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Coca Cola mit weniger Umsatz

Der Hersteller von Zuckerbrause muss mit sinkenden Umsätzen kämpfen

Gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Umsatz um 7 Prozent gefallen. Noch schlimmer war es beim Gewinn. Dieser fiel um 28 Prozent. Schuld an dem Rückgang sind laut Coca Cola vor allem die Währungsschwankungen und der laufende Konzernumbau. Die US Getränkehersteller tun sich weiter schwer, da die Trends rund um das Thema Fitness und Gesundheit die Nachfrage nach klassischen Softdrinks dämpfen. Der Umsatz fiel bereits das sechste mal in Folge auf 10,6 Mrd. US-Dollar. Auch der Gewinn fiel auf 1 Milliarde US-Dollar.

Auch die Konkurrenz reagiert

Sondersteuern auf zuckerhaltige Lebensmittel haben gerade Hochkonjunktur unter Politikern und Gesundheitsexperten. Der Lebensmittelhersteller Pepsico will aus diesem Grund in Zukunft weniger Zucker, Salz und ungesättige Fettsäuren in den Produkten verwenden. Das ausgegebene Ziel kommt einen angesichts des langen Umsetzungplans jedoch unseriös vor. Die vorgestellte Agenda will die Ziele bis im Jahr 2025 umgesetzt haben. Mindestens zwei Drittel des globalen Getränkeportfolios sollen geändert werden. Der Zuckerzusatz soll maximal 100 Kalorien pro 12 Unzen-Portion (rund 355 Milliliter) betragen.

Cola kauft zu und zentralisiert gleichzeitig

Coca Cola kauft zu

 

Coca-Cola stellt das Geschäft auf immer breitere Füße. In Brasilien verkauft der US-Konzern künftig abgepackten Bohnenkaffee. Mit der Produkteinführung sowie der Übernahme der brasilianischen Molkerei Verde Campo will der Getränkeriese den Frühstückstisch im Land erobern.

Nicht nur in Deutschland stellt sich Coca-Cola mit Kaffee breiter auf: In Brasilien steigt der US-Riese gar in den Markt für abgepackte Kaffeebohnen ein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Demnach führt der Hersteller die neue Produktkategorie über eine lokale Tee-Tochter ein. Die Bohnen liefert der Kaffee-Exporteur Tristao Companhia de Comercio Exterior, mit dem der Getränkegigant eine Kooperation geschlossen hat.

Mit diesem Schritt will sich Coca-Cola diversifizieren und vor allem bei Frühstücksgetränken stärker positionieren. Aus diesem Grund ist der Hersteller auch dabei, die brasilianische Molkerei Verde Campo zu kaufen. Das seien die beiden letzten Eroberungsfelder in der Getränke-Kategorie, erklärt Sandor Hagen, der als Vizepräsident den Bereich New Business der brasilianischen Tochter leitet. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern sein Portfolio sukzessive mit Saft, Tee und Wasser ausgebaut.

 

Coca Cola hat in diesem Jahr bereits einen Hersteller für Soja Milch gekauft

 

Mit der Marke „Café Leão“ steigt Coca-Cola in Brasilien in den Markt für Kaffeebohnen ein.
Mit seiner Marke „Café Leão“ zielt das Unternehmen dabei insbesondere auf die kaufstarke Klientel im Land. Die Kaffee-Sorten werden ausschließlich aus hochwertigen Arabica-Bohnen hergestellt, heißt es. Brasilien sei zwar Top-Produzent dieser Bohnen, jedoch würden diese meist exportiert. Die lokale Bevölkerung hätte kaum Zugang zum heimischen Kaffee, der etwa von Starbucks für seine Kaffeeprodukte verwendet werde.

Nach dem Zukauf kommt die Zentralisierung

 

Der US-Softdrinkriese Coca-Cola ist weltweit dabei, seine Abfüllorganisation zu zentralisieren. Anfang Juli ist der neue Mega-Bottler auf dem afrikanischen Kontinent ans Netz gegangen. Das bleibt für das bisherig Coke-Schaltzentrum in Kenia nicht ohne Folgen.

Der Softdrink-Gigant Coca-Cola organisiert sich im Zuge der weltweiten Zentralisierung der Bottler in Afrika neu: Die bisherige Regionalzentrale in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, von der aus der US-Konzern bisher das Abfüllgeschäft in 31 afrikanischen Ländern steuert, verliert an Bedeutung. Wie die Zeitung Sunday Nation berichtet, soll künftig das Topmanagement im südafrikanischen Johannesburg sowie im nigerianischen Laos sitzen. Marktbeobachter fürchten nun den Verlust von Arbeitsplätzen und der Wettbewerbsfähigkeit von Kenia als Investitionsstandort für multinationale Konzerne.

Die Regionalzentrale in Nairobi war dem Bericht zufolge im September 2008 bezogen worden. Rund 10 Mio. US-Dollar soll der Bau gekostet haben. Die Entscheidung Nairobi im Coca-Cola-Netz herunterzustufen, habe sich erst in den vergangenen Tagen abgezeichnet, heißt es weiter.

 

Abfüllriese mit SAB Miller

Den afrikanischen Kontinent erschließt sich Coca-Cola in erster Linie zusammen mit dem Bierproduzenten SAB Miller. Im Mai haben die beiden Partner nach einigem Hin und Her grünes Licht für die Zusammenlegung ihrer Abfüllkapazitäten in 14 süd- und ostafrikanischen Staaten bekommen. Der daraus entstehende Abfüllriese, Coca-Coca Beverages Africa (CCBA) mit Sitz in Südafrika, kommt Unternehmensangaben zufolge auf einen Marktanteil von rund 40 Prozent und einen Umsatz von 2,9 Mrd. US-Dollar. Anfang Juli hat CCBA den Betrieb aufgenommen.

 

Unilever schärft das Portfolio

Der britische Hersteller von Konsumgütern, Unilever, steigt in das Geschäft mit Rasierern ein. Für etwa eine Milliarde US-Dollar holt sich der Konzern das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus den USA ins Marken Portfolio.

Der britisch-niederländische Konzern Unilever kauft das Rasierer-Start-up Dollar Shave Club aus Kalifornien

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ fließt für das 2012 gegründete Start-up, das in diesem Jahr einen Umsatz von gut 200 Millionen US-Dollar anpeilt, eine Milliarde Dollar.

Dollar Shave Club vertreibt Rasierklingen und Pflegeprodukte im Abo. In den USA ist dieses Vertriebsmodell im Gegensatz zu Deutschland bereits relativ erfolgreich. Nach Schätzungen von Marktbeobachtern kommen dort die Online-Abomodelle bei Rasierern auf einen Marktanteil von 10 Prozent. Laut Euromonitor entfallen 5 Prozent des nordamerikanischen Marktes auf Dollar Shave Club.

Zuletzt soll sich laut LZ-Informationen Unilever auch den Wilkinson-Hersteller Edgewell als Übernahmekandidaten angeschaut haben, mit dem der Konzern 2013 kurzzeitig in den USA kooperiert hat. Für die Körperpflegemarke Axe lieferte das Unternehmen damals Rasierer, die über den Online-Versand Walmart verkauft wurden.

Eine Übernahme von Edgewell wäre der Direkteinstieg in die Produktion inklusive des Verkaufs im stationären Handel gewesen. Das New Yorker Start-up Harry’s, einer der schärfsten US-Wettbewerber von Dollar Shave Club, hat sich genau das getraut und 2014 den deutschen Rasiererhersteller Feintechnik übernommen. Die Thüringer liefern beispielsweise Rasierer und Klingen für den Discounter Lidl.

Der Online-Rasiererabo-Anbieter Dollar Shave Club gehört nun zu Unilever

Der Rasierermarkt ist in der Hand weniger Spieler. Führend ist hier der US-Konzern Procter & Gamble mit seiner Marke Gillette. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist allerdings der Abstand zur Konkurrenz in Nordamerika geschmolzen: Laut Daten von Euromonitor ist der Marktanteil von Procter & Gamble zwischen 2010 und 2015 von 71 auf 59 Prozent gesunken.

Als Antwort auf Online-Anbieter wie Dollar Shave Club hat der Platzhirsch im vergangenen Jahr den Gillette Shave Club mit eigenen Abo-Angeboten an den Start gebracht. Diese reichen in unterschiedlicher Ausstattung von 17 bis 22 US-Dollar (USD) pro Monat. Das Basis-Abo bei Dollar Shave Club fängt bei monatlich 1 USD plus 2 USD Liefergebühr an.

Das Geschäft mit Männerpflege ist zuletzt verstärkt in den Fokus der Branche gerückt: So haben L’Oréal und Beiersdorf ihr Portfolio zuletzt ausgebaut. Die Hamburger wagten sich auch bereits auf das Feld der Damenrasierer vor – allerdings wie Unilever auch ohne eigene Produktion. Die Klingen und Rasierer liefert der japanische Hersteller Kai. Zuletzt hatte Beiersdorf hier mit Qualitätsproblemen zu kämpfen.

Fakten zu Dollar Shave Club

  • Gegründet 2012
  • Sitz in Venice im US-Bundesstaat Kalifornien
  • Nach eigenen Angaben 3,2 Mio. Mitglieder
  • Umsatz im Geschäftsjahr 2015: 152 Mio. US-Dollar
  • Umsatzprognose für 2016: Über 200 Mio. US-Dollar
  • Online-Sortiment mit Fokus auf Männerpflege: Neben Rasierern, Reinigungsmarke Wanderer, Hautpflegemarke Big Cloud, Haarstylingmarke Boogies, Reinigungstüchermarke Charlies

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

FELIX aus dem Netz – Nestlé investiert

Der Tiernahrungshersteller Nestlé Purina stellt sich auf die Digitalisierung mit einer neuen Struktur ein. Ein Relaunch soll die Marke Purina One aus der Preisfalle holen.

Hubert Wieser baut um: Der Geschäftsführer der Nestlé Tiernahrungssparte in Deutschland und der Region Zentraleuropa hat seinem Team in Euskirchen eine neue Organisationsmatrix verpasst. Zum 1. Juli hat Nestlé Purina die Aufteilung in die Business Units Fachhandel und Lebensmittelhandel wieder aufgehoben. Stattdessen gibt es nun wieder – wie schon vor vier Jahren – eine gemeinsame Marketing- und Vertriebsabteilung für beide Kanäle.

Grund dafür war laut Wieser vorwiegend der immer weiter wachsende E-Commerce-Anteil in der Kategorie. „Die Grenzen zwischen Fachhandel, E-Commerce und Lebensmitteleinzelhandel verwischen zunehmend“, so Wieser. Von der neuen Struktur verspricht er sich kürzere Entscheidungswege und mehr Effizienz. Ein digitales Kompetenzteam soll seit Herbst 2015 neues Wissen mittelfristig bei allen Mitarbeitern etablieren: „Digital geht jeden an“. Wieser kann sich vorstellen, dass der Onlineanteil der Kategorie mittelfristig auf 30 Prozent steigen könnte und erwartet disruptive Wirkungen: „Das, was der Discount vor einigen Jahren für Deutschland als Veränderungstreiber bedeutete, wird künftig der E-Commerce sein.“

Mit dem Umbau gehen einige personelle Veränderungen einher. Der bislang für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zuständige Manager Alain Virieux wird künftig das Marketing in Deutschland und den weiteren Ländern verantworten, die aus Euskirchen gesteuert werden. Neuer Vertriebschef wird Heinz Schmidt – bislang verantwortlich für den LEH.

Auch in der Werbung steht das Digitale stärker im Fokus. Ein Großteil der 2015 um 30 Prozent aufgestockten Werbegelder sei ins digitale Marketing geflossen, so Wieser. Laut Nielsen haben die Euskirchener 2015 allerdings nur 0,3 Mio. Euro mehr ausgegeben: 21,7 Mio. Euro. Digitale Mediaspendings würden von Nielsen nicht hinlänglich erfasst, argumentiert Purina.

Höhere Preise mit Relaunch

In diesem Jahr fließen ein großer Teil der Ausgaben im zweiten Halbjahr in den Relaunch von Purina One, der mit einer Anhebung der unverbindlichen Preisempfehlung einhergeht. Eine neue Rezeptur soll die Abwehrkräfte der Katzen verbessern. „Was in den letzten Jahren mit dem Regalpreis passiert ist, ist der Marke nicht dienlich“, sagt Wieser. Zwar entwickle sich der Tiernahrungsmarkt der Menge nach positiv, aber es gebe eine erhebliche Erosion der Verkaufspreise aufgrund der aktuell sehr preisaggressiven Stimmung im Handel. „Wir sind an der Grenze dessen, was gesund ist.“

Außerdem im Fokus steht der Launch einer suppenartigen Nassnahrung für Katzen unter der Marke Gourmet sowie die Markteinführung von DentaLife, einem Zahnpflegesnack für Hunde. Im Werk in Euskirchen wurden 6 Mio. CHF investiert, um das Produkt herstellen zu können. Auch die Hundesnackmarke Adventuros soll mit Innovationen ausgebaut werden. Der rheinländische Standort ist in der Nestlé Region Europa, Nahost und Nordafrika (EMEA) der einzige zur Snackproduktion – ein stetig wachsendes Segment.

200 Mio. CHF fließen in Produktion

In der Region würden jährlich mehr als 200 Mio. CHF in das Produktionsnetzwerk der Tiernahrungssparte investiert, sagt Wieser. Frische Linien sind unter anderem in Russland, Polen und Euskirchen geplant. Kapazitäten, die notwendig sind – denn der Konzern vermeldet gute Zahlen. Laut Jahresbericht war das Wachstum der Tiernahrungssparte der zweitwichtigste Wachstumstreiber in der Region EMEA, in 19 der 20 größten Märkte konnten Marktanteile gewonnen werden.

Russland sei beispielsweise mittlerweile unter den fünf größten Märkten der Tiernahrungssparte. Wie passt es da, dass Nestlé Anfang 2016 das europäische Geschäft mit Kleintiernahrung- und -zubehör – vorwiegend präsent in Frankreich, Italien und Spanien – an Wettbewerber Bob Martin verkauft hat? „Wir müssen uns fokussieren. Accessoires und Kleintiernahrung ist nicht unsere Kernkompetenz.“

Für Deutschland hat Wieser in diesem Jahr erneut ambitionierte Pläne: ein Plus von 60 Basispunkten bei den Marktanteilen. In den vergangenen Jahren konnte Nestlé Purina das liefern. In den ersten fünf Monaten konnte das Unternehmen bereits in diesem Tempo wachsen.

Ob künftig auch Aldi zum Umsatzwachstum beitragen wird, ist ungewiss. Zwar listete der Mülheimer Discounter Nestlé-Pizza ein, doch bei Tiernahrung startete der Süden einen Testballon mit Katzensnacks des hierzulande noch immer deutlich größeren Marktführers Mars in einer Aktion mit Whiskas und Dreamies. Wieser gibt sich gelassen: „Wir wollen mit allen Händlern zusammenarbeiten, müssen aber nicht unbedingt der Erste bei Aldi sein“.

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

Stühlerücken in der Schweiz

Ulf Mark Schneider von Fresenius wird neuer Chef

Nestlé wechselt zum 01.01.2017 den bisherigen CEO Paul Bulcke aus. Bulcke soll jedoch nahtlos in den Verwaltungsrat wechseln. Der neue Mann an der Nestlé Spitze wird der bisherige Fresenius-Lenker Ulf Mark Schneider, der bereits ab dem 01.09.2016 zu dem größten Lebensmittelkonzern wechselt. Ein Wechsel bei der Nestlé Führung wurde erwartet. Das der Kandidat jetzt jedoch von Extern kommt ist überraschend. Es ist umso überraschender, da Nestlé erst einmal in der 150 jährigen Historie auf einen externen Kandidaten gesetzt hat, nämlich 1922 auf den Finanzprofi Louis Dapples.

Der Neue kommt von einem deutschen Gesundheitskonzern

Der neue CEO Schneider hatte mehr als 13 Jahre den Gesundheitskonzern Fresenius geführt und die Expansion forciert. In seiner Amtszeit hat der ehemalige Student der Eliteunis in St. Gallen und Harvard den Umsatz bei Fresenius vervierfacht. Laut dem amtierenden Chef, Bulcke, besitzt Schneider einige Fähigkeiten, die gut zu Nestlé passen sollen. Der Wandel hin zu einem Gesundheits- und Beauty Konzern, in Ergänzung zu den bisherigen Lebens- und Tierfuttermitteln, soll mit der Personalie wohl noch weiter beschleunigt werden.

Bereits die Babynahrung wird auf Hautunverträglichkeiten getestet und ist weiterhin ein Wachstumsmarkt für die Schweizer. Die neu geschaffene Sparte „Nestlé Health Science“ wird also noch mehr in den Fokus des Konzerns rücken.

Die Unternehmen im Vergleich

Bisherige Zahlen des mehrfachen Manager des Jahres bei Fresenius:

  • 220.000 Mitarbeiter
  • Umsatz: 27,6 Milliarden Euro

Neue Herausforderung für Schneider bei Nestlé:

  • 335.000 Mitarbeiter
  • Umsatz 82,7 Milliarden Euro

Sommerbeginn und das Geld verdienen geht los

Die Eis Sparte von Unilever will dieses Jahr stark wachsen

Eis von Langnese hat ein Ausnahmejahr mit fast zweistelligen Umsatzsteigerungen hinter sich. Mit noch mehr Werbung und verstärkten POS-Aktivitäten sowie neuen Produkten und Angebotsformen soll das Eisgeschäft von Unilever auch in diesem Jahr wachsen.

Für die Unilever-Tochter Langnese Eiskrem war 2015 ein hervorragendes Jahr. Der Umsatz erhöhte sich dank bester Wetterbedingungen und der außerordentlich erfolgreichen Neueinführung „Magnum pink & black“ im „hohen einstelligen Prozentbereich“. Konzernchef Paul Polmann bescheinigt der Sparte ein „Rekordjahr“. Unilever Deutschland nennt selbst keine absoluten Zahlen für sein Eisgeschäft, Marktforscher jedoch beziffern den Umsatz zu Endverbraucherpreisen hierzulande für 2015 auf 460 Mio. Euro. Damit steht Langnese für rund ein Drittel des Branchenumsatzes im deutschen Lebensmittelhandel.

Die guten Zahlen in dieser „extrem emotionalen Kategorie“ seien nicht allein auf das gute Sommerwetter zurückzuführen, betont Geschäftsbereichsleiterin Christiane Haasis. Die Premiummarke Ben & Jerry’s habe mit überproportionalen Zuwachsraten ebenfalls viel dazu beigetragen, ebenso wie die Desserts von Cremissimo. Am deutlichsten sei der Wetter-Effekt beim Außer-Haus-Geschäft an Kiosken und in Schwimmbädern gewesen, das einen regelrechten Umsatzsprung machte.

Das Marketing in Hamburg hat den 80. Geburtstag von Langnese voriges Jahr genutzt und mit dem Sänger Heino einen bekannten Testimonial engagiert, um die Präsenz auf den Verkaufsflächen zu verstärken. Wettbewerber beobachten hohe Investitionen des Hamburger Marktführers in seine POS-Präsenz. „Ubiquität ist extrem wichtig für Eiskrem“, sagt Haasis und begründet damit auch, weshalb Langnese seit Anfang Mai an Aldi liefert. Zuvor sei schon die Listung bei Hofer „extrem erfolgreich“ gewesen, zumal der österreichische Aldi-Ableger in besonderen Kühltruhen in Kassennähe zusätzlich Impuls-Artikel anbiete.

Nielsen-Daten aus Deutschland belegen für die ersten vier Monate dieses Jahres – das heißt noch ohne Aldi – erhebliche Mehrumsätze von Langnese sowohl im klassischen Handel wie auch im Harddiscount.

Hersteller wollen mit Innovationen punkten

Damit die Kategorie Eiskrem weiter wachse müssen Hersteller und Handel nach Ansicht von Haasis ständig neue Kaufimpulse auslösen: mit Aktionen, zusätzlichen Platzierungen und einer Vielzahl von Innovationen. Die „absolute Nummer-eins-Innovation“ sei im vorigen Jahr Magnum „pink & black“ gewesen, der größte Erfolg seit der Geburt der Marke vor 26 Jahren.

Um diesen Erfolg zu wiederholen oder sogar zu übertreffen, setzt Langnese auf Magnum Double und die aktuelle Werbekampagne „Release the beast“. Für das Stiel Eis mit mehreren Schichten kommt eine neue Technik zum Einsatz.

Im Unilever-Eiswerk in Heppenheim, wird jährlich ein hoher ein- bis zweistelliger Millionenbetrag investiert. Heppenheim sei derzeit das größte Eiskremwerk Europas, heißt es in Hamburg, und die größte Magnum-Fabrik weltweit. An dem Standort werden pro Jahr mehr als 1 Mrd. Portionen Eis produziert. Auf 20 Produktionslinien laufen Produkte wie Magnum, Calipo, Cremissimo und Vinetta vom Band. Insgesamt wird in dem Werk mit sieben verschiedene Produktionstechnologien gearbeitet, darunter Stiel-Eis, „Wannen“-Produkte wie Cremissimo und Dessert-Eise wie Vienetta.

Weiterhin nennt Haasis Trends, die nach ihrer Einschätzung das Eisgeschäft bestimmen: Der eine ist Snacking. Deshalb gibt es Ben & Jerry‘s künftig außer in Bechern auch zwischen zwei Cookies im „Ein-Hand-Format“, und Cornetto Frozen Joghurt wird als fruchtiger Snack für Zwischendurch positioniert. Einen zweiten Trend, den Haasis als „Eisdiele zu Hause“ beschreibt, wird mit neuen Cremissimo Sorbets aufgegriffen.

 

Top 6 Eiskrem-Hersteller weltweit 2016 (nach Marktanteil)

Rang Unternehmen Marktanteil (in Prozent) 2015* Marktanteil (in Prozent) 2010* Veränderung (in Prozent)
1 Unilever Group 21,30 19,50 9,2  
2 Nestlé SA 10,00 11,90 -16,0  
3 General Mills Inc 2,90 2,80 4,6  
4 Lotte Group 2,00 2,60 -23,1  
5 Inner Mongolia Yili Industrial Group 1,40 1,10 27,3  
6 Mars Inc 1,20 1,30 -7,7  

*Kategorie: Eiscreme und gefrorene Desserts

Quelle: euromonitor.com

 

Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

 

Nestlé wird 150 Jahre

Der Nahrungsmittelkonzern feiert das 150-jährige Bestehen

Nest – so heißt das neue Museum am Firmensitz im schweizerischen Vevey. Der deutsche Apotheker Heinrich Nestle hat 1860 ein Milchpulver für Säuglinge erforscht. Die folgenden 150 Jahres der Industrialisierung, Mangelernährung und Forschung haben das Unternehmen extrem wachsen lassen. Letzte Woche Donnerstag hat der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt in Vevey das 150-jährige Bestehen gefeiert. Für die Feier wurde ein eigenes Museum errichtet. Es heißt wie das Logo – Ein Nest.

Wenig bekannt ist jedoch, dass Henri Nestle die Rechte an seinem Logo und seiner Unterschrift 1875 für eine Millionen Schweizer franken an einen Amerikaner verkaufte, der das Unternehmen erst so groß gemacht hat. Obwohl Nestlé sehr heimatverbunden ist, macht das Unternehmen lediglich 2 % des Jahresumsatzes von 80 Milliarden Euro in der Schweiz, also ein echter „Global Player“.

Nestlé wurde so groß, weil die Mütter früher auf Grund von Mangelernährung nicht in der Lage waren, die eigenen Kinder zu ernähren. Mittlerweilen macht der Hersteller  aber noch vieles mehr:

  • Cailler, Schweizer Traditionsschokolade
  • Maggi
  • Eis von Mövenpick bis hin zu Häagen Dazs (mein Lieblingseis)
  • Wasser von San Pellegrino bis Vittel
  • Nudeln von Buitoni
  • Tiernahrung
  • Nespresso, Nesquik und Nescafé

Wer Lebensmittel herstellt, ist für die Ernährung der Menschen verantwortlich. Beginnend beim Milchpulver können die Schweizer also stolz auf das erreichte sein.

Nestlé im ständigen Wandel

Nestlé wäre nicht Nestlé wenn es nicht schon längst den nächsten Trend verfolgt: personalisierte Nahrungsmittelzusätze. Mit den Sparten Nestlé Health Care und Nestlé Skin Health wird auch bereits Anti Falten Cremes verkauft. Der Nahrungsmittler bewegt sich also immer mehr Richtung Pharma Konzern. Die Zukunft bleibt spannend. Sicher ist jedoch, dass die Schweizer mit ihren Marken hervorragend aufgestellt sind und mit die höchsten Renditen in der Branche erzielen. In Summe also ein tolles Unternehmen. Warren Buffett ist mit seiner Berkshire Hathaway ja ebenfalls an einem großen Nahrungsmittelhersteller beteiligt: Kraft Heinz Company.

 

US Riese sticht Deutschen Riesen aus

Der Konsumgüterriese Johnson & Johnson kann sich im Bieterstreit um das US Unternehmen Vogue International durchsetzen.

Der Hersteller der „bebe und ob Marke“ zahlt satte 3,3 Mrd. US Dollar. Vogue International ist ein Haarpflegespezialist und besitzt Marken wie z. B. OGX und Maui. Der Deal wird im dritten Quartal 2016 über die Bühne gehen. Neben dem Unilever Konzern aus England war auch ein deutsches Schwergewicht interessiert: Henkel. Ob der Dax Konzern auf Grund des aktuell schlechteren Wechselkurses nicht zum Zuge kam, kann nur spekuliert werden. Auch L Óréal war Intersse nachgesagt worden. Beeindruckend ist, dass ca. 30 % aller L Óréal Aktien zum weltgrößten Lebensmittelhersteller Nestlé gehören.

Johnson & Johnson erweitert mit dem Zukauf seine Sortimente im Bereich Körper- und Haarpflege. Im Jahr 2015 machte J & J etwa 20 % ihres Gesamtumsatzes mit diesen Artikeln. Nach der Übernahme des Dermokosmetik Spezialisten NeoStrata im April ist dies bereits der zweite Zukauf in 2016. Die Nachricht habe ich in der Lebensmittelzeitung gelesen.

Konsumgüterhersteller und der Discount

Unilever geht bei Aldi in die Vollen

Nun wagt sich Unilever als einer der letzten großen Markenartikler ins Aldi-Sortiment, und dies nicht vorsichtig tastend, sondern gleich mit Knorr Fixprodukten, Langnese-Magnum und mit Duschdas. Mit den Duschartikeln stellt der Discounter erstmals direkte Marken-Konkurrenz zu Nivea ins Regal.

Unilever beliefert seit dieser Woche Aldi Nord und Süd mit Knorr Fixprodukten, Langnese-Eis und Duschdas Körperpflegeprodukten. Das ist für die Hamburger Deutschland-Zentrale ein Kurswechsel. Noch vor einem halben Jahr äußerte sich Ulli Gritzuhn als Chef der Region D-A-CH eher hinhaltend über Aldi-Listungen: „Wir sind, momentan extrem zufrieden mit unseren Handelskanälen und –partnern. Es wäre unprofessionell, wenn man sich nicht alle Optionen anguckt, aber es gibt momentan sicherlich keine Pläne.“

Der Preisverfall, der nach der Aldi-Listung etwa von Red Bull und Funny Frisch im klassischen Handel einsetzte, wurde bei Unilever als „Katastrophe“ gewertet, trotzdem nahm Vertriebsgeschäftsführer Peter Dekkers schon vor Monaten Verhandlungen mit der Nummer eins des Hartdiscounts auf. Den Grund dafür hat Gritzuhn ebenfalls bereits formuliert: Wenn die Markenartikler, die nicht an Aldi liefern, von den Marktverwerfungen ebenso betroffen waren wie die Lieferanten, dann wollte Unilever die Entwicklung doch lieber selbst vorantreiben.

Konsumgüterriesen üben sich in Spieltheorie

Zumal Nestlé als Hauptwettbewerber die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit Aldi längst getroffen hatte. Für Unilever bestand die Gefahr, dass die Frankfurter nach Wagner Pizza auch mit Maggi und Schöller das Rennen machen könnten. Die Hamburger hätten mit Knorr und Langnese das Nachsehen gehabt.

Was die Belieferung von Aldi mit Knorr für das ewige Kopf-an-Kopf-Rennen mit Maggi um die Marktführerschaft bedeutet hängt von der Reaktion der anderen Kunden ab. Unilever lässt sich von den zu erwartenden Strafmaßnahmen nicht abschrecken. Wenn sie sich kurzfristig kaum vermeiden lassen, sollen doch längerfristig die Vorteile überwiegen.

Dekkers schwierige Aufgabe bestand darin, im Gespräch auf höchster Ebene das Schlimmste zu verhindern. In den vergangenen Wochen hat er die großen Kunden alle über die kommende Verschärfung der Wettbewerbssituation informiert – und zugleich kundenspezifische Vorschläge zur Erhaltung der Wertschöpfung präsentiert. Eine unmittelbare Vergleichbarkeit der Artikel wird so weit wie möglich vermieden. Mit Duschdas steht Unilever jedoch bei Aldi mit Standardgrößen und – auch das ist neu – in unmittelbarem Wettbewerb zu Nivea.

Von Knorr wird Aldi ein Kernsortiment aus Suppen und Fix-Produkten wie Bolognese fix führen. Sieben andere Bolognese-Varianten könnten dem klassischen Handel ebenso zur Differenzierung dienen, wie die wachsende Premium-Range „Natürlich lecker“ und die Breite des Knorr-Sortiment insgesamt.

Magnum-Eiskrem gibt es bei Aldi seit Dienstag in den Varianten Classic und Mandel in Multi-Packs. Die Packung der Sondergröße 5 x 100 ml kostet 2,79 Euro. Eine Preisanpassung wird Wettbewerbern besonders schwer gemacht: Lidl verkauft die üblichen 4 x 110 ml für 2,99 Euro, der Supermarktpreis liegt bei 3,29 Euro.

Für Eskimo geht Hofer noch weiter

Sonderplatzierungen für das Impulsgeschäft mit Eis sind bei Aldi nicht vorgesehen. In Österreich dagegen bekam der Außendienst der Unilever-Tochter Eskimo sogar Zutritt zu den Hofer-Filialen – ein absolutes Novum – um die Truhen zu befüllen. Dazu kann man sich in Essen und Mülheim noch nicht durchringen.

Die strategisch schwerwiegende Entscheidung ist bei Unilever von längerer Hand vorbereitet und in Abstimmung mit dem Mutterkonzern getroffen worden. Der Blick der Londoner Zentrale für die Potenz von Aldi wird durch dessen Erfolge in Großbritannien zunehmen geschärft. Auch, dass Procter & Gamble Top-Marken wie Pampers und Head & Shoulders bei Aldi verkauft, hat Vorbildfunktion.
Inwiefern Unilever durch die Distributionsausweitung den Bedeutungsverlust des Deutschlandgeschäfts aufhalten kann, bleibt abzuwarten. Der Umsatz in Deutschland ist auf zuletzt 1,2 Mrd. Euro zusammengeschmolzen. War Deutschland für Unilever lange der größte europäische Markt, hat Großbritannien durch zahlreiche Übernahmen mittlerweile die Pole-Position übernommen.

Problem mit Margarine nicht gelöst

Grund dafür ist auch das weiterhin schwächelnde Margarinegeschäft, das hierzulande rund 500 Mio. Euro zum Deutschland-Umsatz beiträgt und die Geschäfte der Region damit stärker beeinträchtigt als alle anderen. Unilever ist hierzulande weiter als die englischen Schwester von dem erklärten Ziel entfernt, die Abhängigkeit vom margenschwachen Geschäft mit Lebensmitteln zu vermindern und mehr lukrativere Umsätze mit Körperpflegeprodukten zu generieren.

Vor diesem Hintergrund zeigen sich Beobachter überrascht, welche Unilever-Marken jetzt bei Aldi auftauchen. Wäre eine Listung für Rama oder Becel nicht mindestens ebenso hilfreich wie für Knorr gewesen? Axe und Dove wurden ebenfalls als Listungskandidaten im Körperpflegebereich hoch gehandelt. Anscheinend ist nicht jeder Wunsch von Unilever in Erfüllung gegangen – und nicht jeder von Aldi.

Beitrag wurde von der Lebensmittelzeitung übernommen

Bierverkauf geht weiter – Wettbewerbshüter schauen hin

 Warren Buffett´s Partner hat noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

AB InBev stellt weitere Marken zum Verkauf

Der Bierriese AB InBev legt bei seinem Angebot an die EU-Kartellwächter nach: Weitere Marken aus dem Portfolio von SABMiller sollen im Falle einer Übernahme verkauft werden. Ob der weltgrößte Braukonzern damit die Wettbewerbshüter überzeugen kann, wird sich bereits in wenigen Wochen zeigen.

Im Ringen um grünes Licht aus Brüssel für die Milliarden-Übernahme des kleineren Konkurrenten SABMiller zieht Biergigant AB InBev neue Register: Der EU-Kommission bietet der Konzern nun den Verkauf der gesamten Geschäftsaktivitäten von SABMiller in Mittel-Osteuropa inklusive der Marke Pilsner Urquell im Falle einer Fusion an, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Laut Analysten von Exane BNP Paribas geht es dabei um Vermögenswerte in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar (rund 4,4 Mrd. Euro). Das Angebot an die Kartellwächter gilt zusätzlich zum bereits vereinbarten Verkauf der SABMiller-Biermarken Peroni, Grolsch und Meantime für 2,55 Mrd. Euro an den japanischen Brauer Asahi.

AB InBev ist damit bereit sich von fünf weiteren Ländergesellschaften zu trennen: Dreher Breweries in Ungarn, Kompania Piwowarska in Polen, Plzenský Prazdroj und Pivovary Topvar in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie Ursus Breweries in Rumänien. Der Bieriese versucht so die Bedenken der EU-Behörden zu zerstreuen, dass die Milliarden-Fusion der Nummer eins und Nummer zwei auf dem weltweiten Biermarkt den Wettbewerb lahmlegen könnte.
Ob AB InBev mit seinem neuen Angebot die europäischen Wettbewerbshüter im ersten Anlauf überzeugen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen: Bis zum 24. Mai will die EU-Kommission eine Einschätzung abgeben, ob die Fusion mit den bisher gemachten Zugeständnissen über die Bühne gehen kann oder weiter Nachbesserungsbedarf besteht.

Auch in Südafrika steht noch die Genehmigung des Deals aus. In den USA hat SABMiller im Vorfeld der geplanten Mega-Übernahme sich aus dem Joint-Venture mit dem US-Bierkonzern Molson Coors zurückgezogen, um dort etwaige Bedenken über eine zu hohe Marktkonzentration zuvorzukommen.

Schwacher Jahresauftakt für AB InBev

Der Bierriese AB InBev muss Abschläge bei Umsatz und Gewinn verschmerzen. Der starke US-Dollar und der insgesamt rückläufige Absatz belasten das Geschäft im ersten Quartal. Auch in Deutschland verzeichnet der Beck’s-Brauer ein Minus beim Absatz.

Der weltgrößte Bierbrauer AB InBev kämpft weiter mit Problemen in Brasilien und dem starken Dollar. Gut lief dagegen das Geschäft in Mexiko, die Lage in Europa und den USA soll sich verbessert haben. Zudem konnte der vor der Übernahme des Konkurrenten SABMiller stehende Konzern höhere Preise durchsetzen. Das reichte aber nicht aus um den insgesamt rückläufigen Absatz und die Folgen des starken Dollar auszugleichen. Konzernweit gingen Umsatz und operatives Ergebnis deutlich zurück.

Der Erlös sank um zehn Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar (8,2 Mrd. Euro), wie der Konzern am Mittwoch in Leuven mitteilte. Beim um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug der Rückgang 13 Prozent auf 3,46 Mrd. Dollar. Damit schnitt AB InBev schwächer ab als Experten erwartet hatten.
In Deutschland musste der Konzern ein Absatzminus im einstelligen Prozentbereich hinnehmen – und das, obwohl sich das Deutschland-Flaggschiff Beck’s gut verkauft hatte. Insgesamt büßte der weltgrößte Brauer hierzulande aber Anteile in einem ohnehin rückläufigen Markt ein.

Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

Energiegeladener Buffett

 

Der Duracell Chef Stefan Sallandt hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und will den Batterie Hersteller nach vorne bringen. Warren Buffett setzt auf den Manager und seine gewohnte „dezentrale Entscheidungsfreiheit“.

Im Fokus soll in Zukunft nicht mehr das „Konzerndenken“ von Procter & Gamble stehen, sondern der Konsument.

Den deutschen Batteriemarkt dominieren Eigenmarkten. Platz eins unter den Markenherstellern besitzt Varta vor Energizer. Duracell folgt auf Platz drei. Der Manager Sallandt will die Marktanteile aggressiv zurückerobern.

Warren Buffett hat im Jahr 2014 den Deal mit Procter & Gamble ausgehandelt und den Konsumgüterhersteller mit überwiegend eigenen Aktien gezahlt. Beitrag aus der Zeit –>

Tabula Rasa bei Mondeléz

Auch Buffett´s Mondeléz kann neue Fakten berichten

Das finnische Unternehmen Fazer übernimmt von Mondelez die Gebäckmarken Jaffa, Domino und Fanipala.

  • Der US-Süßwarenhersteller Mondelez verkauft weitere Marken
  • Jetzt trennt sich der Konzern von den regionalen Marken Domino, Jaffa und Fanipala
  • Käufer ist das finnische Unternehmen Fazer

Mondelez trennt sich von weiteren regionalen Gebäckmarken. Domino, Jaffa und Fanipala gehen an das finnische Unternehmen Fazer. Dieses hatte sein Gebäckgeschäft 1995 an Danone verkauft, die es 2007 an Kraft Foods weiterreichten. 2012 kaufte Fazer jedoch die Fabrik in Vantaa zurück.

Der US-Süßwarenhersteller Mondelez geht derzeit mit dem Stahlbesen durch sein Markenportfolio: Anfang April hat der Konzern die Trennung von zehn europäischen Süßwarenmarken bekannt gegeben, darunter Carambar und Suchard. Schon im vergangenen Jahr hat Mondelez sein Kaffeegeschäft im Rahmen einer Megafusion in den niederländischen Kaffeekonzern D.E. Master Blenders eingebracht. Spekuliert wird immer wieder auch über einen Verkauf des Frischkäsegeschäfts mit der Marke Philadelphia.

Mondelez bringt Bonbonmarke Halls

Jenseits des aktionsgetriebenen Milka-Tafelschokoladengeschäfts mit Milka will sich Mondelez mit Bonbons ein neues Geschäftsfeld aufbauen.

Der Süßwarenhersteller Mondelez International startet im Juli in einer neuen Warengruppe in Deutschland und offeriert dem deutschen Handel die Bonbonmarke Halls.

Mondelez greift in einer neuen Kategorie an: In Kalenderwoche 27 startet der Hersteller von Milka-Schokolade und Oreo-Keksen mit Bonbons unter der internationalen Marke Halls in Deutschland. Nach Konzernangaben ist Halls bereits Marktführer in Spanien, Portugal und Griechenland und zählt in Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien und Dänemark zu den Top 5 Marken.

Auch wenn Mondelez International in dem Segment in Deutschland bislang ein unbeschriebenes Blatt ist: Weltweit setzte der Konzern laut Zahlen der Marktforscher von Euromonitor 3,9 Mrd. USD mit Zuckerwaren (ohne Kaugummi) um und ist damit der weltgrößte Hersteller in dieser Kategorie. Dicht auf den Fersen folgt Perfetti Van Melle mit 3,7 Mrd. USD, dann Mars mit 2,8 Mrd. USD. Weltweit legte das Zuckerwarengeschäft von Mondelez in den vergangenen drei Jahren laut Euromonitor 500 Mio. USD zu.

„Die Voraussetzungen sind sehr positiv“

Europaweit habe sich Halls zuletzt „sehr gut entwickelt“, so der Konzern gegenüber der LZ. Zudem wachse der deutsche Frischebonbon-Markt um 4 Prozent nach Umsatz (rollierend bis Juni 2015). „Die Voraussetzungen für den Markteintritt in das neue Segment Bonbons in Deutschland sind also sehr positiv.“

Mondelez wird die Einführung der fünf Sorten Coolwave, Citrus Mix, Extra Strong, Strawberry Flavour, Forest Fruit Flavor mit TV-Werbung, Social-Media-Aktivierung und Samplings begleiten und möchte sich nach Unternehmensangaben als „Bonbon mit dem Frischekick“ positionieren – saisonal unabhängig. Das bedeutet nicht nur neue Konkurrenz für Hustenbonbonmarktführer Ricola und die Nummer zwei Fisherman‘s Friend, sondern auch für Fruchtbonbonhersteller wie Storck und Katjes im rund 2,7 Mrd. Euro großen deutschen Markt für Zuckerwaren.

Die Bremer können frische Umsätze gut gebrauchen: Nach der LZ vorliegenden Marktzahlen mussten sie im vergangenen Jahr in Deutschland ein zweistelliges Absatzminus hinnehmen. Ein schwächeres Saisongeschäft, die Auslistung von Milka bei Lidl zur Mitte des Jahres sowie die Regalpreisstellung von über einem Euro dürften zu Buche geschlagen haben, auch wenn Oreo-Gebäck nach Konzernangaben zweistellige Wachstumsraten erzielte.

Aldi-Listung könnte helfen

„Mit unserem Geschäft in Deutschland in 2015 sind wir sehr zufrieden“, heißt es dagegen aus Bremen. Auch das Jahr 2016 sei gut gestartet, beispielsweise aufgrund von Neuprodukten wie „Milka Collage“. Die Aldi-Listung helfe, für Konsumenten „überall verfügbar zu sein“. Sie dürfte allerdings auch helfen, 2016 wieder zu Wachstum zurückzukehren. Neben Oreo sind die Bremer mit Milka präsent, die bei Aldi Süd für 95 Cent verkauft wird. Diskontierende Händler haben diesen Preis in Süddeutschland nachvollzogen.

Laut Branchenkennern sind Umsatz und Stückabsätze mit den lila Produkten bei Aldi bislang nicht besonders hoch. Das Geschäft ist mit einem Aktionsanteil von über 60 Prozent stark promotionsgetrieben. Nach LZ-Informationen hatte Mondelez die Aldi-Listung mit einer erneuten Erhöhung der Abgabepreise an den Handel flankiert.

Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen

Qualitätsaktien berichten: Beiersdorf

Baiersdorf´s erstes Quartal

 

  • Umsatz von Beiersdorf sinkt im ersten Quartal um knapp 2 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro
  • Organisch liegt das Plus bei 2,4 Prozent
  • Prognose für das Gesamtjahr wird bestätigt

Der Verfall lateinamerikanischer Währungen und eine schwächere Entwicklung bei der Klebstofftochter Tesa haben den Nivea-Hersteller Beiersdorf zum Jahresauftakt gebremst. Der Konzernumsatz ging im ersten Quartal um 1,9 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro zurück, wie Beiersdorf am Mittwoch mitteilte. Die meisten Analysten hatten hingegen mit einem leichten Anstieg gerechnet. Aus eigener Kraft, also ohne den Einfluss der Währungen sowie Zu- und Verkäufen, konnte der Konsumgüterkonzern um 2,4 Prozent wachsen.

Dabei musste die Tochter Tesa Umsatzeinbußen verkraften. Grund war eine deutliche Abschwächung der Nachfrage aus der Elektronikindustrie in Asien. Im Konsumgütergeschäft rund um Marken wie Nivea oder Eucerin lief es hingegen besser. Der Umsatz sank zwar nominal aufgrund negativer Wechselkurseffekte, organisch aber legte dieser um 3,6 Prozent zu.
Während sich der europäische Markt in der Pflegesparte gut entwickelte, blieben die Erlöse in Amerika auch um Währungseffekte bereinigt unter dem „starken Vorjahr“, wie es in der Mitteilung aus Hamburg heißt. Mit Blick auf die einzelnen Marken des Konzerns entwickelten sich Nivea und La Prairie besonders stark, mit organischen Zuwachsraten von 4,3 beziehungsweise 6,9 Prozent.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält Beiersdorf fest: So soll der Konzernumsatz organisch weiterhin um 3 bis 4 Prozent steigen; die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit), die 2015 mit 14,4 Prozent auf den höchsten Stand in der Unternehmensgeschichte kletterte, leicht zulegen.

 

Beitrag aus der Lebensmittelzeitung

IBM und der Handel

IBM versucht mit Hochdruck, seine Watson-Computer-Technologie zu kommerzialisieren. Der Einsatz künstlicher Intelligenz könnte Einkauf, Kundenservice und Wartung massiv verändern. Doch noch steht die Software-Revolution am Anfang. Erster Pilotkunde aus dem Handel ist der Outdoor-Ausrüster The North Face. auch deutsche Firmen experimentieren.

IBM arbeitet daran, seine selbstlernende Computer-Technologie Watson zu Geld zu machen. Neben dem Gesundheitswesen sowie der Finanz- und Versicherungsbranche fasst der IT-Konzern derzeit vor allem die Handelswelt ins Auge. Hier könnten Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen Produktempfehlungen, Beschwerdemanagement und Kundenservice künftig teilautomatisieren und damit rationalisieren.

IBM selbst nennt seine Hightech-Erfindung „Cognitive Computing“. Dabei werden Daten mithilfe statistischer Verfahren durchforstet, um Muster und Auffälligkeiten, aber auch Zusammenhänge aufzuspüren und zu interpretieren. Die Daten können sowohl strukturiert als auch unstrukturiert sein, etwa aus Beiträgen in Sozialen Medien, E-Mails oder mündlicher Sprache.

Erste Schritte Künstlicher Intelligenz

Noch steht der Einsatz von Cognitive Computing im Handel am Anfang. Im deutschsprachigen Raum gibt es laut Marcus Groß, Cognitive-Computing-Experte bei IBM, derzeit ein knappes Dutzend Retail-Kunden, die mit Watson experimentieren. Noch sind diese Projekte eher im Stadium „Versuchsküche“ als im Bereich geschäftsrelevanter Prozessoptimierung zu verorten. Groß sieht jedoch riesiges Potenzial: „Die Mensch-Maschine-Szenarien von einst sind dank Watsons kognitiver Fähigkeiten heute schon Realität.“

Einer der weltweit ersten und prominentesten Pilotanwender aus dem Handelsumfeld ist The North Face. Der US-amerikanische Hersteller und Händler von Outdoor-Bekleidung testet seit Dezember eine persönliche, interaktive Online-Kaufberatung mittels Künstlicher Intelligenz. Dabei verwickelt Watson die Besucher einer Demo-Website in einen schriftlichen Dialog, eine Art Frage-und-Antwort-Spiel, an dessen Ende der Kunde möglichst passgenaue Empfehlungen für den Kauf einer wind- und wetterfesten Jacke erhält. Das kann beispielsweise eine rote Damenjacke aus Fleece für den im Mai geplanten Wanderurlaub auf Mallorca sein, die nicht zu viel Platz im Reisegepäck einnimmt.

Durchschnittlich machen die Internet-Kunden zwei Minuten lang mit, und 80 Prozent der Nutzer würden das Tool wieder verwenden, hat der vertikale Textilit ausgewertet. Die entscheidende Frage nach der Konversionsrate, also danach, wie viele der empfohlenen Jacken dann tatsächlich in Warenkorb und Kleiderschrank der Befragten landen, haben die Beteiligten laut IBM-Manager Groß nicht analysiert. Aufgrund der weitgehend positiven Rückmeldungen aus der Beta-Testphase will The North Face US-Medienberichten zufolge noch in diesem Monat eine Smartphone-App starten, die auf der Watson-Technologie basiert. Per Spracheingabe sollen Kunden damit zum maßgeschneiderten Produkt navigieren.

Pilotprojekt bei dm

Auch hierzulande knüpft IBM große Hoffnungen an Watson und unternimmt erste Annäherungsversuche an den Handel. So hat nach LZ-Informationen der deutsche Drogeriemarktbetreiber dm, einer der Technologievorreiter im hiesigen Retail-Sektor, den Einsatz im Kundenservice erprobt. Das Projekt ist seit Sommer 2015 abgeschlossen. Der Drogist hegte seinerzeit den Wunsch, telefonische Kundenanfragen mithilfe von Watson schneller und besser beantworten zu können.

Dazu sollte Watson am Kundentelefon des Service-Centers „mithören“ und sofort die Lösung für die jeweilige Frage des Kunden aus der Datenbank suchen. Weil es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Sprachunterstützung gab, ließ sich diese Idee damals nicht umsetzen. Nach Aussage von IBM ist die Spracherkennung von Watson inzwischen verfügbar und praxistauglich.

Einsatz für die Störungs-Hotline

Ein anderer Händler, eine „führende deutsche Einzelhandelskette“, setzt die IBM-Computer-Technologie wiederum zur Automatisierung der internen Störungs-Hotline ein. Hier soll Watson dabei helfen, Kassenprobleme in den Filialen zu lösen, etwa wenn ein Bon nicht ausgedruckt werden kann.

Der Elektronik-Fachmarktbetreiber Media-Saturn nutzt Watson eher spielerisch – in Gestalt des Mini-Roboters Nao. Der putzige Humanoid, der im Gangnam-Style tanzen kann, soll die Kunden eines Kölner Saturn-Markts unterhalten. Mehr nicht.

Dividende

Darüberhinaus wird IBM die Quartalsdividende um acht Prozent bzw. 10 Cents auf 1,40 US-Dollar je Aktie erhöhen. Die nächste Auszahlung erfolgt am 10. Juni 2016 (Record day: 10. Mai 2016). IBM zahlt somit künftig auf das Jahr gerechnet eine Dividende von 5,60 US-Dollar. Dies entspricht einer aktuellen Dividendenrendite von 3,77 Prozent beim derzeitigen Kursniveau von 148,43 US-Dollar.

„Big Blue“ IBM steigerte in den letzten 21 Jahren regelmäßig jedes Jahr seine Ausschüttung. Seit 1916 erhalten die Aktionäre jedes Quartal eine Dividende. Im ersten Quartal 2016 fiel der Umsatz von IBM währungsbereinigt um zwei Prozent auf 18,7 Mrd. US-Dollar, wie der Konzern am 18. April mitteilte. Der operative Ertrag fiel um 21 Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr wird ein Ertrag je Aktie in Höhe von mindestens 13,50 US-Dollar erwartet.

 

 

 

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Zukauf bei Nestlé und Johnson & Johnson

Johnson & Johnson kauft Dermokosmetik-Spezialisten

 

  • Johnson & Johnson will das US-Unternehmen NeoStrata übernehmen
  • NeoStrata ist einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte auf Basis von AHA-Säuren

Die Konsumentensparte des US-Pharmazie- und Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson will sich mit einem Zukauf im Bereich der medizinisch orientierten Kosmetik verstärken: Das Unternehmen hat mit dem Dermokosmetik-Spezialisten NeoStrata eine Übernahmevereinbarung getroffen. Die Transaktion umfasse auch die Schwestergesellschaften von NeoStrata sowie den Mutterkonzern TriStrata. Zu den finanziellen Details macht Johnson & Johnson keine Angaben.

Die Übernahme soll nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Das 1988 gegründete Unternehmen NeoStrata ist nach Konzernangaben einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte, vor allem mit Anti-Aging-Produkten auf Basis von AHA-Säuren (Alpha-Hydroxycarbonsäuren).

 

Nestlé und R&R machen Eis-Deal perfekt

Nestlé und R&R Ice Cream haben sich geeinigt: Die beiden Hersteller haben die Gründung eines Joint Ventures für das Eiskremgeschäft besiegelt. Froneri soll das neue Unternehmen heißen und in über 20 Ländern aktiv sein.

Der Lebensmittelriese Nestlé und der britische Eiskremhersteller R&R Ice Cream haben ihr angestrebtes Joint Venture besiegelt: Im neuen Unternehmen Froneri vereinen sich das Speiseeis-Geschäft des Schweizer Konzerns mit den Aktivitäten der Briten in den entsprechenden Ländern, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heißt. Der neue Spross steht dabei für einen Umsatz von 2,7 Mrd. Schweizer Franken (rund 2,5 Mrd. Euro), ist in über 20 Ländern aktiv und kommt auf rund 15.000 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender soll R&R-Chef Ibrahim Najafi werden, den Vorsitz im Verwaltungsrat übernimmt Nestlés Generaldirektor für die Region Europa, Naher Osten und Nordafrika, Luis Cantarell.

Mit dem Schritt will sich Nestlé im umkämpften Markt für Speiseeis stärken und seine Marktposition ausbauen. Um zu wachsen, wollen beide Parteien ihre Kompetenzen bündeln: Nestlé will in das Unternehmen seine erfolgreichen Marken und Erfahrungen aus dem Außerhausgeschäft einbringen, R&R seine Produktionsexpertise und seine starke Präsenz im Handel.
Dabei halten beide Unternehmen am Joint-Venture 50 Prozent, doch die Beteiligung könnte zukünftig sinken. Auf längere Sicht strebe das neue Unternehmen eine Börsennotierung an, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Frederic Stevenin vom Finanzinvestor und R&R-Eigentümer PAI. Auch werden Übernahmen nicht ausgeschlossen.

Bereits im vergangenen Oktober hatten beide Konzerne die Planungen für ein Joint Venture verkündet. Die Einzelheiten stehen nun fest: So soll Froneri seinen Hauptsitz in Großbritannien haben und in erster Linie in Europa, im Nahen Osten, aber auch in Argentinien, Australien, Brasilien, den Philippinen und Südafrika operieren. Neben Speiseeis umfasst das Sortiment auch in bestimmten Ländern TK-Pizza und Tiefkühlkost sowie gekühlte Milchprodukte in den Philippinen.

Noch müssen die Wettbewerbsbehörden dem Deal zustimmen und auch die Beratungen mit den Mitarbeitervertretern müssen noch abgeschlossen werden, heißt es.

 

Aus der Lebensmittelzeitung

Buy and Hold – Ein Liebesgeständnis

„Buy and Hold“ ist die überlegene Strategie an den Aktienmärkten. Aus mehreren Gründen. Menschen verhalten sich auf Grund ihrer Urinstinkte bei Gefahr ängstlich. Sie reagieren mit Rückzug und Flucht. Dieses Phänomen ist auch an den Börsen zu sehen.

Als Mensch sind wir jedoch auch dem Gefühl der Euphorie unterlegen. Wir wollen bei jeder Party dabei sein und kaufen so Aktien zu astronomischen Preisen.

„Buy and Hold“ ist eine tolle Strategie um diese Heuristiken zu vermeiden. Kaufe Qualitätsfirmen, wie z. B. Colgate-Palmolive, Berkshire Hathaway, Procter & Gamble, Henkel, Fielmann, SAP, Nike, Unilever, Nestlé usw. Kurzfristige Rücksetzer sind (zum Glück) immer möglich und ermöglichen einen vorsichtigen Einstieg.

Wie erkenne ich Qualitätsfirmen?

Value Investing, das wertorientierte Investieren, kommt ohne komplizierte mathematische Formeln aus, es setzt vielmehr auf den gesunden Menschenverstand und Geduld. Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt.

Kurzfristige Rückschläge im Aktienkurs sind tolle Gelegenheiten um die Positionen weiter aufzustocken. So macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar. Man läuft nicht Gefahr, in einer Baisse oder in einem Crash Aktien panisch zu verkaufen. Wer das Auf und Ab an der Börse erträgt wird langfristig belohnt.

 

„Börsengewinne sind Schmerzensgeld – erst kommen die Schmerzen, dann das Geld“

André Kostolany

Steuern und Transaktionskosten darf man jedoch nicht unterschätzen. Sie nehmen einen Gutteil des Vermögensgewinns weg. Warren Buffett besitzt Anteile an Coca-Cola, American Express, Wells Fargo, Wal-Mart, Costco, U.S. Bancorp, Procter & Gamble, Moody’s sehr lange. Viele Positionen liegen seit mehreren Dekaden in seinem Depot. Buffett möchte eine Besteuerung des Gewinns vermeiden. Er will vollumfänglich vom Zinseszins profitieren. Solange seine Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway nicht den Gewinn einer Aktie realisiert, muss keine Steuer auf den Papiergewinn entrichtet werden. Es ist ein tolles Steuersparmodell.

In dem Buch „Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball“ beschreibt Autorin Alice Schroeder Buffetts Rat an Studenten so:

Im Kern war seine Botschaft immer, schnell reich werden zu wollen, ist nicht das wertvollste Ziel im Leben.

Warren Buffett ist der Überzeugung, dass man sich weder mit Marktprognosen noch mit Charts aufhalten sollte, sondern vor allem mit dem Lesen der Geschäftsberichte der Unternehmen. Da steht alles drin, was ein Value Investor über das Unternehmen wissen muss und dort findet er die Zahlen und Daten, die er für die Bewertung des Unternehmens und die Ermittlung von dessen fairen Wert benötigt. Und er rät, Geld nur in Unternehmen zu investieren, deren Geschäft man auch versteht.

Was sind Qualitätsfirmen

Philip Fisher definierte einige Kriterien für Qualitätsfirmen, genauso wie Benjamin Graham es in Kapitel 5 seines Buches „The Intelligent Investor“ getan hat. Kennzeichen defensiver Qualitätsfirmen:

  • Eine signifikante Größe und Bedeutsamkeit
  • 20 Jahre oder länger andauernde Dividendenhistorie
  • Eigenkapitalquote von mindestens 50%
  • Aktienpreis nicht mehr als das 25-fache der durchschnittlichen Gewinne der letzten 7 Jahre
  • Aktienpreis nicht mehr als das 20-fache der letztjährigen Gewinne

Auch Stefan Bielmeier von der DZ Bank AG hat „eine Lanze für Qualitätsfirmen gebrochen“:

http://www.bielmeiersblog.dzbank.de/2015/10/19/defensive-dividendenaristokraten-bieten-hohe-renditen/

Aktuell fällt der weltweit tätige Hersteller von Produkten für den Gesundheitsbereich Johnson-Johnson aus den USA in diese Merkmale. Die Produktpalette von J&J umfasst Konsumgüter (Hautpflege, Wundpflege, etc.), medizinisch-technische Geräte, und Pharmazeutika.

sind die Marken, die vielen Verbrauchern etwas sagen.

Das seit 1944 an der Börse notierte Pharma- und Konsumgüterunternehmen ist ein sog. Dividendenaristokrat, denn im April hat J&J die Dividende um 7,1% erhöht auf den aktuellen Wert von 0,75 USD – und damit hat J&J seine Dividende das dreiundfünfzigste Jahr in Folge angehoben. Das alleine ist natürlich kein Grund für einen Kauf. Doch J&J hat kürzlich seine Quartalszahlen vorgelegt und obwohl man unter dem starken Dollar zu leiden hatte, lagen diese doch mal wieder über den Erwartungen und J&J hat einige neue Medikamente in der Pipeline, die das Zeug zu Milliardenumsätzen in sich bergen. Die Eigenkapitalquote liegt bei 53% und der Umsatz beträgt rund 74 Mrd. USD. Mit einem KGV von 15 und einer Dividendenrendite von 3% ist J&J attraktiv bewertet und das neue Aktienrückkaufprogramm von 10 Mrd. USD sollte dem Kurs zusätzlichen Auftrieb geben.

Zinseszins und Aktienrückkäufe – Die Waffen des Herrn Buffett

Unser aller Lehrmeister in Sachen Value Investing, Warren Buffett, überzeugt durch Einfachheit und Weitblick. In „Finanzworten“ ausgedrückt meint Buffett Zinseszins, Aktienrückkäufe und Qualitätsfirmen. Qualitätsfirmen sind für Langfristanleger ideal, jedoch nicht zu jedem Preis. Ausschlaggebend dafür ist die Bewertung des Unternehmens an der Börse.

Ein guter Maßstab um einen ersten Überblick zu bekommen, ist der Umsatz. Wird ein Handwerker vor Ort verkauft, wird oftmals der einfache Umsatz als Kaufpreis zugrunde gelegt. Das ist eine gute Ausgangsbasis – an der Börse, wie auch woanders. Natürlich hängt es von vielen Kennzahlen ab. So werden beispielsweise Softwarefirmen oder kerngesunde Markenartikler mit einem Vielfachen des Jahresumsatzes bewertet.

Desweiteren sollten das Gewinnvielfache (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und andere Dinge überzeugen. Alle Kennziffern zusammen müssen ein solides Unternehmen erkennen lassen. Einen Überblick, wie FGC Kennzahlen bewertet und interpretiert, erhalten Sie im Handbuch der Kennzahlenanalyse.

Loyalität

Der Vorstand muss vertrauenswürdig und loyal sein. Dies kann er am besten beweisen, indem er das Unternehmen besitzt (Familienunternehmen) oder sein Einkommen vom langfristigen Erfolg des Unternehmens abhängig ist. Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn die langfristigen Schulden nicht zu hoch im Vergleich zum Eigenkapital und Umlaufvermögen sind. Der wichtigste Aspekt beim Investieren ist jedoch der Zinseszins (siehe hierzu „Die Macht des heute nicht ausgegebenen Euro“)

Neben den Dividenden gibt es noch weitere Formen der „Rückzahlung“ an Inhaber. Auch durch Aktienrückkäufe wird Geld an die Shareholder zurückgegeben. Allerdings nicht in Form von direkten Zahlungen, sondern indirekt: das Unternehmen kauft seine „eigenen“ Aktien zurück, reduziert damit die Zahl der ausgegebenen Aktien und erhöht dadurch den Anteil des einzelnen Aktionärs am Unternehmen.

Vorteile für den Aktionär:

  • Erhöhung des prozentualen Anteils am Unternehmen
  • Chance auf potenziell steigende Kurse (eine angenommene gleiche Marktkapitalisierung verteilt sich auf weniger Aktien = höhere Kurse)
  • Zahlungen des Unternehmens an den Aktionär erfolgen zu 100% ohne Steuerabzug

Vorteile für das Unternehmen:

  • Reduzierung der Aktienzahl führt zu steigenden Gewinnen je Aktie
  • Möglichkeit bei „niedrigen“ Kursen eigene Aktien zurückzukaufen
  • Dadurch ggf. höhere Renditen erzielbar als bei Invest in das eigene Business-Modell

Nachteile für den Aktionär:

  • keine Ausschüttung von „flüssigen Mitteln“
  • Aktien können „zu teuer“ zurückgekauft werden

Nachteile für das Unternehmen:

  • Reduzierung der Eigenkapitalquote

Warren Buffett selbst kauft Aktien seines eigenen Unternehmens (Berkshire Hathaway) zurück, sobald das Unternehmen ein Kurs-Buchwertverhältnis von bis zu 1,2 aufweist. Dividenden zahlt Berkshire zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht aus.

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