf rund 2 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatten Abschreibungen auf das Geschäft in Venezuela belastet, so dass damals nur 533 Millionen Dollar unter dem Strich standen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun etwas mehr Gewinn als zuvor. Je Aktie will er 4,78 Dollar verdienen. Zum Halbjahr war er noch von 7 Cent weniger ausgegangen. (dpa-AFX)

Coca Cola mit weniger Umsatz

Der Hersteller von Zuckerbrause muss mit sinkenden Umsätzen kämpfen

Gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Umsatz um 7 Prozent gefallen. Noch schlimmer war es beim Gewinn. Dieser fiel um 28 Prozent. Schuld an dem Rückgang sind laut Coca Cola vor allem die Währungsschwankungen und der laufende Konzernumbau. Die US Getränkehersteller tun sich weiter schwer, da die Trends rund um das Thema Fitness und Gesundheit die Nachfrage nach klassischen Softdrinks dämpfen. Der Umsatz fiel bereits das sechste mal in Folge auf 10,6 Mrd. US-Dollar. Auch der Gewinn fiel auf 1 Milliarde US-Dollar.

Auch die Konkurrenz reagiert

Sondersteuern auf zuckerhaltige Lebensmittel haben gerade Hochkonjunktur unter Politikern und Gesundheitsexperten. Der Lebensmittelhersteller Pepsico will aus diesem Grund in Zukunft weniger Zucker, Salz und ungesättige Fettsäuren in den Produkten verwenden. Das ausgegebene Ziel kommt einen angesichts des langen Umsetzungplans jedoch unseriös vor. Die vorgestellte Agenda will die Ziele bis im Jahr 2025 umgesetzt haben. Mindestens zwei Drittel des globalen Getränkeportfolios sollen geändert werden. Der Zuckerzusatz soll maximal 100 Kalorien pro 12 Unzen-Portion (rund 355 Milliliter) betragen.

Noch ein Bier, bitte! Heineken steigert Umsatz

Der Brauereikonzern Heineken steigerte seinen Absatz im dritten Quartal stärker als die Analysten erwarteten

Bereinigt um Zu- und Verkäufe steigt der Umsatz um 2 Prozent. Der vorliegende Rückgang des Gewinns wird durch Einmaleffekte und Abschreibungen begründet. Der zweitgrößte Braukonzern der Welt hat in den Sommer Monaten mehr Bier verkauft als erwartet. Das Unternehmen aus Amsterdam konnte die Analysten überzeugen. Sie hatten lediglich mit 1,4 Prozent mehr Bierabsatz gerechnet. Wenn man die Zukäufe noch mit einrechnet konnten die Holländer ihren Absatz sogar um 5,4 Prozent steigern.

Unter Strich sinkt der Gewinn

Etwa 30 Prozent weniger Gewinn, also 1,24 Milliarden Euro konnte das Unternehmen erwirtschaften. Der Rückgang ist vor allem auf Sondereffekte aus dem letzten Jahr zurückzuführen. Dank eines Verkaufs konnten im lezten Jahr ein Sonderertrag von 379 Millionen Euro verbucht werden. In diesem Jahr musste hingegen eine Abschreibung in Höhe von 233 Millionen Euro verschmerzt werden.

Weniger verdient mit Zahnpasta und Seife

Colgate Palmolive verdient weniger

Bedingt durch negative Wechselkurse hat Colgate Palmolive 3,5 Prozent weniger umgesetzt. Auch der Gewinn ging zurück. Der Hersteller von Zahnpasta, Zahnbürsten und Seife (auch Hundefutter vertreibt das Unternehmen vor allen in den USA) musste einen Rückgang des Nettoumsatzes konzernweit um 3,5 Prozent auf 3,9 Mrd. US-Dollar verkraften. Schuld sind laut Unternehmen vor allem Währungsschwankungen und ein schwieriges Lateinamerika Geschäft. Anlayste hatten im Vorfeld höher Erwartungen geäußert.

Ian Cook, Chairman, President and Chief Executive Officer, freut sich dennoch. Der Zahnpastaprofi habe schließlich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein organisches Wachstum von 4,5 Prozent geschafft.

Ich konzentriere meine Investment auf Dinge des täglichen Lebens und leicht verständliche Geschäftskonzepte. Die langfristigen Aussichten sind aus meiner Sicht nach wie vor „blendend“.

Unilever kauft Nachhaltigkeit in das Portfolio

Unilever kauft Seventh Generation

Der Konsumgüterriese Unilever investiert in Produkte mit Nachhaltigkeitsanspruch und holt sich den US-Reinigungsmittelhersteller Seventh Generation ins Portfolio. Das Unternehmen setzt auf pflanzliche Inhaltsstoffe und vertreibt seine Artikel über Händler wie Target oder CVS Pharmacy.

Kosten werden nicht genannt

Der Konsumgüterriese Unilever hat bei einem Haushaltsartikelhersteller mit ökologischem Anspruch zugeschlagen. Wie der Konzern mitteilt, wurde mit Seventh Generation aus Vermont ein Kaufvertrag unterzeichnet. Wie viel sich Unilever den Zukauf kosten lässt, wird nicht offengelegt.

Andere Käufe zur Zeit nicht attraktiv

2015 hat der Neuzugang den Angaben zufolge 200 Mio. US-Dollar umgesetzt. Zudem habe das 1988 gegründete Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren jährlich zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Das US-Wirtschaftsmagazin Fortune berichtet unter Berufung auf Insider, dass Unilever zwischen 600 und 700 Mio. Dollar in bar für den Spezialisten für WPR- und Hygiene-Produkte auf pflanzlicher Basis gezahlten haben dürfte. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie die Honest Company von Jessica Alba, an dem Unilever zuletzt Interesse nachgesagt worden war, setzt Seventh Generation auf den Vertrieb über Händler wie Target, CVS und Walgreens. Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Der Nordamerika-Chef von Unilever, Kees Kruythoff, sieht Seventh Generation auf einer Linie mit dem bestehenden Nachhaltigkeitsportfolio des Konzerns zu dem die Fair-Trade-Eiskrem-Marke Ben & Jerry’s und die Pflegemarke Dove gehören. Der CEO von Seventh Generation ist für Unilever dabei kein Unbekannter: John Replogle war bis 2006 für das nordamerikanische Hautpflegegeschäft des Konzerns verantwortlich.

Monsun und SUV beeinflussen die Ölpreise

Wie jeden Monat hat die Internationale Energieagentur (IEA) auch vorgestern wieder einmal ein schriftliches Update ihrer gegenwärtigen Einschätzung des globalen Rohölmarktes – den viel beachteten „Oil Market Report“ – vorgelegt. Und diese Status-Quo-Analyse fiel im September spürbar negativer aus als noch in den zurückliegenden Monaten. Kurz und unangenehm lautet die aktualisierte IEA-Botschaft: Aufgrund einer nachlassenden Nachfragewachstums-geschwindigkeit, einer robuster als erwarteten Rohölproduktion der Nicht-OPEC-Staaten und einer erhöhten OPEC-Förderung wird sich die Resynchronisierung von Angebot und Nachfrage auf dem Rohölmarkt auf der Zeitachse noch etwas weiter nach hinten verschieben. Ging die IEA bis dato davon aus, dass sich der seit dem Herbst 2014 im Ausnahmezustand befindende Rohölmarkt im Laufe des (späten) 2H 2016 wieder ausgleichen würde, kalkuliert die 29-Staaten-Organisation nun mit einem „Angebots-Nachfrage-Rendezvous“ im 2H 2017. Basierend auf der neuen IEA-Prognose antizipiert die IEA für die kommenden vier Quartale einen neuerlichen (kumulierten) Angebotsüberschuss von über 200 Mio. Barrel.

Am zuletzt wieder hoffnungsfroheren Rohölmarkt sorgte diese neue IEA-Klangfarbe für einen fühlbaren Stimmungsdämpfer. So knickte der Brent-Rohölpreis seit Veröffentlichung des IEA-Reports um immerhin 4% auf 46 USD ein. Hierfür dürfte sicherlich auch eine Rolle gespielt haben, dass auch die kurz zuvor veröffentlichten Monats-Berichte des US-Energieministeriums (DOE) und der OPEC – gleichwohl mit unterschiedlichen Begründungen – eine Spur negativer formuliert wurden als zuvor.

Ein wichtiger Impulsgeber für die vorgenommene IEA-Aktualisierung war eine zurückhaltendere Verbrauchsprognose für China und Indien vor dem Hintergrund der jüngsten Konsumdaten im Juni und Juli. Explizit wird der Rückgang des indischen Verbrauchswachstums im Juli angeführt, das sich nach einem stabilen Anstieg von 12% im Durchschnitt des 1H 2016 auf 5% im Juli abgekühlt hatte. Wie schnelllebig dieses „Impuls-Geschäft“ aber sein kann, zeigt sich exemplarisch an den von Indiens Ölministerium nahezu zeitgleich mit der IEA-Veröffentlichung bekannt gegebenen Verbrauchszahlen für den Monat August. Diese hatten nämlich einen Wiederanstieg des nationalen Konsumzuwachses auf über 11% zum Inhalt. Es spricht demgemäß Vieles dafür, dass die IEA-Statistiker den verbrauchshemmenden Einmaleffekt der Monsun-Überflutungen unterschätzt haben. Auch in China könnten Sondereffekte für die zuletzt deutlich schwächelnde Wachstumsgeschwindigkeit des Rohölproduktkonsums verantwortlich zeichnen. So litt im Sommer auch das Reich der Mitte unter massiven Überflutungen in diversen Landesteilen. Zudem ordnete Peking bereits im Vorfeld des jüngsten G20-Gipfels zur Verbesserung der Luftqualität umfangreiche Reduktionen der wirtschaftlichen Aktivität insbesondere in schadstoffreichen Industrien an. Der von einem spürbar steigenden SUV-Marktanteil (Sports Utility Vehicle) begleitete Pkw-Absatz in China in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres (+13%) spricht jedenfalls nicht für eine ausgeprägte Rohöl-Diät.

Vor dem Hintergrund einer entsprechenden Ankündigung des Betreiber-Konsortiums wurde auf der Angebotsseite des IEA-Modells im September-Report zudem die Produktionsaufnahme des kasachischen Ölfeldes „Kashagan“ berücksichtigt. Dies könnte sich allerdings mit Blick auf die (sehr lange) Historie speziell dieses Ölfeldes als vorschnell erweisen. So wurde das aufgrund seines theoretischen Potenzials als „Elefanten-Feld“ bezeichnete Offshore-Vorkommen bereits im Jahre 2000 entdeckt und sollte ursprünglich im Jahre 2005 (!) online gehen. Erst Ende 2013 nahm Kashagan dann kurz seinen Dienst auf, um wegen einer porösen Pipeline-Infrastruktur umgehend wieder geschlossen zu werden.

Fazit: Solange es keine exakten „Produktionszähler“ an jeder Förderquelle dieser Erde und keine „Just-in-Time-Verbrauchsdaten“ für alle Konsumnationen gibt, ist die Formulierung von Angebots- und Nachfrage-Modellen aufgrund ihrer mannigfachen Einflussfaktoren (u.a. Preis, Geopolitik, Streiks, Wetter) eher eine nutzenstiftende Kunst als eine exakte Wissenschaft. Jeder Modell-Bauer, egal ob er nun DOE, IEA oder OPEC heißt, füllt das solchermaßen unvermeidliche Primärdaten-Vakuum mit auf Sekundärdaten basierenden Annahmen bzw. Erwartungen. Dass dabei subjektive Dateninterpretationen und auch Marktstimmungen eine Rolle spielen, zeigt sich u.a. daran, dass die IEA ihre US-Produktionsprognose just zu dem Zeitpunkt reduzierte, an dem sie das DOE nicht unwesentlich heraufgenommen hat! Angesichts der Flut der auf den Markt strömenden Daten tut man manchmal ganz gut daran, die kurzfristige Aufgeregtheit den Anderen zu überlassen und selbst einen Schritt zurückzutreten, um das große Ganze zu fokussieren. Dies ist nach unserem (subjektiven) Ermessen Folgendes: Als Folge massiver Investitionseinschnitte in den Jahren 2015, 2016 und mindestens wohl auch noch 2017 schrumpfen in diversen Nicht-OPEC-Staaten perspektivisch die Erzeugungsmengen (u.a. China, Indien, „Nordsee“). Angesichts einer gleichzeitig solide wachsenden Weltnachfrage und einer nur noch begrenzt steigerungsfähigen OPEC benötigt die Welt demgemäß spätestens ab dem Jahr 2018 wieder eine steigende US-Rohölproduktion („Call-on-USA“). Diese kommt erstens nicht über Nacht und zweitens nicht nur aus der derzeit gesuchten „Super-Schieferöl-Region“ Permian. Damit auch die übrigen – weniger kostengünstigen – US-Schieferöl-Regionen ihren Wachstumsbeitrag leisten können, braucht es eine wieder steigende US-Explorationsaktivität, die sich aber erst bei nachhaltig stabilen WTI-Rohölpreisen von 50-60 USD einstellt.

Dies ist ein weiterer toller Beitrag von Stefan Bielmeier aus seinem Blog.

Henkel verdient Geld mit Geld

Henkel verdient Geld mit Geld

 

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat zur Finanzierung der Sun-Übernahme eine Anleihe platziert, die Investoren eine Rendite von weniger als null Prozent einbringt. Henkel verdient an dem „Darlehen“ also noch, während Investoren unter dem Strich Geld verlieren. Henkel und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis sind die ersten privatwirtschaftlichen Unternehmen, die über Anleihen in Euro Geld mit einer negativen Rendite aufnehmen. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller hat sich über einen Bond mit einer Laufzeit bis 2018 Finanzmittel im Volumen von 500 Millionen Euro beschafft. Die Rendite dieser Anleihe liegt bei minus 0,05 Prozent und der Zinskupon bei 0 Prozent – Henkel muss seinen Anlegern also weniger Geld zurückzahlen, als aufgenommen wurde. Auch die Rendite bei Sanofi, deren Anleihe ein Volumen von einer Milliarde Euro hat, liegt bei minus 0,05 Prozent.

Insgesamt hat Henkel Anleihen im Wert von 2,2 Mrd. Euro am Markt platziert, die das Unternehmen zur Finanzierung der Übernahme des Waschmittelherstellers The Sun Products Corporation benötigt. Neben der Anleihe mit negativer Emissionsrendite hat Henkel noch drei weitere Anleihen über 700 Mio. Euro, 750 Mio. US-Dollar und 300 Mio. Pfund platziert, die neutrale oder positive Renditen und Kupons bieten. Alle Anleihen seien deutlich überzeichnet gewesen, teilte Henkel mit. Zudem hat der Konzern ein dreijähriges Bankdarlehen in Höhe von rund einer Mrd. Euro aufgenommen.

Henkel und Sanofi profitieren bei der Geldbeschaffung von der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die es für Anleger attraktiv macht, Geld mit geringen Verlusten zu verleihen statt es auf Bankkonten zu parken. Dort würden die Verluste nämlich noch höher ausfallen. Zudem hat die EZB in den vergangenen Monaten ihre Anleihekäufe auf Schuldtitel von Unternehmen kräftig ausgeweitet und damit die Renditen dieser Papiere gedrückt. Im Juli hatte die Deutsche Bahn als Quasi-Staatsunternehmen eine Anleihe mit negativer Rendite von minus 0,006 Prozent begeben. Der Konsumgüterkonzern Unilever emittierte dagegen kürzlich noch eine Anleihe mit knapp über 0 Prozent und einem Zinskupon von 0 Prozent. Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Konsumgüterhersteller wachsen langsamer

Die 50 wertvollsten Konsumgüterhersteller wachsen so langsam wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr:

Rang* Unternehmen Sitz Umsatz im LEH** 2015 (in Mio. USD) Umsatzrendite 2015 in Prozent Kapitalrendite*** 2015 in Prozent
1 Nestlé CH 92.361 15,1 14,9
2 Procter & Gamble US 75.813 16,2 11,9
3 PepsiCo US 63.056 13,2 14,9
4 Unilever UK / NL 59.145 14,3 23,5
5 JBS BR 47.878 5,6 9,2
6 Coca-Cola Company US 44.294 22,2 12,5
7 AB InBev BE 43.604 31,9 13,0
8 Tyson Foods US 41.373 5,3 10,9
9 Mondelez US 29.636 30,0 17,8
10 L’Oréal F 28.042 18,0 18,0
11 Kraft Foods US 27.447 16,5 4,3
12 Philip Morris International US 26.794 40,0 55,2
13 Archer Daniels Midland US 25.217 3,7 9,4
14 Danone F 23.113 10,3 9,3
15 Heineken NL 22.772 15,8 11,0
16 British American Tobacco UK 20.031 44,2 25,6
17 Suntory JP 19.811 5,7 4,0
18 WH Group CN 19.147 7,2 10,7
19 Altria Group US 18.783 47,2 40,6
20 Japan Tobacco JP 17.851 25,1 19,0
21 General Mills US 17.630 12,3 12,1
22 SABMiller UK 16.534 33,1 14,0
23 Diageo UK 16.529 30,9 15,8
24 Colgate Palmolive US 16.034 17,4 32,0
25 Conagra US 15.832 2,1 2,5
26 Kimberly-Clark US 15.325 9,5 19,7
27 Kirin Breweries JP 15.213 1,8 2,0
28 Asahi Breweries JP 15.104 6,2 9,2
29 Grupo Bimbo MX 13.845 6,5 11,1
30 Reckitt Benckiser UK 13.565 25,3 20,3
31 Johnson & Johnson US 13.507 28 18,9
32 Kellogg Company US 12.344 7,4 9,0
33 SCA SE 11.688 9,5 9,1
34 Estée Lauder US 10.730 14,9 26,2
35 Reynolds American US 10.675 65,1 15,0
36 LVMH F 10.125 15,8 12,0
37 Kao JP 10.104 10,9 19,5
38 Arla Foods DK 10.026 3,9 8,0
39 Nippon Meat Packers JP 10.021 3,8 9,2
40 Royal Friesland Campina NL 10.018 5,2 11,7
41 Henkel D 9.959 14,5 17,0
42 Imperial Tobacco UK 9.823 15,9 9,6
43 Brasil Foods BR 9.819 13,1 14,0
44 Carlsberg DK 9.728 -0,3 -0,2
45 Pernod Ricard F 9.502 18,6 6,1
46 Hormel Foods US 9.264 11,6 23,3
47 Tingyi CN 8.994 5,9 8,1
48 Dean Foods US 8.122 1,2 5,5
49 Bunge Limited BM 8.092 3,0 10,2
50 Campbell Soup US 8.082 13,5 16,0

Die Lebensmittelzeitung veröffentlichte diesen Beitrag bereits im August.

Procter & Gamble Abo

Der Konsumgüterriese Procter & Gamble testet in den USA, wie sich Waschmittel im Internet per Abo verkaufen lässt. In Atlanta hat der Konzern kürzlich den Tide Wash Club gestartet. In Chicago experimentiert das Unternehmen gar mit einem Wäschereinigungsdienst.

Procter & Gamble hat den nächsten Testballon beim Direktverkauf seiner Produkte gestartet: In Atlanta hat der Konsumgüterriese das Abo-Modell „Tide Wash Club“ ins Leben gerufen. Kunden können im eigenen Online-Shop das beliebte Tide-Waschmittel bestellen und bekommen das dann in regelmäßigen Abständen geliefert. „Denk nie mehr an Waschmittel“, wirbt das Unternehmen auf der Seite. Geliefert werden die Produkte dabei umsonst. Preislich verlangt der Hersteller das Gleiche wie in seinem Online-Shop.

Procters neuestes Angebot ähnelt damit Amazons Abo-Funktion. Auch beim Online-Riesen können sich Kunden Konsumgüter in bestimmten Abständen liefern lassen und sparen dabei sogar gegenüber der einmaligen Lieferung beim Produkt-Preis. Das Preisniveau liegt dem „Wall Street Journal“ zufolge unterhalb des Procter-Angebots. Dennoch wird im Bericht der jüngste Vorstoß von Procter & Gamble als Versuch gewertet, die „Mittelmänner“ sprich den Handel zu umgehen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern den Gillette Shave Club eingeführt, um dem Start-up Dollar Shave Club nicht das Feld überlassen. Mit der Übernahme des Jungunternehmens durch Unilever dürfte das Modell jetzt weiter an Bedeutung gewinnen.

Procter & Gamble teste „jede Möglichkeit, um mehr über Konsumentenverhalten lernen zu können“, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber dem „Wall Street Journal“. In diese Strategie passten auch die jüngsten Versuche mit der Waschmittelmarke Tide.

Direkte Verbindung zum Endverbraucher

Direkt mit dem Endverbraucher in Verbindung tritt der Hersteller nämlich auch bei einem anderen Pilotprojekt: In Chicago bietet der Hersteller mit „Tide Spin“ bereits seit einiger Zeit eine App an, mit der ein Wäscheservice geordert werden kann. Das Unternehmen holt die Schmutzwäsche ab und bringt sie gereinigt wieder zurück. Einen ähnlichen Service testet Henkel bereits hierzulande zusammen mit DHL und einer Hannoveraner Reinigungsfirma.

Unterschiede zwischen den Angeboten liegen etwa in der Bepreisung: Soll die Kleidung einfach maschinengewaschen und zusammengelegt werden, zahlen Kunden beim Procter-Angebot gerade einmal 1,59 US-Dollar pro Pfund Wäsche. Nur bei Kleidung für die chemische Reinigung wird pro Kleidungsstück abgerechnet. Abholen und Liefern ist im Preis enthalten. Beim Henkel-Angebot wird immer pro Kleidungsstück abgerechnet.

Dieser Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Cola kauft zu und zentralisiert gleichzeitig

Coca Cola kauft zu

 

Coca-Cola stellt das Geschäft auf immer breitere Füße. In Brasilien verkauft der US-Konzern künftig abgepackten Bohnenkaffee. Mit der Produkteinführung sowie der Übernahme der brasilianischen Molkerei Verde Campo will der Getränkeriese den Frühstückstisch im Land erobern.

Nicht nur in Deutschland stellt sich Coca-Cola mit Kaffee breiter auf: In Brasilien steigt der US-Riese gar in den Markt für abgepackte Kaffeebohnen ein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Demnach führt der Hersteller die neue Produktkategorie über eine lokale Tee-Tochter ein. Die Bohnen liefert der Kaffee-Exporteur Tristao Companhia de Comercio Exterior, mit dem der Getränkegigant eine Kooperation geschlossen hat.

Mit diesem Schritt will sich Coca-Cola diversifizieren und vor allem bei Frühstücksgetränken stärker positionieren. Aus diesem Grund ist der Hersteller auch dabei, die brasilianische Molkerei Verde Campo zu kaufen. Das seien die beiden letzten Eroberungsfelder in der Getränke-Kategorie, erklärt Sandor Hagen, der als Vizepräsident den Bereich New Business der brasilianischen Tochter leitet. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern sein Portfolio sukzessive mit Saft, Tee und Wasser ausgebaut.

 

Coca Cola hat in diesem Jahr bereits einen Hersteller für Soja Milch gekauft

 

Mit der Marke „Café Leão“ steigt Coca-Cola in Brasilien in den Markt für Kaffeebohnen ein.
Mit seiner Marke „Café Leão“ zielt das Unternehmen dabei insbesondere auf die kaufstarke Klientel im Land. Die Kaffee-Sorten werden ausschließlich aus hochwertigen Arabica-Bohnen hergestellt, heißt es. Brasilien sei zwar Top-Produzent dieser Bohnen, jedoch würden diese meist exportiert. Die lokale Bevölkerung hätte kaum Zugang zum heimischen Kaffee, der etwa von Starbucks für seine Kaffeeprodukte verwendet werde.

Nach dem Zukauf kommt die Zentralisierung

 

Der US-Softdrinkriese Coca-Cola ist weltweit dabei, seine Abfüllorganisation zu zentralisieren. Anfang Juli ist der neue Mega-Bottler auf dem afrikanischen Kontinent ans Netz gegangen. Das bleibt für das bisherig Coke-Schaltzentrum in Kenia nicht ohne Folgen.

Der Softdrink-Gigant Coca-Cola organisiert sich im Zuge der weltweiten Zentralisierung der Bottler in Afrika neu: Die bisherige Regionalzentrale in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, von der aus der US-Konzern bisher das Abfüllgeschäft in 31 afrikanischen Ländern steuert, verliert an Bedeutung. Wie die Zeitung Sunday Nation berichtet, soll künftig das Topmanagement im südafrikanischen Johannesburg sowie im nigerianischen Laos sitzen. Marktbeobachter fürchten nun den Verlust von Arbeitsplätzen und der Wettbewerbsfähigkeit von Kenia als Investitionsstandort für multinationale Konzerne.

Die Regionalzentrale in Nairobi war dem Bericht zufolge im September 2008 bezogen worden. Rund 10 Mio. US-Dollar soll der Bau gekostet haben. Die Entscheidung Nairobi im Coca-Cola-Netz herunterzustufen, habe sich erst in den vergangenen Tagen abgezeichnet, heißt es weiter.

 

Abfüllriese mit SAB Miller

Den afrikanischen Kontinent erschließt sich Coca-Cola in erster Linie zusammen mit dem Bierproduzenten SAB Miller. Im Mai haben die beiden Partner nach einigem Hin und Her grünes Licht für die Zusammenlegung ihrer Abfüllkapazitäten in 14 süd- und ostafrikanischen Staaten bekommen. Der daraus entstehende Abfüllriese, Coca-Coca Beverages Africa (CCBA) mit Sitz in Südafrika, kommt Unternehmensangaben zufolge auf einen Marktanteil von rund 40 Prozent und einen Umsatz von 2,9 Mrd. US-Dollar. Anfang Juli hat CCBA den Betrieb aufgenommen.

 

Unilever schärft das Portfolio

Der britische Hersteller von Konsumgütern, Unilever, steigt in das Geschäft mit Rasierern ein. Für etwa eine Milliarde US-Dollar holt sich der Konzern das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus den USA ins Marken Portfolio.

Der britisch-niederländische Konzern Unilever kauft das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus Kalifornien

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ fließt für das 2012 gegründete Start-up, das in diesem Jahr einen Umsatz von gut 200 Millionen US-Dollar anpeilt, eine Milliarde Dollar.

Dollar Shave Club vertreibt Rasierklingen und Pflegeprodukte im Abo. In den USA ist dieses Vertriebsmodell im Gegensatz zu Deutschland bereits relativ erfolgreich. Nach Schätzungen von Marktbeobachtern kommen dort die Online-Abomodelle bei Rasierern auf einen Marktanteil von 10 Prozent. Laut Euromonitor entfallen 5 Prozent des nordamerikanischen Marktes auf Dollar Shave Club.

Zuletzt soll sich laut LZ-Informationen Unilever auch den Wilkinson-Hersteller Edgewell als Übernahmekandidaten angeschaut haben, mit dem der Konzern 2013 kurzzeitig in den USA kooperiert hat. Für die Körperpflegemarke Axe lieferte das Unternehmen damals Rasierer, die über den Online-Versand Walmart verkauft wurden.

Eine Übernahme von Edgewell wäre der Direkteinstieg in die Produktion inklusive des Verkaufs im stationären Handel gewesen. Das New Yorker Start-up Harry’s, einer der schärfsten US-Wettbewerber von Dollar Shave Club, hat sich genau das getraut und 2014 den deutschen Rasiererhersteller Feintechnik übernommen. Die Thüringer liefern beispielsweise Rasierer und Klingen für den Discounter Lidl.

Der Online-Rasiererabo-Anbieter Dollar Shave Club gehört nun zu Unilever

Der Rasierermarkt ist in der Hand weniger Spieler. Führend ist hier der US-Konzern Procter & Gamble mit seiner Marke Gillette. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist allerdings der Abstand zur Konkurrenz in Nordamerika geschmolzen: Laut Daten von Euromonitor ist der Marktanteil von Procter & Gamble zwischen 2010 und 2015 von 71 auf 59 Prozent gesunken.

Als Antwort auf Online-Anbieter wie Dollar Shave Club hat der Platzhirsch im vergangenen Jahr den Gillette Shave Club mit eigenen Abo-Angeboten an den Start gebracht. Diese reichen in unterschiedlicher Ausstattung von 17 bis 22 US-Dollar (USD) pro Monat. Das Basis-Abo bei Dollar Shave Club fängt bei monatlich 1 USD plus 2 USD Liefergebühr an.

Das Geschäft mit Männerpflege ist zuletzt verstärkt in den Fokus der Branche gerückt: So haben L’Oréal und Beiersdorf ihr Portfolio zuletzt ausgebaut. Die Hamburger wagten sich auch bereits auf das Feld der Damenrasierer vor – allerdings wie Unilever auch ohne eigene Produktion. Die Klingen und Rasierer liefert der japanische Hersteller Kai. Zuletzt hatte Beiersdorf hier mit Qualitätsproblemen zu kämpfen.

Fakten zu Dollar Shave Club

  • Gegründet 2012
  • Sitz in Venice im US-Bundesstaat Kalifornien
  • Nach eigenen Angaben 3,2 Mio. Mitglieder
  • Umsatz im Geschäftsjahr 2015: 152 Mio. US-Dollar
  • Umsatzprognose für 2016: Über 200 Mio. US-Dollar
  • Online-Sortiment mit Fokus auf Männerpflege: Neben Rasierern, Reinigungsmarke Wanderer, Hautpflegemarke Big Cloud, Haarstylingmarke Boogies, Reinigungstüchermarke Charlies

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

2

L´Oréal macht auf Nestlé

 

L’Oréal will den Bereich naturnahe Kosmetik mit einem Kauf eines anderen Unternehmen stärken. Der Konzern aus Frankreich hat der Rivadis-Gruppe ein Angebot für Société des Thermes de Saint-Gervais-les-Bains vorgelegt. Zum Deal zählt auch die Lizenz für die Nutzung der Kosmetikmarke Saint-Gervais Mont-Blanc. Interessant an dieser Stelle ist, dass Nestlé 30 Prozent an LÓréal hält.

L’Oréal hat der französischen Rivadis-Gruppe ein Angebot für die Société des Thermes de Saint-Gervais-les-Bains sowie die Lizenz zur Nutzung der Kosmetikmarke Saint-Gervais Mont-Blanc unterbreitet. Mit dem Zukauf wollen die Franzosen den Bereich naturnahe Kosmetik stärken. Auch Nestlé möchte verstärkt in medizinische Gesundheitsprodukte investieren.

Basierend auf dem Angebot verhandelt der Kosmetikkonzern mit Rivadis exklusiv über den Zukauf. Die Körper- und Gesichtspflegeprodukte der Marke Saint-Gervais Mont-Blanc bestehen aus Thermalwasser als auch natürlichen Pflanzenextrakten. Nach Zustimmung des Ortes Saint-Gervais-les-Bains sowie Absprache mit den Mitarbeitern der Rivadis-Gruppe erwartet L’Oréal den Abschluss der Übernahme in dem nächsten halben Jahr.

FELIX aus dem Netz – Nestlé investiert

Der Tiernahrungshersteller Nestlé Purina stellt sich auf die Digitalisierung mit einer neuen Struktur ein. Ein Relaunch soll die Marke Purina One aus der Preisfalle holen.

Hubert Wieser baut um: Der Geschäftsführer der Nestlé Tiernahrungssparte in Deutschland und der Region Zentraleuropa hat seinem Team in Euskirchen eine neue Organisationsmatrix verpasst. Zum 1. Juli hat Nestlé Purina die Aufteilung in die Business Units Fachhandel und Lebensmittelhandel wieder aufgehoben. Stattdessen gibt es nun wieder – wie schon vor vier Jahren – eine gemeinsame Marketing- und Vertriebsabteilung für beide Kanäle.

Grund dafür war laut Wieser vorwiegend der immer weiter wachsende E-Commerce-Anteil in der Kategorie. „Die Grenzen zwischen Fachhandel, E-Commerce und Lebensmitteleinzelhandel verwischen zunehmend“, so Wieser. Von der neuen Struktur verspricht er sich kürzere Entscheidungswege und mehr Effizienz. Ein digitales Kompetenzteam soll seit Herbst 2015 neues Wissen mittelfristig bei allen Mitarbeitern etablieren: „Digital geht jeden an“. Wieser kann sich vorstellen, dass der Onlineanteil der Kategorie mittelfristig auf 30 Prozent steigen könnte und erwartet disruptive Wirkungen: „Das, was der Discount vor einigen Jahren für Deutschland als Veränderungstreiber bedeutete, wird künftig der E-Commerce sein.“

Mit dem Umbau gehen einige personelle Veränderungen einher. Der bislang für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zuständige Manager Alain Virieux wird künftig das Marketing in Deutschland und den weiteren Ländern verantworten, die aus Euskirchen gesteuert werden. Neuer Vertriebschef wird Heinz Schmidt – bislang verantwortlich für den LEH.

Auch in der Werbung steht das Digitale stärker im Fokus. Ein Großteil der 2015 um 30 Prozent aufgestockten Werbegelder sei ins digitale Marketing geflossen, so Wieser. Laut Nielsen haben die Euskirchener 2015 allerdings nur 0,3 Mio. Euro mehr ausgegeben: 21,7 Mio. Euro. Digitale Mediaspendings würden von Nielsen nicht hinlänglich erfasst, argumentiert Purina.

Höhere Preise mit Relaunch

In diesem Jahr fließen ein großer Teil der Ausgaben im zweiten Halbjahr in den Relaunch von Purina One, der mit einer Anhebung der unverbindlichen Preisempfehlung einhergeht. Eine neue Rezeptur soll die Abwehrkräfte der Katzen verbessern. „Was in den letzten Jahren mit dem Regalpreis passiert ist, ist der Marke nicht dienlich“, sagt Wieser. Zwar entwickle sich der Tiernahrungsmarkt der Menge nach positiv, aber es gebe eine erhebliche Erosion der Verkaufspreise aufgrund der aktuell sehr preisaggressiven Stimmung im Handel. „Wir sind an der Grenze dessen, was gesund ist.“

Außerdem im Fokus steht der Launch einer suppenartigen Nassnahrung für Katzen unter der Marke Gourmet sowie die Markteinführung von DentaLife, einem Zahnpflegesnack für Hunde. Im Werk in Euskirchen wurden 6 Mio. CHF investiert, um das Produkt herstellen zu können. Auch die Hundesnackmarke Adventuros soll mit Innovationen ausgebaut werden. Der rheinländische Standort ist in der Nestlé Region Europa, Nahost und Nordafrika (EMEA) der einzige zur Snackproduktion – ein stetig wachsendes Segment.

200 Mio. CHF fließen in Produktion

In der Region würden jährlich mehr als 200 Mio. CHF in das Produktionsnetzwerk der Tiernahrungssparte investiert, sagt Wieser. Frische Linien sind unter anderem in Russland, Polen und Euskirchen geplant. Kapazitäten, die notwendig sind – denn der Konzern vermeldet gute Zahlen. Laut Jahresbericht war das Wachstum der Tiernahrungssparte der zweitwichtigste Wachstumstreiber in der Region EMEA, in 19 der 20 größten Märkte konnten Marktanteile gewonnen werden.

Russland sei beispielsweise mittlerweile unter den fünf größten Märkten der Tiernahrungssparte. Wie passt es da, dass Nestlé Anfang 2016 das europäische Geschäft mit Kleintiernahrung- und -zubehör – vorwiegend präsent in Frankreich, Italien und Spanien – an Wettbewerber Bob Martin verkauft hat? „Wir müssen uns fokussieren. Accessoires und Kleintiernahrung ist nicht unsere Kernkompetenz.“

Für Deutschland hat Wieser in diesem Jahr erneut ambitionierte Pläne: ein Plus von 60 Basispunkten bei den Marktanteilen. In den vergangenen Jahren konnte Nestlé Purina das liefern. In den ersten fünf Monaten konnte das Unternehmen bereits in diesem Tempo wachsen.

Ob künftig auch Aldi zum Umsatzwachstum beitragen wird, ist ungewiss. Zwar listete der Mülheimer Discounter Nestlé-Pizza ein, doch bei Tiernahrung startete der Süden einen Testballon mit Katzensnacks des hierzulande noch immer deutlich größeren Marktführers Mars in einer Aktion mit Whiskas und Dreamies. Wieser gibt sich gelassen: „Wir wollen mit allen Händlern zusammenarbeiten, müssen aber nicht unbedingt der Erste bei Aldi sein“.

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Chancen und Risiken der Niedrigzinspolitik der EZB

Keine Kurskorrektur

Der Leitzins verharrt auf dem Rekordtief von Null Prozent. Auch Banken sind betroffen. Sie müssen einen Strafzins von -0,4 Prozent zahlen, wenn sie Geld „über Nacht“ bei der EZB parken. Wachstumsfördnernd soll zusätzlich der Ankauf von ca 80 Mrd. Euro Staatsanleihen monatlich wirken. Die Deutschen kritisieren die EZB deswegen heftig: diese Geldflut enteignet die deutschen Sparer.

Deutschland lebt aktuell in einem Finanzierungsnirwana

Noch nie hatten Unternehmen so leicht Zugang zu Krediten. Trotz des billigen Geldes lässt sich jedoch nur eine geringe Investitionsneigung der Betriebe feststellen. Die Drogen der EZB wirken nicht. Die Risiken nehmen jedoch zu. Ein niedriger Zins ist in diesem Zusammenhang jedoch immer ein Symptom einer schwachen Investitionsneigung. Welche Gründe gibt es dafür:

  • Staaten versuchen ihre Budgedefizite abzubauen
  • Unternehmen in Krisenstaaten sind teilweise hoch verschuldet
  • Boom in den Schwellenländern ist vorerst vorbei

China versucht derzeit Auswege aus der „Überinvestitionsorgie“ zu finden.

Die EZB stemmt sich mit den Investitionen und den niedrigen Zinsen gegen die sinkenden Preise und einem wirtschaftlichen Niedergang. Die Währungshüter wollen eine Inflation von zwei Prozent p. a. Wie sind die Hochrechnungen der kommenden Jahre für die Inflation:

  • 2016 -> 0,2 Prozent
  • 2017 -> 1,3 Prozent
  • 2018 -> 2,0 Prozent

Weitere Informationen zum Thema Steuern, Währungen und Finanzen findet ihr hier: http://www.gurbi.de/

Welche Gefahren sehen die Währungshüter?

Auf Grund der langanhaltenden Niedrigzinsphase werden die Sparer verunsichert. Diese Verunsicherung destabilisiert die Banken und Versicherungen. Weiterhin besteht die Gefahr einer Immobilienblase.

Als Faustformel kann jedoch allgemein gesagt werden:

„Wenn es sich für Sie lohnt, investieren Sie jetzt“.

 

Was hat das Knie mit den Finanzmärkten zu tun?

Kniereflexe und der Finanzmarkt

Stefan Bielmeier hat in seinem Blog folgenden Vergleich zwischen menschlicher Kniescheibe und den Finanzmärkten gezogen:

Der bekannte Kniesehnenreflex funktioniert ganz einfach: Bei einem leichten Schlag auf die Patellarsehne, hebt sich der Unterschenkel. Ähnlich funktionieren zurzeit die internationalen Zentralbanken. Es gibt eine außergewöhnliche Entwicklung, im aktuellen Fall der Brexit, nach kurzer Zeit kommen starke Versprechen der Notenbanken, dass man baldigst das monetäre Umfeld weiter lockert. So geschehen gestern, als die Zentralbank von Großbritannien vorsorglich Zinssenkungen in naher Zukunft angekündigt hat und die EZB eine baldige Änderung bei den Modalitäten des Staatsanleihekaufprogramms ankündigte. Zukünftig könnte der Ankaufschlüssel nach der Marktkapitalisierung und nicht nach den EZB-Kapitalanteilen der Länder ausgerichtet werden. Das könnte bedeuten, dass die Schuldenhöhe eines Landes den Anteil der zukaufen Anleihen im Kaufprogramm der EZB bestimmt.

Die Reaktionen am Kapitalmarkt waren auch die üblichen. Die Aktien und Unternehmensanleihen haben profitiert und die Renditen von Staatsanleihen sind gefallen. Jedoch denke ich nicht, dass solche Ankündigungen noch einen nachhaltig positiven Effekt auf das Vertrauen der Investoren haben. Damit dürfte die stabilisierende Wirkung solcher Ankündigungen für die Finanzmärkte und die konjunkturelle Entwicklung ebenfalls sehr schwach sein.

Gleichzeitig wird durch die niedrigen Renditen im Euroraum der Druck auf Ersparnisse und das Bankensystem immer größer. Insbesondere in Deutschland wird dies zunehmend sichtbar. Die steigende Diskussionsdynamik bei den Themen negative Zinsen für private Kunden und betriebliche Altersvorsorge sind deutliche Zeichen einer zunehmenden Besorgnis. Dies könnte mittelfristig eher zu einer weiteren Destabilisierung im Euroraum beitragen, also genau der gegenteilige Effekt von dem, was die EZB gern erreichen würde.

 

Stefan Bielmeiers volkswirtschaftliche Beobachtungen sind sehr interessant und ich lese seine Artikel sehr gerne.

Stühlerücken in der Schweiz

Ulf Mark Schneider von Fresenius wird neuer Chef

Nestlé wechselt zum 01.01.2017 den bisherigen CEO Paul Bulcke aus. Bulcke soll jedoch nahtlos in den Verwaltungsrat wechseln. Der neue Mann an der Nestlé Spitze wird der bisherige Fresenius-Lenker Ulf Mark Schneider, der bereits ab dem 01.09.2016 zu dem größten Lebensmittelkonzern wechselt. Ein Wechsel bei der Nestlé Führung wurde erwartet. Das der Kandidat jetzt jedoch von Extern kommt ist überraschend. Es ist umso überraschender, da Nestlé erst einmal in der 150 jährigen Historie auf einen externen Kandidaten gesetzt hat, nämlich 1922 auf den Finanzprofi Louis Dapples.

Der Neue kommt von einem deutschen Gesundheitskonzern

Der neue CEO Schneider hatte mehr als 13 Jahre den Gesundheitskonzern Fresenius geführt und die Expansion forciert. In seiner Amtszeit hat der ehemalige Student der Eliteunis in St. Gallen und Harvard den Umsatz bei Fresenius vervierfacht. Laut dem amtierenden Chef, Bulcke, besitzt Schneider einige Fähigkeiten, die gut zu Nestlé passen sollen. Der Wandel hin zu einem Gesundheits- und Beauty Konzern, in Ergänzung zu den bisherigen Lebens- und Tierfuttermitteln, soll mit der Personalie wohl noch weiter beschleunigt werden.

Bereits die Babynahrung wird auf Hautunverträglichkeiten getestet und ist weiterhin ein Wachstumsmarkt für die Schweizer. Die neu geschaffene Sparte „Nestlé Health Science“ wird also noch mehr in den Fokus des Konzerns rücken.

Die Unternehmen im Vergleich

Bisherige Zahlen des mehrfachen Manager des Jahres bei Fresenius:

  • 220.000 Mitarbeiter
  • Umsatz: 27,6 Milliarden Euro

Neue Herausforderung für Schneider bei Nestlé:

  • 335.000 Mitarbeiter
  • Umsatz 82,7 Milliarden Euro

Sommerbeginn und das Geld verdienen geht los

Die Eis Sparte von Unilever will dieses Jahr stark wachsen

Eis von Langnese hat ein Ausnahmejahr mit fast zweistelligen Umsatzsteigerungen hinter sich. Mit noch mehr Werbung und verstärkten POS-Aktivitäten sowie neuen Produkten und Angebotsformen soll das Eisgeschäft von Unilever auch in diesem Jahr wachsen.

Für die Unilever-Tochter Langnese Eiskrem war 2015 ein hervorragendes Jahr. Der Umsatz erhöhte sich dank bester Wetterbedingungen und der außerordentlich erfolgreichen Neueinführung „Magnum pink & black“ im „hohen einstelligen Prozentbereich“. Konzernchef Paul Polmann bescheinigt der Sparte ein „Rekordjahr“. Unilever Deutschland nennt selbst keine absoluten Zahlen für sein Eisgeschäft, Marktforscher jedoch beziffern den Umsatz zu Endverbraucherpreisen hierzulande für 2015 auf 460 Mio. Euro. Damit steht Langnese für rund ein Drittel des Branchenumsatzes im deutschen Lebensmittelhandel.

Die guten Zahlen in dieser „extrem emotionalen Kategorie“ seien nicht allein auf das gute Sommerwetter zurückzuführen, betont Geschäftsbereichsleiterin Christiane Haasis. Die Premiummarke Ben & Jerry’s habe mit überproportionalen Zuwachsraten ebenfalls viel dazu beigetragen, ebenso wie die Desserts von Cremissimo. Am deutlichsten sei der Wetter-Effekt beim Außer-Haus-Geschäft an Kiosken und in Schwimmbädern gewesen, das einen regelrechten Umsatzsprung machte.

Das Marketing in Hamburg hat den 80. Geburtstag von Langnese voriges Jahr genutzt und mit dem Sänger Heino einen bekannten Testimonial engagiert, um die Präsenz auf den Verkaufsflächen zu verstärken. Wettbewerber beobachten hohe Investitionen des Hamburger Marktführers in seine POS-Präsenz. „Ubiquität ist extrem wichtig für Eiskrem“, sagt Haasis und begründet damit auch, weshalb Langnese seit Anfang Mai an Aldi liefert. Zuvor sei schon die Listung bei Hofer „extrem erfolgreich“ gewesen, zumal der österreichische Aldi-Ableger in besonderen Kühltruhen in Kassennähe zusätzlich Impuls-Artikel anbiete.

Nielsen-Daten aus Deutschland belegen für die ersten vier Monate dieses Jahres – das heißt noch ohne Aldi – erhebliche Mehrumsätze von Langnese sowohl im klassischen Handel wie auch im Harddiscount.

Hersteller wollen mit Innovationen punkten

Damit die Kategorie Eiskrem weiter wachse müssen Hersteller und Handel nach Ansicht von Haasis ständig neue Kaufimpulse auslösen: mit Aktionen, zusätzlichen Platzierungen und einer Vielzahl von Innovationen. Die „absolute Nummer-eins-Innovation“ sei im vorigen Jahr Magnum „pink & black“ gewesen, der größte Erfolg seit der Geburt der Marke vor 26 Jahren.

Um diesen Erfolg zu wiederholen oder sogar zu übertreffen, setzt Langnese auf Magnum Double und die aktuelle Werbekampagne „Release the beast“. Für das Stiel Eis mit mehreren Schichten kommt eine neue Technik zum Einsatz.

Im Unilever-Eiswerk in Heppenheim, wird jährlich ein hoher ein- bis zweistelliger Millionenbetrag investiert. Heppenheim sei derzeit das größte Eiskremwerk Europas, heißt es in Hamburg, und die größte Magnum-Fabrik weltweit. An dem Standort werden pro Jahr mehr als 1 Mrd. Portionen Eis produziert. Auf 20 Produktionslinien laufen Produkte wie Magnum, Calipo, Cremissimo und Vinetta vom Band. Insgesamt wird in dem Werk mit sieben verschiedene Produktionstechnologien gearbeitet, darunter Stiel-Eis, „Wannen“-Produkte wie Cremissimo und Dessert-Eise wie Vienetta.

Weiterhin nennt Haasis Trends, die nach ihrer Einschätzung das Eisgeschäft bestimmen: Der eine ist Snacking. Deshalb gibt es Ben & Jerry‘s künftig außer in Bechern auch zwischen zwei Cookies im „Ein-Hand-Format“, und Cornetto Frozen Joghurt wird als fruchtiger Snack für Zwischendurch positioniert. Einen zweiten Trend, den Haasis als „Eisdiele zu Hause“ beschreibt, wird mit neuen Cremissimo Sorbets aufgegriffen.

 

Top 6 Eiskrem-Hersteller weltweit 2016 (nach Marktanteil)

Rang Unternehmen Marktanteil (in Prozent) 2015* Marktanteil (in Prozent) 2010* Veränderung (in Prozent)
1 Unilever Group 21,30 19,50 9,2  
2 Nestlé SA 10,00 11,90 -16,0  
3 General Mills Inc 2,90 2,80 4,6  
4 Lotte Group 2,00 2,60 -23,1  
5 Inner Mongolia Yili Industrial Group 1,40 1,10 27,3  
6 Mars Inc 1,20 1,30 -7,7  

*Kategorie: Eiscreme und gefrorene Desserts

Quelle: euromonitor.com

 

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

 

Die vierte industrielle Revolution aus der Schweiz

Der Weltmarktführer für Babynahrung baut eine weltweite Einheit für E-Commerce auf

Nestlé hat erkannt, dass die Art, wie Menschen Produkte kaufen und informiert sein wollen sich aktuelle stark verändert. Der Handel ist wie immer stark im Wandel und setzt auf Marken und Multi-Channel-Denken. Euromonitor (Marktforschungsinstitut) gab bekannt, dass bereits 8,7 Prozent aller Handelsumsätze mit Babynahrung online gemacht werden.

In Schwellenländern, wie z. B. China wächst der Onlinehandel stäkrer als der stationäre Handel. Nestlé trägt diesem Trend in Asien Rechnung, indem es seit Anfang des Jahres mit Alibaba zusammenarbeitet.

Online Geschäfte haben auch Risiken

Einmal mehr sind staatliche Marktteilnehmer der Grund dafür. Die chinesische Regierung hat bereits mehrfach Importregularien geändert. Dies führt zu Verunsicherungen bei den Kunden. Die Schweizer können hier jedoch mit starken Zahlen dagegen halten:

  • Die Marke Illuma macht in Asien bereits 650 Mio. CHF Umsatz
  • Beba hat ein Umsatzplus in diesem Jahr von 7 Prozent

Offensichtlich profitiert Nestlé von seiner starken Markenbekanntheit und spielt die eigenen Stärken konsequent aus.

Coca Cola dreht jetzt das große Rad

Letzte Woche hatte ich bereits berichtet, dass Warren Buffett´s Lieblingsgetränk jetzt auch Soja Getränke verkauft. Der weltweit führende Erfrischungsgetränkehersteller stellt sich jetzt noch breiter auf und will seine Aktivitäten im Bereich Kaffee, Tee und Kakao noch weiter ausbauen.

Wie will Coca Cola das machen?

Coca Cola will vor allem das Automatengeschäft ausbauen. Die bestehende Marke Chaqwa soll Kalt- und Heißgetränke an frequenzstarken Plätzen, wie z. B. Flughäfen, Stadien und Einkaufszentren mit Hilfe der Automaten verkaufen. Coca Cola ist im Automatengeschäft bereits die Nummer Zwei in Deutschland. Nummer eins im deutschen Raum ist Dallmayr.

Erste Erfolge kann Coca Cola bereits vorweisen. Chaqwa ist seit Anfang diesen Jahres bei Rewe und Penny präsent. Der Lebensmitteleinzelhandel verfolgt seit neuesten eine Markenstrategie um die Kunden und Marge zu halten. Neben der Selbstbedienung am Automaten soll Chaqwa auch für Bistros und Bäckereien anbieter mit Vollautomaten werden. Hier wird der Siegeszug von Coca Cola jedoch nicht so schnell funktionieren, da hier bereits etablierte Anbieter, wie z. B. WMF, Coffema oder Melitta stark vertreten sind.

Der übermächtige Weltkonzern

Coca Cola setzt hier jedoch selbstbewusst auf die eigene über „1.000 Mann starke Vertriebsmannschaft“. Weiterhin soll die Zusammenarbeit mit dem Getränkefachgroßhandel bei Marktbearbeitung und Kunden Akquise gestärkt werden. Das „Zuckerwasser aus Atlanta“, USA kann hier also voller Selbstvertrauen ans Werk gehen. Dem langfristigen Erfolg steht wohl wenig entgegen.

Ich bin gespannt wie andere Hersteller von Kaffee sich verhalten werden. Nestlé verkauft Kaffee bereits seit Jahren. Die Marken Nescafé oder Nespresso sind bereits sehr stark am Markt vertreten. Und auch Nestlé kann auf eine sehr lange und erfolgreiche Historie verweisen.

Nestlé wird 150 Jahre

Der Nahrungsmittelkonzern feiert das 150-jährige Bestehen

Nest – so heißt das neue Museum am Firmensitz im schweizerischen Vevey. Der deutsche Apotheker Heinrich Nestle hat 1860 ein Milchpulver für Säuglinge erforscht. Die folgenden 150 Jahres der Industrialisierung, Mangelernährung und Forschung haben das Unternehmen extrem wachsen lassen. Letzte Woche Donnerstag hat der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt in Vevey das 150-jährige Bestehen gefeiert. Für die Feier wurde ein eigenes Museum errichtet. Es heißt wie das Logo – Ein Nest.

Wenig bekannt ist jedoch, dass Henri Nestle die Rechte an seinem Logo und seiner Unterschrift 1875 für eine Millionen Schweizer franken an einen Amerikaner verkaufte, der das Unternehmen erst so groß gemacht hat. Obwohl Nestlé sehr heimatverbunden ist, macht das Unternehmen lediglich 2 % des Jahresumsatzes von 80 Milliarden Euro in der Schweiz, also ein echter „Global Player“.

Nestlé wurde so groß, weil die Mütter früher auf Grund von Mangelernährung nicht in der Lage waren, die eigenen Kinder zu ernähren. Mittlerweilen macht der Hersteller  aber noch vieles mehr:

  • Cailler, Schweizer Traditionsschokolade
  • Maggi
  • Eis von Mövenpick bis hin zu Häagen Dazs (mein Lieblingseis)
  • Wasser von San Pellegrino bis Vittel
  • Nudeln von Buitoni
  • Tiernahrung
  • Nespresso, Nesquik und Nescafé

Wer Lebensmittel herstellt, ist für die Ernährung der Menschen verantwortlich. Beginnend beim Milchpulver können die Schweizer also stolz auf das erreichte sein.

Nestlé im ständigen Wandel

Nestlé wäre nicht Nestlé wenn es nicht schon längst den nächsten Trend verfolgt: personalisierte Nahrungsmittelzusätze. Mit den Sparten Nestlé Health Care und Nestlé Skin Health wird auch bereits Anti Falten Cremes verkauft. Der Nahrungsmittler bewegt sich also immer mehr Richtung Pharma Konzern. Die Zukunft bleibt spannend. Sicher ist jedoch, dass die Schweizer mit ihren Marken hervorragend aufgestellt sind und mit die höchsten Renditen in der Branche erzielen. In Summe also ein tolles Unternehmen. Warren Buffett ist mit seiner Berkshire Hathaway ja ebenfalls an einem großen Nahrungsmittelhersteller beteiligt: Kraft Heinz Company.

 

Warren Buffett´s Lieblingsgetränk kauft zu

Der Getränkeriese Coca-Cola kauft in Lateinamerika Ades

Warren Buffett trinkt leidenschaftlich gerne Coca Cola. Passenderweise besitzt er gleich 10 % dieser Firma über seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Der US Konzern Coca Cola kauft für 575 Mio. Dollar das Soja-Drink-Geschäft von Unilever, ein Lebensmittelkonzern aus England. Gemeinsam mit dem lateinamerikanischen Coke-Abfüller Femsa kauft der amerikanische Konzern das Unilever Geschäft ab. Femsa darf in seinem Vertriebsgebiet (Venezuela, Brasilien, Argentinien und den Philippinen) die Soja Drinks verkaufen. Der bisherige Umsatz von 284 Mio. Dollar hat Ades mit dem Verkauf von 56 Mio. Einheiten an Sojamilch und Fruchtsaftgetränken erreicht. Ades wurde 1988 in Argentinien gegründet und beliefert bisher Märkte wie z. B. Mexiko, Uruguay, Bolivien und Chile.

Ob Buffett jetzt von seiner geliebten Cherry Coke auf Sojamilch umsteigt?

Ich glaube wohl eher nicht 🙂

 

Nestlé besorgt sich seine Kunden selber

Zusammen mit dem Forschungspartner DBV Technologies entwickelt Nestlé einen Allergietest

Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestlé betreibt seit 2011 auch eine eigene Gesundheitssparte: Nestlé Health Science.

In diesem Unternehmensbereich entwickelt Nestlé jetzt einen Allergietest für Säuglinge und investiert 10 Millionen Euro. Der Test stellt fest, ob eine Unverträglichkeit von Kuhmilch bei Säuglingen besteht. Laut einer Studie des Lebensmittelkonzerns leiden 2 bis 3 % aller Säuglinge und Kleinkinder unter dieser Unverträglichkeit, also ein rießiger Markt.

Passenderweise besitzt Nestlé gleich die passende Antwort auf den Test: Für Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen bei Babys und kleinen Kindern stellt der Konzern spezielle Nahrung unter den Marken Althéra, Alfaré und Alfamino.

Eine tolle Win-Win Situation. Beeindruckend ist, dass ca. 30 % aller L Óréal Aktien zum weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé gehören. Der Hauptprofit sollte jedoch einmal mehr bei Nestlé liegen. Ich habe diese Informationen in der Lebensmittelzeitung gelesen.

US Riese sticht Deutschen Riesen aus

Der Konsumgüterriese Johnson & Johnson kann sich im Bieterstreit um das US Unternehmen Vogue International durchsetzen.

Der Hersteller der „bebe und ob Marke“ zahlt satte 3,3 Mrd. US Dollar. Vogue International ist ein Haarpflegespezialist und besitzt Marken wie z. B. OGX und Maui. Der Deal wird im dritten Quartal 2016 über die Bühne gehen. Neben dem Unilever Konzern aus England war auch ein deutsches Schwergewicht interessiert: Henkel. Ob der Dax Konzern auf Grund des aktuell schlechteren Wechselkurses nicht zum Zuge kam, kann nur spekuliert werden. Auch L Óréal war Intersse nachgesagt worden. Beeindruckend ist, dass ca. 30 % aller L Óréal Aktien zum weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé gehören.

Johnson & Johnson erweitert mit dem Zukauf seine Sortimente im Bereich Körper- und Haarpflege. Im Jahr 2015 machte J & J etwa 20 % ihres Gesamtumsatzes mit diesen Artikeln. Nach der Übernahme des Dermokosmetik Spezialisten NeoStrata im April ist dies bereits der zweite Zukauf in 2016. Die Nachricht habe ich in der Lebensmittelzeitung gelesen.

Was ist Value Investing?

Was ist Value Investing?

 

Value Investing bezeichnet eine wertorientierte Kapitalanlage. Die Ursprünge dieser Anlagemethode liegen in den 1920er Jahren – einer Zeit, in der sich Investoren von Spekulation und Insider-Informationen leiten ließen. Ein Value Investor versucht mit Hilfe der von Ben Graham, dem Vater des Value Investing, entwickelten Techniken, Wertpapiere zu kaufen, deren wahrer Wert sich nicht im Marktpreis spiegelt. Um diesen Wert zu bemessen, ist eine Bewertung der strategischen Position des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Die Value-Investing-Methode versucht, ausgezeichnete, langfristige Performance durch den Ankauf von Wertpapieren finanziell starker (Qualitäts-)Unternehmen zu erzielen, die

 

  • von einem kompetenten Management geleitet werden und
  • zu einem Marktpreis angeboten werden, der – nach angemessener Bewertung deutlich unter dem inneren Wert liegt.

 

Als Value Investor sind wir der Ansicht, dass der Ankauf von Wertpapieren zu möglichst niedrigen Preisen die Chancen auf eine langfristige, erfolgreiche Performance steigert. Dabei sind die Value-Investment-Techniken sowohl für bekannte Wertpapiere wie Nestlé als auch für Wertpapiere, die kaum Beachtung finden, geeignet. Der Schlüssel ist die Relation von Preis und Wert.

 

Investoren leiden häufig unter einer menschlichen Schwäche: der Angst, etwas zu verpassen. Sie wollen die heißen und populären Wertpapiere ihr Eigen nennen. Es ist bequem, Teil einer Menge zu sein. Ein Value Investor darf sich dieser Herdenmentalität jedoch nicht anschließen. Value Investing erscheint aus intuitiver und praktischer Sicht großartig. Zur Sicherung des Erfolges sind zum einen gedankliche Klarheit, ein gewisses Maß an Intelligenz und der Wille, gegen den Strom zu schwimmen, notwendig. Andererseits folgen gute Value Investoren einem simplen und verständlichen Verfahren. Um besser zu verstehen, was Value Investing bedeutet, erscheint es sinnvoll, zu betonen, was es nicht ist:

 

Value Investing heißt nicht:

  • Wertpapiere zu kaufen, deren Kurscharts „gut aussehen“.
  • populäre Wertpapiere zu kaufen und populären Strömungen zu folgen.
  • „das Paket weiterzugeben“, wie es der legendäre Fidelity Investor Anthony Bolton bezeichnet. Er beschreibt damit Investoren, die Wertpapiere einzig und allein in der Hoffnung auf einen weiteren Preisanstieg kaufen, der den Weiterverkauf an einen anderen Investor erlaubt.
  • Aktien aufgrund von Gerüchten, auf Empfehlung anderer oder ohne profunde Kenntnisse des Geschäfts zu kaufen.

 

Value Investing bedeutet, Wertpapiere mit einer angemessenen „Sicherheitsmarge“ zu kaufen. Seth Klarman, Präsident der in Boston ansässigen Baupost Gruppe, liefert dazu folgende Erklärung: „Eine Sicherheitsmarge ist erzielt, wenn Wertpapiere zu einem angemessenen Preis unter Wert gekauft werden, der Spielraum für menschliche Irrtümer, Pech oder extreme Volatilität lässt.“

Konsumgüterhersteller und der Discount

Unilever geht bei Aldi in die Vollen

Nun wagt sich Unilever als einer der letzten großen Markenartikler ins Aldi-Sortiment, und dies nicht vorsichtig tastend, sondern gleich mit Knorr Fixprodukten, Langnese-Magnum und mit Duschdas. Mit den Duschartikeln stellt der Discounter erstmals direkte Marken-Konkurrenz zu Nivea ins Regal.

Unilever beliefert seit dieser Woche Aldi Nord und Süd mit Knorr Fixprodukten, Langnese-Eis und Duschdas Körperpflegeprodukten. Das ist für die Hamburger Deutschland-Zentrale ein Kurswechsel. Noch vor einem halben Jahr äußerte sich Ulli Gritzuhn als Chef der Region D-A-CH eher hinhaltend über Aldi-Listungen: „Wir sind, momentan extrem zufrieden mit unseren Handelskanälen und –partnern. Es wäre unprofessionell, wenn man sich nicht alle Optionen anguckt, aber es gibt momentan sicherlich keine Pläne.“

Der Preisverfall, der nach der Aldi-Listung etwa von Red Bull und Funny Frisch im klassischen Handel einsetzte, wurde bei Unilever als „Katastrophe“ gewertet, trotzdem nahm Vertriebsgeschäftsführer Peter Dekkers schon vor Monaten Verhandlungen mit der Nummer eins des Hartdiscounts auf. Den Grund dafür hat Gritzuhn ebenfalls bereits formuliert: Wenn die Markenartikler, die nicht an Aldi liefern, von den Marktverwerfungen ebenso betroffen waren wie die Lieferanten, dann wollte Unilever die Entwicklung doch lieber selbst vorantreiben.

Konsumgüterriesen üben sich in Spieltheorie

Zumal Nestlé als Hauptwettbewerber die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit Aldi längst getroffen hatte. Für Unilever bestand die Gefahr, dass die Frankfurter nach Wagner Pizza auch mit Maggi und Schöller das Rennen machen könnten. Die Hamburger hätten mit Knorr und Langnese das Nachsehen gehabt.

Was die Belieferung von Aldi mit Knorr für das ewige Kopf-an-Kopf-Rennen mit Maggi um die Marktführerschaft bedeutet hängt von der Reaktion der anderen Kunden ab. Unilever lässt sich von den zu erwartenden Strafmaßnahmen nicht abschrecken. Wenn sie sich kurzfristig kaum vermeiden lassen, sollen doch längerfristig die Vorteile überwiegen.

Dekkers schwierige Aufgabe bestand darin, im Gespräch auf höchster Ebene das Schlimmste zu verhindern. In den vergangenen Wochen hat er die großen Kunden alle über die kommende Verschärfung der Wettbewerbssituation informiert – und zugleich kundenspezifische Vorschläge zur Erhaltung der Wertschöpfung präsentiert. Eine unmittelbare Vergleichbarkeit der Artikel wird so weit wie möglich vermieden. Mit Duschdas steht Unilever jedoch bei Aldi mit Standardgrößen und – auch das ist neu – in unmittelbarem Wettbewerb zu Nivea.

Von Knorr wird Aldi ein Kernsortiment aus Suppen und Fix-Produkten wie Bolognese fix führen. Sieben andere Bolognese-Varianten könnten dem klassischen Handel ebenso zur Differenzierung dienen, wie die wachsende Premium-Range „Natürlich lecker“ und die Breite des Knorr-Sortiment insgesamt.

Magnum-Eiskrem gibt es bei Aldi seit Dienstag in den Varianten Classic und Mandel in Multi-Packs. Die Packung der Sondergröße 5 x 100 ml kostet 2,79 Euro. Eine Preisanpassung wird Wettbewerbern besonders schwer gemacht: Lidl verkauft die üblichen 4 x 110 ml für 2,99 Euro, der Supermarktpreis liegt bei 3,29 Euro.

Für Eskimo geht Hofer noch weiter

Sonderplatzierungen für das Impulsgeschäft mit Eis sind bei Aldi nicht vorgesehen. In Österreich dagegen bekam der Außendienst der Unilever-Tochter Eskimo sogar Zutritt zu den Hofer-Filialen – ein absolutes Novum – um die Truhen zu befüllen. Dazu kann man sich in Essen und Mülheim noch nicht durchringen.

Die strategisch schwerwiegende Entscheidung ist bei Unilever von längerer Hand vorbereitet und in Abstimmung mit dem Mutterkonzern getroffen worden. Der Blick der Londoner Zentrale für die Potenz von Aldi wird durch dessen Erfolge in Großbritannien zunehmen geschärft. Auch, dass Procter & Gamble Top-Marken wie Pampers und Head & Shoulders bei Aldi verkauft, hat Vorbildfunktion.
Inwiefern Unilever durch die Distributionsausweitung den Bedeutungsverlust des Deutschlandgeschäfts aufhalten kann, bleibt abzuwarten. Der Umsatz in Deutschland ist auf zuletzt 1,2 Mrd. Euro zusammengeschmolzen. War Deutschland für Unilever lange der größte europäische Markt, hat Großbritannien durch zahlreiche Übernahmen mittlerweile die Pole-Position übernommen.

Problem mit Margarine nicht gelöst

Grund dafür ist auch das weiterhin schwächelnde Margarinegeschäft, das hierzulande rund 500 Mio. Euro zum Deutschland-Umsatz beiträgt und die Geschäfte der Region damit stärker beeinträchtigt als alle anderen. Unilever ist hierzulande weiter als die englischen Schwester von dem erklärten Ziel entfernt, die Abhängigkeit vom margenschwachen Geschäft mit Lebensmitteln zu vermindern und mehr lukrativere Umsätze mit Körperpflegeprodukten zu generieren.

Vor diesem Hintergrund zeigen sich Beobachter überrascht, welche Unilever-Marken jetzt bei Aldi auftauchen. Wäre eine Listung für Rama oder Becel nicht mindestens ebenso hilfreich wie für Knorr gewesen? Axe und Dove wurden ebenfalls als Listungskandidaten im Körperpflegebereich hoch gehandelt. Anscheinend ist nicht jeder Wunsch von Unilever in Erfüllung gegangen – und nicht jeder von Aldi.

Beitrag wurde von der Lebensmittelzeitung übernommen

Warren Buffett kauft Apple Aktien

 

Als ich die Nachricht gelesen habe hat es mich fast umgehauen:

 

Warren Buffett hat laut Meldungen im abgelaufenen ersten Quartal 9,8 Millionen Apple Aktien gekauft. Sein Anteil ist ca. 1 Milliarde Dollar wert.

Weitere Zukäufe hat er unter anderem bei:

IBM

Kraft Heinz

Liberty Media

Visa

Deere

Bank of New York Mellon

getätigt.

Verkäufe gab es bei:

Walmart

Wabco

Mastercard

Procter & Gamble

AT & T

 

Buffett folgt bei vielen seiner Käufen dem Cash Flow Investing. Die erhaltene IBM Dividende z. B. hat er gleich in „neue Aktien gesteckt“. Aber die Sache mit Apple ist für mich sehr überraschend, da Buffett eigentlich ein bekennender „Technik Feind“ ist.

Zusammen mit dem angeblichen Interesse an Yahoo macht Buffett mit seinen 85 Jahren wohl erneut eine Wende in seinem Investment Stil.

Für mich ist Buffett eine große Inspiration. Ein tolles Buch über ihn und seinem ständigen Wandel kann ich Euch HIER EMPFEHLEN:

Bierverkauf geht weiter – Wettbewerbshüter schauen hin

 Warren Buffett´s Partner hat noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

AB InBev stellt weitere Marken zum Verkauf

Der Bierriese AB InBev legt bei seinem Angebot an die EU-Kartellwächter nach: Weitere Marken aus dem Portfolio von SABMiller sollen im Falle einer Übernahme verkauft werden. Ob der weltgrößte Braukonzern damit die Wettbewerbshüter überzeugen kann, wird sich bereits in wenigen Wochen zeigen.

Im Ringen um grünes Licht aus Brüssel für die Milliarden-Übernahme des kleineren Konkurrenten SABMiller zieht Biergigant AB InBev neue Register: Der EU-Kommission bietet der Konzern nun den Verkauf der gesamten Geschäftsaktivitäten von SABMiller in Mittel-Osteuropa inklusive der Marke Pilsner Urquell im Falle einer Fusion an, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Laut Analysten von Exane BNP Paribas geht es dabei um Vermögenswerte in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar (rund 4,4 Mrd. Euro). Das Angebot an die Kartellwächter gilt zusätzlich zum bereits vereinbarten Verkauf der SABMiller-Biermarken Peroni, Grolsch und Meantime für 2,55 Mrd. Euro an den japanischen Brauer Asahi.

AB InBev ist damit bereit sich von fünf weiteren Ländergesellschaften zu trennen: Dreher Breweries in Ungarn, Kompania Piwowarska in Polen, Plzenský Prazdroj und Pivovary Topvar in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie Ursus Breweries in Rumänien. Der Bieriese versucht so die Bedenken der EU-Behörden zu zerstreuen, dass die Milliarden-Fusion der Nummer eins und Nummer zwei auf dem weltweiten Biermarkt den Wettbewerb lahmlegen könnte.
Ob AB InBev mit seinem neuen Angebot die europäischen Wettbewerbshüter im ersten Anlauf überzeugen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen: Bis zum 24. Mai will die EU-Kommission eine Einschätzung abgeben, ob die Fusion mit den bisher gemachten Zugeständnissen über die Bühne gehen kann oder weiter Nachbesserungsbedarf besteht.

Auch in Südafrika steht noch die Genehmigung des Deals aus. In den USA hat SABMiller im Vorfeld der geplanten Mega-Übernahme sich aus dem Joint-Venture mit dem US-Bierkonzern Molson Coors zurückgezogen, um dort etwaige Bedenken über eine zu hohe Marktkonzentration zuvorzukommen.

Schwacher Jahresauftakt für AB InBev

Der Bierriese AB InBev muss Abschläge bei Umsatz und Gewinn verschmerzen. Der starke US-Dollar und der insgesamt rückläufige Absatz belasten das Geschäft im ersten Quartal. Auch in Deutschland verzeichnet der Beck’s-Brauer ein Minus beim Absatz.

Der weltgrößte Bierbrauer AB InBev kämpft weiter mit Problemen in Brasilien und dem starken Dollar. Gut lief dagegen das Geschäft in Mexiko, die Lage in Europa und den USA soll sich verbessert haben. Zudem konnte der vor der Übernahme des Konkurrenten SABMiller stehende Konzern höhere Preise durchsetzen. Das reichte aber nicht aus um den insgesamt rückläufigen Absatz und die Folgen des starken Dollar auszugleichen. Konzernweit gingen Umsatz und operatives Ergebnis deutlich zurück.

Der Erlös sank um zehn Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar (8,2 Mrd. Euro), wie der Konzern am Mittwoch in Leuven mitteilte. Beim um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug der Rückgang 13 Prozent auf 3,46 Mrd. Dollar. Damit schnitt AB InBev schwächer ab als Experten erwartet hatten.
In Deutschland musste der Konzern ein Absatzminus im einstelligen Prozentbereich hinnehmen – und das, obwohl sich das Deutschland-Flaggschiff Beck’s gut verkauft hatte. Insgesamt büßte der weltgrößte Brauer hierzulande aber Anteile in einem ohnehin rückläufigen Markt ein.

Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

Energiegeladener Buffett

 

Der Duracell Chef Stefan Sallandt hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und will den Batterie Hersteller nach vorne bringen. Warren Buffett setzt auf den Manager und seine gewohnte „dezentrale Entscheidungsfreiheit“.

Im Fokus soll in Zukunft nicht mehr das „Konzerndenken“ von Procter & Gamble stehen, sondern der Konsument.

Den deutschen Batteriemarkt dominieren Eigenmarkten. Platz eins unter den Markenherstellern besitzt Varta vor Energizer. Duracell folgt auf Platz drei. Der Manager Sallandt will die Marktanteile aggressiv zurückerobern.

Warren Buffett hat im Jahr 2014 den Deal mit Procter & Gamble ausgehandelt und den Konsumgüterhersteller mit überwiegend eigenen Aktien gezahlt. Beitrag aus der Zeit –>

Tabula Rasa bei Mondeléz

Auch Buffett´s Mondeléz kann neue Fakten berichten

Das finnische Unternehmen Fazer übernimmt von Mondelez die Gebäckmarken Jaffa, Domino und Fanipala.

  • Der US-Süßwarenhersteller Mondelez verkauft weitere Marken
  • Jetzt trennt sich der Konzern von den regionalen Marken Domino, Jaffa und Fanipala
  • Käufer ist das finnische Unternehmen Fazer

Mondelez trennt sich von weiteren regionalen Gebäckmarken. Domino, Jaffa und Fanipala gehen an das finnische Unternehmen Fazer. Dieses hatte sein Gebäckgeschäft 1995 an Danone verkauft, die es 2007 an Kraft Foods weiterreichten. 2012 kaufte Fazer jedoch die Fabrik in Vantaa zurück.

Der US-Süßwarenhersteller Mondelez geht derzeit mit dem Stahlbesen durch sein Markenportfolio: Anfang April hat der Konzern die Trennung von zehn europäischen Süßwarenmarken bekannt gegeben, darunter Carambar und Suchard. Schon im vergangenen Jahr hat Mondelez sein Kaffeegeschäft im Rahmen einer Megafusion in den niederländischen Kaffeekonzern D.E. Master Blenders eingebracht. Spekuliert wird immer wieder auch über einen Verkauf des Frischkäsegeschäfts mit der Marke Philadelphia.

Mondelez bringt Bonbonmarke Halls

Jenseits des aktionsgetriebenen Milka-Tafelschokoladengeschäfts mit Milka will sich Mondelez mit Bonbons ein neues Geschäftsfeld aufbauen.

Der Süßwarenhersteller Mondelez International startet im Juli in einer neuen Warengruppe in Deutschland und offeriert dem deutschen Handel die Bonbonmarke Halls.

Mondelez greift in einer neuen Kategorie an: In Kalenderwoche 27 startet der Hersteller von Milka-Schokolade und Oreo-Keksen mit Bonbons unter der internationalen Marke Halls in Deutschland. Nach Konzernangaben ist Halls bereits Marktführer in Spanien, Portugal und Griechenland und zählt in Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien und Dänemark zu den Top 5 Marken.

Auch wenn Mondelez International in dem Segment in Deutschland bislang ein unbeschriebenes Blatt ist: Weltweit setzte der Konzern laut Zahlen der Marktforscher von Euromonitor 3,9 Mrd. USD mit Zuckerwaren (ohne Kaugummi) um und ist damit der weltgrößte Hersteller in dieser Kategorie. Dicht auf den Fersen folgt Perfetti Van Melle mit 3,7 Mrd. USD, dann Mars mit 2,8 Mrd. USD. Weltweit legte das Zuckerwarengeschäft von Mondelez in den vergangenen drei Jahren laut Euromonitor 500 Mio. USD zu.

„Die Voraussetzungen sind sehr positiv“

Europaweit habe sich Halls zuletzt „sehr gut entwickelt“, so der Konzern gegenüber der LZ. Zudem wachse der deutsche Frischebonbon-Markt um 4 Prozent nach Umsatz (rollierend bis Juni 2015). „Die Voraussetzungen für den Markteintritt in das neue Segment Bonbons in Deutschland sind also sehr positiv.“

Mondelez wird die Einführung der fünf Sorten Coolwave, Citrus Mix, Extra Strong, Strawberry Flavour, Forest Fruit Flavor mit TV-Werbung, Social-Media-Aktivierung und Samplings begleiten und möchte sich nach Unternehmensangaben als „Bonbon mit dem Frischekick“ positionieren – saisonal unabhängig. Das bedeutet nicht nur neue Konkurrenz für Hustenbonbonmarktführer Ricola und die Nummer zwei Fisherman‘s Friend, sondern auch für Fruchtbonbonhersteller wie Storck und Katjes im rund 2,7 Mrd. Euro großen deutschen Markt für Zuckerwaren.

Die Bremer können frische Umsätze gut gebrauchen: Nach der LZ vorliegenden Marktzahlen mussten sie im vergangenen Jahr in Deutschland ein zweistelliges Absatzminus hinnehmen. Ein schwächeres Saisongeschäft, die Auslistung von Milka bei Lidl zur Mitte des Jahres sowie die Regalpreisstellung von über einem Euro dürften zu Buche geschlagen haben, auch wenn Oreo-Gebäck nach Konzernangaben zweistellige Wachstumsraten erzielte.

Aldi-Listung könnte helfen

„Mit unserem Geschäft in Deutschland in 2015 sind wir sehr zufrieden“, heißt es dagegen aus Bremen. Auch das Jahr 2016 sei gut gestartet, beispielsweise aufgrund von Neuprodukten wie „Milka Collage“. Die Aldi-Listung helfe, für Konsumenten „überall verfügbar zu sein“. Sie dürfte allerdings auch helfen, 2016 wieder zu Wachstum zurückzukehren. Neben Oreo sind die Bremer mit Milka präsent, die bei Aldi Süd für 95 Cent verkauft wird. Diskontierende Händler haben diesen Preis in Süddeutschland nachvollzogen.

Laut Branchenkennern sind Umsatz und Stückabsätze mit den lila Produkten bei Aldi bislang nicht besonders hoch. Das Geschäft ist mit einem Aktionsanteil von über 60 Prozent stark promotionsgetrieben. Nach LZ-Informationen hatte Mondelez die Aldi-Listung mit einer erneuten Erhöhung der Abgabepreise an den Handel flankiert.

Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

Qualitätsaktien berichten: Beiersdorf

Baiersdorf´s erstes Quartal

 

  • Umsatz von Beiersdorf sinkt im ersten Quartal um knapp 2 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro
  • Organisch liegt das Plus bei 2,4 Prozent
  • Prognose für das Gesamtjahr wird bestätigt

Der Verfall lateinamerikanischer Währungen und eine schwächere Entwicklung bei der Klebstofftochter Tesa haben den Nivea-Hersteller Beiersdorf zum Jahresauftakt gebremst. Der Konzernumsatz ging im ersten Quartal um 1,9 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro zurück, wie Beiersdorf am Mittwoch mitteilte. Die meisten Analysten hatten hingegen mit einem leichten Anstieg gerechnet. Aus eigener Kraft, also ohne den Einfluss der Währungen sowie Zu- und Verkäufen, konnte der Konsumgüterkonzern um 2,4 Prozent wachsen.

Dabei musste die Tochter Tesa Umsatzeinbußen verkraften. Grund war eine deutliche Abschwächung der Nachfrage aus der Elektronikindustrie in Asien. Im Konsumgütergeschäft rund um Marken wie Nivea oder Eucerin lief es hingegen besser. Der Umsatz sank zwar nominal aufgrund negativer Wechselkurseffekte, organisch aber legte dieser um 3,6 Prozent zu.
Während sich der europäische Markt in der Pflegesparte gut entwickelte, blieben die Erlöse in Amerika auch um Währungseffekte bereinigt unter dem „starken Vorjahr“, wie es in der Mitteilung aus Hamburg heißt. Mit Blick auf die einzelnen Marken des Konzerns entwickelten sich Nivea und La Prairie besonders stark, mit organischen Zuwachsraten von 4,3 beziehungsweise 6,9 Prozent.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält Beiersdorf fest: So soll der Konzernumsatz organisch weiterhin um 3 bis 4 Prozent steigen; die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit), die 2015 mit 14,4 Prozent auf den höchsten Stand in der Unternehmensgeschichte kletterte, leicht zulegen.

 

Beitrag aus der Lebensmittelzeitung

Interessantes aus der Medienwelt: Öl

 

 

n-tv.de hat in dieser Woche zwei interessante Beiträge rund um das Thema Öl veröffentlicht.

Pleitewelle erschüttert US-Ölbranche

 

Der sehr niedrige Ölpreis fordert seinen Tribut. In den USA krachen immer mehr Ölfirmen zusammen.

 

Platzt die Milliarden-Ölblase?Kreditausfälle bei Wells Fargo nehmen zu

Wegen des Ölpreisverfalls brechen den Ölfirmen die Einnahmen weg. Die Folge ist eine gewaltige Pleitewelle – vor allem in der jungen Fracking-Industrie. In den Bilanzen der US-Banken hinterlässt das Spuren. Böse Erinnerungen an die Häuserkrise werden wach.

 

Die Ölpreise folgen einem „Schweinezyklus“. Bei hohen Preisen wird viel produziert. Die steigenden Angebote führen zu niedrigeren Preisen und zu einer geringeren Produktion. Dies lässt im Anschluss die Preise erneut steigen. Ich bin zuversichtlich, dass die Preise für Öl noch dieses Jahr steigen werden.

 

IBM und der Handel

IBM versucht mit Hochdruck, seine Watson-Computer-Technologie zu kommerzialisieren. Der Einsatz künstlicher Intelligenz könnte Einkauf, Kundenservice und Wartung massiv verändern. Doch noch steht die Software-Revolution am Anfang. Erster Pilotkunde aus dem Handel ist der Outdoor-Ausrüster The North Face. auch deutsche Firmen experimentieren.

IBM arbeitet daran, seine selbstlernende Computer-Technologie Watson zu Geld zu machen. Neben dem Gesundheitswesen sowie der Finanz- und Versicherungsbranche fasst der IT-Konzern derzeit vor allem die Handelswelt ins Auge. Hier könnten Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen Produktempfehlungen, Beschwerdemanagement und Kundenservice künftig teilautomatisieren und damit rationalisieren.

IBM selbst nennt seine Hightech-Erfindung „Cognitive Computing“. Dabei werden Daten mithilfe statistischer Verfahren durchforstet, um Muster und Auffälligkeiten, aber auch Zusammenhänge aufzuspüren und zu interpretieren. Die Daten können sowohl strukturiert als auch unstrukturiert sein, etwa aus Beiträgen in Sozialen Medien, E-Mails oder mündlicher Sprache.

Erste Schritte Künstlicher Intelligenz

Noch steht der Einsatz von Cognitive Computing im Handel am Anfang. Im deutschsprachigen Raum gibt es laut Marcus Groß, Cognitive-Computing-Experte bei IBM, derzeit ein knappes Dutzend Retail-Kunden, die mit Watson experimentieren. Noch sind diese Projekte eher im Stadium „Versuchsküche“ als im Bereich geschäftsrelevanter Prozessoptimierung zu verorten. Groß sieht jedoch riesiges Potenzial: „Die Mensch-Maschine-Szenarien von einst sind dank Watsons kognitiver Fähigkeiten heute schon Realität.“

Einer der weltweit ersten und prominentesten Pilotanwender aus dem Handelsumfeld ist The North Face. Der US-amerikanische Hersteller und Händler von Outdoor-Bekleidung testet seit Dezember eine persönliche, interaktive Online-Kaufberatung mittels Künstlicher Intelligenz. Dabei verwickelt Watson die Besucher einer Demo-Website in einen schriftlichen Dialog, eine Art Frage-und-Antwort-Spiel, an dessen Ende der Kunde möglichst passgenaue Empfehlungen für den Kauf einer wind- und wetterfesten Jacke erhält. Das kann beispielsweise eine rote Damenjacke aus Fleece für den im Mai geplanten Wanderurlaub auf Mallorca sein, die nicht zu viel Platz im Reisegepäck einnimmt.

Durchschnittlich machen die Internet-Kunden zwei Minuten lang mit, und 80 Prozent der Nutzer würden das Tool wieder verwenden, hat der vertikale Textilit ausgewertet. Die entscheidende Frage nach der Konversionsrate, also danach, wie viele der empfohlenen Jacken dann tatsächlich in Warenkorb und Kleiderschrank der Befragten landen, haben die Beteiligten laut IBM-Manager Groß nicht analysiert. Aufgrund der weitgehend positiven Rückmeldungen aus der Beta-Testphase will The North Face US-Medienberichten zufolge noch in diesem Monat eine Smartphone-App starten, die auf der Watson-Technologie basiert. Per Spracheingabe sollen Kunden damit zum maßgeschneiderten Produkt navigieren.

Pilotprojekt bei dm

Auch hierzulande knüpft IBM große Hoffnungen an Watson und unternimmt erste Annäherungsversuche an den Handel. So hat nach LZ-Informationen der deutsche Drogeriemarktbetreiber dm, einer der Technologievorreiter im hiesigen Retail-Sektor, den Einsatz im Kundenservice erprobt. Das Projekt ist seit Sommer 2015 abgeschlossen. Der Drogist hegte seinerzeit den Wunsch, telefonische Kundenanfragen mithilfe von Watson schneller und besser beantworten zu können.

Dazu sollte Watson am Kundentelefon des Service-Centers „mithören“ und sofort die Lösung für die jeweilige Frage des Kunden aus der Datenbank suchen. Weil es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Sprachunterstützung gab, ließ sich diese Idee damals nicht umsetzen. Nach Aussage von IBM ist die Spracherkennung von Watson inzwischen verfügbar und praxistauglich.

Einsatz für die Störungs-Hotline

Ein anderer Händler, eine „führende deutsche Einzelhandelskette“, setzt die IBM-Computer-Technologie wiederum zur Automatisierung der internen Störungs-Hotline ein. Hier soll Watson dabei helfen, Kassenprobleme in den Filialen zu lösen, etwa wenn ein Bon nicht ausgedruckt werden kann.

Der Elektronik-Fachmarktbetreiber Media-Saturn nutzt Watson eher spielerisch – in Gestalt des Mini-Roboters Nao. Der putzige Humanoid, der im Gangnam-Style tanzen kann, soll die Kunden eines Kölner Saturn-Markts unterhalten. Mehr nicht.

Dividende

Darüberhinaus wird IBM die Quartalsdividende um acht Prozent bzw. 10 Cents auf 1,40 US-Dollar je Aktie erhöhen. Die nächste Auszahlung erfolgt am 10. Juni 2016 (Record day: 10. Mai 2016). IBM zahlt somit künftig auf das Jahr gerechnet eine Dividende von 5,60 US-Dollar. Dies entspricht einer aktuellen Dividendenrendite von 3,77 Prozent beim derzeitigen Kursniveau von 148,43 US-Dollar.

„Big Blue“ IBM steigerte in den letzten 21 Jahren regelmäßig jedes Jahr seine Ausschüttung. Seit 1916 erhalten die Aktionäre jedes Quartal eine Dividende. Im ersten Quartal 2016 fiel der Umsatz von IBM währungsbereinigt um zwei Prozent auf 18,7 Mrd. US-Dollar, wie der Konzern am 18. April mitteilte. Der operative Ertrag fiel um 21 Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr wird ein Ertrag je Aktie in Höhe von mindestens 13,50 US-Dollar erwartet.

 

 

 

2

Zukauf bei Nestlé und Johnson & Johnson

Johnson & Johnson kauft Dermokosmetik-Spezialisten

 

  • Johnson & Johnson will das US-Unternehmen NeoStrata übernehmen
  • NeoStrata ist einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte auf Basis von AHA-Säuren

Die Konsumentensparte des US-Pharmazie- und Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson will sich mit einem Zukauf im Bereich der medizinisch orientierten Kosmetik verstärken: Das Unternehmen hat mit dem Dermokosmetik-Spezialisten NeoStrata eine Übernahmevereinbarung getroffen. Die Transaktion umfasse auch die Schwestergesellschaften von NeoStrata sowie den Mutterkonzern TriStrata. Zu den finanziellen Details macht Johnson & Johnson keine Angaben.

Die Übernahme soll nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Das 1988 gegründete Unternehmen NeoStrata ist nach Konzernangaben einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte, vor allem mit Anti-Aging-Produkten auf Basis von AHA-Säuren (Alpha-Hydroxycarbonsäuren).

 

Nestlé und R&R machen Eis-Deal perfekt

Nestlé und R&R Ice Cream haben sich geeinigt: Die beiden Hersteller haben die Gründung eines Joint Ventures für das Eiskremgeschäft besiegelt. Froneri soll das neue Unternehmen heißen und in über 20 Ländern aktiv sein.

Der Lebensmittelriese Nestlé und der britische Eiskremhersteller R&R Ice Cream haben ihr angestrebtes Joint Venture besiegelt: Im neuen Unternehmen Froneri vereinen sich das Speiseeis-Geschäft des Schweizer Konzerns mit den Aktivitäten der Briten in den entsprechenden Ländern, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heißt. Der neue Spross steht dabei für einen Umsatz von 2,7 Mrd. Schweizer Franken (rund 2,5 Mrd. Euro), ist in über 20 Ländern aktiv und kommt auf rund 15.000 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender soll R&R-Chef Ibrahim Najafi werden, den Vorsitz im Verwaltungsrat übernimmt Nestlés Generaldirektor für die Region Europa, Naher Osten und Nordafrika, Luis Cantarell.

Mit dem Schritt will sich Nestlé im umkämpften Markt für Speiseeis stärken und seine Marktposition ausbauen. Um zu wachsen, wollen beide Parteien ihre Kompetenzen bündeln: Nestlé will in das Unternehmen seine erfolgreichen Marken und Erfahrungen aus dem Außerhausgeschäft einbringen, R&R seine Produktionsexpertise und seine starke Präsenz im Handel.
Dabei halten beide Unternehmen am Joint-Venture 50 Prozent, doch die Beteiligung könnte zukünftig sinken. Auf längere Sicht strebe das neue Unternehmen eine Börsennotierung an, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Frederic Stevenin vom Finanzinvestor und R&R-Eigentümer PAI. Auch werden Übernahmen nicht ausgeschlossen.

Bereits im vergangenen Oktober hatten beide Konzerne die Planungen für ein Joint Venture verkündet. Die Einzelheiten stehen nun fest: So soll Froneri seinen Hauptsitz in Großbritannien haben und in erster Linie in Europa, im Nahen Osten, aber auch in Argentinien, Australien, Brasilien, den Philippinen und Südafrika operieren. Neben Speiseeis umfasst das Sortiment auch in bestimmten Ländern TK-Pizza und Tiefkühlkost sowie gekühlte Milchprodukte in den Philippinen.

Noch müssen die Wettbewerbsbehörden dem Deal zustimmen und auch die Beratungen mit den Mitarbeitervertretern müssen noch abgeschlossen werden, heißt es.

 

Aus der Lebensmittelzeitung

2. Teil: Die Exzesse des Mario Draghi und dessen Folge

In meinem Beitrag vom 18.03. bin ich auf die aktuelle Geldmarktpolitik der EZB eingegangen.

Viele Privatanleger stehen aktuell vor einem großen Problem. Heftige Kursschwankungen treffen heutzutage nicht nur Wertpapiere, sondern auch Gold und Immobilien. Um Staatspleiten zu verhindern, haben die Notenbanken die Zinsen auf null gesenkt und drucken immer mehr Geld. Zinsen, also der Preis für das Kapital, gibt es schon lange nicht mehr. Die meisten Deutschen halten ihr Kapital kurzfristig bei Banken.

„You don’t have to be an expert on every company, or even many. You only have to be able to evaluate companies within your circle of competence“

Warren Buffett rät bei der Geldanlage, sich auf die Dinge zu verlassen, die man sicher weiß.

Wenn Rendite Versprechen verlockend hoch sind, sollte man sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Wer heutzutage mehr Geld hat, als er zum Leben braucht, der spekuliert in exotische Werte, z. B. Whisky. Alte und seltene Flaschen erzielen bei Auktionen stolze Preise. Aus meiner Sicht hat dies nichts mit intelligentem investieren zu tun. Dies ist reine Spekulation. Es besteht das Risiko, dass sich die Gegenstände in einer Notlage nicht schnell zu Geld machen lassen.

Im Film The Wolf of Wall Street aus dem Jahr 2010 geht es nicht nur um Gier sondern auch um eine der größten und ersten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte. Im 17. Jahrhundert waren Tulpen kurzzeitig genau so viel Wert, wie ein Einfamilienhaus. Die Unverhältnismäßigkeit zu diesem Zeitpunkt ist bemerkenswert. Das Bauchgefühl hat hier offensichtlich vollkommen versagt. Menschen suchen immer nach lukrativen Nischen. Vor allem dann, wenn das Verfügbare nicht attraktiv genug erscheint.

Die Finanzindustrie nutzt dieses menschliche Verhalten natürlich aus. Schließlich verdient sie gut daran.

Im Folgenden liste ich ein paar „geldpolitisch fehlgeleitete Spekulationen“:

  • Whisky Flaschen
  • Rinderherden in Paraguay
  • Teakbäume in Costa Rica
  • vielversprechende Studenten mit hoffentlich später hohem Einkommen

Die genannten Anlageobjekte sind Geldvernichtungsmaschinen für Anleger und Cash Cows für die Verkäufer dieser Anlagen.

Langweilige Unternehmen, wie z. B. Nestlé sind zwar auf dem ersten Blick weniger lukrativ. Der langfristige und intelligente Investor kennt jedoch die Vorzüge solcher Unternehmen.

 

Das leiden der Staatsfonds

In meinem Beitrag aus dem Oktober 2015 habe bereits über den norwegischen Staatsfonds berichtet. Die Süddeutsche Zeitung berichtete jüngst über die Entstehung des Staatsfonds. In diesem Fonds werden die Einnahmen aus den staatlichen Ölunternehmen (unter anderem Statoil) gesammelt – für schlechte Zeiten. Norwegen war nicht immer so wohlhabend, wie es heute ist. 1969 wurde erstmals Öl vor den Küsten Norwegens gefördert. In den folgenden Jahren haben die Steuern, Einnahmen aus Öl- und Gasfeldern und Unternehmensanteile den Staatsfonds zum größten seiner Art gemacht. Der Fonds besitzt unter anderem:

  • Nestlé (2,47 % des Unternehmens)
  • Apple (0,83 % des Unternehmens)
  • Novartis (1,84 % des Unternehmens)
  • Blackrock (5,7 % des Unternehmens)
  • Roche (2,02 % des Unternehmens)
  • Microsoft (0,82 % des Unternehmens)
  • Royal Dutch Shell (0,84 % des Unternehmens)
  • Google (0,6 % des Unternehmens)
  • Daimler (3,4 % des Unternehmens)
  • Exxon Mobil (0,79 % des Unternehmens)

Ein interessanter Aspekt ist der Blackrock Anteil. 5,7 % der Anteile machen den Fonds zu einem der größten Anteileigner der Firma. Der Vermögensverwalter aus New York hingegen ist an nahezu allen großen Unternehmen weltweit beteiligt. Die Beiteiligung des nowegischen Staates an einzelnen Firmen ist durch direkte (Staatsfonds) und inderekte Firmen (Blackrock und andere) daher nicht genau nachzuvollziehen.

Misswirtschaft der Staaten ist für mich ein Phänomen, dass in allen entwickelten und nicht entwickelten Volkswirtschaften auftritt. Norwegen hingegen hat es geschafft, über Legislaturperioden hinweg, ein riesiges Vermögen anzusparen. Ende 2015 waren es umgerechnet 795 Milliarden Euro – für ein Volk mit 5,2 Millionen Menschen. Also knapp 153.000 € für jeden. Der Fonds soll den Wohlstand erhalten wenn die Ölquellen erschöpft sind. Letztes Jahr musste der Fonds jedoch erstmals seit seiner Auflage mehr Ausgaben hinnehmen, als er Einnahmen zu verzeichnen hatte. Genau wie ich sehen die Norweger dies jedoch gelassen:

Der Schweinezyklus bei Rohstoffen wird die Preise früher oder später wieder steigen lassen.

Weitere Staaten mit eigenem Staatsfonds:

  • Norwegen
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • China
  • Saudi Arabien
  • Kuwait
  • Hongkong
  • Singapur
  • Russland
  • Australien
  • Lybien
  • Malaysia
  • USA
  • Brunei
  • Chile
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Venezuela
  • Kanada
  • Taiwan

 

 

 

2

Was haben die Philippinen mit Value Investing gemeinsam?

Friseur

Ein Besuch bei einem philippinischen Frisör rechnet sich

Beim Besuch von Verwandten meiner Frau auf den Philippinen sind mir einige Interessante Dinge aufgefallen. Das Bild zeigt mich bei einem Friseurbesuch in San Fernando, La Union. In Deutschland zahle ich für einmal Haareschneiden ca. 12 €. Auf den Philippinen kostet der Besuch beim Friseur (inklusive Kopf, Nacken und Rückenmassage) lediglich 0,80 €. Der Mitarbeiter des Friseursalons hat sich ca. eine halbe Stunde Zeit für mich genommen. Da es lediglich ein Angestellter des Ladens war, gehe ich davon aus, dass er hochgerechnet auf einen Tag ca. 7 € Tagesverdienst erhält. Steuern und Versicherung wie in Deutschland lasse ich jetzt mal vollkommen außen vor.

Das Risiko, dass der Friseur mich nicht versteht, sein Handwerk nicht kann und Fehler macht, war groß. Ein Totalverlustrisiko (um in „Value Worten“ zu sprechen) war durchaus möglich. Da der Friseurbesuch jedoch auch in Deutschland demnächst fällig war, bin ich das Risiko eingegangen. Diese enormen preislichen Unterschiede zu unserem westlichen Industriestaat sind mir immer wieder aufgefallen. Absolut günstig auf den Philippinen sind Mitarbeiter.

Um in Warren Buffetts Worten zu sprechen: Ich habe also den Euro für ca 7 Cent bekommen.

Natürlich habe ich auch die Spritpreise betrachtet. Einen Liter Diesel bekommt man für ca. 0,50 €. Also ziemlich genau zur Hälfte im Vergleich zu den aktuellen deutschen Preisen. Mit großer Begeisterung habe ich festgestellt, dass Shell ein sehr großes Vertriebsnetz (also Tankstellen) betreibt und sich große Marktanteile sichert.

Tourismus auf den Philippinen

Leider erst am Tag vor unserer Abreise haben wir einen tollen Menschen kennengelernt. Stephan Lindenfeld ist mit PhilStep aus meiner Sicht ein Pionier unter den Tourismusmanagern im Norden der Philippinen. Das Land nördlich von Manila ist traumhaft schön und hat mit seinen riesigen Reisterrassen, Bergen, der Kolonialstadt Vigan und einheimischen Völkern einiges zu bieten. Die vielen Traumstrände rund um das Surfer Paradies San Juan sind aus meiner Sicht touristisch noch in der Aufbauphase. Dies bietet vor allem solchen Touristen tolle Möglichkeiten, die fernab von Pauschaltouristen Ruhe suchen und die Natur genießen möchten.

Auch ein gutes Investment! In diesem Fall in einen spannenden Urlaub abseits der ausgetretenen Tourismuspfade.

Die Exzesse des Mario Draghi und dessen Folge

Jede Dienstleistung und alle Güter besitzen einen Preis. Der Preis wird gezahlt um die Wertschöpfung zu zahlen. Die EZB (Europäische Zentralbank) hat mit den aktuellen geldpolitischen Mitteln die Marktteilnehmer überrascht und dieses oben genannte Gesetz gebrochen.

Der Preis für Geld, nämlich der Zins ist auf 0 % gesunken. Darüber hinaus wurde das Anleihen Kaufprogramm stark ausgeweitet.

„In einem Meer mit ständig steigendem Wasserpegel ist es schwierig auf Grund zu laufen“

Diese Metapher soll bedeuten, dass die internationalen Börsen angesichts der Geldschwemme stark volatil sind und wohl eher Richtung Norden tendieren werden (Annahme). Gleichzeitig wird es bei steigenden „Wasserständen“ auch schwierig, „trockenes Land und einen sicheren Hafen zu erreichen“

Mario Draghi möchte mit den jüngsten Maßnahmen mit aller Kraft gegen schwache Inflationsaussichten kämpfen. Stefan Bielmeier hat in seinem Blog ein Video mit einigen Einschätzungen zu den aktuellen EZB Schritten gepostet. Ob die Schritte wirkungsvoll sind, kann man wie so oft zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beantworten.

Was beunruhigt mich an der Sache?

Zwei Dinge:

Die Bild Zeitung schreibt, man soll jetzt Aktien kaufen. Dies war in der Vergangenheit immer ein sehr treffender Indikator für folgende Aktienmarkteinbrüche.

Zum anderen habe ich in der Süddeutschen Zeitung (ein in Sachen Wirtschaft wohl seriöseres Blatt) von einem Whisky Fonds gelesen. Der Fonds spekuliert (Entschuldigung, aber für mich ist das nichts anderes als Spekulation) darauf, dass ältere Whisky Flaschen im Wert stark ansteigen. Der Fondsvertrieb war in der Lage 9 Millionen Dollar in Hong Kong einzusammeln. Ein klares Zeichen der Spekulation ist für mich die fehlende Wertschöpfung. Es steht kein Unternehmen dahinter das einen Veredelungsprozess vornimmt und einen Mehrwert schafft. Für mich sind solche Anlageformen ein klares Zeichen von Übertreibungen und Fehlallokationen des Geldes.

Da Draghi und andere Notenbanker Geld rund um den Globus stark abwerten, quasi wertlos machen, sucht das Geld andere Kanäle. Die Börsen- und Immobilienmärkte sind durch die Geldfluten und niedrigen Zinsen überbewertet, also werden von den Investmentbankern neue Anlagemöglichkeiten erfunden. Der Vergleich zu den synthetischen Kreditverbriefungen vor der Finanzkrise 2008 ist m. E. stark zutreffend.

Warren Buffett sagt zu solchen Anlageformen:

„Die Börse ist lediglich ein Marktplatz. Die Wertschöpfung findet in den Unternehmen statt“

Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Ich kann mich nur darauf vorbereiten. Cash wird jetzt zwar abgewertet. Die Bedeutung als Call Option in der Zukunft ist davon jedoch unangetastet.

Warren Buffett kauft Ölunternehmen, aber…

 

Er ist unglaublich: Während die Welt den „Todesstoß“ für den Ölpreis befürchtet, weil der große Erdölförderer Iran an den Weltmarkt zurückkehrt, kauft die Investmentlegende Warren Buffett munter Anteile von Ölfirmen.   Der 85-jährige Multimilliardär zeigt, dass er auch im hohen Alter an einem Leitspruch festhält:

„Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“

– Warren Buffett –

Dieser Spruch ist einer seiner berühmtesten. Er kann zufrieden damit sein.

Und Buffett ist mit seinen Investments voll im „Öl Rausch“. Er hat die marode Ölbranche schon vor längerer Zeit für sich entdeckt. Sein jüngster Coup nun, wie zahlreiche US-Medien übereinstimmend melden, ist der angebliche Kauf von 26,5 Millionen Aktien des in Houston ansässigen Pipelinebetreibers Kinder Morgan. Der Wert der Beteiligung beläuft sich auf 396 Millionen Dollar. Der Deal fand offenbar bereits im Dezember statt. Zu welchem Preis der Altmeister einstieg, ist nicht bekannt. Er witterte wohl aber ein Schnäppchen. Die Papiere des Industrieunternehmens waren seit April vergangenen Jahres mit dem Ölpreisrutsch um rund zwei Drittel gefallen.

Darüber hinaus stockte Buffet auch seinen Anteil an Phillips 66 um 14,3 Prozent weiter auf, wie die Medien berichten. Sechs Milliarden US-Dollar war ihm das Folge-Investment wert. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ist mittlerweile der mit Abstand größte Aktionär bei dem Erdöl-Raffinerie- und Tankstellenbetreiber. Zuletzt hatte Buffett Mitte Januar dazugekauft, kurz bevor der US-Ölpreis erstmals seit 12 Jahren unter die Marke von 30 Dollar je Barrel fiel. Philipps 66 gehört zu den größten Ölfirmen der Welt.

Aber….

Der große Unterschied von Kinder Morgan zu anderen Ölfirmen ist, dass Pipelines und Raffinerien andere Werttreiber aufweisen  als „nur“ den Ölpreis. Im Gegenteil. Raffinerien besitzen bei niedrigen Ölpreisen eine hohe Profitabilität, da sie den Rohstoff günstig einkaufen können.

Private Ölförder vs. Staatliche Ölförderer

 

Für mich sind die aktuellen Ölpreise unter anderem auch ein Ergebnis der verschiedenen Interessen einzelner Staaten. Der Großteil der Ölförderung wird durch staatliche Unternehmen organisiert. Länder wie z. B. Russland, Venezuela oder der Iran haben großes Interesse, Marktanteile zu sichern um von zukünftigen Ölpreissteigerungen zu profitieren. Die genannten Staaten leiden jedoch stark unter den gefallenen Ölpreisen. Die Haushalte der Staaten sind zu gr0ßen Teilen abhängig von den Ölexporten. Da die Devisenreserven in den Ländern gering und auch die Wirtschaft vor Ort schwach ist, leidet das komplette Land.

Andere Länder wie z. B. Saudi Arabien hingegen stehen besser da. Der Wüstenstaat ist seit den 60er Jahren einer der größten Erdölförderer der Welt. In der jetzigen Phase hält das Land die Förderung hoch um die Preise niedrig zu halten. So sollen (relativ) neue Marktbegleiter, wie z. B. US Fracker aus dem Markt gedrängt werden. Zwar leidet Saudi Arabien ebenfalls unter den niedrigen Rohstoff Preisen. Der Staat sitzt jedoch nach wie vor auf erheblichen Devisenreserven und kann sich eine lange Durststrecke erlauben.

Die Staatskonzerne sind dabei weit weniger bekannt als westliche private Energieriesen wie ExxonMobile, Shell oder BP. Private Unternehmen sind an Gewinnmaximierung  interessiert. Der teilweise um 70 Prozent gefallene Preis für den Hauptrohstoff ist für die Unternehmensbilanzen sehr schlecht. Hohe Quartalsverluste sind oftmals die Folge.

Wer steht auf welcher Seite?

Höhere Ölpreise

  • ExxonMobile
  • Shell
  • BP
  • Rosneft (staatlich)
  • PDVSA

Weiterhin niedrige Ölpreise

  • Aramco (staatlich)

Man kann also keine klare Linie der staatlichen oder privaten Unternehmen erkennen. Der Ölmarkt bleibt komplex und Prognosen über zukünftige Preise unsicher. Das Paradigma der Preissetzungsmacht durch die OPEC scheint jedoch durch die innovativen Fracking Unternehmen aufgebrochen zu sein. Sobald die Preise etwas steigen, steigen auch die Bohrlöcher in den USA. Die im Anschluss steigenden Rohstoff Angebote lassen das „Pflänzchen Ölpreissteigerung“ wieder verwelken.

Anbei noch eine kleine Übersicht staatlicher Ölförderunternehmen aus einem meiner früheren Beiträge:

Saudi Arabien

Die staatliche Ölfirma Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Der saudische Staatshaushalt speist sich zu ca. 90 Prozent aus Öleinnahmen. Gerade wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart: Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land ein massives Defizit voraus. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi Arabien und Aramco aber in die Lage, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Der Chef von Aramco Khalid Al-Falih ließ zuletzt verlauten, dass der Konzern seine Investitionen nicht kürzen werde. Dies wird allgemein als Ablehnung zur Fördersenkung gesehen.

Russland

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Der Ölpreisverfall setzt jedoch den Rosneft und somit auch dem Staatshaushalt unter Druck. Der russische Staat will jetzt bis zu 20 Prozent seiner Anteile verkaufen und Geld in die russische Kasse spülen. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung: Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich laut Angaben des Unternehmens auf knapp 34 Milliarden Barrel Öl.

China

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Coporation. Das Unternehmen stand 2015 auf Platz zwei der Forbes Rangliste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist der größte Raffineriebetreiber in Asien. Das Unternehmen ist mit seinen Tochterfirmen nicht nur in China, sondern auch anderen Ländern tätig. Auch Sinopec gerät mit dem Ölpreisverfall unter Druck. Die Fördermenge ging 2015 bereits um 4,7 Prozent zurück. Die Gasproduktion stieg zuletzt jedoch um 2,6 Prozent. Somit ist die Gesamtproduktion in 2015 zum ersten Mal seit 16 Jahren gefallen.

Venezuela

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas und schwer unter Druck: Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme finanziert – bei einem Preis von 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Unternehmensangaben zur Folge kann PDVSA zu 13 Dollar je Barrel fördern. Eine Tankfüllung kostet umgerechnet keine fünf Cent. Das Land mit den größten Ölreserven subventioniert Benzin mit rund zehn Milliarden Dollar im Jahr. Exporte von insgesamt 1,4 Millionen Barrel pro Tag in die USA, China und andere Karibikstaaten sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Iran

Die National Iranian Oil Company ist eine staatliche Firma und Teil des iranischen Ölministeriums. Die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie im Jahre 1951 war ein Wendepunkt in der iranischen Ölpolitik. Seit diesem Zeitpunkt ist der Staat für den Ausbau der Ölindustrie, den Export des iranischen Öls und die Koordinierung mit der OPEC zuständig. Das international tätige Unternehmen sitzt in der Hauptstadt Teheran. Der Geschäftsführer Rohneddin Dschawadi ist zugleich Vize von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh. Wie seit Ende letztem Jahr bekannt ist, will der Iran seine Ölproduktion in 2016 von 2,9 Millionen auf fast vier Millionen Barrel je Tag erhöhen.

Private Ölunternehmen wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP sind „Fliegengewichte“ im Vergleich zu den staatlichen Ölunternehmen.

Happy Birthday FG Capital

Heute feiern wir uns selber. Genau heute vor einem Jahr, am 24.02.2015 wurde die Gesellschaft beim Notar gegründet. Es hat sich einiges getan. Ich möchte den heutigen Tag für eine kleine Rückschau nutzen.

 

Zu Früh ans Öl getraut

Die Firma wurde im Februar 2015 gegründet und die Homepage ist seit Mai 2015 online. Der erste Beitrag, Öl Downturn, ging am 14.05.15 online. In dem Beitrag geht es um die Gründe für den niedrigen Ölpreis. Der Preis für ein Barrel Öl betrug damals 46 $. Im Vergleich zu heute ist der Preis nochmals um 13 $ gesunken (ca. – 28 %). Damals wie heute gilt: Ich weiß nicht, wie sich die Preise für Öl, Unternehmen oder andere Dinge entwickeln werden. Kritisch betrachtet muss ich jedoch zugeben, dass ich mich wohl ein Jahr zu früh mit unterbewerteten Unternehmen aus dem Ölsektor  beschäftigt habe. Investments in diesem Bereich liegen aktuell ca. 25 % unter dem Einstandswert. Dies ist für mich nicht beunruhigend. Im Gegenteil ich freue mich darüber.

 

„Wenn man die Zukunft nur aus der Vergangenheit ableiten könnte, wären Historiker die reichsten Menschen.“

-Warren Buffett –

Cost Everage EffectDie oben stehende Zeichnung (ich weiß, akademischen Ansprüchen kann dies nicht genügen) soll zeigen, dass Kursrückgänge (selbst dauerhaft) zu Wertsteigerungen führen können. In der Situation I geht der Wert des Investments am Anfang starkt zurück und bleibt für einen langen Zeitraum niedrig (Ich denke so wird es mit dem Öl auch passieren). Am Ende der Laufzeit steigt der Wert stark an. Die Summe der niedrigen Einstandswerte während der Laufzeit überkompensiert den deutlichen Kursverlust am Anfang. Das Investment wird am Ende im Plus liegen, obwohl der Preis des Wertes am Ende niedriger liegt, als am Anfang.

Situation II gleicht eher dem Wunsch, als der Ralität. Das Investment liegt von Beginn an im Plus, wobei die Anfangsinvestitionen deutlicher steigen, als die Investitionen am Ende der Zeit. In Summe wird der Wertzuwachs geringer ausfallen, als im Vergleich zur Situation I.

Und weiter geht´s im Text

Dem ersten Beitrag sind 42 weitere Beiträge bis heute gefolgt. Mein Ziel ist es, monatlich zwischen sechs und acht Beiträge zu veröffentlichen. Die meisten Beiträge behandeln folgende Themen:

Zukunftsausblick

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen einen Newsletter mit einzubinden. Weiterhin möchte ich die Blog Roll erweitern und etwas verändern und schlussendlich einige optische Dinge verbessern. Der Blog steckt mit seinen zehn Monaten noch in den Kinderschuhen. Es macht jedoch sehr viel Spaß das Wachstum täglich zu sehen.

In vielen Ölförder-Firmen sind Staaten involviert

 

 

Mein Beitrag über den Einfluss der Ölpreise auf die Förderländer wird heute im einen weiteren Beitrag ergänzt:

 

Saudi Arabien und Russland zählen zu den wichtigsten Ölförderländern der Welt. Die Staatskonzerne sind dabei weit weniger bekannt als westliche Energieriesen wie ExxonMobile, Shell oder BP.

 

Saudi Arabien

Die staatliche Ölfirma Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Der saudische Staatshaushalt speist sich zu ca. 90 Prozent aus Öleinnahmen. Gerade wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart: Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land ein massives Defizit voraus. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi Arabien und Aramco aber in die Lage, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Der Chef von Aramco Khalid Al-Falih ließ zuletzt verlauten, dass der Konzern seine Investitionen nicht kürzen werde. Dies wird allgemein als Ablehnung zur Fördersenkung gesehen.

Russland

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Der Ölpreisverfall setzt jedoch den Rosneft und somit auch dem Staatshaushalt unter Druck. Der russische Staat will jetzt bis zu 20 Prozent seiner Anteile verkaufen und Geld in die russische Kasse spülen. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung: Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich laut Angaben des Unternehmens auf knapp 34 Milliarden Barrel Öl.

China

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Coporation. Das Unternehmen stand 2015 auf Platz zwei der Forbes Rangliste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist der größte Raffineriebetreiber in Asien. Das Unternehmen ist mit seinen Tochterfirmen nicht nur in China, sondern auch anderen Ländern tätig. Auch Sinopec gerät mit dem Ölpreisverfall unter Druck. Die Fördermenge ging 2015 bereits um 4,7 Prozent zurück. Die Gasproduktion stieg zuletzt jedoch um 2,6 Prozent. Somit ist die Gesamtproduktion in 2015 zum ersten Mal seit 16 Jahren gefallen.

Venezuela

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas und schwer unter Druck: Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme finanziert – bei einem Preis von 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Unternehmensangaben zur Folge kann PDVSA zu 13 Dollar je Barrel fördern. Eine Tankfüllung kostet umgerechnet keine fünf Cent. Das Land mit den größten Ölreserven subventioniert Benzin mit rund zehn Milliarden Dollar im Jahr. Exporte von insgesamt 1,4 Millionen Barrel pro Tag in die USA, China und andere Karibikstaaten sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Iran

Die National Iranian Oil Company ist eine staatliche Firma und Teil des iranischen Ölministeriums. Die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie im Jahre 1951 war ein Wendepunkt in der iranischen Ölpolitik. Seit diesem Zeitpunkt ist der Staat für den Ausbau der Ölindustrie, den Export des iranischen Öls und die Koordinierung mit der OPEC zuständig. Das international tätige Unternehmen sitzt in der Hauptstadt Teheran. Der Geschäftsführer Rohneddin Dschawadi ist zugleich Vize von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh. Wie seit Ende letztem Jahr bekannt ist, will der Iran seine Ölproduktion in 2016 von 2,9 Millionen auf fast vier Millionen Barrel je Tag erhöhen.

Private Ölunternehmen wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP sind „Fliegengewichte“ im Vergleich zu den staatlichen Ölunternehmen. Für mich ist der aktuelle Preisverfall ein weiterer Beweis für die absolute Unfähigkeit des Staates (hier ist jeder Staat gemeint). Ich behaupte, dass der Ölmarkt mit einem größeren Einfluss von privaten Unternehmen (wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP) schneller zu einem Gleichgewicht führen würde, als er es aktuell (unter dem Einfluss der staatlichen Unternehmen) tut. Private Unternehmen sind viel mehr auf die Gewinnmaximierung fixiert, als ganze Staaten. Die Entlassung zehntausender von Mitarbeitern, die Rückstellung von Förderprojekten und der Verkauf ganzer Unternehmensteile sind sehr unpopuläre Maßnahmen. Staatsunternehmen können im Zweifel „nicht die eigenen Wähler vor die Tür setzen“ und Massenentlassungen durchführen.

Da die staatlichen Marktteilnehmer nur sehr behäbig auf die aktuelle Situation reagieren, müssen wir uns wohl noch etwas länger mit den niedrigen Ölpreisen abfinden. Dies ist eine tolle Möglichkeit für Value Investoren mehr Wert zu bekommen als dafür zu bezahlen. Deshalb kaufe ich aktuell massiv Ölmultis wie z. B. Shell.

5

Interview mit Kilian von finanzdurchblick.net

 

 

Kilian

FG: Hallo Kilian, bitte stell Dich kurz vor

 

KE: Hallo Florian – freut mich riesig, dass du mich nach diesem Interview gefragt hast. Ich heiße Kilian und befinde mich gerade in dem jungen Alter von 22 Jahren. Ich studiere im 9ten Semester Medizin, und zwar mach ich das ganze über die Bundeswehr.

 

FG: Auf Deiner Homepage www.finanzdurchblick.net betreibst Du einen Blog und bietest einige hilfreiche Tools rund um das Thema Finanzen an. Kannst du etwas von deinem einem Projekt erzählen?

 

KE: Gerne sogar. „Finanzdurchblick“ ist aktuell mein großes Leidenschaftsprojekt. Die Idee hierzu entstand vor ungefähr einem halben Jahr. Ich bin bei Youtube über Videos von „Fight Mediocrity“ gestoßen. Dabei geht es unter anderem auch darum, seine Leidenschaft zu finden und daraus etwas aufzubauen, was anderen Menschen weiter hilft. Wer diesen Youtubechannel noch nicht kennst, muss dort unbedingt einmal reinschauen. Diese Ideen aus den verschiedenen vorgestellten Büchern haben mich infiziert und so habe ich beschlossen, ein Blogbusiness zum Thema Finanzbildung zu starten. Nun stellt sich natürlich die Frage, warum ausgerechnet dazu? Der Grund ist ein ganz einfacher: Damit kann ich meine Leidenschaft „die Finanzwelt“ mit etwas Sinnvollem verbinden. Daher liegt der Fokus auf meinem Blog darauf, dass ich vor allem finanziellen Laien eine Möglichkeit geben möchte, sich schnell und effizient in diese Thematik einzuarbeiten. Ich selbst musste mir all mein Wissen nämlich mühsam und zum Teil auch teuer erarbeiten. Mittlerweile ist mein Blog drei Monate alt und ich habe bisher insgesamt 10.000 Besucher darauf begrüßen dürfen. Inwiefern aus diesem Blog auch ein Business entstehen wird, wird die Zukunft zeigen. Zunächst versuche ich, mit guten Inhalten mir eine Leserschaft aufzubauen. Darauf liegt aktuell mein Fokus! Am meisten gefällt mir bisher der aktive Austausch mit Gleichinteressierten.

FG: Nun ist es so, dass es viele andere Finanzblogs schon gibt. Was macht dich unter diesen vielen besonders?

 

KE: Der einfache Zugang für Beginner zur fremden Finanzwelt. Finanzbildung und damit verbundene Handlungen für den Alltag zu ziehen, ist an sich ein gar nicht so schwerer Prozess – man muss eben nur wissen, wie man an die ganze Sache herangeht. Daher habe ich ein kostenloses Tutorial verfasst, was den Leser bei seinem Start in die Finanzwelt begleitet. Es fängt bei den Basics, wie man generell Vermögen aufbaut an, geht dann weiter zu Themen wie Sparen oder Versicherungen. Am Ende geht es dann um den konkreten Anlageprozess. Bei jeder Lektion gebe ich meinem Leser eine konkrete Aufgabe, sodass er am Ende ein solides Fundament für seinen weiteren Vermögensaufbau gelegt hat.

So einen Leitfaden habe ich bei anderen Blogs in dieser Form noch nicht gesehen.

 

FG: Wie bist Du zum Thema Finanzen gekommen?

 

KE: Durch meine Ausbildung bei der Bundeswehr. Ich habe nämlich das Privileg, dass ich direkt seit Beginn meines Ausbildung nach dem Abitur Gehalt bekomme. Somit ergab sich automatisch die Frage, wie ich meine monatliche Sparsumme investieren soll. Wie nahezu jeder, bin ich dann über Banken und Finanzberater auf das Thema gekommen. Als ich mich dann damit beschäftigt habe, wollte ich immer mehr und noch mehr wissen. Ich finde diese Finanzwelt unheimlich faszinierend und daraus ist nun meine große Leidenschaft entstanden! Über die Jahre habe ich mich dann vor allem im Bereich „Aktien“ und „Trading mit Aktien“ vertieft!

 

FG: Es ist interessant, dass sich auch Mediziner für Finanzen interessieren. Gibt es in Deinem Fachgebiet Dinge, die Du für Dein Finanzleben ableiten kannst?

 

KE: Ich habe gerade für eine Klausur gelernt, wobei das Konzept der Pathogenese der Salutogenese gegenübergestellt wird. Pathogenese beschäftigt sich mit der Frage, was macht krank und entspricht eher der traditionellen Ansicht. Die Salutogenese hingegen stellt sich die Frage, was gesund hält. So eine Veränderung der Sichtweise würde ich auch gerne mehr im Bereich Finanzen sehen. Anstatt, dass viele wie bisher, immer darauf schauen, wie verliere ich bloß kein Erspartes (was in dem Fall die Ansicht der Pathogenese repräsentiert), würde ich mir wünschen, wenn sie sich vermehrt nach Chancen umschauen würden. Natürlich birgt eine höhere Rendite auch mehr Risiken, aber wenn man die Sache geplant angeht, denke ich, dass diese sehr überschaubar sind.

 

FG: Wie kommst Du zu Deinen Inhalten? Welche Bücher liest Du?

 

KE: Ich muss dir leider gestehen, dass ich in letzter Zeit sehr wenig Finanzbücher gelesen habe. Durch mein Studium fehlt mir oft einfach die Lust und schlichtweg die Zeit, weitere Bücher zu lesen. Meine nächsten Bücher, die ich in den kommenden Semesterferien lesen werde, beschäftigen sich mehr mit Onlinemarketing und Unternehmertum. Dieses Wissen möchte ich dann für die Weiterentwicklung meines Blogs verwenden.

Meine Inhalte sind Themen, die mich über die letzten Jahre immer wieder mir beschäftigt haben. Ich schau viel, was andere Zeitungen, Blogs und weitere Medien schreiben. Daraus sammle ich die Informationen, aber nicht in der Art und Weise, dass ich nur das Thema wiedergebe, sondern es auch kontrovers beleuchte. Ich mag kein Schwarz-Weiß-Denken, wie man es oft liest, sondern möchte am liebsten so schreiben, dass mein Leser selbst denken und sich dann ein eigenes Urteil bilden muss.

 

FG: Was war Deine aller erste Investition?

 

KE: Das war der Aktienkauf von Adidas und Apple, im Jahr 2011. Zuvor hab ich einfach klassisch irgendein Fond bespart. Mit beiden habe ich sogar Gewinne erzielt, auch wenn es einfach nur Glück war.

 

FG: Welchen Ratschlag kannst Du unseren Lesern in kurzen Worten zu der aktuellen Börsenlandschaft geben?

 

KE: Auch ich kann nicht in die Zukunft schauen – leider 😉 Daher kann ich nur jedem Anleger raten, sich eine Strategie auszuarbeiten, die in der Vergangenheit bereits gute Testergebnisse geliefert hat und dann dieser treu zu bleiben. Meine Erfahrung lehrt mich, dass man mit Emotionen und ohne klarem Plan auch keine guten Renditen erzielt.

 

FG: Du erhältst heute 1 M€ geschenkt. Wie genau verwendest Du das Geld?

 

KE: Ich würde das Geld anlegen und von den Zinserträgen mir einmal natürlich auch einen etwas feineren Lebensstandard gönnen, aber mit dem restlichen Geld würde ich vor allem sinnvolle soziale Projekte unterstützen. Dies irgendwann einmal machen zu können, ist auch eines meiner langfristigen Ziele.

FG: Lieber Kilian, vielen Dank für Deine Einblicke in Dein Projekt www.finanzdurchblick.net. Wir wünschen Dir auf diesem Weg weiterhin viel Erfolg dabei und in Deinem Studium.

 

Harv T. Eker ist Motivationstrainer und Generaldirektor von Peak Potentials, einer sehr erfolgreichen Wirtschaftsschule in den USA. Er schrieb das Buch So denken Millionäre: Die Beziehung zwischen Ihrem Kopf und Ihrem Kontostand. Es ist interessant, wie bescheiden die „normalen“ Millionäre leben. Sie haben mit sich und ihren Finanzen Frieden geschlossen. Das Leben kann herrlich sein, wenn Sie finanziell frei sind. Sie müssen nur Ihre Euros hüten und dürfen sie nicht respektlos behandeln.

 

 

Einfluss der Ölpreise auf die Förderländer

Saudi Arabien und seit neuesten der Iran sind die großen Wettbewerber am Golf. Die sinkenden Ölpreise gefährden die Geschäftsmodelle der Förderländer. Gemessen an der Ölproduktion 2015 (Millionen Barrel pro Tag) ergibt sich folgendes Ranking:

  1. USA 12,3
  2. Russland 11
  3. Saudi Arabien 9,6
  4. Kanada 4,3
  5. China 4,1
  6. Irak 3,5
  7. Iran 2,8
  8. VAE 2,8
  9. Kuweit 2,7
  10. Mexiko 2,7

Die US Amerikanische Sorte North Dakota Sour war letzte Woche 1,50 $ je Barrel wert. Diese Sorte wird überwiegend durch Fracking gefördert und wird wohl kaum zu den aktuellen Konditionen lukrativ gefördert. Im Gegenteil. Fracking Unternehmen in den USA sind häufig sehr hoch verschuldet und müssen einen hohen Cash Flow erwirtschaften um zumindest die Banken zu bezahlen. Von Gewinnen spricht hier schon lange niemand mehr.

Auf der anderen Seite des Globus sieht es ebenfalls mau aus. Hier jedoch sind die Förderländer auf einem ganz anderen Niveau unterwegs. Saudi Arabien hat die Benzin Preise um 50 % erhöht. Weiterhin ziehen die Preise für Strom und Wasser ebenfalls an. Schon jetzt liegt die Arbeitslosigkeit bei den 15 bis 24 Jährigen bei 30 Prozent. Und das obwohl der Staat sparen muss.

Bisher hat Saudi Arabien die Bewohner mit günstigen Lebenshaltungskosten bei Laune gehalten. Jährliche Subventionen von 50 bis 55 Milliarden $ für Sprit, Wasser und Strom stehen jetzt jedoch zur Disposition. Dies ist auf keinen Fall von der Regierung gewollt. Ein Haushaltsdefizit von 90 Milliarden $ in 2015 zwingt die Scheichs jedoch zu diesem Schritt. Weiterhin gibt es Überlegungen, das weltweit größte Unternehmen zu einem kleinen Teil an die Börse zu bringen. Saudi Aramco fördert viermal mehr Rohöl als sein zweitgrößter Konkurrent ExxonMobil.

Wie sieht es mit den anderen Ölförderstaaten aus?

Öl hat den Kaukasus-Staat reich gemacht und die Regierung zu massiven Staatsausgaben verführt. Beispiel Formel 1 Rennen im Juni 2016. Die Ölpreise jedoch bringen die Wirtschaft von Aserbaidschan in Schwierigkeiten. Etwa 75 Prozent des Staatsetats beruhen aus dem Verkauf von Erdöl. Aserbaidschan fördert 848.000 Barrel Öl am Tag und belegt damit den Platz 24 weltweit unter den Ölförderern. Neue Marktteilnehmer wie der Iran wollen gleich zum Ende der Sanktionen etwa 1 Millionen Barrel pro Tag fördern. Die Situation in Aserbaidschan wird somit auch in Zukunft schwierig bleiben.

Hier ist der sinkende Ölpreis Fluch und Segen zu gleich. Mit etwa 852.000 Barrel Öl am Tag belegt Indonesien den 22. Platz weltweit unter den Ölförderstaaten. In dem Land leben 250 Millionen Menschen. Um den steigenden Lebensstandard gerecht zu werden verbraucht das Land viel seiner eigenen Ölproduktion. Hohe Subventionen auf die Spritpreise lassen sich angesichts der fallenden Ölpreise jetzt leicht zurückfahren. Ölexporte sind jedoch nur zu geringeren Preisen möglich.

Pemex ist der mexikanische Ölförderer. Laut dem mexikanischen Präsidenten ist die Förderung profitabel bis zu einem Preis von 23 $ der mexikanischen Ölsorte. Leider ist der Preis dieser Tage unter diese Grenze gefallen. Doch Mexiko hat bereits im Vorfeld breiter aufgestellt und ist nicht so sehr von den Ölpreisen abhängig. Heute verkauft Mexiko mehr Autos als Erdöl in die USA (Stichwort Korrelation).

Das Land fördert bereits seit 70 Jahren Erdöl. Als Mitgliedsstaat der OPEC ist das Land extrem abhängig von dem schwarzen Gold. 90 Prozent der Staatseinnahmen kommen aus dem Ölsektor. Der Preisverfall macht dem Land schwer zu schaffen. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen noch Terror und Korruption hinzu. Zudem hat Nigeria keine eigenen Raffinerien. Gerade die Veredelung des Öls ist in diesen Zeiten das einzig lukrative Geschäft im Ölsektor. Nigeria muss die aktuelle Lage nutzen und die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren.

 

Ich kaufe jetzt Öl Multis

Öl

10 Jahres Ölchart

„Billigöl ohne Ende: Wohin führt der Preisverfall?“

„Billiges Öl und die Folgen“

Die Wirtschaftszeitungen des Landes überschlagen sich mit den aktuellen Meldungen zum Ölpreis. Jeden Tag wird diese „Sau durchs Dorf getrieben“.

Ende 2015 wurde von Goldman Sachs der Preis für ein Fass Rohöl auf 20 USD taxiert. Jetzt sagen die Experten bereits einen Preis von 10 USD oder sogar negative Preise voraus. Die Lager für Rohöl sind voll und die Produzenten wissen nicht wohin mit dem produzierten Öl.

Weniger als 30 USD kostete ein Fass Rohöl der US Sorte WTI letzte Woche. Im Juni 2014 hatte der Preis noch bei 115 USD gelegen. Das bedeutet, dass ein Liter Rohöl im Moment zu etwa 17 Euro-Cent gehandelt wird. Das ist weniger, als Discounter für einen Liter Sprudelwasser aufrufen. Auslöser der Preisverfalls war der Öl Boom in den USA durch die Technik Fracking. Saudi-Arabien und die anderen traditionellen Ölstaaten produzieren trotz des zusätzlichen Angebots unvermindert weiter, um ihren Marktanteil zu halten.

Shell ist ein der größten Förderer von Rohöl und Gas. Neben dem Fördergeschäft (Upstream) ist Shell auch in der Veredelung (Downstream) und im Vertrieb dieser Rohstoffe tätig. Shell hat sicherlich (wie alle anderen Ölmultis auch) Probleme, die Rohstoffe zu den aktuellen Konditionen wirtschaftlich zu fördern. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum die Aktie von ca. 30 € auf der derzeit 18 € gefallen ist. Die Veredelungssparte (z. B. Raffinerie) sowie die Vertriebssparte (z. B. Tankstellen Netz) erwirtschaften jedoch weiterhin Milliarden Gewinne. Dies liegt daran, dass Shell den zu veredelnden Rohstoff jetzt 70 % günstiger auf dem Weltmarkt einkaufen kann.

An den Tankstellen werden derzeit Preise für den Liter Diesel von ca. 0,90 € aufgerufen. Der Preisrückgang war hier sehr viel geringer. Die Spritpreise weißen folglich eine sehr geringe Preiselastizität aus, was sehr gut für Shell ist.

Durch den Zukauf der BG Group aus England wird Shell 2016 zum weltweit größten LNG Förderer weltweit aufsteigen.

Ein wichtiger Aspekt wird bei dem Thema Öl jedoch vergessen. Öl wird nur zu einem Bruchteil (ca. 20 %) für Sprit verwendet. Ein Großteil der Rohöl Produktion fließt in die Kunststoffproduktion für Materialien wie z. B.:

  • PVC
  • Styropor
  • Teflon
  • Silikon
  • Polyethylen
  • Kevlar
  • PET
  • Nylon
  • Plexiglas
  • Zelluloid

Aus diesen Materialien werden sehr viele Dinge unseres täglichen Lebens hergestellt.

Ich kaufe jetzt Shell Aktien im einstelligen KGV Bereich bei einer Dividendenrendite von knapp 10 % (Shell hat seit dem zweiten Weltkrieg die Dividenden nie gesenkt). Weiterhin hoffe ich, dass die Aktien noch weiter fallen. Durch quartalsweise Ausschüttung der Dividenden kann ich durch den ständigen Zustrom an Kapital weitere (noch billigere) Anteile kaufen.

Wenn die Rohölpreise wieder steigen (siehe meinen Artikel zu „Schweinezyklus“) wird auch Shell wieder zu fairen Preisen gehandelt werden. Die einzige Unsicherheit liegt im Zeitpunkt der wieder steigenden Rohölpreise.

PS: Im übrigen kauft auch Warren Buffett jetzt Öl Multis….

2016 wird gut

GDP_nominal_per_capita_world_map_IMF_2008

 

Bielmeier ist Chefvolkswirt der DZ Bank AG. In seiner Aufgabe als Volkswirt trifft er Aussagen zur zukünftigen Entwicklung verschiedener Volkswirtschaften. Ich finde die Aussagen immer sehr fundiert und aussagekräftig.

Aus diesem Grund werde ich den Beitrag von Bielmeier fast eins zu eins hier weitergeben:

 

Vor allem dank einer gut laufenden Konsumnachfrage befindet sich die deutsche Wirtschaft im ausgehenden Jahr 2015 auf Wachstumskurs. Während in früheren Erholungsphasen zumeist die Exportstärke Deutschlands die Konjunktur angetrieben hat, ist es diesmal die robuste Binnennachfrage, Sie stützt sich auf eine ausgesprochen günstige Arbeitsmarktlage und kräftig steigende Realeinkommen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung und eine rekordhohe Beschäftigung sind die Gründe für einen dynamischen Anstieg der privaten Konsumausgaben, der 2015 auch die Kassen des deutschen Einzelhandels nach einigen eher mageren Jahren wieder hat klingeln lassen. Die Kaufbereitschaft der Verbraucher ist – angesichts einer niedrigen Inflationsrate und des extrem niedrigen Zinsniveaus – auch bei größeren Anschaffungen hoch ausgeprägt.

Dagegen halten sich die deutschen Unternehmen trotz einer auskömmlichen Gewinnentwicklung mit ihren Investitionsausgaben bislang eher zurück. Die Unsicherheiten im außenwirtschaftlichen Umfeld sind hierfür der wichtigste Grund. Die Konjunktur in einigen wichtigen Schwellenländern läuft derzeit mehr schlecht als recht. Darüber hinaus belasten geopolitische Krisen die globale Wirtschaft. Der stockende Welthandel bedeutet für die deutsche Industrie, dass die Produktion derzeit nur wenig steigen kann und die Auftragslage etwas zu wünschen übrig lässt. Daran dürfte sich vorerst nur wenig ändern.

Dennoch können wir optimistisch gen 2016 blicken. Denn der Ausblick auf das kommende Jahr verspricht eine weiterhin kräftige Inlandsnachfrage. Die ausgesprochen hohe Zahl offener Stellen auf dem Arbeitsmarkt ist ein Indiz dafür, dass die Beschäftigung weiter ansteigen wird und auch die Einkommen werden 2016 vermutlich kräftig zulegen.

Zwar wird die Inflationsrate im kommenden Jahr wohl etwas höher ausfallen als 2015, weil der Rückgang des Ölpreises für die Verbraucherpreise keine so wichtige Rolle mehr spielen wird. Dennoch können sich die privaten Haushalte auch im kommenden Jahr auf steigende Realeinkommen freuen und das Konsumklima dürfte positiv bleiben.

Auch die vielen Flüchtlinge in Deutschland werden einen positiven Einfluss auf unsere Wirtschaft haben. Wir erwarten, dass die Zahl der einwandernden Flüchtlingen auch 2016 hoch bleiben wird. Das führt bei den öffentlichen Haushalten zu einem kräftigen Ausgabenanstieg und kommt somit der heimischen Nachfrage zugute.

Die zusätzlichen Staatsausgaben zur Verpflegung, Unterbringung und weiteren Betreuung der vielen Flüchtlinge sorgen sowohl bei den privaten als auch bei den öffentlichen Konsumausgaben für stattliche Zuwächse. Sie werden wohl zum größten Teil aus dem Überschuss des Staatshaushalts geleistet und wirken daher auf die Wirtschaft wie ein kleines Konjunkturprogramm.

Die erhöhte Einwanderung sorgt darüber hinaus auf dem ohnehin schon recht engen Wohnungsmarkt für zusätzliche Nachfrage und wird sowohl die Mieten als auch das Neubauvolumen im kommenden Jahr weiter anziehen lassen. Für die Bauwirtschaft bleibt der Ausblick also positiv, zumal der Staat auch bei der Infrastruktur zusätzliche Ausgaben eingeplant hat. Die Investitionsausgaben der Unternehmen dürften sich 2016 ebenfalls allmählich beleben, wenn die internationalen Belastungsfaktoren an Gewicht verlieren und die Auslastung der Kapazitäten wieder über ihren langjährigen Durchschnittswert ansteigt.

Für den erfolgsverwöhnten deutschen Export bleiben dagegen die Aussichten auch 2016 verhalten, weil die globale Konjunktur noch nicht wieder nennenswert an Dynamik zulegt. Zwar mildern sich die Wirtschaftskrisen in Ländern wie Brasilien und Russland allmählich ab, doch eine wirkliche Erholung ist dort noch nicht in Sicht. Der wichtige Wachstumsmarkt China bleibt zwar insgesamt stabil, aber das Nachfragewachstum früherer Jahre ist nicht mehr in Reichweite. Eine stabile Industrieländerkonjunktur mit einer fortgesetzten Erholung im Euro-Raum bildet aber die Basis für eine moderat positive Exportentwicklung. Angesichts der dynamischen Binnennachfrage dürften die Importe jedoch schneller ansteigen als die Ausfuhren, so dass der Beitrag des Außenhandels zum Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr wieder leicht negativ ausfallen dürfte.

Insgesamt sehen wir die deutsche Wirtschaft 2016 also auf einem stabilen Wachstumspfad, wobei das Bruttoinlandsprodukt wie im laufenden Jahr um 1,8 Prozent zulegen dürfte. Die Inflationsrate bleibt auch im kommenden Jahr niedrig, steigt aber mit knapp einem Prozent wieder in den positiven Bereich. Die Arbeitslosenquote, im November 2015 mit 6,0 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1990, dürfte aufgrund erster Effekte der Flüchtlingszuwanderung nach dem deutlichen Rückgang der letzten Jahre wieder leicht ansteigen.

 

Buy and Hold – Ein Liebesgeständnis

„Buy and Hold“ ist die überlegene Strategie an den Aktienmärkten. Aus mehreren Gründen. Menschen verhalten sich auf Grund ihrer Urinstinkte bei Gefahr ängstlich. Sie reagieren mit Rückzug und Flucht. Dieses Phänomen ist auch an den Börsen zu sehen.

Als Mensch sind wir jedoch auch dem Gefühl der Euphorie unterlegen. Wir wollen bei jeder Party dabei sein und kaufen so Aktien zu astronomischen Preisen.

„Buy and Hold“ ist eine tolle Strategie um diese Heuristiken zu vermeiden. Kaufe Qualitätsfirmen, wie z. B. Colgate-Palmolive, Berkshire Hathaway, Procter & Gamble, Henkel, Fielmann, SAP, Nike, Unilever, Nestlé usw. Kurzfristige Rücksetzer sind (zum Glück) immer möglich und ermöglichen einen vorsichtigen Einstieg.

Wie erkenne ich Qualitätsfirmen?

Value Investing, das wertorientierte Investieren, kommt ohne komplizierte mathematische Formeln aus, es setzt vielmehr auf den gesunden Menschenverstand und Geduld. Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt.

Kurzfristige Rückschläge im Aktienkurs sind tolle Gelegenheiten um die Positionen weiter aufzustocken. So macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar. Man läuft nicht Gefahr, in einer Baisse oder in einem Crash Aktien panisch zu verkaufen. Wer das Auf und Ab an der Börse erträgt wird langfristig belohnt.

 

„Börsengewinne sind Schmerzensgeld – erst kommen die Schmerzen, dann das Geld“

André Kostolany

Steuern und Transaktionskosten darf man jedoch nicht unterschätzen. Sie nehmen einen Gutteil des Vermögensgewinns weg. Warren Buffett besitzt Anteile an Coca-Cola, American Express, Wells Fargo, Wal-Mart, Costco, U.S. Bancorp, Procter & Gamble, Moody’s sehr lange. Viele Positionen liegen seit mehreren Dekaden in seinem Depot. Buffett möchte eine Besteuerung des Gewinns vermeiden. Er will vollumfänglich vom Zinseszins profitieren. Solange seine Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway nicht den Gewinn einer Aktie realisiert, muss keine Steuer auf den Papiergewinn entrichtet werden. Es ist ein tolles Steuersparmodell.

In dem Buch „Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball“ beschreibt Autorin Alice Schroeder Buffetts Rat an Studenten so:

Im Kern war seine Botschaft immer, schnell reich werden zu wollen, ist nicht das wertvollste Ziel im Leben.

Warren Buffett ist der Überzeugung, dass man sich weder mit Marktprognosen noch mit Charts aufhalten sollte, sondern vor allem mit dem Lesen der Geschäftsberichte der Unternehmen. Da steht alles drin, was ein Value Investor über das Unternehmen wissen muss und dort findet er die Zahlen und Daten, die er für die Bewertung des Unternehmens und die Ermittlung von dessen fairen Wert benötigt. Und er rät, Geld nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft man auch versteht.

Frohe Weihnachten

 

 

Auf diesem Weg möchte ich mich bei allen Partnerinnen und Partnern,

allen Lesern und allen Wegbegleitern bedanken.

Ich wünsche Euch schöne Feiertage. Lasst es Euch gut gehen.

Euer

FLO

Interessante Unternehmen

Die Adventszeit vergeht wie im Flug. Heute ist bereits der dritte Advent und in elf Tagen ist Weihnachten. Irre. Habt ihr bereits alle Eure Geschenke? Ich bin wie jedes Jahr sehr spät dran. Wahrscheinlich läuft es wie jedes Jahr: Ein Tag vor Weihnachten mach ich mich dann mal auf die Suche und werde leicht panisch

 

Ich möchte heute ein paar Gedanken zu Unternehmen schreiben, die ich sehr interessant finde. Viele der unten stehenden Unternehmen kann ich in meiner täglichen Arbeit sehen und „anfassen“, zumindest deren Produkte.

Frei nach dem Motto:

„Ich will es Euch unmöglich machen, Geld auszugeben, ohne Euch dabei selber zu bereichern“

seht ihr hier einige Unternehmen deren Geschäftsmodelle, Jahresabschlüsse und Inhaber / Unternehmenslenker ich persönlich geprüft habe

Neben Zahnpasta und Seife ist das Unternehmen aus dem schönen New York auch Hersteller (zugegeben: in Europa unbekannt) von Tierfutter. Von 100 Personen putzen 65 die Zähne mit Produkten von Colgate!!! Stetig steigende Gewinne je Aktie und Aktienrückkäufe sind starke Indikatoren eines starken Managements.

 

Ist ein Hersteller von Schmierstoffen aller Art. Im Bereich der Lebensmittelschmierstoffe wurden einige tolle Zukäufe getätigt und garantieren nachhaltige Geschäfte. Ein KGV  jenseits der 25 mahnen mich jedoch (leider) zur Zurückhaltung.

 

Deutsches Familienunternehmen mit langer Historie und toller Performance. Wie Fuchs Petrolub aktuell jedoch zu teuer.

 

Amerikanischer Pharmazie- und Konsumgüterhersteller sowie Healthcareunternehmen. Kriesenresistent selbst zu Kriegszeiten. Warum? Johnson & Johnson ist (unter anderem) Hersteller der „OP Fäden“ zum Nähen von Wunden. Makaber aber wahr.

 

Konsumgüterriese aus den USA. Es ist fast unmöglich an Produkten des Konzerns vorbeizukommen.

 

Ist im Vergleich zu den bisher genannten Unternehmen ein echtes „Small Cap“. Das Unternehmen ist der größte Hersteller von Heißluftdämpfern der Welt und fehlt in keiner Kantine. Die Gewinne, die hier Jahr für Jahr eingefahren werden suchen seines Gleichen. Entsprechend teuer ist das Unternehmen auch.

 

Knorr, Lipton Eis Tee und andere Leckereien kommen aus dem Hause Unilever. Die Briten sind jedoch auch in der Körperpflege stark aufgestellt.

 

Das Konzept deutscher Volks- und Raiffeisenbanken ist einfach. Auch die deutschen Sparkassen halten sich konsequent an die volkswirtschaftlichen Grundaufgaben von Banken:

 

– Fristentransformation

– Losgrößentransformation und

– Risikotransformation

 

Wer eine solide Bank kaufen möchte (Raiffeisenbanken und Sparkassen kann man leider nicht kaufen) ist mit Wells Fargo bestens aufgestellt. Auch Warren Buffett vertraut einen Großteil seines Vermögens diesem Unternehmen an.

 

Shell ist mit seinen weltweit 20.000 Tankstellen ein Ölunternehmen, dass sowohl mit niedrigen als auch hohen Ölpreisen gut auskommt.

 

US Tech Riese und eng verzahnt mit den meisten Unternehmen weltweit. Der Technologiekonzern kann in einer der wohl schnelllebigsten Branchen bereits seit 100 Jahren bestehen und sich Tag für Tag neu erfinden. Aktuelle Schwächephasen nutze ich (als auch das Unternehmen selbst, Stichwort Aktienrückkäufe) um Bestände auszubauen.

Was haltet Ihr von dieser kleinen Zusammenfassung? Welche Unternehmen fehlen aus Eurer Sicht?

 

 

 

Ein Gedicht zum Nachdenken

Das folgende Gedicht wurde bereits 1930 veröffentlicht und soll in der stillen Adventszeit ein bisschen zum Nachdenken anregen:

 

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

2

Warren Buffett´s Aktivitäten

 

Kauf

Warren Buffett hat im dritten Quartal 2015 einige Aktionen durchgeführt, die schon seit längerem klar sind: Die zweitgrößte Portfolio Position von Buffett ist jetzt Kraft Hein. Buffett hat die Mehrheit des Unternehmens zusammen mit seinem Kollegen von 3G Capital, Herr Jorge Paulo Lemann, zu diesem Nahrungsmittelriesen fusioniert.

Weiterhin hat Warren Buffett Anteile von Phillips 66 gekauft. In Deutschland kennt man das Unternehmen durch die Tankstellen „JET“. Buffett hatte bei diesem Deal die Anleger jedoch an der Nase herum geführt. Bereits im zweiten Quartal 2015 hatte er die bis dahin aufgebauten Aktienbestände des Unternehmens vollkommen verkauft. Dies war zumindest die Meinung vieler. Da die Position jetzt jedoch als großer Zukauf in den Büchern steht wird offensichtlich, dass die Bestände nicht verkauft wurden. Er hatte lediglich einige Publikationsauflagen der SEC anders interpretiert.

Suncor Energy ist ebenfalls ein Unternehmen aus dem Öl Sektor. Auch hier hat Buffett die Bestände weiter erhöht. Zusammen mit Phillips 66 hat Buffett jetzt seine Anteile aus dieser Branche in 2015 stetig gesteigert und macht mir Mut, weiterhin auf diesen Bereich zu setzen. Mein Top Pick aus der Branche ist Shell.

Komplett neu im Depot sind die Aktien von

Im Oktober wurde bekannt, dass Liberty Global nun weitere Unternehmen kaufen möchte. Es würden Gespräche mit der britischen Cable & Wireless Communication über eine Übernahme geführt

Verkauf

  • Deere
  • Wal Mart
  • Bank of New York Mellon
  • Wabco
  • Goldman Sachs
  • CHICAGO BRIDGE & IRON

hat Warren Buffett im dritten Quartal reduziert. Viacom und Direct TV hat er jetzt aus seinem Depot komplett entfernt. Sehr schön zu sehen ist, dass er die Sparte „Fernsehen“ weiterhin interessant findet. Buffett hat lediglich seine Mittel auf Liberty Global umgeschichtet. Ich finde die Branche rund um den Breitband Internetzugang ebenfalls sehr interessant. Direct TV wurde in drittem Quartal von AT & T übernommen. Aus diesm Grund sind jetzt AT & T anstatt Direct TV im Depot. Buffett bleibt hier seinem Motto treu:

Kaufe nur, was Du verstehst

-Warren Buffett-

Deutsche Telekom ist für mich ein tolles Unternehmen aus diesem Bereich. Da der Staat hier jedoch Anteile hält und somit auch einiges zu sagen hat, ist dies jedoch ein „NO GO“ für mich.

Die komplette Aufstellung des Depots von Warren Buffett könnt ihr hier sehen.

1

Schweinezyklus – Nein, man kann das nicht essen

Es gibt wieder ein paar Ideen zum Thema Öl und Schweinezyklus, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Wer jetzt beim Wort Schweinezyklus und Öl keinen vernünftigen Zusammenhang erkennen kann, soll bitte nicht beunruhigt sein.

Schweinezyklus ist ein Begriff ursprünglich aus der Agrarwissenschaft und bezeichnet eine periodische Schwankung auf der Angebotsseite, wie sie exemplarisch ursprünglich auf dem Markt für Schweinefleisch von Arthur Hanau in seiner Dissertation über Schweinepreise 1927 dargestellt wurde. Der Begriff ist mittlerweile auch in der Wirtschaftswissenschaft verbreitet.

 

Hohe Ölpreise führen zu hohen Investitionen in die Infrastruktur von Ölmultis. Das daraus folgende hohe Angebot führt zu einem Überangebot und zu fallenden Preisen. Daraufhin fällt die Produktion. Dies hat einen Nachfrageüberschuss zur Folge, was wieder zu steigenden Preisen führt. Die Zeitspanne zwischen hohen und niedrigen Ölpreisen sind jedoch nicht genau vorherzusagen.

Bereits am 31. August diesen Jahres habe ich einige Gedanken zu diesem Thema verfasst. Neben der hohen Produktion in den erdölexportierenden Staaten kommt eine schwache Weltwirtschaft hinzu. Vor allem China und andere Schwellenländer haben aktuell mit einigen hausgemachten Problemen (Währung, Bürokratie, usw.) zu kämpfen.

Die aktuellen Lagervorräte für Öl sind Berechnungen der OPEC zu Folge derzeit um 210 Millionen Barrel über dem Fünf-Jahres-Schnitt. Ölmultis versuchen die aktuelle Situation mit einem Bündel an Maßnahmen zu bekämpfen:

  • Kündigungen
  • Kürzung bei den Investitionsausgaben
  • und verschieben von Explorationsprojekten

sind gängige Mittel der Ölmultis.

Die ersten Investoren haben bereits begonnen, auf eine Trendwende beim Ölpreis zu spekulieren. So sind die Netto-Long-Positionen für die US-Sorte WTI in der Handelswoche, die am 3. November endete, um 20 Prozent auf 172.052 Futures und Optionen nach oben geschossen. Die Netto-Long-Position wird berechnet, wenn man von der Zahl der Futures und Optionen auf steigende Kurs (Long) jene auf fallende Kurse (Short) abzieht.

 

Wie sind Eure Gedanken zum Thema Öl?

 

Nachtrag vom 21.02.2016:

Bitte denkt auch mal beim Tanken über Eure Investments nach:

Die Preise für Öl sind um 70 % gefallen. Der Sprit Preis hat sich nicht einmal halbiert.

Stichwort Preiselastizität

 

Börsensprüche

 

Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.

– Warren Buffett –

 

Fracking Boom macht Pause – Öl bleibt günstig

 

Die Folgen des Ölpreisverfalls sind am deutlichsten in dem Land zu erkennen, das dafür verantwortlich ist: die USA – vor allem Texas. In Texas gibt es aktuell sehr viel günstige Bohrtechnik zu ersteigern. Die Auktionen für gebrauchte Ausrüstungen der Ölindustrie nehmen zu. Gründe für den fallenden Ölpreis gibt es viele:

  • spektakulärer Erfolg der US-Ölindustrie
  • geringerer Ölverbrauch in China und anderen Schwellenländern
  • Strategiewechsel der Scheichs in Saudi Arabien

Die US Ölproduktion ist in den vergangenen fünf Jahren von 5,4 auf 9,3 Millionen Barrel am Tag gestiegen. Als der Preis für Öl in 2014 um bis zu 60 % Prozent gefallen ist, dachte jeder, die Zeiten des Frackings sind vorbei; mich eingeschlossen. Ich dachte die US-Industrie wird den Kampf mit der OPEC verlieren. Heute muss ich jedoch sagen, dass der Boom lediglich eine Pause macht.

Die Förderung mit der umstrittenen Fracking Methode ist weit teurer als die Förderung von Öl in den Wüsten Saudi Arabiens. Hinzu kommt, dass die Saudis ihre Anlagen seit Jahrzehnten betreiben und das schwarze Gold für fünf Dollar fördern können.

Fracking Öl lässt sich wirtschaftlich fördern für Preise zwischen 30 und 70 Dollar je Barrel Öl. Viele „Fracker“ verlieren zum aktuellen Ölpreisniveau viel Geld. Es gab bereits einige Insolvenzen in der Branche. Zehntausende Stellen wurden seither gestrichen und Shell hat vor kurzem den heftigsten Verlust seit 16 Jahren verkündet.

So what?

Geht die Strategie der OPEC jetzt doch auf? Kurzfristig gesehen ja. Die nachhaltigeren Ölquellen stammen nun einmal aus den Emiraten. Jedoch benötigen die OPEC Länder einen hohen Ölpreis um ihre hohen Staatsausgaben zu decken. Zum aktuellen Preis verlieren die „Ölstaaten“ täglich Geld. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage werden Ölpreise „nördlich“ von 80 Dollar langfristig jedoch verhindern. Sobald Fracking lukrativer wird, schnellt die Anzahl der Bohrtürme in den USA nach oben. Die Folge des höheren Angebots von Öl sind fallende Preise. Im Gegenzug sehe ich auch eine marktgegebene Preisuntergrenze. Preise von weniger als 40 oder 50 Dollar je Barrel kann die Fracking Industrie langfristig nicht verkraften und es werden, wie aktuell zu sehen, die Anzahl der Bohrtürme in den USA wieder sinken.

Aus jetziger Sicht sehe ich den Ölpreis in einem langfristigen Preiskorridor zwischen 40 und 70 Dollar.

Ableitungen für Value Investoren

60 % Preisrückgang ist natürlich sehr verlockend für Value Investoren. Ich bin grundsätzlich ebenfalls der Meinung, dass ein langfristiges Investment in „Öl“ sinnvoll ist, da es noch für lange Zeit ein wichtiger Rohstoff für uns ist. Jedoch muss ein Value Investor hier scharf differenzieren und seine Hausaufgaben gründlich machen.

Integrierte Systeme (von der Förderung bis hin zur Ablieferung beim Endverbraucher, wie z. B. Shell) sind hier mit Sicherheit gute Investments. Die Aktie notiert aktuell auf Buchwert Kurs und hat eine nette und sehr nachhaltige Dividendenrendite.

Shell ist mein Top-Pick im Bereich Öl und bei den Öl-Mulits.

 

 

IBM

 

Unter den vielen bestehenden Unternehmensanalysen werde auch ich heute etwas zu IBM sagen:

IBM ist nach wie vor ein sehr begehrter Wert unter den „Star Investoren“, hier vor allem Warren Buffett. Buffett´s Berkshire Hathaway besitzt knapp 80 Millionen IBM Aktien in einem Wert von rund 13 Milliarden Dolllar.

Ich habe Euch die Zahlen der Vergangenheit in einer Excel Tabelle zusammengefasst:

 

Jahr 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
Operatives Ergebnis 20470 19926 22361 21414 20091 18540 17388 15100 13595 12446
Anzahl Aktien 1004 1097 1143 1198 1271 1330 1361 1431 1530 1603
Jahresüberschuss 12022 16483 16604 15855 14833 13425 12334 10418 9492 7934
Dividende / Sonderdividende 4,25 3,7 3,3 2,9 2,5 2,15 1,9 1,5 1,1 0,78
Bilanzielles Eigenkapital 11868 22792 18860 20139 23046 22637 13465 28470 28506 33098
Verbindlichkeiten 105518 103294 100229 96197 90279 86267 96058 91962 74728 72650
Bilanzsumme 117532 126223 119213 116433 113452 109022 109524 120431 103234 105748
Eigenkapitalquote 10,10% 18,06% 15,82% 17,30% 20,31% 20,76% 12,29% 23,64% 27,61% 31,30%
Umsatzrendite 12,96% 16,52% 15,89% 14,83% 14,85% 14,02% 11,90% 10,55% 10,38% 8,71%
Eigenkapitalrendite 101,30% 72,32% 88,04% 78,73% 64,36% 59,31% 91,60% 36,59% 33,30% 23,97%
Gewinn/Aktie 11,98 15,03 14,52 13,24 11,67 10,09 9,07 7,28 6,2 4,95

 

Das aktuelle KGV von unter 10 und eine Dividendenrendite von ca. 3,5 % sind sehr attraktiv. Das historische KGV beläuft sich auf 14. Wenn es IBM gelingt, die Umsätze zu stabilisieren und die Profite weiterhin hoch zu halten, ist IBM ein sehr interessantes Unternehmen. Bedenkt man jetzt, dass Unternehmen wie Amazon oder google zu einem weit höherem „Vielfachen des Unternehmensgewinn“ gehandelt werden, so ist klar, dass IBM unterbewertet ist.

Warren Buffett

Warren Buffett kaufte 2011 das erste mal IBM Aktien, obwohl er dafür bekannt ist den Technology Sektor zu meiden. Der schnelle Wechsel innerhalb des Sektors ist für einen Langfrist Anleger wie Buffett sehr schwierig. Jedoch gibt es im „Tech Sektor“ einige Außnahmen bezüglich des schnellen Wandels:

  • Microsoft und
  • IBM

IBM zum Beispiel blickt auf eine Hundertjährige Geschichte zurück. Sie haben den PC quasi erfunden.

Das Buffett, als auch das Management von IBM an das Unternehmen glauben, sieht man an den rießigen Aktienrückkäufen der Vergangenheit. Dies ist auch der Hauptgrund, warum die Eigenkapitalquote eher einer Bank gleicht, als einem Tech Unternehmen.

 

IBM Share Count by Year

 

Die Aktienrückkäufe bewirken, wie eben erwähnt, eine Rückläufige Eigenkapitalquote. Auf der anderen Seite erhöht es den Gewinn je Aktie (hier noch einige weitere Gedanken zu Aktienrückkäufen).

 

Wolken für IBM´s Cloud

 

IBM hat in der Vergangenheit jedoch Martkanteile an seine Herausforderer abgeben müssen, hier vor allem Amazon und Microsoft. Obwohl IBM auf eine breite Kundenbasis zurückgreifen kann (Regierungen, Militär und Unternehmen) sind Endverbraucher bisher eher wenig mit IBM „vertraut“.

Der Konzern hat gerade die Übernahme des texanischen Unternehmens Gravitant bekannt gegeben. Die Firma hat eine Art Broker-Dienst entwickelt. Mit dessen Hilfe können die Einkäufer die Cloud-Angebote aller Provider bequem miteinander vergleichen. Zuvor musste man sich mühsam durch jedes einzelne Angebot hindurchkämpfen. Neben dem Broker hat IBM noch einen Wetter Dienst Anbieter gekauft. Big Data oder Cloud für die Wolken – ein nettes Wortspiel.

 

2

Aktuelle Beispiele für die Ineffizienz der Aktienmärkte

 

Ich möchte den heutigen Beitrag mit einem Zitat von Warren Buffett eröffnen:

Der Preis wird an der Börse gemacht. Die Wertschöpfung erfolgt in den Unternehmen.

Warren Buffett

Die folgenden Beispiele sollen zeigen, dass die Preise an den Börsen nicht mit rationalen Gedanken nachvollziehbar sind:

IBM vermeldet ein positives Quartalsergebnis: 3 Mrd Dollar Gewinn –> Kurs der Aktie fällt um 6 %

Shell vermeldet ein negatives Quartalsergebnis: 6 Mrd Euro Verlust –> Kurs der Aktie fällt um 1,5 %

Ein Dreisatz würde jedoch ergeben, dass der Kurs der Shell Aktie um 12 % fallen müsste. Eine mathematisch korrekte Verhätlnismäßigkeit ist an der Börse nicht anzutreffen.

 

Weiteres Beispiel: Fuchs Petrolub

 

Preis der Vorzugsaktie: ca 45 €

Gewinn je Aktie in Prozent: 100 %

 

Preis der Stammaktie: 37 €

Gewinn je Aktie in Prozent: 99 %

 

Ein Dreisatz würde jedoch ergeben, dass der Kurs der Stämme bei 44,55 Euro liegen müsste. Natürlich muss ich jetzt vollständiger weise noch erwähnen, dass die Stammaktien von Fuchs Petrolub nicht im MDAX gelistet sind und somit weit weniger „liquide“ handelbar. Dafür hat man jedoch die Möglichkeit an der Jahreshauptversammlung Stimmen für die Tagesordnungspunkte abzugeben.

Außerdem möchte ich hinzufügen:

Was macht es für einen Unterschied, wenn ich die Möglichkeit habe, ein tolles Unternehmen zu einem deutlich günstigeren Preis zu bekommen, wenn meine Haltedauer sehr langfristig (10, 20 oder noch mehr Jahre) ist? Ich verzichte hier gerne auf meine „Liqudität“ und kaufe mein Wunschunternehmen zu günstigen Preisen ein.

Die beiden oben genannten Beispiele zeigen, dass die Börse nichts mit der Realität zu tun hat!

Mathe oder rationale Überlegungen sind an der Börse nicht willkommen. Die Börse ist ein Martkplatz. Preise (Kurse) für die Ware (Unternehmen) werden hin und her gerufen, solange bis ein Kunde kauft oder verkauft. Erst zu Hause wird dann in Ruhe nachgerechnet, ob der Preis der Ware auch dem Wert der Ware entspricht.

 

Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 % zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.

– Warren Buffett –

 

Was sind Qualitätsfirmen

Philip Fisher definierte einige Kriterien für Qualitätsfirmen, genauso wie Benjamin Graham es in Kapitel 5 seines Buches „The Intelligent Investor“ getan hat. Kennzeichen defensiver Qualitätsfirmen:

  • Eine signifikante Größe und Bedeutsamkeit
  • 20 Jahre oder länger andauernde Dividendenhistorie
  • Eigenkapitalquote von mindestens 50%
  • Aktienpreis nicht mehr als das 25-fache der durchschnittlichen Gewinne der letzten 7 Jahre
  • Aktienpreis nicht mehr als das 20-fache der letztjährigen Gewinne

Auch Stefan Bielmeier von der DZ Bank AG hat „eine Lanze für Qualitätsfirmen gebrochen“:

http://www.bielmeiersblog.dzbank.de/2015/10/19/defensive-dividendenaristokraten-bieten-hohe-renditen/

Aktuell fällt der weltweit tätige Hersteller von Produkten für den Gesundheitsbereich Johnson-Johnson aus den USA in diese Merkmale. Die Produktpalette von J&J umfasst Konsumgüter (Hautpflege, Wundpflege, etc.), medizinisch-technische Geräte, und Pharmazeutika.

sind die Marken, die vielen Verbrauchern etwas sagen.

Das seit 1944 an der Börse notierte Pharma- und Konsumgüterunternehmen ist ein sog. Dividendenaristokrat, denn im April hat J&J die Dividende um 7,1% erhöht auf den aktuellen Wert von 0,75 USD – und damit hat J&J seine Dividende das dreiundfünfzigste Jahr in Folge angehoben. Das alleine ist natürlich kein Grund für einen Kauf. Doch J&J hat kürzlich seine Quartalszahlen vorgelegt und obwohl man unter dem starken Dollar zu leiden hatte, lagen diese doch mal wieder über den Erwartungen und J&J hat einige neue Medikamente in der Pipeline, die das Zeug zu Milliardenumsätzen in sich bergen. Die Eigenkapitalquote liegt bei 53% und der Umsatz beträgt rund 74 Mrd. USD. Mit einem KGV von 15 und einer Dividendenrendite von 3% ist J&J attraktiv bewertet und das neue Aktienrückkaufprogramm von 10 Mrd. USD sollte dem Kurs zusätzlichen Auftrieb geben.

Paradoxer Ölpreis

Heute ist bekannt geworden, dass Shell in Kanada ebenfalls Förderprojekte „fallen lässt“. Kanadische Ölsande sind aktuell wohl eine der teuersten Ölfördermethoden weltweit. Der gegenwärtig niedrige Ölpreis lässt eine Förderung in diesem Bereich nicht zu.

Quasi jeder Stakeholder (Interessensgruppen) will einen höheren Ölpreis; bis auf den Verbraucher. Dieser hat jedoch keine Macht, da er Öl zur Zeit noch nicht ersetzen kann. Der niedrige Preis sorgt aktuell jedoch für viel Freude an den Zapfsäulen. Für mich stellt sich die Frage, wer Interesse an einem hohen Ölpreis hat.

Pro hoher Ölpreis

  • Ölmultis
  • Regierungen
  • Umweltverbände

 

Contra hoher Ölpreis

  • Verbraucher
  • Autokonzerne

Fraglich ist ebenfalls wie hoch der Einfluss einzelner Interessensgruppen auf den Ölpreis tatsächlich ist. Hat die OPEC  die Macht, den Ölpreis langfristig zu beeinflussen? Weitere Gedanken zum Thema Öl können hier aufgerufen werden:

Zinseszins und Aktienrückkäufe – Die Waffen des Herrn Buffett

Unser aller Lehrmeister in Sachen Value Investing, Warren Buffett, überzeugt durch Einfachheit und Weitblick. In „Finanzworten“ ausgedrückt meint Buffett Zinseszins, Aktienrückkäufe und Qualitätsfirmen. Qualitätsfirmen sind für Langfristanleger ideal, jedoch nicht zu jedem Preis. Ausschlaggebend dafür ist die Bewertung des Unternehmens an der Börse.

Ein guter Maßstab um einen ersten Überblick zu bekommen, ist der Umsatz. Wird ein Handwerker vor Ort verkauft, wird oftmals der einfache Umsatz als Kaufpreis zugrunde gelegt. Das ist eine gute Ausgangsbasis – an der Börse, wie auch woanders. Natürlich hängt es von vielen Kennzahlen ab. So werden beispielsweise Softwarefirmen oder kerngesunde Markenartikler mit einem Vielfachen des Jahresumsatzes bewertet.

Desweiteren sollten das Gewinnvielfache (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und andere Dinge überzeugen. Alle Kennziffern zusammen müssen ein solides Unternehmen erkennen lassen. Einen Überblick, wie FGC Kennzahlen bewertet und interpretiert, erhalten Sie im Handbuch der Kennzahlenanalyse.

Loyalität

Der Vorstand muss vertrauenswürdig und loyal sein. Dies kann er am besten beweisen, indem er das Unternehmen besitzt (Familienunternehmen) oder sein Einkommen vom langfristigen Erfolg des Unternehmens abhängig ist. Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn die langfristigen Schulden nicht zu hoch im Vergleich zum Eigenkapital und Umlaufvermögen sind. Der wichtigste Aspekt beim Investieren ist jedoch der Zinseszins (siehe hierzu „Die Macht des heute nicht ausgegebenen Euro“)

Neben den Dividenden gibt es noch weitere Formen der „Rückzahlung“ an Inhaber. Auch durch Aktienrückkäufe wird Geld an die Shareholder zurückgegeben. Allerdings nicht in Form von direkten Zahlungen, sondern indirekt: das Unternehmen kauft seine „eigenen“ Aktien zurück, reduziert damit die Zahl der ausgegebenen Aktien und erhöht dadurch den Anteil des einzelnen Aktionärs am Unternehmen.

Vorteile für den Aktionär:

  • Erhöhung des prozentualen Anteils am Unternehmen
  • Chance auf potenziell steigende Kurse (eine angenommene gleiche Marktkapitalisierung verteilt sich auf weniger Aktien = höhere Kurse)
  • Zahlungen des Unternehmens an den Aktionär erfolgen zu 100% ohne Steuerabzug

Vorteile für das Unternehmen:

  • Reduzierung der Aktienzahl führt zu steigenden Gewinnen je Aktie
  • Möglichkeit bei „niedrigen“ Kursen eigene Aktien zurückzukaufen
  • Dadurch ggf. höhere Renditen erzielbar als bei Invest in das eigene Business-Modell

Nachteile für den Aktionär:

  • keine Ausschüttung von „flüssigen Mitteln“
  • Aktien können „zu teuer“ zurückgekauft werden

Nachteile für das Unternehmen:

  • Reduzierung der Eigenkapitalquote

Warren Buffett selbst kauft Aktien seines eigenen Unternehmens (Berkshire Hathaway) zurück, sobald das Unternehmen ein Kurs-Buchwertverhältnis von bis zu 1,2 aufweist. Dividenden zahlt Berkshire zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht aus.

Interessantes aus der Medienwelt: Norwegen entnimmt Geld aus seinem Ölfonds

Die heutige Ausgabe der Süddeutschen Zeitung zeigt einen Interessanten Artikel:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/norwegen-ein-bisschen-weniger-reich-1.2681358

Norwegen ist der weltweit dreizehntgrößte Förderer von Erdöl mit etwa drei Prozent der Welterdölförderung. Die Norweger gehen sehr schlau mit Ihrem Vermögen um. Sie haben einen eigenen „Ölfonds„. Die Einnahmen aus der Ölindustrie (Dividenden und Steuern der Ölfirmen, wie z. B. Statoil) werden in diesem Fonds eingezahlt und reinvestiert in Branchen und Unternehmen, die in der „Zeit nach dem Öl“ für Cash sorgen sollen.

Auf Grund des aktuellen niedrigen Ölpreis muss Norwegen nun erstmalig mehr Geld entnehmen, als es in den Fonds einzahlen kann. Da der Fonds ein aktuelles Vermögen von rund 744 Milliarden Euro verwaltet, denke ich, dass Norwegen noch ein paar Tage durchhalten wird.

 

Shell

 

Die Royal Dutch Shell plc (RDS) ist eines der weltweit größten Mineralöl– und Erdgas-Unternehmen und war im Juli 2012 das nach Umsatz weltweit größte Unternehmen überhaupt. Der Konzern ist in mehr als 140 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit rund 92.000 Mitarbeiter.

Da die Öl Preise (siehe Öl Downturn, und andere Beiträge) seit Mitte 2014 rapide sinken, muss der Konzern sparen. Die aktuelle Meldung zu Shell ist ein weiteres Zeichen für das herausragende Management des Unternehmens:

Shell gibt das Megaprojetk in der Arktis auf.

 

Bisher wurden ca. 5 Milliarden Dollar in dieses Projekt gesteckt. Diese müssen nun abgeschrieben werden. Das tut natürlich weh. Auf der anderen Seite jedoch kann man sicher sein, dass keine weiteren Kosten in diesem Bereich auf das Unternehmen zu kommen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die ersten Umsätze aus dem Arktis Projekt in ca. 15-20 Jahren geflossen wären, kann man als Inhaber von Shell Aktien froh sein, dass die Einsicht des Management zwar spät, jedoch nicht zu spät kommt.

Shell tut gut daran, die aktuellen Ölförderungen sicher weiter zu betreiben (diese wurden ebenfalls vor ca. 15-20 Jahren erschlossen und sind bereits voll amortisiert). Das Unternehmen zahlt auf den aktuellen Börsenkurs eine Dividenrendite von ca. 7 %. Die Dividende wurde seit ! 70 Jahren ! nicht mehr gesenkt (und in den letzten 70 Jahren gab es noch viel heftigere Ölkrisen ).

Ich kann die Preise an Börse weder beeinflussen, noch vorraussagen. Ich kann nur sagen:

Hier bekommt man mehr Wert als man zahlt.

 

FGC GmbH ist eine Gesellschaft, die sich mit Hilfe von Partnern an unterbewerteten Unternehmen beteiligt. Sowohl Minderheits- als auch Mehrheitsbeteiligungen sind hierfür zulässig. Dabei soll in die operative Führung des Unternehmens nicht eingegriffen werden, da die Manager noch vor der Übernahme die absolute Inhaberorientierung bewiesen haben.

„Unsere Unternehmen müssen 1,00 Euro wert sein und dürfen nur 0,30 Euro kosten“

Florian Günther

 

Heuristiken und andere schreckliche Dinge

Heuristiken sind Verhaltensmuster um Sachverhalte zu vereinfachen. Diese Verhaltensmuster können in den verschiedensten Formen vorkommen (dieser Artikel soll kein Ausflug in die menschliche Psychologie werden). Selektive Wahrnehmung, oder kognitive Wahrnehmung ist in der Literatur bekannt als Bestätigungsfehler.

Ich denke jeder Finanzmarktteilnehmer (ich sage bewusst nicht „Value Investor“) kennt das:

Die Entscheidung zum Kauf einer Aktie ist gefallen. Nach dem Kauf wird unbewusst nach Nachrichten und Hinweisen im eigenen Umfeld gesucht, um den bereits getätigten Kauf zu rechtfertigen oder zu bestärken. Andere, mögliche negative Nachrichten werden nicht beachtet = selektive Wahrnehmung.

Ist dieser Beitrag über Öl also ein krampfhafter Versuch, meine Entscheidungen im Bereich Ölinvestment zu rechtfertigen? Der Beitrag bestätigt meinen Standpunkt in Sachen Öl. Saudi Arabien muss durch die sinkenden Ölpreise mittlerweilen sparen und überlegt, den Preis für ein Liter Benzin von 0,15 $ zu erhöhen…

Fakt ist:

Ich kann die Preise von Rohstoffen, Unternehmen oder anderen Dingen nicht beeinflussen oder vorhersagen. Das einzige was ich kann, ist den entsprechenden Wert zu bestimmen und etwaige Ineffizienzen ausnutzen.

Heuristiken und intelligentes Investieren werden unter dem Punkt Investmentcoaching behandelt.

 

 

 

Kaufe Unternehmen, deren Produkte Du täglich siehst…

Colgate Palmolive hat einen Marktanteil von 65 % weltweit –>wie irre ist das?

Von 100 Personen putzen 65 die Zähne mit Produkten von Colgate!!!

Das sind die Unternehmen, die Buffett meint: einmal kaufen, niemals verkaufen!

Gerne würde ich diese Unternehmen besitzen (wenn auch nur Teile…)

 

Aktuell werden diese Unternehmen mit einem KGV (siehe Handbuch der Kennzahlenanalyse) von über 20 gehandelt. Buffett sagt zwar, es ist schlau solche Unternehmen zu kaufen. Das Risiko besteht jedoch im Preis der Unternehmen.

 

Eine Liste von Unternehmen, die ich jeden Tag sehe:

  • Baiersdorf
  • Coca Cola
  • Colgate Palmolive
  • Fuchs Petrolub
  • Fresenius
  • Johnson & Johnson
  • Henkel
  • General Mills
  • Hershey Corp
  • IBM
  • Kellogg
  • Kimberley Klark
  • Pepsico
  • Procter & Gamble
  • Reckitt Benckiser
  • Nestlé
  • Shell
  • Unilever
  • Wells Fargo

Wie denken andere über das Thema Öl?

In meinen bisherigen Beiträgen zum Thema Öl (Öl Downturn und Valuetrapp Öl ) sowie einigen Ausflügen in die aktuelle Medienlandschaft (Öl Multis und Schweinezyklus), möchte ich Euch die Gedanken zu diesem Thema einiger namhafter Ökonomen unserer Zeit nicht vorenthalten.

Stefan Bielmeier beleuchtet in seiner Funktion als Chef Volkswirt der DZ Bank AG aktuelle Kapitalmarktthemen. In seinem neuesten Beitrag befasst er sich auch mit dem Thema Öl.

Ich bin davon überzeugt, dass aktuell im Bereich Öl unterbewertete Unternehmen gekauft werden können.

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…

Update: Interessantes aus der Medienwelt

Der nächste Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung passt perfekt zu meinen Gedanken zum Thema Öl:

Der Beitrag aus der SZ zeigt, dass Öl einem sogenannten „Schweinezyklus“ folgt. D. h. nach jedem Überschuss fallen die Produktionen und im Anschluss steigt wieder der Preis (sehr vereinfacht). Zum Thema „Schweinezyklus“ habe ich noch einen eigenen Beitrag verfasst.

Ich bin davon überzeugt, dass aktuell im Bereich Öl unterbewertete Unternehmen gekauft werden können.

 

Happy Birthday Warren Buffett

 

Herzlichen Glückwunsch zum 85. Geburtstag Mr. Buffett. Das Orakel aus Omaha ist am 30.08 wieder ein Jahr älter geworden. Der Trieb nach immer mehr Geld lässt den Mann weiterhin fit und agil wirken. Für mich persönlich ist Buffett ein großes Vorbild in allen Bereichen. Er gestaltet sein Leben sehr genügsam und hat stets nur das eine im Fokus: Wie kann ich Werte generieren?

 

Um ein Beispiel zu geben, wie Buffett „tickt“ ist in der ersten Abbildung sein Netzwerk abgebildet. Es ähnelt einem gut durchdachten Spinnennetz indem nur er zielsicher zwischen den einzelnen „Seilschaften“ wandeln kann.

In der zweiten Abbildung sind einige sehr interessante Konsumgüterhersteller abgebildet. Warren Buffett ist bei einigen direkt oder inderekt durch seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway beteiligt.

Der Vorteil an Konsumgüterherstellern ist das nachhaltige Geschäfstkonzept. Gegessen und getrunken wird immer.

Was ist Eure Lieblingsmarke und welcher Konzern profitiert davon?

 

 

Was ist Risiko?

In der Finanzbranche existieren einige interessante Kennzahlen, wie z. B.

Vor allem auf das Beta möchte ich heute eingehen. Beta ist vereinfacht ausgedrückt eine Kennzahl um das Risiko zu messen. Es misst, wie stark ein Wert im Vergleich zum Markt schwankt. Warum jedoch die Schwankung gerade als Risiko bezeichnet wird ist mir nicht klar. Für Value Investoren sind kurzfristige Kursschwankungen (hier vor allem nach unten) eher eine Chance als ein Risiko.

An der Börse setzen sich auf lange Sicht die „guten Unternehmen“ durch. Kurzfristige Kursschwankungen von 10, 20 oder gar 50 % sind eher eine Einladung zum beherzten zugreifen, als ein Grund um panisch zu verkaufen.

Das größte Risiko sehe ich in meinem Verhalten:

  • Bin ich in der Lage der „Massenpanik“ zu entgehen?
  • War ich in der Vergangenheit diszipliniert genug um Cashreserven zu bilden?
  • Habe ich, immer wenn Börsen und Aktien zum „Talk of Town“ wurden, meine Aktienquote reduziert?

Ich kann den nächsten Aktiencrash nicht vorraussagen. Das einzige was ich beeinflussen kann, bin ich selbst.

 

Risiko ist, wenn Anleger nicht wissen, was sie machen.

Warren Buffett

 

Unser unersättlicher Staat trotz absoluter Inkompetenz

Bitte versteht mich an dieser Stelle jetzt nicht falsch. Ich kann von Glück reden in einem so tollen Land, wie Deutschland es ist, geboren worden zu sein. Bei uns laufen viele Dinge richtig gut! Meiner Meinung nach muss in Deutschland niemand Hunger leiden, jeder bekommt ein Dach über dem Kopf wenn er möchte und die Krankenversorgung ist auch stets gegeben.

Wir sind (oder waren) Exportweltmeister und haben fast Vollbeschäftigung. In vielen Branchen wird vom Fachkräftemangel gesprochen. Dies alles sind Zeichen einer tollen Volkswirtschaft, in der ziemlich viel ziemlich gut läuft.

ABER:

Ich bin der Meinung, dass unser Staat unersättlich ist und seine Bürger „ausnimmt wie eine Weihnachtsgans“. Mir ist klar, dass die oben genannten Punkte irgendjemand zahlen muss (Schulen, Krankenversicherung, etc.). Was ich jedoch nicht verstehe ist folgendes:

    • Von meinem Bruttolohn kommt nur die Hälfte auf meinem Konto an, obwohl mein Arbeitgeber ca. 130 % meines Bruttolohns zahlen muss
    • wenn ich von diesen 50 % mir etwas zu essen oder Dinge des täglichen Lebens kaufen möchte, zahle ich weitere 19 % Steuer
    • wenn dann noch was übrig bleibt (und das ist bei vielen Leuten nicht der Fall), kann ich mein Geld anlegen (es sei jetzt mal dahingestellt wie ich es anlege).
    • Jedoch muss ich weitere 25 % meiner Kapitaleinkünfte (klar, abzgl. Freibetrag) beim Staat abliefern




Ich verstehe, dass jemand die Rechnung für unsere tolle Infrastruktur usw. zahlen muss. Ich verstehe, dass „breite Schultern mehr tragen müssen“. Und das ist auch richtig so.

Ich bin jedoch der Meinung, dass der Staat trotz dieser Unersättlichkeit und diesen immensen monetären Mitteln unsere Kohle ganz schön verprasst. Immer dann, wenn der Staat sich einschaltet, zeigen sich Ineffizienzen:

  • Krankenversicherungssystem: Norwegen macht uns vor wie es geht!
  • Rentenversicherungssystem: Ich zahle Geld ein und weiß nicht ob ich überhaupt noch was davon bekomme. Ich will nicht arrogant sein, aber ich wette ich bin viel besser im Geld anlegen als die deutsche Rentenversicherung. Unser Umlagedeckungsverfahren ist absoluter Schrott!
  • eine weitere Liste von Steuergeldverschwendungen findet ihr Hier

 

Was wäre, wenn der Staat uns weniger belangen würde und die genannten Dinge in private (effizientere) Hände legen würde?

Ich bin auf Eure Gedanken zu diesem Thema sehr gespannt.

Was haben Schneebälle und Dividenden gemeinsam…?

Der größte Unterschied zwischen Scheebällen und Dividenden: Schneebälle gibts im Winter, Dividenden (hoffentlich) das ganze Jahr. Spaß beiseite.

Ein Unternehmen kann den Gewinn grundsätzlich wie folgt verteilen:

  • ausschütten (durch Aktienrückkäufe oder Dividenden)
  • investieren
  • Schulden zurückführen

Dividenden sind der Teil des Jahresüberschusses einer Firma, der an die Inhaber ausgeschüttet wird. Manche Unternehmen machen das quartalsweise (hier vor allem in den USA), manche nur einmal im Jahr. Es gibt sogar Unternehmen, die monatlich ausschütten.

Angenommen die Dividenden werden nicht ausgegeben, sondern wieder reinvestiert und die aktuelle Dividendenrendite (vor Steuern) liegt bei 6 % (bei Shell liegt sie aktuell sogar darüber). Das Ergebnis ist atemberaubend. 10.000,00 € wachsen in 50 Jahren auf über 180.000,00 € an. Bedenkt man jetzt noch, dass in den 50 Jahren die Dividenden eventutell sogar noch angehoben werden können, so ist klar, dass Value Investing und Dividenden sehr stark miteinander verbunden sind.

Aber was haben Schneebälle mit Dividenden gemeinsam? Denkt man an einen Schneeball (egal wie groß) und rollt den Ball im Schnee, so wird der Schneeball immer größer und größer. Wenn er einen Hügel hinabrollt muss man ihn nur einmal anstupsen und er wird beim runterollen immer größer. Ganz von alleine. Dasselbe gilt für Dividenden. Egal wie hoch die Dividendeneinnahmen sind: niemals ausgeben, stets reinvestieren. Das Investment wird nun von ganz alleine anwachsen (vorausgesetzt ihr habt die richtigen Aktien gewählt)..

Zu diesem Thema gibt es auch zwei erstklassige Bücker, die ich allen Value Investoren empfehle:

 

Einfluss von Währungsschwankungen auf Value Investoren

Eine Grundsatzfrage: Welchen Einfluss haben Währungsschwankungen auf Value Investoren? Ich werde mal versuchen das Thema an einem aktuellen Beispiel zu erklären.

Betrachtet man das Unternehmen Nestlé fällt auf, dass die „Unternehmenswährung“ der Schweizer Franken ist. Der Schweizer Franken ist zu Beginn des Jahres 2015 im Vergleich zum Euro stark gestiegen (Achtung: hier nicht vom Chartbild täuschen lassen). Hat man also als nicht Schweizer Nestlé Aktien Anfang 2015 gehalten, so ist der € Wert der Aktien stark gestiegen. Das freut natürlich die €-Nestlé Aktionäre.

Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern seine Ware ins „€-Ausland“ jetzt teurer verkaufen muss. Die Nachfrage nach Nestlé Produkten sollte also sinken. Und sinkende Nachfrage führt zu sinkenden Absatz und dieser führt (normalerweise) zu sinkenden Aktienpreisen.

Was will ich damit sagen?

Als Value Investor sind kurzfristige Einflüsse wie Währung, Zinsen, Edelmetallpreise, etc. unerheblich. Der stets langfristig orientierte Value Investor beachtet solche Einflüsse bei seinen Investitionsentscheidungen nicht.

Zeit ist der Freund von wunderbaren Unternehmen und der Feind von mittelmäßigen Unternehmen.

Warren Buffett

Valuetrap Öl?

Bevor ich weiter auf das Thema Öl eingehe, erkläre ich erst einmal den Begriff „Value Trap“ (Value Falle).

Value Traps sind Unternehmen, die auf den ersten Blick fundamental solide aufgestellt sind (z. B. hohe EK Quote, hohe Dividenden, usw.).

Auf dem zweiten Blick wird jedoch offensichltich, dass diese Unternehmen eine „Falle“ sind, da diese fundamentalen Werte nicht nachhaltig erzielt und gehalten werden können. Welche Auswirkungen solch eine Falle auf die Kurse hat ist ziemlich offensichtlich…

 

Jetzt also zum Thema Öl:

Wie bereits erwähnt fallen die Ölpreise, und in Folge auch die Ölaktien seit einiger Zeit deutlich. Laut Theorie sollte dies zu einer höheren Nachfrage (da billiger) bei gleichzeitig fallendem Angebot (da die Ölförderung sich zu diesen Preisen immer weniger rentiert) führen.

So weit die Theorie. Die aktuelle Praxis ist, dass zwar die Nachfrage steigt, jedoch das Angebot noch viel schneller. Deshalb besteht bereits seit einigen Monaten ein Angebotsüberhang. Normalerweise sollte die OPEC die Förderquoten kürzen, die amerikanische Fracking Industrie keine weiteren Bohrungen durchführen und auch keine neuen Anbieter am Markt „auftauchen“. Gegenteiliges ist jedoch der Fall:

  • Die OPEC bleibt bei den aktuellen Förderquoten
  • Die US Fracking Industrie bohrt nach wie vor
  • und neue Anbieter werden in Zukunft ebenfalls den Markt versorgen, siehe Iran

Deshalb meine Frage:

Sind Ölaktien im Bezug auf Value Investing ein „Value Trap“?

Kurzfristig gesehen sind Ölaktien offensichtlich eine Value Trap. Gazprom z. B. ist aktuell gerademal zum dreifachen der Unternehmensgewinne bewertet. Wer Anfang des Jahres bei Gazprom eingestiegen ist, hat aktuell jedoch hohe Verluste.

Langfristig gesehen bin ich jedoch sehr optimistisch, dass ein Investment in Ölaktien sinnvoll ist. Öl ist nicht nur als Treibstoff notwendig um von A nach B zu kommen. Öl ist in nahezu jedem Produkt des täglichen Lebens enthalten. Wir verwenden es für:

  • Verkehr
  • Heizung
  • Energie
  • chemische Industrie
  • und vieles mehr

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…

 

 

1

Öl Downturn

 

Seit Juni 2014 sind die Ölpreise im Sinkflug. Der Preis für die Ölsorte Brent (europäisches Öl) ist vom damaligen Höchstpreis von ca. 110 Dollar auf jetzt ca. 46 Dollar gefallen. Ein Minus von knapp 60 %. Die Gründe für diesen Absturz sind vielfältig:

 

  1. Die OPEC hält die Förderquoten stabil
  2. Fracking Boom in den USA
  3. Iran als zusätzlicher Ölförderer

 

Zu 1.)

Die OPEC reagierte bisher in Marktphasen mit fallenden Rohölpreisen stets mit fallenden Förderquoten. Dies hatte in der Vergangenheit den Effekt, dass eine höhere Nachfrage nach Öl (höhere Nachfrage, da niedrigere Preise) auf ein geringeres Angebot gest0ßen ist. Dies hat zu stabileren/steigenden Ölpreisen geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt müsste die OPEC die Quoten drosseln, stattdessen werden sie jedoch erhöht.

 

Warum passt die OPEC die Quoten nicht an?

Ganz einfach: Während die USA immer mehr und mehr Öl „auf den Markt wirft“ soll die OPEC die Fördermengen kürzen. Dies hätte zur Folge, dass die OPEC Marktanteile an die USA verliert. Dies will in den Arabischen Emiraten jedoch niemand hinnehmen.

Zu 2.)

Die USA hat begonnen Öl- und Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern. Diese Fördertechnik ist (wie viele andere auch) umstritten.

Welche Auswirkungen hat das auf den Ölpreis?

Bevor die USA mit dem Fracking begonnen haben, waren sie „Nettokonsumenten“. Das bedeutet sie haben mehr Öl und Gas verbraucht als sie hergestellt haben. Der Frackingboom jedoch führte dazu, dass die USA inerhalb kürzester Zeit mehr Öl und Gas aus dem Boden fördert als es selber verbraucht. Die USA haben sich somit vom Konsumenten zum Produzenten „gewandelt“.

Zu 3.)

Neben den oben genannten Einflüssen, die insgesamt zu einem höheren Ölangebot führen kommt jetzt noch der Iran hinzu. Der Iran ist ebenfalls ein Land mit hohen Erdölvorkommen und hat in der Vergangenheit bereits Öl exportiert. Allerdings bestand schon sein längerer Zeit ein Exportverbot. Im Zuge der Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran wurde auch das Exportverbot von Rohöl aufgehoben. Experten erwarten das erste „Iranöl“ im Laufe des Jahres 2016 an den weltweiten Märkten. Der Einfluss auf die Preise (auf Grund höherer Angebotsmengen) sollte klar sein…

 

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…