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Johnson & Johnson im Kaufmodus

Johnson & Johnson will im Bereich Pharma zukaufen

Johnson & Johnson (J & J) hat grundsätzlich zwei tolle Ertragssäulen: Pharmageschäfte und Konsumgüter. Die Pharmasparte soll mit einer Übernahme gestärkt werden. Actelion aus der Schweiz ist für J & J offensichtlich ein toller Partner. Erste Verhandlungen wurden bereits bestätigt.

Actelion wird von Jean-Paul Clozel geführt. Er ist gleichzeitig einer der größten Aktionäre. Actelion kann somit weitestgehend als Familienunternehmen betrachtet werden. Der Vorteil von Familienunternehmen sind die langfristig nachhaltigen Entscheidungen. Die Reichweite der Entscheidungen muss für Generationen richtig sein. Actelion ist in Basel gelistet und hat dort einen Wert von rund 16 Milliarden Schweizer Franken.

 Zukäufe über Zukäufe in der Pharma Branche

Dominic Caruso hatte bereits erwähnt, dass er zukaufen wollen, wenn die Unternehmen das Portfolio sinnvoll ergänzen würden. Nachdem J & J bereits im September für 4,3 Milliarden Dollar beim Augenheilkunde-Geschäft von Abbott Laboratories zugekauft hat, fragt man sich, ob J & J jetzt in einen Kaufrausch verfallen ist.  Inzwischen ist jedoch klar, dass die J & J sowie Actelion eher an einem Joint Venture arbeiten, als an einer Übernahme.

Da beide Unternehmen jedoch nicht über die Verhandlungen berichten, ist dies nach wie vor Spekulation.

Kriesenresistent

Johnson & Johnson ist ein amerikanischer Pharmazie- und Konsumgüterhersteller sowie Healthcareunternehmen. Kriesenresistent selbst zu Kriegszeiten. Warum? Johnson & Johnson ist (unter anderem) Hersteller der „OP Fäden“ zum Nähen von Wunden. Makaber aber wahr.

J&J gelingt es regelmäßig, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Vor allem Kassenschlager wie das Arthrose-Mittel Remicade kurbeln das Geschäft an. Der Konzern hat eigenen Angaben zufolge aber auch zahlreiche neue Mittel in der Pipeline, die für künftiges Wachstum sorgen sollen.

Große Baustellen bei Nestlé

Leise, still und heimlich hat Nestlé Froneri, das Eiskrem- und Tiefkühl-Joint-Venture von Nestlé und R&R Ice Cream am 1. Oktober gestartet. Das Gemeinschaftsunternehmen bringt es auf 2,5 Mrd. Euro Jahresumsatz, wichtigster Markt ist Deutschland.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé S.A. und R & R Ice Cream Plc., Froneri, hat nach Abschluss aller wettbewerbsrechtlicher Genehmigungsverfahren diese Woche die Arbeit aufgenommen. Geführt werden die Geschäfte von R&R-Chef Ibrahim Najafi. Nestlé-Vorstand Luis Cantarell wird Vorsitzender des Aufsichtsrats, dem drei Nestlé-Manager und drei Vertreter des R&R-Eigentümers, dem britischen Finanzinvestor PAI, angehören. Cantarell wird zwar Ende des Jahres aus dem Vorstand des Weltkonzern ausscheidet, aber auch künftig die Interessen der Schweizer bei Froneri wahrnehmen. Mit ihm wechselt das Management der Nestlé-TK-Sparte fast vollständig in die neue Gesellschaft.

Froneri wird auch Nestlés Großverbrauchergeschäft mit Erlenbacher zugeschlagen. Dagegen bleiben Wagner Pizza sowie das TK-Geschäft in Italien außen vor.

Nestlé ist aktuell am Eismarkt abgeschlagen. Weltweit wird Eis im Wert von ca. 77 Mrd USD im Jahr verkauft. Der Schweizer Anteil liegt bei ca. 10 Prozent. Unilevers Anteil hingegen ist doppelt so groß. Er will mit dem Deal Kompetenzen bündeln in einer nach wie vor dynamischen Kategorie. Weltweit, so die Prognose von Euromonitor, soll der Eiskremmarkt bis 2020 um 14 Prozent auf dann 87 Mrd. USD wachsen. Als besonders vielversprechend gelten die Regionen Asia-Pacific und Afrika.

Das Eisgeschäft soll an die Börse gehen

Es ist noch unklar, ob Nestlé mit dem Deal  eine weniger erfolgreiche Beteiligung losschlagen möchte, oder seine Aktionäre an dem Erfolg der neuen Gesellschaft beteiligen. Wie letzteres geht, hat zuletzt Procter & Gamble mit dem Verkauf seines Parfumgeschäfts vorexerziert. Reuters zitiert Frederic Stevin von PAI damit, die Unternehmensanteile der Partner könnten sich künftig auch verändern. Auf längere Sicht wolle man mit Froneri an die Börse.

Die Ausgliederung aus dem Nestlé-Konzern ist aus Sicht von Analysten logisch, weil bei der Neupositionierung als größtem Wellness- und Gesundheitskonzern nur störend. Zuletzt habe die Eis-Sparte an Umsatzbedeutung leicht eingebüßt. Nestlé will, unbestätigten Meldungen lokaler Medien zufolge, die Eisfabrik in Serbien schließen. Sie ist Teil der 2005 übernommenen griechischen Delta Ice Cream.

Ungeachtet dessen wurden die Erwartungen nicht erfüllt

Angesichts der Schwäche in vielen Schwellenländern schätzt der Lebensmittelriese Nestlé seine Wachstumschancen pessimistischer ein. Aus eigener Kraft werde der Konzern im laufenden Jahr wohl nur um 3,5 Prozent zulegen, teilte Nestlé am Donnerstag mit. Eigentlich hatte der Hersteller von Kitkat-Schokoriegeln, Maggi-Fertiggerichten und Nescafé wie im Vorjahr um 4,2 Prozent wachsen wollen.

In den ersten neun Monaten blieb Nestlé hinter den Erwartungen der meisten Analysten zurück. Insgesamt setzte der Konzern mit 65,5 Mrd. Schweizer Franken (60,3 Mrd. Euro) nominal 1 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum (64,9 Mrd.). Organisch stieg der Umsatz um 3,3 Prozent, wovon 0,8 Prozentpunkte auf Preissteigerungen zurückgehen. Wechselkursseffekte wirkten sich mit -1,7 Prozent, Akquisitionen und Veräußerungen mit -0,6 Prozent mindernd auf das Umsatzwachstum aus.

Nestlé ist stark im Umbruch. Neben dem Eisdeal sollen auch mehrere lokale Wassermarken auf dem Prüfstand stehen. Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht.

Pepsico verdient weniger

 

Der Snack- und Softdrink-Konzern Pepsico hat trotz guter Geschäfte mit neuen Produkten auf dem US-Markt im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von knapp 2 Prozent verbucht. Den Wermutstropfen steuert der starke Dollarkurs bei, der die Einnahmen aus dem Ausland in der Umrechnung schmälert. Der Gewinn allerdings klettert unerwartet stark.
Den amerikanischen Chips- und Getränkehersteller Pepsico stimmen gute Geschäfte auf dem Heimatmarkt zuversichtlich für das Gesamtjahr. Neue Snacks wie kalorienarmes Popcorn oder Bio-Limonaden kämen bei den Verbrauchern gut an, teilte der Coca-Cola-Konkurrent am Donnerstag mit. Allerdings schmälere der starke US-Dollar die Einnahmen aus dem Ausland. So ging im dritten Quartal (bis Anfang September) der Umsatz um 1,9 Prozent auf 16 Milliarden US-Dollar zurück. Damit schnitt der Konzern aber besser ab als Analysten es erwartet hatten.
Der Gewinn kletterte unerwartet stark auf rund 2 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatten Abschreibungen auf das Geschäft in Venezuela belastet, so dass damals nur 533 Millionen Dollar unter dem Strich standen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun etwas mehr Gewinn als zuvor. Je Aktie will er 4,78 Dollar verdienen. Zum Halbjahr war er noch von 7 Cent weniger ausgegangen. (dpa-AFX)

Noch ein Bier, bitte! Heineken steigert Umsatz

Der Brauereikonzern Heineken steigerte seinen Absatz im dritten Quartal stärker als die Analysten erwarteten

Bereinigt um Zu- und Verkäufe steigt der Umsatz um 2 Prozent. Der vorliegende Rückgang des Gewinns wird durch Einmaleffekte und Abschreibungen begründet. Der zweitgrößte Braukonzern der Welt hat in den Sommer Monaten mehr Bier verkauft als erwartet. Das Unternehmen aus Amsterdam konnte die Analysten überzeugen. Sie hatten lediglich mit 1,4 Prozent mehr Bierabsatz gerechnet. Wenn man die Zukäufe noch mit einrechnet konnten die Holländer ihren Absatz sogar um 5,4 Prozent steigern.

Unter Strich sinkt der Gewinn

Etwa 30 Prozent weniger Gewinn, also 1,24 Milliarden Euro konnte das Unternehmen erwirtschaften. Der Rückgang ist vor allem auf Sondereffekte aus dem letzten Jahr zurückzuführen. Dank eines Verkaufs konnten im lezten Jahr ein Sonderertrag von 379 Millionen Euro verbucht werden. In diesem Jahr musste hingegen eine Abschreibung in Höhe von 233 Millionen Euro verschmerzt werden.

Weniger verdient mit Zahnpasta und Seife

Colgate Palmolive verdient weniger

Bedingt durch negative Wechselkurse hat Colgate Palmolive 3,5 Prozent weniger umgesetzt. Auch der Gewinn ging zurück. Der Hersteller von Zahnpasta, Zahnbürsten und Seife (auch Hundefutter vertreibt das Unternehmen vor allen in den USA) musste einen Rückgang des Nettoumsatzes konzernweit um 3,5 Prozent auf 3,9 Mrd. US-Dollar verkraften. Schuld sind laut Unternehmen vor allem Währungsschwankungen und ein schwieriges Lateinamerika Geschäft. Anlayste hatten im Vorfeld höher Erwartungen geäußert.

Ian Cook, Chairman, President and Chief Executive Officer, freut sich dennoch. Der Zahnpastaprofi habe schließlich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein organisches Wachstum von 4,5 Prozent geschafft.

Ich konzentriere meine Investment auf Dinge des täglichen Lebens und leicht verständliche Geschäftskonzepte. Die langfristigen Aussichten sind aus meiner Sicht nach wie vor „blendend“.

Unilever kauft Nachhaltigkeit in das Portfolio

Unilever kauft Seventh Generation

Der Konsumgüterriese Unilever investiert in Produkte mit Nachhaltigkeitsanspruch und holt sich den US-Reinigungsmittelhersteller Seventh Generation ins Portfolio. Das Unternehmen setzt auf pflanzliche Inhaltsstoffe und vertreibt seine Artikel über Händler wie Target oder CVS Pharmacy.

Kosten werden nicht genannt

Der Konsumgüterriese Unilever hat bei einem Haushaltsartikelhersteller mit ökologischem Anspruch zugeschlagen. Wie der Konzern mitteilt, wurde mit Seventh Generation aus Vermont ein Kaufvertrag unterzeichnet. Wie viel sich Unilever den Zukauf kosten lässt, wird nicht offengelegt.

Andere Käufe zur Zeit nicht attraktiv

2015 hat der Neuzugang den Angaben zufolge 200 Mio. US-Dollar umgesetzt. Zudem habe das 1988 gegründete Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren jährlich zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Das US-Wirtschaftsmagazin Fortune berichtet unter Berufung auf Insider, dass Unilever zwischen 600 und 700 Mio. Dollar in bar für den Spezialisten für WPR- und Hygiene-Produkte auf pflanzlicher Basis gezahlten haben dürfte. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie die Honest Company von Jessica Alba, an dem Unilever zuletzt Interesse nachgesagt worden war, setzt Seventh Generation auf den Vertrieb über Händler wie Target, CVS und Walgreens. Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Der Nordamerika-Chef von Unilever, Kees Kruythoff, sieht Seventh Generation auf einer Linie mit dem bestehenden Nachhaltigkeitsportfolio des Konzerns zu dem die Fair-Trade-Eiskrem-Marke Ben & Jerry’s und die Pflegemarke Dove gehören. Der CEO von Seventh Generation ist für Unilever dabei kein Unbekannter: John Replogle war bis 2006 für das nordamerikanische Hautpflegegeschäft des Konzerns verantwortlich.

Henkel verdient Geld mit Geld

Henkel verdient Geld mit Geld

 

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat zur Finanzierung der Sun-Übernahme eine Anleihe platziert, die Investoren eine Rendite von weniger als null Prozent einbringt. Henkel verdient an dem „Darlehen“ also noch, während Investoren unter dem Strich Geld verlieren. Henkel und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis sind die ersten privatwirtschaftlichen Unternehmen, die über Anleihen in Euro Geld mit einer negativen Rendite aufnehmen. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller hat sich über einen Bond mit einer Laufzeit bis 2018 Finanzmittel im Volumen von 500 Millionen Euro beschafft. Die Rendite dieser Anleihe liegt bei minus 0,05 Prozent und der Zinskupon bei 0 Prozent – Henkel muss seinen Anlegern also weniger Geld zurückzahlen, als aufgenommen wurde. Auch die Rendite bei Sanofi, deren Anleihe ein Volumen von einer Milliarde Euro hat, liegt bei minus 0,05 Prozent.

Insgesamt hat Henkel Anleihen im Wert von 2,2 Mrd. Euro am Markt platziert, die das Unternehmen zur Finanzierung der Übernahme des Waschmittelherstellers The Sun Products Corporation benötigt. Neben der Anleihe mit negativer Emissionsrendite hat Henkel noch drei weitere Anleihen über 700 Mio. Euro, 750 Mio. US-Dollar und 300 Mio. Pfund platziert, die neutrale oder positive Renditen und Kupons bieten. Alle Anleihen seien deutlich überzeichnet gewesen, teilte Henkel mit. Zudem hat der Konzern ein dreijähriges Bankdarlehen in Höhe von rund einer Mrd. Euro aufgenommen.

Henkel und Sanofi profitieren bei der Geldbeschaffung von der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die es für Anleger attraktiv macht, Geld mit geringen Verlusten zu verleihen statt es auf Bankkonten zu parken. Dort würden die Verluste nämlich noch höher ausfallen. Zudem hat die EZB in den vergangenen Monaten ihre Anleihekäufe auf Schuldtitel von Unternehmen kräftig ausgeweitet und damit die Renditen dieser Papiere gedrückt. Im Juli hatte die Deutsche Bahn als Quasi-Staatsunternehmen eine Anleihe mit negativer Rendite von minus 0,006 Prozent begeben. Der Konsumgüterkonzern Unilever emittierte dagegen kürzlich noch eine Anleihe mit knapp über 0 Prozent und einem Zinskupon von 0 Prozent. Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Cola kauft zu und zentralisiert gleichzeitig

Coca Cola kauft zu

 

Coca-Cola stellt das Geschäft auf immer breitere Füße. In Brasilien verkauft der US-Konzern künftig abgepackten Bohnenkaffee. Mit der Produkteinführung sowie der Übernahme der brasilianischen Molkerei Verde Campo will der Getränkeriese den Frühstückstisch im Land erobern.

Nicht nur in Deutschland stellt sich Coca-Cola mit Kaffee breiter auf: In Brasilien steigt der US-Riese gar in den Markt für abgepackte Kaffeebohnen ein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Demnach führt der Hersteller die neue Produktkategorie über eine lokale Tee-Tochter ein. Die Bohnen liefert der Kaffee-Exporteur Tristao Companhia de Comercio Exterior, mit dem der Getränkegigant eine Kooperation geschlossen hat.

Mit diesem Schritt will sich Coca-Cola diversifizieren und vor allem bei Frühstücksgetränken stärker positionieren. Aus diesem Grund ist der Hersteller auch dabei, die brasilianische Molkerei Verde Campo zu kaufen. Das seien die beiden letzten Eroberungsfelder in der Getränke-Kategorie, erklärt Sandor Hagen, der als Vizepräsident den Bereich New Business der brasilianischen Tochter leitet. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern sein Portfolio sukzessive mit Saft, Tee und Wasser ausgebaut.

 

Coca Cola hat in diesem Jahr bereits einen Hersteller für Soja Milch gekauft

 

Mit der Marke „Café Leão“ steigt Coca-Cola in Brasilien in den Markt für Kaffeebohnen ein.
Mit seiner Marke „Café Leão“ zielt das Unternehmen dabei insbesondere auf die kaufstarke Klientel im Land. Die Kaffee-Sorten werden ausschließlich aus hochwertigen Arabica-Bohnen hergestellt, heißt es. Brasilien sei zwar Top-Produzent dieser Bohnen, jedoch würden diese meist exportiert. Die lokale Bevölkerung hätte kaum Zugang zum heimischen Kaffee, der etwa von Starbucks für seine Kaffeeprodukte verwendet werde.

Nach dem Zukauf kommt die Zentralisierung

 

Der US-Softdrinkriese Coca-Cola ist weltweit dabei, seine Abfüllorganisation zu zentralisieren. Anfang Juli ist der neue Mega-Bottler auf dem afrikanischen Kontinent ans Netz gegangen. Das bleibt für das bisherig Coke-Schaltzentrum in Kenia nicht ohne Folgen.

Der Softdrink-Gigant Coca-Cola organisiert sich im Zuge der weltweiten Zentralisierung der Bottler in Afrika neu: Die bisherige Regionalzentrale in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, von der aus der US-Konzern bisher das Abfüllgeschäft in 31 afrikanischen Ländern steuert, verliert an Bedeutung. Wie die Zeitung Sunday Nation berichtet, soll künftig das Topmanagement im südafrikanischen Johannesburg sowie im nigerianischen Laos sitzen. Marktbeobachter fürchten nun den Verlust von Arbeitsplätzen und der Wettbewerbsfähigkeit von Kenia als Investitionsstandort für multinationale Konzerne.

Die Regionalzentrale in Nairobi war dem Bericht zufolge im September 2008 bezogen worden. Rund 10 Mio. US-Dollar soll der Bau gekostet haben. Die Entscheidung Nairobi im Coca-Cola-Netz herunterzustufen, habe sich erst in den vergangenen Tagen abgezeichnet, heißt es weiter.

 

Abfüllriese mit SAB Miller

Den afrikanischen Kontinent erschließt sich Coca-Cola in erster Linie zusammen mit dem Bierproduzenten SAB Miller. Im Mai haben die beiden Partner nach einigem Hin und Her grünes Licht für die Zusammenlegung ihrer Abfüllkapazitäten in 14 süd- und ostafrikanischen Staaten bekommen. Der daraus entstehende Abfüllriese, Coca-Coca Beverages Africa (CCBA) mit Sitz in Südafrika, kommt Unternehmensangaben zufolge auf einen Marktanteil von rund 40 Prozent und einen Umsatz von 2,9 Mrd. US-Dollar. Anfang Juli hat CCBA den Betrieb aufgenommen.

 

Unilever schärft das Portfolio

Der britische Hersteller von Konsumgütern, Unilever, steigt in das Geschäft mit Rasierern ein. Für etwa eine Milliarde US-Dollar holt sich der Konzern das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus den USA ins Marken Portfolio.

Der britisch-niederländische Konzern Unilever kauft das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus Kalifornien

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ fließt für das 2012 gegründete Start-up, das in diesem Jahr einen Umsatz von gut 200 Millionen US-Dollar anpeilt, eine Milliarde Dollar.

Dollar Shave Club vertreibt Rasierklingen und Pflegeprodukte im Abo. In den USA ist dieses Vertriebsmodell im Gegensatz zu Deutschland bereits relativ erfolgreich. Nach Schätzungen von Marktbeobachtern kommen dort die Online-Abomodelle bei Rasierern auf einen Marktanteil von 10 Prozent. Laut Euromonitor entfallen 5 Prozent des nordamerikanischen Marktes auf Dollar Shave Club.

Zuletzt soll sich laut LZ-Informationen Unilever auch den Wilkinson-Hersteller Edgewell als Übernahmekandidaten angeschaut haben, mit dem der Konzern 2013 kurzzeitig in den USA kooperiert hat. Für die Körperpflegemarke Axe lieferte das Unternehmen damals Rasierer, die über den Online-Versand Walmart verkauft wurden.

Eine Übernahme von Edgewell wäre der Direkteinstieg in die Produktion inklusive des Verkaufs im stationären Handel gewesen. Das New Yorker Start-up Harry’s, einer der schärfsten US-Wettbewerber von Dollar Shave Club, hat sich genau das getraut und 2014 den deutschen Rasiererhersteller Feintechnik übernommen. Die Thüringer liefern beispielsweise Rasierer und Klingen für den Discounter Lidl.

Der Online-Rasiererabo-Anbieter Dollar Shave Club gehört nun zu Unilever

Der Rasierermarkt ist in der Hand weniger Spieler. Führend ist hier der US-Konzern Procter & Gamble mit seiner Marke Gillette. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist allerdings der Abstand zur Konkurrenz in Nordamerika geschmolzen: Laut Daten von Euromonitor ist der Marktanteil von Procter & Gamble zwischen 2010 und 2015 von 71 auf 59 Prozent gesunken.

Als Antwort auf Online-Anbieter wie Dollar Shave Club hat der Platzhirsch im vergangenen Jahr den Gillette Shave Club mit eigenen Abo-Angeboten an den Start gebracht. Diese reichen in unterschiedlicher Ausstattung von 17 bis 22 US-Dollar (USD) pro Monat. Das Basis-Abo bei Dollar Shave Club fängt bei monatlich 1 USD plus 2 USD Liefergebühr an.

Das Geschäft mit Männerpflege ist zuletzt verstärkt in den Fokus der Branche gerückt: So haben L’Oréal und Beiersdorf ihr Portfolio zuletzt ausgebaut. Die Hamburger wagten sich auch bereits auf das Feld der Damenrasierer vor – allerdings wie Unilever auch ohne eigene Produktion. Die Klingen und Rasierer liefert der japanische Hersteller Kai. Zuletzt hatte Beiersdorf hier mit Qualitätsproblemen zu kämpfen.

Fakten zu Dollar Shave Club

  • Gegründet 2012
  • Sitz in Venice im US-Bundesstaat Kalifornien
  • Nach eigenen Angaben 3,2 Mio. Mitglieder
  • Umsatz im Geschäftsjahr 2015: 152 Mio. US-Dollar
  • Umsatzprognose für 2016: Über 200 Mio. US-Dollar
  • Online-Sortiment mit Fokus auf Männerpflege: Neben Rasierern, Reinigungsmarke Wanderer, Hautpflegemarke Big Cloud, Haarstylingmarke Boogies, Reinigungstüchermarke Charlies

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

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L´Oréal macht auf Nestlé

 

L’Oréal will den Bereich naturnahe Kosmetik mit einem Kauf eines anderen Unternehmen stärken. Der Konzern aus Frankreich hat der Rivadis-Gruppe ein Angebot für Société des Thermes de Saint-Gervais-les-Bains vorgelegt. Zum Deal zählt auch die Lizenz für die Nutzung der Kosmetikmarke Saint-Gervais Mont-Blanc. Interessant an dieser Stelle ist, dass Nestlé 30 Prozent an LÓréal hält.

L’Oréal hat der französischen Rivadis-Gruppe ein Angebot für die Société des Thermes de Saint-Gervais-les-Bains sowie die Lizenz zur Nutzung der Kosmetikmarke Saint-Gervais Mont-Blanc unterbreitet. Mit dem Zukauf wollen die Franzosen den Bereich naturnahe Kosmetik stärken. Auch Nestlé möchte verstärkt in medizinische Gesundheitsprodukte investieren.

Basierend auf dem Angebot verhandelt der Kosmetikkonzern mit Rivadis exklusiv über den Zukauf. Die Körper- und Gesichtspflegeprodukte der Marke Saint-Gervais Mont-Blanc bestehen aus Thermalwasser als auch natürlichen Pflanzenextrakten. Nach Zustimmung des Ortes Saint-Gervais-les-Bains sowie Absprache mit den Mitarbeitern der Rivadis-Gruppe erwartet L’Oréal den Abschluss der Übernahme in dem nächsten halben Jahr.

FELIX aus dem Netz – Nestlé investiert

Der Tiernahrungshersteller Nestlé Purina stellt sich auf die Digitalisierung mit einer neuen Struktur ein. Ein Relaunch soll die Marke Purina One aus der Preisfalle holen.

Hubert Wieser baut um: Der Geschäftsführer der Nestlé Tiernahrungssparte in Deutschland und der Region Zentraleuropa hat seinem Team in Euskirchen eine neue Organisationsmatrix verpasst. Zum 1. Juli hat Nestlé Purina die Aufteilung in die Business Units Fachhandel und Lebensmittelhandel wieder aufgehoben. Stattdessen gibt es nun wieder – wie schon vor vier Jahren – eine gemeinsame Marketing- und Vertriebsabteilung für beide Kanäle.

Grund dafür war laut Wieser vorwiegend der immer weiter wachsende E-Commerce-Anteil in der Kategorie. „Die Grenzen zwischen Fachhandel, E-Commerce und Lebensmitteleinzelhandel verwischen zunehmend“, so Wieser. Von der neuen Struktur verspricht er sich kürzere Entscheidungswege und mehr Effizienz. Ein digitales Kompetenzteam soll seit Herbst 2015 neues Wissen mittelfristig bei allen Mitarbeitern etablieren: „Digital geht jeden an“. Wieser kann sich vorstellen, dass der Onlineanteil der Kategorie mittelfristig auf 30 Prozent steigen könnte und erwartet disruptive Wirkungen: „Das, was der Discount vor einigen Jahren für Deutschland als Veränderungstreiber bedeutete, wird künftig der E-Commerce sein.“

Mit dem Umbau gehen einige personelle Veränderungen einher. Der bislang für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zuständige Manager Alain Virieux wird künftig das Marketing in Deutschland und den weiteren Ländern verantworten, die aus Euskirchen gesteuert werden. Neuer Vertriebschef wird Heinz Schmidt – bislang verantwortlich für den LEH.

Auch in der Werbung steht das Digitale stärker im Fokus. Ein Großteil der 2015 um 30 Prozent aufgestockten Werbegelder sei ins digitale Marketing geflossen, so Wieser. Laut Nielsen haben die Euskirchener 2015 allerdings nur 0,3 Mio. Euro mehr ausgegeben: 21,7 Mio. Euro. Digitale Mediaspendings würden von Nielsen nicht hinlänglich erfasst, argumentiert Purina.

Höhere Preise mit Relaunch

In diesem Jahr fließen ein großer Teil der Ausgaben im zweiten Halbjahr in den Relaunch von Purina One, der mit einer Anhebung der unverbindlichen Preisempfehlung einhergeht. Eine neue Rezeptur soll die Abwehrkräfte der Katzen verbessern. „Was in den letzten Jahren mit dem Regalpreis passiert ist, ist der Marke nicht dienlich“, sagt Wieser. Zwar entwickle sich der Tiernahrungsmarkt der Menge nach positiv, aber es gebe eine erhebliche Erosion der Verkaufspreise aufgrund der aktuell sehr preisaggressiven Stimmung im Handel. „Wir sind an der Grenze dessen, was gesund ist.“

Außerdem im Fokus steht der Launch einer suppenartigen Nassnahrung für Katzen unter der Marke Gourmet sowie die Markteinführung von DentaLife, einem Zahnpflegesnack für Hunde. Im Werk in Euskirchen wurden 6 Mio. CHF investiert, um das Produkt herstellen zu können. Auch die Hundesnackmarke Adventuros soll mit Innovationen ausgebaut werden. Der rheinländische Standort ist in der Nestlé Region Europa, Nahost und Nordafrika (EMEA) der einzige zur Snackproduktion – ein stetig wachsendes Segment.

200 Mio. CHF fließen in Produktion

In der Region würden jährlich mehr als 200 Mio. CHF in das Produktionsnetzwerk der Tiernahrungssparte investiert, sagt Wieser. Frische Linien sind unter anderem in Russland, Polen und Euskirchen geplant. Kapazitäten, die notwendig sind – denn der Konzern vermeldet gute Zahlen. Laut Jahresbericht war das Wachstum der Tiernahrungssparte der zweitwichtigste Wachstumstreiber in der Region EMEA, in 19 der 20 größten Märkte konnten Marktanteile gewonnen werden.

Russland sei beispielsweise mittlerweile unter den fünf größten Märkten der Tiernahrungssparte. Wie passt es da, dass Nestlé Anfang 2016 das europäische Geschäft mit Kleintiernahrung- und -zubehör – vorwiegend präsent in Frankreich, Italien und Spanien – an Wettbewerber Bob Martin verkauft hat? „Wir müssen uns fokussieren. Accessoires und Kleintiernahrung ist nicht unsere Kernkompetenz.“

Für Deutschland hat Wieser in diesem Jahr erneut ambitionierte Pläne: ein Plus von 60 Basispunkten bei den Marktanteilen. In den vergangenen Jahren konnte Nestlé Purina das liefern. In den ersten fünf Monaten konnte das Unternehmen bereits in diesem Tempo wachsen.

Ob künftig auch Aldi zum Umsatzwachstum beitragen wird, ist ungewiss. Zwar listete der Mülheimer Discounter Nestlé-Pizza ein, doch bei Tiernahrung startete der Süden einen Testballon mit Katzensnacks des hierzulande noch immer deutlich größeren Marktführers Mars in einer Aktion mit Whiskas und Dreamies. Wieser gibt sich gelassen: „Wir wollen mit allen Händlern zusammenarbeiten, müssen aber nicht unbedingt der Erste bei Aldi sein“.

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Sommerbeginn und das Geld verdienen geht los

Die Eis Sparte von Unilever will dieses Jahr stark wachsen

Eis von Langnese hat ein Ausnahmejahr mit fast zweistelligen Umsatzsteigerungen hinter sich. Mit noch mehr Werbung und verstärkten POS-Aktivitäten sowie neuen Produkten und Angebotsformen soll das Eisgeschäft von Unilever auch in diesem Jahr wachsen.

Für die Unilever-Tochter Langnese Eiskrem war 2015 ein hervorragendes Jahr. Der Umsatz erhöhte sich dank bester Wetterbedingungen und der außerordentlich erfolgreichen Neueinführung „Magnum pink & black“ im „hohen einstelligen Prozentbereich“. Konzernchef Paul Polmann bescheinigt der Sparte ein „Rekordjahr“. Unilever Deutschland nennt selbst keine absoluten Zahlen für sein Eisgeschäft, Marktforscher jedoch beziffern den Umsatz zu Endverbraucherpreisen hierzulande für 2015 auf 460 Mio. Euro. Damit steht Langnese für rund ein Drittel des Branchenumsatzes im deutschen Lebensmittelhandel.

Die guten Zahlen in dieser „extrem emotionalen Kategorie“ seien nicht allein auf das gute Sommerwetter zurückzuführen, betont Geschäftsbereichsleiterin Christiane Haasis. Die Premiummarke Ben & Jerry’s habe mit überproportionalen Zuwachsraten ebenfalls viel dazu beigetragen, ebenso wie die Desserts von Cremissimo. Am deutlichsten sei der Wetter-Effekt beim Außer-Haus-Geschäft an Kiosken und in Schwimmbädern gewesen, das einen regelrechten Umsatzsprung machte.

Das Marketing in Hamburg hat den 80. Geburtstag von Langnese voriges Jahr genutzt und mit dem Sänger Heino einen bekannten Testimonial engagiert, um die Präsenz auf den Verkaufsflächen zu verstärken. Wettbewerber beobachten hohe Investitionen des Hamburger Marktführers in seine POS-Präsenz. „Ubiquität ist extrem wichtig für Eiskrem“, sagt Haasis und begründet damit auch, weshalb Langnese seit Anfang Mai an Aldi liefert. Zuvor sei schon die Listung bei Hofer „extrem erfolgreich“ gewesen, zumal der österreichische Aldi-Ableger in besonderen Kühltruhen in Kassennähe zusätzlich Impuls-Artikel anbiete.

Nielsen-Daten aus Deutschland belegen für die ersten vier Monate dieses Jahres – das heißt noch ohne Aldi – erhebliche Mehrumsätze von Langnese sowohl im klassischen Handel wie auch im Harddiscount.

Hersteller wollen mit Innovationen punkten

Damit die Kategorie Eiskrem weiter wachse müssen Hersteller und Handel nach Ansicht von Haasis ständig neue Kaufimpulse auslösen: mit Aktionen, zusätzlichen Platzierungen und einer Vielzahl von Innovationen. Die „absolute Nummer-eins-Innovation“ sei im vorigen Jahr Magnum „pink & black“ gewesen, der größte Erfolg seit der Geburt der Marke vor 26 Jahren.

Um diesen Erfolg zu wiederholen oder sogar zu übertreffen, setzt Langnese auf Magnum Double und die aktuelle Werbekampagne „Release the beast“. Für das Stiel Eis mit mehreren Schichten kommt eine neue Technik zum Einsatz.

Im Unilever-Eiswerk in Heppenheim, wird jährlich ein hoher ein- bis zweistelliger Millionenbetrag investiert. Heppenheim sei derzeit das größte Eiskremwerk Europas, heißt es in Hamburg, und die größte Magnum-Fabrik weltweit. An dem Standort werden pro Jahr mehr als 1 Mrd. Portionen Eis produziert. Auf 20 Produktionslinien laufen Produkte wie Magnum, Calipo, Cremissimo und Vinetta vom Band. Insgesamt wird in dem Werk mit sieben verschiedene Produktionstechnologien gearbeitet, darunter Stiel-Eis, „Wannen“-Produkte wie Cremissimo und Dessert-Eise wie Vienetta.

Weiterhin nennt Haasis Trends, die nach ihrer Einschätzung das Eisgeschäft bestimmen: Der eine ist Snacking. Deshalb gibt es Ben & Jerry‘s künftig außer in Bechern auch zwischen zwei Cookies im „Ein-Hand-Format“, und Cornetto Frozen Joghurt wird als fruchtiger Snack für Zwischendurch positioniert. Einen zweiten Trend, den Haasis als „Eisdiele zu Hause“ beschreibt, wird mit neuen Cremissimo Sorbets aufgegriffen.

 

Top 6 Eiskrem-Hersteller weltweit 2016 (nach Marktanteil)

Rang Unternehmen Marktanteil (in Prozent) 2015* Marktanteil (in Prozent) 2010* Veränderung (in Prozent)
1 Unilever Group 21,30 19,50 9,2  
2 Nestlé SA 10,00 11,90 -16,0  
3 General Mills Inc 2,90 2,80 4,6  
4 Lotte Group 2,00 2,60 -23,1  
5 Inner Mongolia Yili Industrial Group 1,40 1,10 27,3  
6 Mars Inc 1,20 1,30 -7,7  

*Kategorie: Eiscreme und gefrorene Desserts

Quelle: euromonitor.com

 

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

 

Coca Cola dreht jetzt das große Rad

Letzte Woche hatte ich bereits berichtet, dass Warren Buffett´s Lieblingsgetränk jetzt auch Soja Getränke verkauft. Der weltweit führende Erfrischungsgetränkehersteller stellt sich jetzt noch breiter auf und will seine Aktivitäten im Bereich Kaffee, Tee und Kakao noch weiter ausbauen.

Wie will Coca Cola das machen?

Coca Cola will vor allem das Automatengeschäft ausbauen. Die bestehende Marke Chaqwa soll Kalt- und Heißgetränke an frequenzstarken Plätzen, wie z. B. Flughäfen, Stadien und Einkaufszentren mit Hilfe der Automaten verkaufen. Coca Cola ist im Automatengeschäft bereits die Nummer Zwei in Deutschland. Nummer eins im deutschen Raum ist Dallmayr.

Erste Erfolge kann Coca Cola bereits vorweisen. Chaqwa ist seit Anfang diesen Jahres bei Rewe und Penny präsent. Der Lebensmitteleinzelhandel verfolgt seit neuesten eine Markenstrategie um die Kunden und Marge zu halten. Neben der Selbstbedienung am Automaten soll Chaqwa auch für Bistros und Bäckereien anbieter mit Vollautomaten werden. Hier wird der Siegeszug von Coca Cola jedoch nicht so schnell funktionieren, da hier bereits etablierte Anbieter, wie z. B. WMF, Coffema oder Melitta stark vertreten sind.

Der übermächtige Weltkonzern

Coca Cola setzt hier jedoch selbstbewusst auf die eigene über „1.000 Mann starke Vertriebsmannschaft“. Weiterhin soll die Zusammenarbeit mit dem Getränkefachgroßhandel bei Marktbearbeitung und Kunden Akquise gestärkt werden. Das „Zuckerwasser aus Atlanta“, USA kann hier also voller Selbstvertrauen ans Werk gehen. Dem langfristigen Erfolg steht wohl wenig entgegen.

Ich bin gespannt wie andere Hersteller von Kaffee sich verhalten werden. Nestlé verkauft Kaffee bereits seit Jahren. Die Marken Nescafé oder Nespresso sind bereits sehr stark am Markt vertreten. Und auch Nestlé kann auf eine sehr lange und erfolgreiche Historie verweisen.

Nestlé wird 150 Jahre

Der Nahrungsmittelkonzern feiert das 150-jährige Bestehen

Nest – so heißt das neue Museum am Firmensitz im schweizerischen Vevey. Der deutsche Apotheker Heinrich Nestle hat 1860 ein Milchpulver für Säuglinge erforscht. Die folgenden 150 Jahres der Industrialisierung, Mangelernährung und Forschung haben das Unternehmen extrem wachsen lassen. Letzte Woche Donnerstag hat der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt in Vevey das 150-jährige Bestehen gefeiert. Für die Feier wurde ein eigenes Museum errichtet. Es heißt wie das Logo – Ein Nest.

Wenig bekannt ist jedoch, dass Henri Nestle die Rechte an seinem Logo und seiner Unterschrift 1875 für eine Millionen Schweizer franken an einen Amerikaner verkaufte, der das Unternehmen erst so groß gemacht hat. Obwohl Nestlé sehr heimatverbunden ist, macht das Unternehmen lediglich 2 % des Jahresumsatzes von 80 Milliarden Euro in der Schweiz, also ein echter „Global Player“.

Nestlé wurde so groß, weil die Mütter früher auf Grund von Mangelernährung nicht in der Lage waren, die eigenen Kinder zu ernähren. Mittlerweilen macht der Hersteller  aber noch vieles mehr:

  • Cailler, Schweizer Traditionsschokolade
  • Maggi
  • Eis von Mövenpick bis hin zu Häagen Dazs (mein Lieblingseis)
  • Wasser von San Pellegrino bis Vittel
  • Nudeln von Buitoni
  • Tiernahrung
  • Nespresso, Nesquik und Nescafé

Wer Lebensmittel herstellt, ist für die Ernährung der Menschen verantwortlich. Beginnend beim Milchpulver können die Schweizer also stolz auf das erreichte sein.

Nestlé im ständigen Wandel

Nestlé wäre nicht Nestlé wenn es nicht schon längst den nächsten Trend verfolgt: personalisierte Nahrungsmittelzusätze. Mit den Sparten Nestlé Health Care und Nestlé Skin Health wird auch bereits Anti Falten Cremes verkauft. Der Nahrungsmittler bewegt sich also immer mehr Richtung Pharma Konzern. Die Zukunft bleibt spannend. Sicher ist jedoch, dass die Schweizer mit ihren Marken hervorragend aufgestellt sind und mit die höchsten Renditen in der Branche erzielen. In Summe also ein tolles Unternehmen. Warren Buffett ist mit seiner Berkshire Hathaway ja ebenfalls an einem großen Nahrungsmittelhersteller beteiligt: Kraft Heinz Company.

 

Warren Buffett´s Lieblingsgetränk kauft zu

Der Getränkeriese Coca-Cola kauft in Lateinamerika Ades

Warren Buffett trinkt leidenschaftlich gerne Coca Cola. Passenderweise besitzt er gleich 10 % dieser Firma über seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Der US Konzern Coca Cola kauft für 575 Mio. Dollar das Soja-Drink-Geschäft von Unilever, ein Lebensmittelkonzern aus England. Gemeinsam mit dem lateinamerikanischen Coke-Abfüller Femsa kauft der amerikanische Konzern das Unilever Geschäft ab. Femsa darf in seinem Vertriebsgebiet (Venezuela, Brasilien, Argentinien und den Philippinen) die Soja Drinks verkaufen. Der bisherige Umsatz von 284 Mio. Dollar hat Ades mit dem Verkauf von 56 Mio. Einheiten an Sojamilch und Fruchtsaftgetränken erreicht. Ades wurde 1988 in Argentinien gegründet und beliefert bisher Märkte wie z. B. Mexiko, Uruguay, Bolivien und Chile.

Ob Buffett jetzt von seiner geliebten Cherry Coke auf Sojamilch umsteigt?

Ich glaube wohl eher nicht 🙂

 

Nestlé besorgt sich seine Kunden selber

Zusammen mit dem Forschungspartner DBV Technologies entwickelt Nestlé einen Allergietest

Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestlé betreibt seit 2011 auch eine eigene Gesundheitssparte: Nestlé Health Science.

In diesem Unternehmensbereich entwickelt Nestlé jetzt einen Allergietest für Säuglinge und investiert 10 Millionen Euro. Der Test stellt fest, ob eine Unverträglichkeit von Kuhmilch bei Säuglingen besteht. Laut einer Studie des Lebensmittelkonzerns leiden 2 bis 3 % aller Säuglinge und Kleinkinder unter dieser Unverträglichkeit, also ein rießiger Markt.

Passenderweise besitzt Nestlé gleich die passende Antwort auf den Test: Für Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen bei Babys und kleinen Kindern stellt der Konzern spezielle Nahrung unter den Marken Althéra, Alfaré und Alfamino.

Eine tolle Win-Win Situation. Beeindruckend ist, dass ca. 30 % aller L Óréal Aktien zum weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé gehören. Der Hauptprofit sollte jedoch einmal mehr bei Nestlé liegen. Ich habe diese Informationen in der Lebensmittelzeitung gelesen.

US Riese sticht Deutschen Riesen aus

Der Konsumgüterriese Johnson & Johnson kann sich im Bieterstreit um das US Unternehmen Vogue International durchsetzen.

Der Hersteller der „bebe und ob Marke“ zahlt satte 3,3 Mrd. US Dollar. Vogue International ist ein Haarpflegespezialist und besitzt Marken wie z. B. OGX und Maui. Der Deal wird im dritten Quartal 2016 über die Bühne gehen. Neben dem Unilever Konzern aus England war auch ein deutsches Schwergewicht interessiert: Henkel. Ob der Dax Konzern auf Grund des aktuell schlechteren Wechselkurses nicht zum Zuge kam, kann nur spekuliert werden. Auch L Óréal war Intersse nachgesagt worden. Beeindruckend ist, dass ca. 30 % aller L Óréal Aktien zum weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé gehören.

Johnson & Johnson erweitert mit dem Zukauf seine Sortimente im Bereich Körper- und Haarpflege. Im Jahr 2015 machte J & J etwa 20 % ihres Gesamtumsatzes mit diesen Artikeln. Nach der Übernahme des Dermokosmetik Spezialisten NeoStrata im April ist dies bereits der zweite Zukauf in 2016. Die Nachricht habe ich in der Lebensmittelzeitung gelesen.

Was ist Value Investing?

Was ist Value Investing?

 

Value Investing bezeichnet eine wertorientierte Kapitalanlage. Die Ursprünge dieser Anlagemethode liegen in den 1920er Jahren – einer Zeit, in der sich Investoren von Spekulation und Insider-Informationen leiten ließen. Ein Value Investor versucht mit Hilfe der von Ben Graham, dem Vater des Value Investing, entwickelten Techniken, Wertpapiere zu kaufen, deren wahrer Wert sich nicht im Marktpreis spiegelt. Um diesen Wert zu bemessen, ist eine Bewertung der strategischen Position des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Die Value-Investing-Methode versucht, ausgezeichnete, langfristige Performance durch den Ankauf von Wertpapieren finanziell starker (Qualitäts-)Unternehmen zu erzielen, die

 

  • von einem kompetenten Management geleitet werden und
  • zu einem Marktpreis angeboten werden, der – nach angemessener Bewertung deutlich unter dem inneren Wert liegt.

 

Als Value Investor sind wir der Ansicht, dass der Ankauf von Wertpapieren zu möglichst niedrigen Preisen die Chancen auf eine langfristige, erfolgreiche Performance steigert. Dabei sind die Value-Investment-Techniken sowohl für bekannte Wertpapiere wie Nestlé als auch für Wertpapiere, die kaum Beachtung finden, geeignet. Der Schlüssel ist die Relation von Preis und Wert.

 

Investoren leiden häufig unter einer menschlichen Schwäche: der Angst, etwas zu verpassen. Sie wollen die heißen und populären Wertpapiere ihr Eigen nennen. Es ist bequem, Teil einer Menge zu sein. Ein Value Investor darf sich dieser Herdenmentalität jedoch nicht anschließen. Value Investing erscheint aus intuitiver und praktischer Sicht großartig. Zur Sicherung des Erfolges sind zum einen gedankliche Klarheit, ein gewisses Maß an Intelligenz und der Wille, gegen den Strom zu schwimmen, notwendig. Andererseits folgen gute Value Investoren einem simplen und verständlichen Verfahren. Um besser zu verstehen, was Value Investing bedeutet, erscheint es sinnvoll, zu betonen, was es nicht ist:

 

Value Investing heißt nicht:

  • Wertpapiere zu kaufen, deren Kurscharts „gut aussehen“.
  • populäre Wertpapiere zu kaufen und populären Strömungen zu folgen.
  • „das Paket weiterzugeben“, wie es der legendäre Fidelity Investor Anthony Bolton bezeichnet. Er beschreibt damit Investoren, die Wertpapiere einzig und allein in der Hoffnung auf einen weiteren Preisanstieg kaufen, der den Weiterverkauf an einen anderen Investor erlaubt.
  • Aktien aufgrund von Gerüchten, auf Empfehlung anderer oder ohne profunde Kenntnisse des Geschäfts zu kaufen.

 

Value Investing bedeutet, Wertpapiere mit einer angemessenen „Sicherheitsmarge“ zu kaufen. Seth Klarman, Präsident der in Boston ansässigen Baupost Gruppe, liefert dazu folgende Erklärung: „Eine Sicherheitsmarge ist erzielt, wenn Wertpapiere zu einem angemessenen Preis unter Wert gekauft werden, der Spielraum für menschliche Irrtümer, Pech oder extreme Volatilität lässt.“

Konsumgüterhersteller und der Discount

Unilever geht bei Aldi in die Vollen

Nun wagt sich Unilever als einer der letzten großen Markenartikler ins Aldi-Sortiment, und dies nicht vorsichtig tastend, sondern gleich mit Knorr Fixprodukten, Langnese-Magnum und mit Duschdas. Mit den Duschartikeln stellt der Discounter erstmals direkte Marken-Konkurrenz zu Nivea ins Regal.

Unilever beliefert seit dieser Woche Aldi Nord und Süd mit Knorr Fixprodukten, Langnese-Eis und Duschdas Körperpflegeprodukten. Das ist für die Hamburger Deutschland-Zentrale ein Kurswechsel. Noch vor einem halben Jahr äußerte sich Ulli Gritzuhn als Chef der Region D-A-CH eher hinhaltend über Aldi-Listungen: „Wir sind, momentan extrem zufrieden mit unseren Handelskanälen und –partnern. Es wäre unprofessionell, wenn man sich nicht alle Optionen anguckt, aber es gibt momentan sicherlich keine Pläne.“

Der Preisverfall, der nach der Aldi-Listung etwa von Red Bull und Funny Frisch im klassischen Handel einsetzte, wurde bei Unilever als „Katastrophe“ gewertet, trotzdem nahm Vertriebsgeschäftsführer Peter Dekkers schon vor Monaten Verhandlungen mit der Nummer eins des Hartdiscounts auf. Den Grund dafür hat Gritzuhn ebenfalls bereits formuliert: Wenn die Markenartikler, die nicht an Aldi liefern, von den Marktverwerfungen ebenso betroffen waren wie die Lieferanten, dann wollte Unilever die Entwicklung doch lieber selbst vorantreiben.

Konsumgüterriesen üben sich in Spieltheorie

Zumal Nestlé als Hauptwettbewerber die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit Aldi längst getroffen hatte. Für Unilever bestand die Gefahr, dass die Frankfurter nach Wagner Pizza auch mit Maggi und Schöller das Rennen machen könnten. Die Hamburger hätten mit Knorr und Langnese das Nachsehen gehabt.

Was die Belieferung von Aldi mit Knorr für das ewige Kopf-an-Kopf-Rennen mit Maggi um die Marktführerschaft bedeutet hängt von der Reaktion der anderen Kunden ab. Unilever lässt sich von den zu erwartenden Strafmaßnahmen nicht abschrecken. Wenn sie sich kurzfristig kaum vermeiden lassen, sollen doch längerfristig die Vorteile überwiegen.

Dekkers schwierige Aufgabe bestand darin, im Gespräch auf höchster Ebene das Schlimmste zu verhindern. In den vergangenen Wochen hat er die großen Kunden alle über die kommende Verschärfung der Wettbewerbssituation informiert – und zugleich kundenspezifische Vorschläge zur Erhaltung der Wertschöpfung präsentiert. Eine unmittelbare Vergleichbarkeit der Artikel wird so weit wie möglich vermieden. Mit Duschdas steht Unilever jedoch bei Aldi mit Standardgrößen und – auch das ist neu – in unmittelbarem Wettbewerb zu Nivea.

Von Knorr wird Aldi ein Kernsortiment aus Suppen und Fix-Produkten wie Bolognese fix führen. Sieben andere Bolognese-Varianten könnten dem klassischen Handel ebenso zur Differenzierung dienen, wie die wachsende Premium-Range „Natürlich lecker“ und die Breite des Knorr-Sortiment insgesamt.

Magnum-Eiskrem gibt es bei Aldi seit Dienstag in den Varianten Classic und Mandel in Multi-Packs. Die Packung der Sondergröße 5 x 100 ml kostet 2,79 Euro. Eine Preisanpassung wird Wettbewerbern besonders schwer gemacht: Lidl verkauft die üblichen 4 x 110 ml für 2,99 Euro, der Supermarktpreis liegt bei 3,29 Euro.

Für Eskimo geht Hofer noch weiter

Sonderplatzierungen für das Impulsgeschäft mit Eis sind bei Aldi nicht vorgesehen. In Österreich dagegen bekam der Außendienst der Unilever-Tochter Eskimo sogar Zutritt zu den Hofer-Filialen – ein absolutes Novum – um die Truhen zu befüllen. Dazu kann man sich in Essen und Mülheim noch nicht durchringen.

Die strategisch schwerwiegende Entscheidung ist bei Unilever von längerer Hand vorbereitet und in Abstimmung mit dem Mutterkonzern getroffen worden. Der Blick der Londoner Zentrale für die Potenz von Aldi wird durch dessen Erfolge in Großbritannien zunehmen geschärft. Auch, dass Procter & Gamble Top-Marken wie Pampers und Head & Shoulders bei Aldi verkauft, hat Vorbildfunktion.
Inwiefern Unilever durch die Distributionsausweitung den Bedeutungsverlust des Deutschlandgeschäfts aufhalten kann, bleibt abzuwarten. Der Umsatz in Deutschland ist auf zuletzt 1,2 Mrd. Euro zusammengeschmolzen. War Deutschland für Unilever lange der größte europäische Markt, hat Großbritannien durch zahlreiche Übernahmen mittlerweile die Pole-Position übernommen.

Problem mit Margarine nicht gelöst

Grund dafür ist auch das weiterhin schwächelnde Margarinegeschäft, das hierzulande rund 500 Mio. Euro zum Deutschland-Umsatz beiträgt und die Geschäfte der Region damit stärker beeinträchtigt als alle anderen. Unilever ist hierzulande weiter als die englischen Schwester von dem erklärten Ziel entfernt, die Abhängigkeit vom margenschwachen Geschäft mit Lebensmitteln zu vermindern und mehr lukrativere Umsätze mit Körperpflegeprodukten zu generieren.

Vor diesem Hintergrund zeigen sich Beobachter überrascht, welche Unilever-Marken jetzt bei Aldi auftauchen. Wäre eine Listung für Rama oder Becel nicht mindestens ebenso hilfreich wie für Knorr gewesen? Axe und Dove wurden ebenfalls als Listungskandidaten im Körperpflegebereich hoch gehandelt. Anscheinend ist nicht jeder Wunsch von Unilever in Erfüllung gegangen – und nicht jeder von Aldi.

Beitrag wurde von der Lebensmittelzeitung übernommen

Bierverkauf geht weiter – Wettbewerbshüter schauen hin

 Warren Buffett´s Partner hat noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

AB InBev stellt weitere Marken zum Verkauf

Der Bierriese AB InBev legt bei seinem Angebot an die EU-Kartellwächter nach: Weitere Marken aus dem Portfolio von SABMiller sollen im Falle einer Übernahme verkauft werden. Ob der weltgrößte Braukonzern damit die Wettbewerbshüter überzeugen kann, wird sich bereits in wenigen Wochen zeigen.

Im Ringen um grünes Licht aus Brüssel für die Milliarden-Übernahme des kleineren Konkurrenten SABMiller zieht Biergigant AB InBev neue Register: Der EU-Kommission bietet der Konzern nun den Verkauf der gesamten Geschäftsaktivitäten von SABMiller in Mittel-Osteuropa inklusive der Marke Pilsner Urquell im Falle einer Fusion an, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Laut Analysten von Exane BNP Paribas geht es dabei um Vermögenswerte in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar (rund 4,4 Mrd. Euro). Das Angebot an die Kartellwächter gilt zusätzlich zum bereits vereinbarten Verkauf der SABMiller-Biermarken Peroni, Grolsch und Meantime für 2,55 Mrd. Euro an den japanischen Brauer Asahi.

AB InBev ist damit bereit sich von fünf weiteren Ländergesellschaften zu trennen: Dreher Breweries in Ungarn, Kompania Piwowarska in Polen, Plzenský Prazdroj und Pivovary Topvar in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie Ursus Breweries in Rumänien. Der Bieriese versucht so die Bedenken der EU-Behörden zu zerstreuen, dass die Milliarden-Fusion der Nummer eins und Nummer zwei auf dem weltweiten Biermarkt den Wettbewerb lahmlegen könnte.
Ob AB InBev mit seinem neuen Angebot die europäischen Wettbewerbshüter im ersten Anlauf überzeugen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen: Bis zum 24. Mai will die EU-Kommission eine Einschätzung abgeben, ob die Fusion mit den bisher gemachten Zugeständnissen über die Bühne gehen kann oder weiter Nachbesserungsbedarf besteht.

Auch in Südafrika steht noch die Genehmigung des Deals aus. In den USA hat SABMiller im Vorfeld der geplanten Mega-Übernahme sich aus dem Joint-Venture mit dem US-Bierkonzern Molson Coors zurückgezogen, um dort etwaige Bedenken über eine zu hohe Marktkonzentration zuvorzukommen.

Schwacher Jahresauftakt für AB InBev

Der Bierriese AB InBev muss Abschläge bei Umsatz und Gewinn verschmerzen. Der starke US-Dollar und der insgesamt rückläufige Absatz belasten das Geschäft im ersten Quartal. Auch in Deutschland verzeichnet der Beck’s-Brauer ein Minus beim Absatz.

Der weltgrößte Bierbrauer AB InBev kämpft weiter mit Problemen in Brasilien und dem starken Dollar. Gut lief dagegen das Geschäft in Mexiko, die Lage in Europa und den USA soll sich verbessert haben. Zudem konnte der vor der Übernahme des Konkurrenten SABMiller stehende Konzern höhere Preise durchsetzen. Das reichte aber nicht aus um den insgesamt rückläufigen Absatz und die Folgen des starken Dollar auszugleichen. Konzernweit gingen Umsatz und operatives Ergebnis deutlich zurück.

Der Erlös sank um zehn Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar (8,2 Mrd. Euro), wie der Konzern am Mittwoch in Leuven mitteilte. Beim um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug der Rückgang 13 Prozent auf 3,46 Mrd. Dollar. Damit schnitt AB InBev schwächer ab als Experten erwartet hatten.
In Deutschland musste der Konzern ein Absatzminus im einstelligen Prozentbereich hinnehmen – und das, obwohl sich das Deutschland-Flaggschiff Beck’s gut verkauft hatte. Insgesamt büßte der weltgrößte Brauer hierzulande aber Anteile in einem ohnehin rückläufigen Markt ein.

Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

Energiegeladener Buffett

 

Der Duracell Chef Stefan Sallandt hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und will den Batterie Hersteller nach vorne bringen. Warren Buffett setzt auf den Manager und seine gewohnte „dezentrale Entscheidungsfreiheit“.

Im Fokus soll in Zukunft nicht mehr das „Konzerndenken“ von Procter & Gamble stehen, sondern der Konsument.

Den deutschen Batteriemarkt dominieren Eigenmarkten. Platz eins unter den Markenherstellern besitzt Varta vor Energizer. Duracell folgt auf Platz drei. Der Manager Sallandt will die Marktanteile aggressiv zurückerobern.

Warren Buffett hat im Jahr 2014 den Deal mit Procter & Gamble ausgehandelt und den Konsumgüterhersteller mit überwiegend eigenen Aktien gezahlt. Beitrag aus der Zeit –>

Tabula Rasa bei Mondeléz

Auch Buffett´s Mondeléz kann neue Fakten berichten

Das finnische Unternehmen Fazer übernimmt von Mondelez die Gebäckmarken Jaffa, Domino und Fanipala.

  • Der US-Süßwarenhersteller Mondelez verkauft weitere Marken
  • Jetzt trennt sich der Konzern von den regionalen Marken Domino, Jaffa und Fanipala
  • Käufer ist das finnische Unternehmen Fazer

Mondelez trennt sich von weiteren regionalen Gebäckmarken. Domino, Jaffa und Fanipala gehen an das finnische Unternehmen Fazer. Dieses hatte sein Gebäckgeschäft 1995 an Danone verkauft, die es 2007 an Kraft Foods weiterreichten. 2012 kaufte Fazer jedoch die Fabrik in Vantaa zurück.

Der US-Süßwarenhersteller Mondelez geht derzeit mit dem Stahlbesen durch sein Markenportfolio: Anfang April hat der Konzern die Trennung von zehn europäischen Süßwarenmarken bekannt gegeben, darunter Carambar und Suchard. Schon im vergangenen Jahr hat Mondelez sein Kaffeegeschäft im Rahmen einer Megafusion in den niederländischen Kaffeekonzern D.E. Master Blenders eingebracht. Spekuliert wird immer wieder auch über einen Verkauf des Frischkäsegeschäfts mit der Marke Philadelphia.

Mondelez bringt Bonbonmarke Halls

Jenseits des aktionsgetriebenen Milka-Tafelschokoladengeschäfts mit Milka will sich Mondelez mit Bonbons ein neues Geschäftsfeld aufbauen.

Der Süßwarenhersteller Mondelez International startet im Juli in einer neuen Warengruppe in Deutschland und offeriert dem deutschen Handel die Bonbonmarke Halls.

Mondelez greift in einer neuen Kategorie an: In Kalenderwoche 27 startet der Hersteller von Milka-Schokolade und Oreo-Keksen mit Bonbons unter der internationalen Marke Halls in Deutschland. Nach Konzernangaben ist Halls bereits Marktführer in Spanien, Portugal und Griechenland und zählt in Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien und Dänemark zu den Top 5 Marken.

Auch wenn Mondelez International in dem Segment in Deutschland bislang ein unbeschriebenes Blatt ist: Weltweit setzte der Konzern laut Zahlen der Marktforscher von Euromonitor 3,9 Mrd. USD mit Zuckerwaren (ohne Kaugummi) um und ist damit der weltgrößte Hersteller in dieser Kategorie. Dicht auf den Fersen folgt Perfetti Van Melle mit 3,7 Mrd. USD, dann Mars mit 2,8 Mrd. USD. Weltweit legte das Zuckerwarengeschäft von Mondelez in den vergangenen drei Jahren laut Euromonitor 500 Mio. USD zu.

„Die Voraussetzungen sind sehr positiv“

Europaweit habe sich Halls zuletzt „sehr gut entwickelt“, so der Konzern gegenüber der LZ. Zudem wachse der deutsche Frischebonbon-Markt um 4 Prozent nach Umsatz (rollierend bis Juni 2015). „Die Voraussetzungen für den Markteintritt in das neue Segment Bonbons in Deutschland sind also sehr positiv.“

Mondelez wird die Einführung der fünf Sorten Coolwave, Citrus Mix, Extra Strong, Strawberry Flavour, Forest Fruit Flavor mit TV-Werbung, Social-Media-Aktivierung und Samplings begleiten und möchte sich nach Unternehmensangaben als „Bonbon mit dem Frischekick“ positionieren – saisonal unabhängig. Das bedeutet nicht nur neue Konkurrenz für Hustenbonbonmarktführer Ricola und die Nummer zwei Fisherman‘s Friend, sondern auch für Fruchtbonbonhersteller wie Storck und Katjes im rund 2,7 Mrd. Euro großen deutschen Markt für Zuckerwaren.

Die Bremer können frische Umsätze gut gebrauchen: Nach der LZ vorliegenden Marktzahlen mussten sie im vergangenen Jahr in Deutschland ein zweistelliges Absatzminus hinnehmen. Ein schwächeres Saisongeschäft, die Auslistung von Milka bei Lidl zur Mitte des Jahres sowie die Regalpreisstellung von über einem Euro dürften zu Buche geschlagen haben, auch wenn Oreo-Gebäck nach Konzernangaben zweistellige Wachstumsraten erzielte.

Aldi-Listung könnte helfen

„Mit unserem Geschäft in Deutschland in 2015 sind wir sehr zufrieden“, heißt es dagegen aus Bremen. Auch das Jahr 2016 sei gut gestartet, beispielsweise aufgrund von Neuprodukten wie „Milka Collage“. Die Aldi-Listung helfe, für Konsumenten „überall verfügbar zu sein“. Sie dürfte allerdings auch helfen, 2016 wieder zu Wachstum zurückzukehren. Neben Oreo sind die Bremer mit Milka präsent, die bei Aldi Süd für 95 Cent verkauft wird. Diskontierende Händler haben diesen Preis in Süddeutschland nachvollzogen.

Laut Branchenkennern sind Umsatz und Stückabsätze mit den lila Produkten bei Aldi bislang nicht besonders hoch. Das Geschäft ist mit einem Aktionsanteil von über 60 Prozent stark promotionsgetrieben. Nach LZ-Informationen hatte Mondelez die Aldi-Listung mit einer erneuten Erhöhung der Abgabepreise an den Handel flankiert.

Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

Qualitätsaktien berichten: Beiersdorf

Baiersdorf´s erstes Quartal

 

  • Umsatz von Beiersdorf sinkt im ersten Quartal um knapp 2 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro
  • Organisch liegt das Plus bei 2,4 Prozent
  • Prognose für das Gesamtjahr wird bestätigt

Der Verfall lateinamerikanischer Währungen und eine schwächere Entwicklung bei der Klebstofftochter Tesa haben den Nivea-Hersteller Beiersdorf zum Jahresauftakt gebremst. Der Konzernumsatz ging im ersten Quartal um 1,9 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro zurück, wie Beiersdorf am Mittwoch mitteilte. Die meisten Analysten hatten hingegen mit einem leichten Anstieg gerechnet. Aus eigener Kraft, also ohne den Einfluss der Währungen sowie Zu- und Verkäufen, konnte der Konsumgüterkonzern um 2,4 Prozent wachsen.

Dabei musste die Tochter Tesa Umsatzeinbußen verkraften. Grund war eine deutliche Abschwächung der Nachfrage aus der Elektronikindustrie in Asien. Im Konsumgütergeschäft rund um Marken wie Nivea oder Eucerin lief es hingegen besser. Der Umsatz sank zwar nominal aufgrund negativer Wechselkurseffekte, organisch aber legte dieser um 3,6 Prozent zu.
Während sich der europäische Markt in der Pflegesparte gut entwickelte, blieben die Erlöse in Amerika auch um Währungseffekte bereinigt unter dem „starken Vorjahr“, wie es in der Mitteilung aus Hamburg heißt. Mit Blick auf die einzelnen Marken des Konzerns entwickelten sich Nivea und La Prairie besonders stark, mit organischen Zuwachsraten von 4,3 beziehungsweise 6,9 Prozent.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält Beiersdorf fest: So soll der Konzernumsatz organisch weiterhin um 3 bis 4 Prozent steigen; die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit), die 2015 mit 14,4 Prozent auf den höchsten Stand in der Unternehmensgeschichte kletterte, leicht zulegen.

 

Beitrag aus der Lebensmittelzeitung

IBM und der Handel

IBM versucht mit Hochdruck, seine Watson-Computer-Technologie zu kommerzialisieren. Der Einsatz künstlicher Intelligenz könnte Einkauf, Kundenservice und Wartung massiv verändern. Doch noch steht die Software-Revolution am Anfang. Erster Pilotkunde aus dem Handel ist der Outdoor-Ausrüster The North Face. auch deutsche Firmen experimentieren.

IBM arbeitet daran, seine selbstlernende Computer-Technologie Watson zu Geld zu machen. Neben dem Gesundheitswesen sowie der Finanz- und Versicherungsbranche fasst der IT-Konzern derzeit vor allem die Handelswelt ins Auge. Hier könnten Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen Produktempfehlungen, Beschwerdemanagement und Kundenservice künftig teilautomatisieren und damit rationalisieren.

IBM selbst nennt seine Hightech-Erfindung „Cognitive Computing“. Dabei werden Daten mithilfe statistischer Verfahren durchforstet, um Muster und Auffälligkeiten, aber auch Zusammenhänge aufzuspüren und zu interpretieren. Die Daten können sowohl strukturiert als auch unstrukturiert sein, etwa aus Beiträgen in Sozialen Medien, E-Mails oder mündlicher Sprache.

Erste Schritte Künstlicher Intelligenz

Noch steht der Einsatz von Cognitive Computing im Handel am Anfang. Im deutschsprachigen Raum gibt es laut Marcus Groß, Cognitive-Computing-Experte bei IBM, derzeit ein knappes Dutzend Retail-Kunden, die mit Watson experimentieren. Noch sind diese Projekte eher im Stadium „Versuchsküche“ als im Bereich geschäftsrelevanter Prozessoptimierung zu verorten. Groß sieht jedoch riesiges Potenzial: „Die Mensch-Maschine-Szenarien von einst sind dank Watsons kognitiver Fähigkeiten heute schon Realität.“

Einer der weltweit ersten und prominentesten Pilotanwender aus dem Handelsumfeld ist The North Face. Der US-amerikanische Hersteller und Händler von Outdoor-Bekleidung testet seit Dezember eine persönliche, interaktive Online-Kaufberatung mittels Künstlicher Intelligenz. Dabei verwickelt Watson die Besucher einer Demo-Website in einen schriftlichen Dialog, eine Art Frage-und-Antwort-Spiel, an dessen Ende der Kunde möglichst passgenaue Empfehlungen für den Kauf einer wind- und wetterfesten Jacke erhält. Das kann beispielsweise eine rote Damenjacke aus Fleece für den im Mai geplanten Wanderurlaub auf Mallorca sein, die nicht zu viel Platz im Reisegepäck einnimmt.

Durchschnittlich machen die Internet-Kunden zwei Minuten lang mit, und 80 Prozent der Nutzer würden das Tool wieder verwenden, hat der vertikale Textilit ausgewertet. Die entscheidende Frage nach der Konversionsrate, also danach, wie viele der empfohlenen Jacken dann tatsächlich in Warenkorb und Kleiderschrank der Befragten landen, haben die Beteiligten laut IBM-Manager Groß nicht analysiert. Aufgrund der weitgehend positiven Rückmeldungen aus der Beta-Testphase will The North Face US-Medienberichten zufolge noch in diesem Monat eine Smartphone-App starten, die auf der Watson-Technologie basiert. Per Spracheingabe sollen Kunden damit zum maßgeschneiderten Produkt navigieren.

Pilotprojekt bei dm

Auch hierzulande knüpft IBM große Hoffnungen an Watson und unternimmt erste Annäherungsversuche an den Handel. So hat nach LZ-Informationen der deutsche Drogeriemarktbetreiber dm, einer der Technologievorreiter im hiesigen Retail-Sektor, den Einsatz im Kundenservice erprobt. Das Projekt ist seit Sommer 2015 abgeschlossen. Der Drogist hegte seinerzeit den Wunsch, telefonische Kundenanfragen mithilfe von Watson schneller und besser beantworten zu können.

Dazu sollte Watson am Kundentelefon des Service-Centers „mithören“ und sofort die Lösung für die jeweilige Frage des Kunden aus der Datenbank suchen. Weil es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Sprachunterstützung gab, ließ sich diese Idee damals nicht umsetzen. Nach Aussage von IBM ist die Spracherkennung von Watson inzwischen verfügbar und praxistauglich.

Einsatz für die Störungs-Hotline

Ein anderer Händler, eine „führende deutsche Einzelhandelskette“, setzt die IBM-Computer-Technologie wiederum zur Automatisierung der internen Störungs-Hotline ein. Hier soll Watson dabei helfen, Kassenprobleme in den Filialen zu lösen, etwa wenn ein Bon nicht ausgedruckt werden kann.

Der Elektronik-Fachmarktbetreiber Media-Saturn nutzt Watson eher spielerisch – in Gestalt des Mini-Roboters Nao. Der putzige Humanoid, der im Gangnam-Style tanzen kann, soll die Kunden eines Kölner Saturn-Markts unterhalten. Mehr nicht.

Dividende

Darüberhinaus wird IBM die Quartalsdividende um acht Prozent bzw. 10 Cents auf 1,40 US-Dollar je Aktie erhöhen. Die nächste Auszahlung erfolgt am 10. Juni 2016 (Record day: 10. Mai 2016). IBM zahlt somit künftig auf das Jahr gerechnet eine Dividende von 5,60 US-Dollar. Dies entspricht einer aktuellen Dividendenrendite von 3,77 Prozent beim derzeitigen Kursniveau von 148,43 US-Dollar.

„Big Blue“ IBM steigerte in den letzten 21 Jahren regelmäßig jedes Jahr seine Ausschüttung. Seit 1916 erhalten die Aktionäre jedes Quartal eine Dividende. Im ersten Quartal 2016 fiel der Umsatz von IBM währungsbereinigt um zwei Prozent auf 18,7 Mrd. US-Dollar, wie der Konzern am 18. April mitteilte. Der operative Ertrag fiel um 21 Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr wird ein Ertrag je Aktie in Höhe von mindestens 13,50 US-Dollar erwartet.

 

 

 

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Zukauf bei Nestlé und Johnson & Johnson

Johnson & Johnson kauft Dermokosmetik-Spezialisten

 

  • Johnson & Johnson will das US-Unternehmen NeoStrata übernehmen
  • NeoStrata ist einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte auf Basis von AHA-Säuren

Die Konsumentensparte des US-Pharmazie- und Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson will sich mit einem Zukauf im Bereich der medizinisch orientierten Kosmetik verstärken: Das Unternehmen hat mit dem Dermokosmetik-Spezialisten NeoStrata eine Übernahmevereinbarung getroffen. Die Transaktion umfasse auch die Schwestergesellschaften von NeoStrata sowie den Mutterkonzern TriStrata. Zu den finanziellen Details macht Johnson & Johnson keine Angaben.

Die Übernahme soll nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Das 1988 gegründete Unternehmen NeoStrata ist nach Konzernangaben einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte, vor allem mit Anti-Aging-Produkten auf Basis von AHA-Säuren (Alpha-Hydroxycarbonsäuren).

 

Nestlé und R&R machen Eis-Deal perfekt

Nestlé und R&R Ice Cream haben sich geeinigt: Die beiden Hersteller haben die Gründung eines Joint Ventures für das Eiskremgeschäft besiegelt. Froneri soll das neue Unternehmen heißen und in über 20 Ländern aktiv sein.

Der Lebensmittelriese Nestlé und der britische Eiskremhersteller R&R Ice Cream haben ihr angestrebtes Joint Venture besiegelt: Im neuen Unternehmen Froneri vereinen sich das Speiseeis-Geschäft des Schweizer Konzerns mit den Aktivitäten der Briten in den entsprechenden Ländern, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heißt. Der neue Spross steht dabei für einen Umsatz von 2,7 Mrd. Schweizer Franken (rund 2,5 Mrd. Euro), ist in über 20 Ländern aktiv und kommt auf rund 15.000 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender soll R&R-Chef Ibrahim Najafi werden, den Vorsitz im Verwaltungsrat übernimmt Nestlés Generaldirektor für die Region Europa, Naher Osten und Nordafrika, Luis Cantarell.

Mit dem Schritt will sich Nestlé im umkämpften Markt für Speiseeis stärken und seine Marktposition ausbauen. Um zu wachsen, wollen beide Parteien ihre Kompetenzen bündeln: Nestlé will in das Unternehmen seine erfolgreichen Marken und Erfahrungen aus dem Außerhausgeschäft einbringen, R&R seine Produktionsexpertise und seine starke Präsenz im Handel.
Dabei halten beide Unternehmen am Joint-Venture 50 Prozent, doch die Beteiligung könnte zukünftig sinken. Auf längere Sicht strebe das neue Unternehmen eine Börsennotierung an, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Frederic Stevenin vom Finanzinvestor und R&R-Eigentümer PAI. Auch werden Übernahmen nicht ausgeschlossen.

Bereits im vergangenen Oktober hatten beide Konzerne die Planungen für ein Joint Venture verkündet. Die Einzelheiten stehen nun fest: So soll Froneri seinen Hauptsitz in Großbritannien haben und in erster Linie in Europa, im Nahen Osten, aber auch in Argentinien, Australien, Brasilien, den Philippinen und Südafrika operieren. Neben Speiseeis umfasst das Sortiment auch in bestimmten Ländern TK-Pizza und Tiefkühlkost sowie gekühlte Milchprodukte in den Philippinen.

Noch müssen die Wettbewerbsbehörden dem Deal zustimmen und auch die Beratungen mit den Mitarbeitervertretern müssen noch abgeschlossen werden, heißt es.

 

Aus der Lebensmittelzeitung

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Was haben die Philippinen mit Value Investing gemeinsam?

Friseur

Ein Besuch bei einem philippinischen Frisör rechnet sich

Beim Besuch von Verwandten meiner Frau auf den Philippinen sind mir einige Interessante Dinge aufgefallen. Das Bild zeigt mich bei einem Friseurbesuch in San Fernando, La Union. In Deutschland zahle ich für einmal Haareschneiden ca. 12 €. Auf den Philippinen kostet der Besuch beim Friseur (inklusive Kopf, Nacken und Rückenmassage) lediglich 0,80 €. Der Mitarbeiter des Friseursalons hat sich ca. eine halbe Stunde Zeit für mich genommen. Da es lediglich ein Angestellter des Ladens war, gehe ich davon aus, dass er hochgerechnet auf einen Tag ca. 7 € Tagesverdienst erhält. Steuern und Versicherung wie in Deutschland lasse ich jetzt mal vollkommen außen vor.

Das Risiko, dass der Friseur mich nicht versteht, sein Handwerk nicht kann und Fehler macht, war groß. Ein Totalverlustrisiko (um in „Value Worten“ zu sprechen) war durchaus möglich. Da der Friseurbesuch jedoch auch in Deutschland demnächst fällig war, bin ich das Risiko eingegangen. Diese enormen preislichen Unterschiede zu unserem westlichen Industriestaat sind mir immer wieder aufgefallen. Absolut günstig auf den Philippinen sind Mitarbeiter.

Um in Warren Buffetts Worten zu sprechen: Ich habe also den Euro für ca 7 Cent bekommen.

Natürlich habe ich auch die Spritpreise betrachtet. Einen Liter Diesel bekommt man für ca. 0,50 €. Also ziemlich genau zur Hälfte im Vergleich zu den aktuellen deutschen Preisen. Mit großer Begeisterung habe ich festgestellt, dass Shell ein sehr großes Vertriebsnetz (also Tankstellen) betreibt und sich große Marktanteile sichert.

Tourismus auf den Philippinen

Leider erst am Tag vor unserer Abreise haben wir einen tollen Menschen kennengelernt. Stephan Lindenfeld ist mit PhilStep aus meiner Sicht ein Pionier unter den Tourismusmanagern im Norden der Philippinen. Das Land nördlich von Manila ist traumhaft schön und hat mit seinen riesigen Reisterrassen, Bergen, der Kolonialstadt Vigan und einheimischen Völkern einiges zu bieten. Die vielen Traumstrände rund um das Surfer Paradies San Juan sind aus meiner Sicht touristisch noch in der Aufbauphase. Dies bietet vor allem solchen Touristen tolle Möglichkeiten, die fernab von Pauschaltouristen Ruhe suchen und die Natur genießen möchten.

Auch ein gutes Investment! In diesem Fall in einen spannenden Urlaub abseits der ausgetretenen Tourismuspfade.

Die Exzesse des Mario Draghi und dessen Folge

Jede Dienstleistung und alle Güter besitzen einen Preis. Der Preis wird gezahlt um die Wertschöpfung zu zahlen. Die EZB (Europäische Zentralbank) hat mit den aktuellen geldpolitischen Mitteln die Marktteilnehmer überrascht und dieses oben genannte Gesetz gebrochen.

Der Preis für Geld, nämlich der Zins ist auf 0 % gesunken. Darüber hinaus wurde das Anleihen Kaufprogramm stark ausgeweitet.

„In einem Meer mit ständig steigendem Wasserpegel ist es schwierig auf Grund zu laufen“

Diese Metapher soll bedeuten, dass die internationalen Börsen angesichts der Geldschwemme stark volatil sind und wohl eher Richtung Norden tendieren werden (Annahme). Gleichzeitig wird es bei steigenden „Wasserständen“ auch schwierig, „trockenes Land und einen sicheren Hafen zu erreichen“

Mario Draghi möchte mit den jüngsten Maßnahmen mit aller Kraft gegen schwache Inflationsaussichten kämpfen. Stefan Bielmeier hat in seinem Blog ein Video mit einigen Einschätzungen zu den aktuellen EZB Schritten gepostet. Ob die Schritte wirkungsvoll sind, kann man wie so oft zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beantworten.

Was beunruhigt mich an der Sache?

Zwei Dinge:

Die Bild Zeitung schreibt, man soll jetzt Aktien kaufen. Dies war in der Vergangenheit immer ein sehr treffender Indikator für folgende Aktienmarkteinbrüche.

Zum anderen habe ich in der Süddeutschen Zeitung (ein in Sachen Wirtschaft wohl seriöseres Blatt) von einem Whisky Fonds gelesen. Der Fonds spekuliert (Entschuldigung, aber für mich ist das nichts anderes als Spekulation) darauf, dass ältere Whisky Flaschen im Wert stark ansteigen. Der Fondsvertrieb war in der Lage 9 Millionen Dollar in Hong Kong einzusammeln. Ein klares Zeichen der Spekulation ist für mich die fehlende Wertschöpfung. Es steht kein Unternehmen dahinter das einen Veredelungsprozess vornimmt und einen Mehrwert schafft. Für mich sind solche Anlageformen ein klares Zeichen von Übertreibungen und Fehlallokationen des Geldes.

Da Draghi und andere Notenbanker Geld rund um den Globus stark abwerten, quasi wertlos machen, sucht das Geld andere Kanäle. Die Börsen- und Immobilienmärkte sind durch die Geldfluten und niedrigen Zinsen überbewertet, also werden von den Investmentbankern neue Anlagemöglichkeiten erfunden. Der Vergleich zu den synthetischen Kreditverbriefungen vor der Finanzkrise 2008 ist m. E. stark zutreffend.

Warren Buffett sagt zu solchen Anlageformen:

„Die Börse ist lediglich ein Marktplatz. Die Wertschöpfung findet in den Unternehmen statt“

Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Ich kann mich nur darauf vorbereiten. Cash wird jetzt zwar abgewertet. Die Bedeutung als Call Option in der Zukunft ist davon jedoch unangetastet.

In vielen Ölförder-Firmen sind Staaten involviert

 

 

Mein Beitrag über den Einfluss der Ölpreise auf die Förderländer wird heute im einen weiteren Beitrag ergänzt:

 

Saudi Arabien und Russland zählen zu den wichtigsten Ölförderländern der Welt. Die Staatskonzerne sind dabei weit weniger bekannt als westliche Energieriesen wie ExxonMobile, Shell oder BP.

 

Saudi Arabien

Die staatliche Ölfirma Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Der saudische Staatshaushalt speist sich zu ca. 90 Prozent aus Öleinnahmen. Gerade wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart: Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land ein massives Defizit voraus. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi Arabien und Aramco aber in die Lage, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Der Chef von Aramco Khalid Al-Falih ließ zuletzt verlauten, dass der Konzern seine Investitionen nicht kürzen werde. Dies wird allgemein als Ablehnung zur Fördersenkung gesehen.

Russland

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Der Ölpreisverfall setzt jedoch den Rosneft und somit auch dem Staatshaushalt unter Druck. Der russische Staat will jetzt bis zu 20 Prozent seiner Anteile verkaufen und Geld in die russische Kasse spülen. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung: Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich laut Angaben des Unternehmens auf knapp 34 Milliarden Barrel Öl.

China

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Coporation. Das Unternehmen stand 2015 auf Platz zwei der Forbes Rangliste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist der größte Raffineriebetreiber in Asien. Das Unternehmen ist mit seinen Tochterfirmen nicht nur in China, sondern auch anderen Ländern tätig. Auch Sinopec gerät mit dem Ölpreisverfall unter Druck. Die Fördermenge ging 2015 bereits um 4,7 Prozent zurück. Die Gasproduktion stieg zuletzt jedoch um 2,6 Prozent. Somit ist die Gesamtproduktion in 2015 zum ersten Mal seit 16 Jahren gefallen.

Venezuela

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas und schwer unter Druck: Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme finanziert – bei einem Preis von 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Unternehmensangaben zur Folge kann PDVSA zu 13 Dollar je Barrel fördern. Eine Tankfüllung kostet umgerechnet keine fünf Cent. Das Land mit den größten Ölreserven subventioniert Benzin mit rund zehn Milliarden Dollar im Jahr. Exporte von insgesamt 1,4 Millionen Barrel pro Tag in die USA, China und andere Karibikstaaten sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Iran

Die National Iranian Oil Company ist eine staatliche Firma und Teil des iranischen Ölministeriums. Die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie im Jahre 1951 war ein Wendepunkt in der iranischen Ölpolitik. Seit diesem Zeitpunkt ist der Staat für den Ausbau der Ölindustrie, den Export des iranischen Öls und die Koordinierung mit der OPEC zuständig. Das international tätige Unternehmen sitzt in der Hauptstadt Teheran. Der Geschäftsführer Rohneddin Dschawadi ist zugleich Vize von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh. Wie seit Ende letztem Jahr bekannt ist, will der Iran seine Ölproduktion in 2016 von 2,9 Millionen auf fast vier Millionen Barrel je Tag erhöhen.

Private Ölunternehmen wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP sind „Fliegengewichte“ im Vergleich zu den staatlichen Ölunternehmen. Für mich ist der aktuelle Preisverfall ein weiterer Beweis für die absolute Unfähigkeit des Staates (hier ist jeder Staat gemeint). Ich behaupte, dass der Ölmarkt mit einem größeren Einfluss von privaten Unternehmen (wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP) schneller zu einem Gleichgewicht führen würde, als er es aktuell (unter dem Einfluss der staatlichen Unternehmen) tut. Private Unternehmen sind viel mehr auf die Gewinnmaximierung fixiert, als ganze Staaten. Die Entlassung zehntausender von Mitarbeitern, die Rückstellung von Förderprojekten und der Verkauf ganzer Unternehmensteile sind sehr unpopuläre Maßnahmen. Staatsunternehmen können im Zweifel „nicht die eigenen Wähler vor die Tür setzen“ und Massenentlassungen durchführen.

Da die staatlichen Marktteilnehmer nur sehr behäbig auf die aktuelle Situation reagieren, müssen wir uns wohl noch etwas länger mit den niedrigen Ölpreisen abfinden. Dies ist eine tolle Möglichkeit für Value Investoren mehr Wert zu bekommen als dafür zu bezahlen. Deshalb kaufe ich aktuell massiv Ölmultis wie z. B. Shell.

Ich kaufe jetzt Öl Multis

Öl

10 Jahres Ölchart

„Billigöl ohne Ende: Wohin führt der Preisverfall?“

„Billiges Öl und die Folgen“

Die Wirtschaftszeitungen des Landes überschlagen sich mit den aktuellen Meldungen zum Ölpreis. Jeden Tag wird diese „Sau durchs Dorf getrieben“.

Ende 2015 wurde von Goldman Sachs der Preis für ein Fass Rohöl auf 20 USD taxiert. Jetzt sagen die Experten bereits einen Preis von 10 USD oder sogar negative Preise voraus. Die Lager für Rohöl sind voll und die Produzenten wissen nicht wohin mit dem produzierten Öl.

Weniger als 30 USD kostete ein Fass Rohöl der US Sorte WTI letzte Woche. Im Juni 2014 hatte der Preis noch bei 115 USD gelegen. Das bedeutet, dass ein Liter Rohöl im Moment zu etwa 17 Euro-Cent gehandelt wird. Das ist weniger, als Discounter für einen Liter Sprudelwasser aufrufen. Auslöser der Preisverfalls war der Öl Boom in den USA durch die Technik Fracking. Saudi-Arabien und die anderen traditionellen Ölstaaten produzieren trotz des zusätzlichen Angebots unvermindert weiter, um ihren Marktanteil zu halten.

Shell ist ein der größten Förderer von Rohöl und Gas. Neben dem Fördergeschäft (Upstream) ist Shell auch in der Veredelung (Downstream) und im Vertrieb dieser Rohstoffe tätig. Shell hat sicherlich (wie alle anderen Ölmultis auch) Probleme, die Rohstoffe zu den aktuellen Konditionen wirtschaftlich zu fördern. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum die Aktie von ca. 30 € auf der derzeit 18 € gefallen ist. Die Veredelungssparte (z. B. Raffinerie) sowie die Vertriebssparte (z. B. Tankstellen Netz) erwirtschaften jedoch weiterhin Milliarden Gewinne. Dies liegt daran, dass Shell den zu veredelnden Rohstoff jetzt 70 % günstiger auf dem Weltmarkt einkaufen kann.

An den Tankstellen werden derzeit Preise für den Liter Diesel von ca. 0,90 € aufgerufen. Der Preisrückgang war hier sehr viel geringer. Die Spritpreise weißen folglich eine sehr geringe Preiselastizität aus, was sehr gut für Shell ist.

Durch den Zukauf der BG Group aus England wird Shell 2016 zum weltweit größten LNG Förderer weltweit aufsteigen.

Ein wichtiger Aspekt wird bei dem Thema Öl jedoch vergessen. Öl wird nur zu einem Bruchteil (ca. 20 %) für Sprit verwendet. Ein Großteil der Rohöl Produktion fließt in die Kunststoffproduktion für Materialien wie z. B.:

  • PVC
  • Styropor
  • Teflon
  • Silikon
  • Polyethylen
  • Kevlar
  • PET
  • Nylon
  • Plexiglas
  • Zelluloid

Aus diesen Materialien werden sehr viele Dinge unseres täglichen Lebens hergestellt.

Ich kaufe jetzt Shell Aktien im einstelligen KGV Bereich bei einer Dividendenrendite von knapp 10 % (Shell hat seit dem zweiten Weltkrieg die Dividenden nie gesenkt). Weiterhin hoffe ich, dass die Aktien noch weiter fallen. Durch quartalsweise Ausschüttung der Dividenden kann ich durch den ständigen Zustrom an Kapital weitere (noch billigere) Anteile kaufen.

Wenn die Rohölpreise wieder steigen (siehe meinen Artikel zu „Schweinezyklus“) wird auch Shell wieder zu fairen Preisen gehandelt werden. Die einzige Unsicherheit liegt im Zeitpunkt der wieder steigenden Rohölpreise.

PS: Im übrigen kauft auch Warren Buffett jetzt Öl Multis….

2016 wird gut

GDP_nominal_per_capita_world_map_IMF_2008

 

Bielmeier ist Chefvolkswirt der DZ Bank AG. In seiner Aufgabe als Volkswirt trifft er Aussagen zur zukünftigen Entwicklung verschiedener Volkswirtschaften. Ich finde die Aussagen immer sehr fundiert und aussagekräftig.

Aus diesem Grund werde ich den Beitrag von Bielmeier fast eins zu eins hier weitergeben:

 

Vor allem dank einer gut laufenden Konsumnachfrage befindet sich die deutsche Wirtschaft im ausgehenden Jahr 2015 auf Wachstumskurs. Während in früheren Erholungsphasen zumeist die Exportstärke Deutschlands die Konjunktur angetrieben hat, ist es diesmal die robuste Binnennachfrage, Sie stützt sich auf eine ausgesprochen günstige Arbeitsmarktlage und kräftig steigende Realeinkommen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung und eine rekordhohe Beschäftigung sind die Gründe für einen dynamischen Anstieg der privaten Konsumausgaben, der 2015 auch die Kassen des deutschen Einzelhandels nach einigen eher mageren Jahren wieder hat klingeln lassen. Die Kaufbereitschaft der Verbraucher ist – angesichts einer niedrigen Inflationsrate und des extrem niedrigen Zinsniveaus – auch bei größeren Anschaffungen hoch ausgeprägt.

Dagegen halten sich die deutschen Unternehmen trotz einer auskömmlichen Gewinnentwicklung mit ihren Investitionsausgaben bislang eher zurück. Die Unsicherheiten im außenwirtschaftlichen Umfeld sind hierfür der wichtigste Grund. Die Konjunktur in einigen wichtigen Schwellenländern läuft derzeit mehr schlecht als recht. Darüber hinaus belasten geopolitische Krisen die globale Wirtschaft. Der stockende Welthandel bedeutet für die deutsche Industrie, dass die Produktion derzeit nur wenig steigen kann und die Auftragslage etwas zu wünschen übrig lässt. Daran dürfte sich vorerst nur wenig ändern.

Dennoch können wir optimistisch gen 2016 blicken. Denn der Ausblick auf das kommende Jahr verspricht eine weiterhin kräftige Inlandsnachfrage. Die ausgesprochen hohe Zahl offener Stellen auf dem Arbeitsmarkt ist ein Indiz dafür, dass die Beschäftigung weiter ansteigen wird und auch die Einkommen werden 2016 vermutlich kräftig zulegen.

Zwar wird die Inflationsrate im kommenden Jahr wohl etwas höher ausfallen als 2015, weil der Rückgang des Ölpreises für die Verbraucherpreise keine so wichtige Rolle mehr spielen wird. Dennoch können sich die privaten Haushalte auch im kommenden Jahr auf steigende Realeinkommen freuen und das Konsumklima dürfte positiv bleiben.

Auch die vielen Flüchtlinge in Deutschland werden einen positiven Einfluss auf unsere Wirtschaft haben. Wir erwarten, dass die Zahl der einwandernden Flüchtlingen auch 2016 hoch bleiben wird. Das führt bei den öffentlichen Haushalten zu einem kräftigen Ausgabenanstieg und kommt somit der heimischen Nachfrage zugute.

Die zusätzlichen Staatsausgaben zur Verpflegung, Unterbringung und weiteren Betreuung der vielen Flüchtlinge sorgen sowohl bei den privaten als auch bei den öffentlichen Konsumausgaben für stattliche Zuwächse. Sie werden wohl zum größten Teil aus dem Überschuss des Staatshaushalts geleistet und wirken daher auf die Wirtschaft wie ein kleines Konjunkturprogramm.

Die erhöhte Einwanderung sorgt darüber hinaus auf dem ohnehin schon recht engen Wohnungsmarkt für zusätzliche Nachfrage und wird sowohl die Mieten als auch das Neubauvolumen im kommenden Jahr weiter anziehen lassen. Für die Bauwirtschaft bleibt der Ausblick also positiv, zumal der Staat auch bei der Infrastruktur zusätzliche Ausgaben eingeplant hat. Die Investitionsausgaben der Unternehmen dürften sich 2016 ebenfalls allmählich beleben, wenn die internationalen Belastungsfaktoren an Gewicht verlieren und die Auslastung der Kapazitäten wieder über ihren langjährigen Durchschnittswert ansteigt.

Für den erfolgsverwöhnten deutschen Export bleiben dagegen die Aussichten auch 2016 verhalten, weil die globale Konjunktur noch nicht wieder nennenswert an Dynamik zulegt. Zwar mildern sich die Wirtschaftskrisen in Ländern wie Brasilien und Russland allmählich ab, doch eine wirkliche Erholung ist dort noch nicht in Sicht. Der wichtige Wachstumsmarkt China bleibt zwar insgesamt stabil, aber das Nachfragewachstum früherer Jahre ist nicht mehr in Reichweite. Eine stabile Industrieländerkonjunktur mit einer fortgesetzten Erholung im Euro-Raum bildet aber die Basis für eine moderat positive Exportentwicklung. Angesichts der dynamischen Binnennachfrage dürften die Importe jedoch schneller ansteigen als die Ausfuhren, so dass der Beitrag des Außenhandels zum Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr wieder leicht negativ ausfallen dürfte.

Insgesamt sehen wir die deutsche Wirtschaft 2016 also auf einem stabilen Wachstumspfad, wobei das Bruttoinlandsprodukt wie im laufenden Jahr um 1,8 Prozent zulegen dürfte. Die Inflationsrate bleibt auch im kommenden Jahr niedrig, steigt aber mit knapp einem Prozent wieder in den positiven Bereich. Die Arbeitslosenquote, im November 2015 mit 6,0 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1990, dürfte aufgrund erster Effekte der Flüchtlingszuwanderung nach dem deutlichen Rückgang der letzten Jahre wieder leicht ansteigen.

 

Buy and Hold – Ein Liebesgeständnis

„Buy and Hold“ ist die überlegene Strategie an den Aktienmärkten. Aus mehreren Gründen. Menschen verhalten sich auf Grund ihrer Urinstinkte bei Gefahr ängstlich. Sie reagieren mit Rückzug und Flucht. Dieses Phänomen ist auch an den Börsen zu sehen.

Als Mensch sind wir jedoch auch dem Gefühl der Euphorie unterlegen. Wir wollen bei jeder Party dabei sein und kaufen so Aktien zu astronomischen Preisen.

„Buy and Hold“ ist eine tolle Strategie um diese Heuristiken zu vermeiden. Kaufe Qualitätsfirmen, wie z. B. Colgate-Palmolive, Berkshire Hathaway, Procter & Gamble, Henkel, Fielmann, SAP, Nike, Unilever, Nestlé usw. Kurzfristige Rücksetzer sind (zum Glück) immer möglich und ermöglichen einen vorsichtigen Einstieg.

Wie erkenne ich Qualitätsfirmen?

Value Investing, das wertorientierte Investieren, kommt ohne komplizierte mathematische Formeln aus, es setzt vielmehr auf den gesunden Menschenverstand und Geduld. Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt.

Kurzfristige Rückschläge im Aktienkurs sind tolle Gelegenheiten um die Positionen weiter aufzustocken. So macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar. Man läuft nicht Gefahr, in einer Baisse oder in einem Crash Aktien panisch zu verkaufen. Wer das Auf und Ab an der Börse erträgt wird langfristig belohnt.

 

„Börsengewinne sind Schmerzensgeld – erst kommen die Schmerzen, dann das Geld“

André Kostolany

Steuern und Transaktionskosten darf man jedoch nicht unterschätzen. Sie nehmen einen Gutteil des Vermögensgewinns weg. Warren Buffett besitzt Anteile an Coca-Cola, American Express, Wells Fargo, Wal-Mart, Costco, U.S. Bancorp, Procter & Gamble, Moody’s sehr lange. Viele Positionen liegen seit mehreren Dekaden in seinem Depot. Buffett möchte eine Besteuerung des Gewinns vermeiden. Er will vollumfänglich vom Zinseszins profitieren. Solange seine Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway nicht den Gewinn einer Aktie realisiert, muss keine Steuer auf den Papiergewinn entrichtet werden. Es ist ein tolles Steuersparmodell.

In dem Buch „Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball“ beschreibt Autorin Alice Schroeder Buffetts Rat an Studenten so:

Im Kern war seine Botschaft immer, schnell reich werden zu wollen, ist nicht das wertvollste Ziel im Leben.

Warren Buffett ist der Überzeugung, dass man sich weder mit Marktprognosen noch mit Charts aufhalten sollte, sondern vor allem mit dem Lesen der Geschäftsberichte der Unternehmen. Da steht alles drin, was ein Value Investor über das Unternehmen wissen muss und dort findet er die Zahlen und Daten, die er für die Bewertung des Unternehmens und die Ermittlung von dessen fairen Wert benötigt. Und er rät, Geld nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft man auch versteht.

Interessante Unternehmen

Die Adventszeit vergeht wie im Flug. Heute ist bereits der dritte Advent und in elf Tagen ist Weihnachten. Irre. Habt ihr bereits alle Eure Geschenke? Ich bin wie jedes Jahr sehr spät dran. Wahrscheinlich läuft es wie jedes Jahr: Ein Tag vor Weihnachten mach ich mich dann mal auf die Suche und werde leicht panisch

 

Ich möchte heute ein paar Gedanken zu Unternehmen schreiben, die ich sehr interessant finde. Viele der unten stehenden Unternehmen kann ich in meiner täglichen Arbeit sehen und „anfassen“, zumindest deren Produkte.

Frei nach dem Motto:

„Ich will es Euch unmöglich machen, Geld auszugeben, ohne Euch dabei selber zu bereichern“

seht ihr hier einige Unternehmen deren Geschäftsmodelle, Jahresabschlüsse und Inhaber / Unternehmenslenker ich persönlich geprüft habe

Neben Zahnpasta und Seife ist das Unternehmen aus dem schönen New York auch Hersteller (zugegeben: in Europa unbekannt) von Tierfutter. Von 100 Personen putzen 65 die Zähne mit Produkten von Colgate!!! Stetig steigende Gewinne je Aktie und Aktienrückkäufe sind starke Indikatoren eines starken Managements.

 

Ist ein Hersteller von Schmierstoffen aller Art. Im Bereich der Lebensmittelschmierstoffe wurden einige tolle Zukäufe getätigt und garantieren nachhaltige Geschäfte. Ein KGV  jenseits der 25 mahnen mich jedoch (leider) zur Zurückhaltung.

 

Deutsches Familienunternehmen mit langer Historie und toller Performance. Wie Fuchs Petrolub aktuell jedoch zu teuer.

 

Amerikanischer Pharmazie- und Konsumgüterhersteller sowie Healthcareunternehmen. Kriesenresistent selbst zu Kriegszeiten. Warum? Johnson & Johnson ist (unter anderem) Hersteller der „OP Fäden“ zum Nähen von Wunden. Makaber aber wahr.

 

Konsumgüterriese aus den USA. Es ist fast unmöglich an Produkten des Konzerns vorbeizukommen.

 

Ist im Vergleich zu den bisher genannten Unternehmen ein echtes „Small Cap“. Das Unternehmen ist der größte Hersteller von Heißluftdämpfern der Welt und fehlt in keiner Kantine. Die Gewinne, die hier Jahr für Jahr eingefahren werden suchen seines Gleichen. Entsprechend teuer ist das Unternehmen auch.

 

Knorr, Lipton Eis Tee und andere Leckereien kommen aus dem Hause Unilever. Die Briten sind jedoch auch in der Körperpflege stark aufgestellt.

 

Das Konzept deutscher Volks- und Raiffeisenbanken ist einfach. Auch die deutschen Sparkassen halten sich konsequent an die volkswirtschaftlichen Grundaufgaben von Banken:

 

– Fristentransformation

– Losgrößentransformation und

– Risikotransformation

 

Wer eine solide Bank kaufen möchte (Raiffeisenbanken und Sparkassen kann man leider nicht kaufen) ist mit Wells Fargo bestens aufgestellt. Auch Warren Buffett vertraut einen Großteil seines Vermögens diesem Unternehmen an.

 

Shell ist mit seinen weltweit 20.000 Tankstellen ein Ölunternehmen, dass sowohl mit niedrigen als auch hohen Ölpreisen gut auskommt.

 

US Tech Riese und eng verzahnt mit den meisten Unternehmen weltweit. Der Technologiekonzern kann in einer der wohl schnelllebigsten Branchen bereits seit 100 Jahren bestehen und sich Tag für Tag neu erfinden. Aktuelle Schwächephasen nutze ich (als auch das Unternehmen selbst, Stichwort Aktienrückkäufe) um Bestände auszubauen.

Was haltet Ihr von dieser kleinen Zusammenfassung? Welche Unternehmen fehlen aus Eurer Sicht?

 

 

 

Fracking Boom macht Pause – Öl bleibt günstig

 

Die Folgen des Ölpreisverfalls sind am deutlichsten in dem Land zu erkennen, das dafür verantwortlich ist: die USA – vor allem Texas. In Texas gibt es aktuell sehr viel günstige Bohrtechnik zu ersteigern. Die Auktionen für gebrauchte Ausrüstungen der Ölindustrie nehmen zu. Gründe für den fallenden Ölpreis gibt es viele:

  • spektakulärer Erfolg der US-Ölindustrie
  • geringerer Ölverbrauch in China und anderen Schwellenländern
  • Strategiewechsel der Scheichs in Saudi Arabien

Die US Ölproduktion ist in den vergangenen fünf Jahren von 5,4 auf 9,3 Millionen Barrel am Tag gestiegen. Als der Preis für Öl in 2014 um bis zu 60 % Prozent gefallen ist, dachte jeder, die Zeiten des Frackings sind vorbei; mich eingeschlossen. Ich dachte die US-Industrie wird den Kampf mit der OPEC verlieren. Heute muss ich jedoch sagen, dass der Boom lediglich eine Pause macht.

Die Förderung mit der umstrittenen Fracking Methode ist weit teurer als die Förderung von Öl in den Wüsten Saudi Arabiens. Hinzu kommt, dass die Saudis ihre Anlagen seit Jahrzehnten betreiben und das schwarze Gold für fünf Dollar fördern können.

Fracking Öl lässt sich wirtschaftlich fördern für Preise zwischen 30 und 70 Dollar je Barrel Öl. Viele „Fracker“ verlieren zum aktuellen Ölpreisniveau viel Geld. Es gab bereits einige Insolvenzen in der Branche. Zehntausende Stellen wurden seither gestrichen und Shell hat vor kurzem den heftigsten Verlust seit 16 Jahren verkündet.

So what?

Geht die Strategie der OPEC jetzt doch auf? Kurzfristig gesehen ja. Die nachhaltigeren Ölquellen stammen nun einmal aus den Emiraten. Jedoch benötigen die OPEC Länder einen hohen Ölpreis um ihre hohen Staatsausgaben zu decken. Zum aktuellen Preis verlieren die „Ölstaaten“ täglich Geld. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage werden Ölpreise „nördlich“ von 80 Dollar langfristig jedoch verhindern. Sobald Fracking lukrativer wird, schnellt die Anzahl der Bohrtürme in den USA nach oben. Die Folge des höheren Angebots von Öl sind fallende Preise. Im Gegenzug sehe ich auch eine marktgegebene Preisuntergrenze. Preise von weniger als 40 oder 50 Dollar je Barrel kann die Fracking Industrie langfristig nicht verkraften und es werden, wie aktuell zu sehen, die Anzahl der Bohrtürme in den USA wieder sinken.

Aus jetziger Sicht sehe ich den Ölpreis in einem langfristigen Preiskorridor zwischen 40 und 70 Dollar.

Ableitungen für Value Investoren

60 % Preisrückgang ist natürlich sehr verlockend für Value Investoren. Ich bin grundsätzlich ebenfalls der Meinung, dass ein langfristiges Investment in „Öl“ sinnvoll ist, da es noch für lange Zeit ein wichtiger Rohstoff für uns ist. Jedoch muss ein Value Investor hier scharf differenzieren und seine Hausaufgaben gründlich machen.

Integrierte Systeme (von der Förderung bis hin zur Ablieferung beim Endverbraucher, wie z. B. Shell) sind hier mit Sicherheit gute Investments. Die Aktie notiert aktuell auf Buchwert Kurs und hat eine nette und sehr nachhaltige Dividendenrendite.

Shell ist mein Top-Pick im Bereich Öl und bei den Öl-Mulits.

 

 

Kaufe Unternehmen, deren Produkte Du täglich siehst…

Colgate Palmolive hat einen Marktanteil von 65 % weltweit –>wie irre ist das?

Von 100 Personen putzen 65 die Zähne mit Produkten von Colgate!!!

Das sind die Unternehmen, die Buffett meint: einmal kaufen, niemals verkaufen!

Gerne würde ich diese Unternehmen besitzen (wenn auch nur Teile…)

 

Aktuell werden diese Unternehmen mit einem KGV (siehe Handbuch der Kennzahlenanalyse) von über 20 gehandelt. Buffett sagt zwar, es ist schlau solche Unternehmen zu kaufen. Das Risiko besteht jedoch im Preis der Unternehmen.

 

Eine Liste von Unternehmen, die ich jeden Tag sehe:

  • Baiersdorf
  • Coca Cola
  • Colgate Palmolive
  • Fuchs Petrolub
  • Fresenius
  • Johnson & Johnson
  • Henkel
  • General Mills
  • Hershey Corp
  • IBM
  • Kellogg
  • Kimberley Klark
  • Pepsico
  • Procter & Gamble
  • Reckitt Benckiser
  • Nestlé
  • Shell
  • Unilever
  • Wells Fargo

Was ist Risiko?

In der Finanzbranche existieren einige interessante Kennzahlen, wie z. B.

Vor allem auf das Beta möchte ich heute eingehen. Beta ist vereinfacht ausgedrückt eine Kennzahl um das Risiko zu messen. Es misst, wie stark ein Wert im Vergleich zum Markt schwankt. Warum jedoch die Schwankung gerade als Risiko bezeichnet wird ist mir nicht klar. Für Value Investoren sind kurzfristige Kursschwankungen (hier vor allem nach unten) eher eine Chance als ein Risiko.

An der Börse setzen sich auf lange Sicht die „guten Unternehmen“ durch. Kurzfristige Kursschwankungen von 10, 20 oder gar 50 % sind eher eine Einladung zum beherzten zugreifen, als ein Grund um panisch zu verkaufen.

Das größte Risiko sehe ich in meinem Verhalten:

  • Bin ich in der Lage der „Massenpanik“ zu entgehen?
  • War ich in der Vergangenheit diszipliniert genug um Cashreserven zu bilden?
  • Habe ich, immer wenn Börsen und Aktien zum „Talk of Town“ wurden, meine Aktienquote reduziert?

Ich kann den nächsten Aktiencrash nicht vorraussagen. Das einzige was ich beeinflussen kann, bin ich selbst.

 

Risiko ist, wenn Anleger nicht wissen, was sie machen.

Warren Buffett

 

Was haben Schneebälle und Dividenden gemeinsam…?

Der größte Unterschied zwischen Scheebällen und Dividenden: Schneebälle gibts im Winter, Dividenden (hoffentlich) das ganze Jahr. Spaß beiseite.

Ein Unternehmen kann den Gewinn grundsätzlich wie folgt verteilen:

  • ausschütten (durch Aktienrückkäufe oder Dividenden)
  • investieren
  • Schulden zurückführen

Dividenden sind der Teil des Jahresüberschusses einer Firma, der an die Inhaber ausgeschüttet wird. Manche Unternehmen machen das quartalsweise (hier vor allem in den USA), manche nur einmal im Jahr. Es gibt sogar Unternehmen, die monatlich ausschütten.

Angenommen die Dividenden werden nicht ausgegeben, sondern wieder reinvestiert und die aktuelle Dividendenrendite (vor Steuern) liegt bei 6 % (bei Shell liegt sie aktuell sogar darüber). Das Ergebnis ist atemberaubend. 10.000,00 € wachsen in 50 Jahren auf über 180.000,00 € an. Bedenkt man jetzt noch, dass in den 50 Jahren die Dividenden eventutell sogar noch angehoben werden können, so ist klar, dass Value Investing und Dividenden sehr stark miteinander verbunden sind.

Aber was haben Schneebälle mit Dividenden gemeinsam? Denkt man an einen Schneeball (egal wie groß) und rollt den Ball im Schnee, so wird der Schneeball immer größer und größer. Wenn er einen Hügel hinabrollt muss man ihn nur einmal anstupsen und er wird beim runterollen immer größer. Ganz von alleine. Dasselbe gilt für Dividenden. Egal wie hoch die Dividendeneinnahmen sind: niemals ausgeben, stets reinvestieren. Das Investment wird nun von ganz alleine anwachsen (vorausgesetzt ihr habt die richtigen Aktien gewählt)..

Zu diesem Thema gibt es auch zwei erstklassige Bücker, die ich allen Value Investoren empfehle:

 

Einfluss von Währungsschwankungen auf Value Investoren

Eine Grundsatzfrage: Welchen Einfluss haben Währungsschwankungen auf Value Investoren? Ich werde mal versuchen das Thema an einem aktuellen Beispiel zu erklären.

Betrachtet man das Unternehmen Nestlé fällt auf, dass die „Unternehmenswährung“ der Schweizer Franken ist. Der Schweizer Franken ist zu Beginn des Jahres 2015 im Vergleich zum Euro stark gestiegen (Achtung: hier nicht vom Chartbild täuschen lassen). Hat man also als nicht Schweizer Nestlé Aktien Anfang 2015 gehalten, so ist der € Wert der Aktien stark gestiegen. Das freut natürlich die €-Nestlé Aktionäre.

Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern seine Ware ins „€-Ausland“ jetzt teurer verkaufen muss. Die Nachfrage nach Nestlé Produkten sollte also sinken. Und sinkende Nachfrage führt zu sinkenden Absatz und dieser führt (normalerweise) zu sinkenden Aktienpreisen.

Was will ich damit sagen?

Als Value Investor sind kurzfristige Einflüsse wie Währung, Zinsen, Edelmetallpreise, etc. unerheblich. Der stets langfristig orientierte Value Investor beachtet solche Einflüsse bei seinen Investitionsentscheidungen nicht.

Zeit ist der Freund von wunderbaren Unternehmen und der Feind von mittelmäßigen Unternehmen.

Warren Buffett

Valuetrap Öl?

Bevor ich weiter auf das Thema Öl eingehe, erkläre ich erst einmal den Begriff „Value Trap“ (Value Falle).

Value Traps sind Unternehmen, die auf den ersten Blick fundamental solide aufgestellt sind (z. B. hohe EK Quote, hohe Dividenden, usw.).

Auf dem zweiten Blick wird jedoch offensichltich, dass diese Unternehmen eine „Falle“ sind, da diese fundamentalen Werte nicht nachhaltig erzielt und gehalten werden können. Welche Auswirkungen solch eine Falle auf die Kurse hat ist ziemlich offensichtlich…

 

Jetzt also zum Thema Öl:

Wie bereits erwähnt fallen die Ölpreise, und in Folge auch die Ölaktien seit einiger Zeit deutlich. Laut Theorie sollte dies zu einer höheren Nachfrage (da billiger) bei gleichzeitig fallendem Angebot (da die Ölförderung sich zu diesen Preisen immer weniger rentiert) führen.

So weit die Theorie. Die aktuelle Praxis ist, dass zwar die Nachfrage steigt, jedoch das Angebot noch viel schneller. Deshalb besteht bereits seit einigen Monaten ein Angebotsüberhang. Normalerweise sollte die OPEC die Förderquoten kürzen, die amerikanische Fracking Industrie keine weiteren Bohrungen durchführen und auch keine neuen Anbieter am Markt „auftauchen“. Gegenteiliges ist jedoch der Fall:

  • Die OPEC bleibt bei den aktuellen Förderquoten
  • Die US Fracking Industrie bohrt nach wie vor
  • und neue Anbieter werden in Zukunft ebenfalls den Markt versorgen, siehe Iran

Deshalb meine Frage:

Sind Ölaktien im Bezug auf Value Investing ein „Value Trap“?

Kurzfristig gesehen sind Ölaktien offensichtlich eine Value Trap. Gazprom z. B. ist aktuell gerademal zum dreifachen der Unternehmensgewinne bewertet. Wer Anfang des Jahres bei Gazprom eingestiegen ist, hat aktuell jedoch hohe Verluste.

Langfristig gesehen bin ich jedoch sehr optimistisch, dass ein Investment in Ölaktien sinnvoll ist. Öl ist nicht nur als Treibstoff notwendig um von A nach B zu kommen. Öl ist in nahezu jedem Produkt des täglichen Lebens enthalten. Wir verwenden es für:

  • Verkehr
  • Heizung
  • Energie
  • chemische Industrie
  • und vieles mehr

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…

 

 

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Öl Downturn

 

Seit Juni 2014 sind die Ölpreise im Sinkflug. Der Preis für die Ölsorte Brent (europäisches Öl) ist vom damaligen Höchstpreis von ca. 110 Dollar auf jetzt ca. 46 Dollar gefallen. Ein Minus von knapp 60 %. Die Gründe für diesen Absturz sind vielfältig:

 

  1. Die OPEC hält die Förderquoten stabil
  2. Fracking Boom in den USA
  3. Iran als zusätzlicher Ölförderer

 

Zu 1.)

Die OPEC reagierte bisher in Marktphasen mit fallenden Rohölpreisen stets mit fallenden Förderquoten. Dies hatte in der Vergangenheit den Effekt, dass eine höhere Nachfrage nach Öl (höhere Nachfrage, da niedrigere Preise) auf ein geringeres Angebot gest0ßen ist. Dies hat zu stabileren/steigenden Ölpreisen geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt müsste die OPEC die Quoten drosseln, stattdessen werden sie jedoch erhöht.

 

Warum passt die OPEC die Quoten nicht an?

Ganz einfach: Während die USA immer mehr und mehr Öl „auf den Markt wirft“ soll die OPEC die Fördermengen kürzen. Dies hätte zur Folge, dass die OPEC Marktanteile an die USA verliert. Dies will in den Arabischen Emiraten jedoch niemand hinnehmen.

Zu 2.)

Die USA hat begonnen Öl- und Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern. Diese Fördertechnik ist (wie viele andere auch) umstritten.

Welche Auswirkungen hat das auf den Ölpreis?

Bevor die USA mit dem Fracking begonnen haben, waren sie „Nettokonsumenten“. Das bedeutet sie haben mehr Öl und Gas verbraucht als sie hergestellt haben. Der Frackingboom jedoch führte dazu, dass die USA inerhalb kürzester Zeit mehr Öl und Gas aus dem Boden fördert als es selber verbraucht. Die USA haben sich somit vom Konsumenten zum Produzenten „gewandelt“.

Zu 3.)

Neben den oben genannten Einflüssen, die insgesamt zu einem höheren Ölangebot führen kommt jetzt noch der Iran hinzu. Der Iran ist ebenfalls ein Land mit hohen Erdölvorkommen und hat in der Vergangenheit bereits Öl exportiert. Allerdings bestand schon sein längerer Zeit ein Exportverbot. Im Zuge der Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran wurde auch das Exportverbot von Rohöl aufgehoben. Experten erwarten das erste „Iranöl“ im Laufe des Jahres 2016 an den weltweiten Märkten. Der Einfluss auf die Preise (auf Grund höherer Angebotsmengen) sollte klar sein…

 

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…