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Monsun und SUV beeinflussen die Ölpreise

Wie jeden Monat hat die Internationale Energieagentur (IEA) auch vorgestern wieder einmal ein schriftliches Update ihrer gegenwärtigen Einschätzung des globalen Rohölmarktes – den viel beachteten „Oil Market Report“ – vorgelegt. Und diese Status-Quo-Analyse fiel im September spürbar negativer aus als noch in den zurückliegenden Monaten. Kurz und unangenehm lautet die aktualisierte IEA-Botschaft: Aufgrund einer nachlassenden Nachfragewachstums-geschwindigkeit, einer robuster als erwarteten Rohölproduktion der Nicht-OPEC-Staaten und einer erhöhten OPEC-Förderung wird sich die Resynchronisierung von Angebot und Nachfrage auf dem Rohölmarkt auf der Zeitachse noch etwas weiter nach hinten verschieben. Ging die IEA bis dato davon aus, dass sich der seit dem Herbst 2014 im Ausnahmezustand befindende Rohölmarkt im Laufe des (späten) 2H 2016 wieder ausgleichen würde, kalkuliert die 29-Staaten-Organisation nun mit einem „Angebots-Nachfrage-Rendezvous“ im 2H 2017. Basierend auf der neuen IEA-Prognose antizipiert die IEA für die kommenden vier Quartale einen neuerlichen (kumulierten) Angebotsüberschuss von über 200 Mio. Barrel.

Am zuletzt wieder hoffnungsfroheren Rohölmarkt sorgte diese neue IEA-Klangfarbe für einen fühlbaren Stimmungsdämpfer. So knickte der Brent-Rohölpreis seit Veröffentlichung des IEA-Reports um immerhin 4% auf 46 USD ein. Hierfür dürfte sicherlich auch eine Rolle gespielt haben, dass auch die kurz zuvor veröffentlichten Monats-Berichte des US-Energieministeriums (DOE) und der OPEC – gleichwohl mit unterschiedlichen Begründungen – eine Spur negativer formuliert wurden als zuvor.

Ein wichtiger Impulsgeber für die vorgenommene IEA-Aktualisierung war eine zurückhaltendere Verbrauchsprognose für China und Indien vor dem Hintergrund der jüngsten Konsumdaten im Juni und Juli. Explizit wird der Rückgang des indischen Verbrauchswachstums im Juli angeführt, das sich nach einem stabilen Anstieg von 12% im Durchschnitt des 1H 2016 auf 5% im Juli abgekühlt hatte. Wie schnelllebig dieses „Impuls-Geschäft“ aber sein kann, zeigt sich exemplarisch an den von Indiens Ölministerium nahezu zeitgleich mit der IEA-Veröffentlichung bekannt gegebenen Verbrauchszahlen für den Monat August. Diese hatten nämlich einen Wiederanstieg des nationalen Konsumzuwachses auf über 11% zum Inhalt. Es spricht demgemäß Vieles dafür, dass die IEA-Statistiker den verbrauchshemmenden Einmaleffekt der Monsun-Überflutungen unterschätzt haben. Auch in China könnten Sondereffekte für die zuletzt deutlich schwächelnde Wachstumsgeschwindigkeit des Rohölproduktkonsums verantwortlich zeichnen. So litt im Sommer auch das Reich der Mitte unter massiven Überflutungen in diversen Landesteilen. Zudem ordnete Peking bereits im Vorfeld des jüngsten G20-Gipfels zur Verbesserung der Luftqualität umfangreiche Reduktionen der wirtschaftlichen Aktivität insbesondere in schadstoffreichen Industrien an. Der von einem spürbar steigenden SUV-Marktanteil (Sports Utility Vehicle) begleitete Pkw-Absatz in China in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres (+13%) spricht jedenfalls nicht für eine ausgeprägte Rohöl-Diät.

Vor dem Hintergrund einer entsprechenden Ankündigung des Betreiber-Konsortiums wurde auf der Angebotsseite des IEA-Modells im September-Report zudem die Produktionsaufnahme des kasachischen Ölfeldes „Kashagan“ berücksichtigt. Dies könnte sich allerdings mit Blick auf die (sehr lange) Historie speziell dieses Ölfeldes als vorschnell erweisen. So wurde das aufgrund seines theoretischen Potenzials als „Elefanten-Feld“ bezeichnete Offshore-Vorkommen bereits im Jahre 2000 entdeckt und sollte ursprünglich im Jahre 2005 (!) online gehen. Erst Ende 2013 nahm Kashagan dann kurz seinen Dienst auf, um wegen einer porösen Pipeline-Infrastruktur umgehend wieder geschlossen zu werden.

Fazit: Solange es keine exakten „Produktionszähler“ an jeder Förderquelle dieser Erde und keine „Just-in-Time-Verbrauchsdaten“ für alle Konsumnationen gibt, ist die Formulierung von Angebots- und Nachfrage-Modellen aufgrund ihrer mannigfachen Einflussfaktoren (u.a. Preis, Geopolitik, Streiks, Wetter) eher eine nutzenstiftende Kunst als eine exakte Wissenschaft. Jeder Modell-Bauer, egal ob er nun DOE, IEA oder OPEC heißt, füllt das solchermaßen unvermeidliche Primärdaten-Vakuum mit auf Sekundärdaten basierenden Annahmen bzw. Erwartungen. Dass dabei subjektive Dateninterpretationen und auch Marktstimmungen eine Rolle spielen, zeigt sich u.a. daran, dass die IEA ihre US-Produktionsprognose just zu dem Zeitpunkt reduzierte, an dem sie das DOE nicht unwesentlich heraufgenommen hat! Angesichts der Flut der auf den Markt strömenden Daten tut man manchmal ganz gut daran, die kurzfristige Aufgeregtheit den Anderen zu überlassen und selbst einen Schritt zurückzutreten, um das große Ganze zu fokussieren. Dies ist nach unserem (subjektiven) Ermessen Folgendes: Als Folge massiver Investitionseinschnitte in den Jahren 2015, 2016 und mindestens wohl auch noch 2017 schrumpfen in diversen Nicht-OPEC-Staaten perspektivisch die Erzeugungsmengen (u.a. China, Indien, „Nordsee“). Angesichts einer gleichzeitig solide wachsenden Weltnachfrage und einer nur noch begrenzt steigerungsfähigen OPEC benötigt die Welt demgemäß spätestens ab dem Jahr 2018 wieder eine steigende US-Rohölproduktion („Call-on-USA“). Diese kommt erstens nicht über Nacht und zweitens nicht nur aus der derzeit gesuchten „Super-Schieferöl-Region“ Permian. Damit auch die übrigen – weniger kostengünstigen – US-Schieferöl-Regionen ihren Wachstumsbeitrag leisten können, braucht es eine wieder steigende US-Explorationsaktivität, die sich aber erst bei nachhaltig stabilen WTI-Rohölpreisen von 50-60 USD einstellt.

Dies ist ein weiterer toller Beitrag von Stefan Bielmeier aus seinem Blog.

Interessantes aus der Medienwelt: Öl

 

 

n-tv.de hat in dieser Woche zwei interessante Beiträge rund um das Thema Öl veröffentlicht.

Pleitewelle erschüttert US-Ölbranche

 

Der sehr niedrige Ölpreis fordert seinen Tribut. In den USA krachen immer mehr Ölfirmen zusammen.

 

Platzt die Milliarden-Ölblase?Kreditausfälle bei Wells Fargo nehmen zu

Wegen des Ölpreisverfalls brechen den Ölfirmen die Einnahmen weg. Die Folge ist eine gewaltige Pleitewelle – vor allem in der jungen Fracking-Industrie. In den Bilanzen der US-Banken hinterlässt das Spuren. Böse Erinnerungen an die Häuserkrise werden wach.

 

Die Ölpreise folgen einem „Schweinezyklus“. Bei hohen Preisen wird viel produziert. Die steigenden Angebote führen zu niedrigeren Preisen und zu einer geringeren Produktion. Dies lässt im Anschluss die Preise erneut steigen. Ich bin zuversichtlich, dass die Preise für Öl noch dieses Jahr steigen werden.

 

Das leiden der Staatsfonds

In meinem Beitrag aus dem Oktober 2015 habe bereits über den norwegischen Staatsfonds berichtet. Die Süddeutsche Zeitung berichtete jüngst über die Entstehung des Staatsfonds. In diesem Fonds werden die Einnahmen aus den staatlichen Ölunternehmen (unter anderem Statoil) gesammelt – für schlechte Zeiten. Norwegen war nicht immer so wohlhabend, wie es heute ist. 1969 wurde erstmals Öl vor den Küsten Norwegens gefördert. In den folgenden Jahren haben die Steuern, Einnahmen aus Öl- und Gasfeldern und Unternehmensanteile den Staatsfonds zum größten seiner Art gemacht. Der Fonds besitzt unter anderem:

  • Nestlé (2,47 % des Unternehmens)
  • Apple (0,83 % des Unternehmens)
  • Novartis (1,84 % des Unternehmens)
  • Blackrock (5,7 % des Unternehmens)
  • Roche (2,02 % des Unternehmens)
  • Microsoft (0,82 % des Unternehmens)
  • Royal Dutch Shell (0,84 % des Unternehmens)
  • Google (0,6 % des Unternehmens)
  • Daimler (3,4 % des Unternehmens)
  • Exxon Mobil (0,79 % des Unternehmens)

Ein interessanter Aspekt ist der Blackrock Anteil. 5,7 % der Anteile machen den Fonds zu einem der größten Anteileigner der Firma. Der Vermögensverwalter aus New York hingegen ist an nahezu allen großen Unternehmen weltweit beteiligt. Die Beiteiligung des nowegischen Staates an einzelnen Firmen ist durch direkte (Staatsfonds) und inderekte Firmen (Blackrock und andere) daher nicht genau nachzuvollziehen.

Misswirtschaft der Staaten ist für mich ein Phänomen, dass in allen entwickelten und nicht entwickelten Volkswirtschaften auftritt. Norwegen hingegen hat es geschafft, über Legislaturperioden hinweg, ein riesiges Vermögen anzusparen. Ende 2015 waren es umgerechnet 795 Milliarden Euro – für ein Volk mit 5,2 Millionen Menschen. Also knapp 153.000 € für jeden. Der Fonds soll den Wohlstand erhalten wenn die Ölquellen erschöpft sind. Letztes Jahr musste der Fonds jedoch erstmals seit seiner Auflage mehr Ausgaben hinnehmen, als er Einnahmen zu verzeichnen hatte. Genau wie ich sehen die Norweger dies jedoch gelassen:

Der Schweinezyklus bei Rohstoffen wird die Preise früher oder später wieder steigen lassen.

Weitere Staaten mit eigenem Staatsfonds:

  • Norwegen
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • China
  • Saudi Arabien
  • Kuwait
  • Hongkong
  • Singapur
  • Russland
  • Australien
  • Lybien
  • Malaysia
  • USA
  • Brunei
  • Chile
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Venezuela
  • Kanada
  • Taiwan

 

 

 

Warren Buffett kauft Ölunternehmen, aber…

 

Er ist unglaublich: Während die Welt den „Todesstoß“ für den Ölpreis befürchtet, weil der große Erdölförderer Iran an den Weltmarkt zurückkehrt, kauft die Investmentlegende Warren Buffett munter Anteile von Ölfirmen.   Der 85-jährige Multimilliardär zeigt, dass er auch im hohen Alter an einem Leitspruch festhält:

„Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“

– Warren Buffett –

Dieser Spruch ist einer seiner berühmtesten. Er kann zufrieden damit sein.

Und Buffett ist mit seinen Investments voll im „Öl Rausch“. Er hat die marode Ölbranche schon vor längerer Zeit für sich entdeckt. Sein jüngster Coup nun, wie zahlreiche US-Medien übereinstimmend melden, ist der angebliche Kauf von 26,5 Millionen Aktien des in Houston ansässigen Pipelinebetreibers Kinder Morgan. Der Wert der Beteiligung beläuft sich auf 396 Millionen Dollar. Der Deal fand offenbar bereits im Dezember statt. Zu welchem Preis der Altmeister einstieg, ist nicht bekannt. Er witterte wohl aber ein Schnäppchen. Die Papiere des Industrieunternehmens waren seit April vergangenen Jahres mit dem Ölpreisrutsch um rund zwei Drittel gefallen.

Darüber hinaus stockte Buffet auch seinen Anteil an Phillips 66 um 14,3 Prozent weiter auf, wie die Medien berichten. Sechs Milliarden US-Dollar war ihm das Folge-Investment wert. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ist mittlerweile der mit Abstand größte Aktionär bei dem Erdöl-Raffinerie- und Tankstellenbetreiber. Zuletzt hatte Buffett Mitte Januar dazugekauft, kurz bevor der US-Ölpreis erstmals seit 12 Jahren unter die Marke von 30 Dollar je Barrel fiel. Philipps 66 gehört zu den größten Ölfirmen der Welt.

Aber….

Der große Unterschied von Kinder Morgan zu anderen Ölfirmen ist, dass Pipelines und Raffinerien andere Werttreiber aufweisen  als „nur“ den Ölpreis. Im Gegenteil. Raffinerien besitzen bei niedrigen Ölpreisen eine hohe Profitabilität, da sie den Rohstoff günstig einkaufen können.

Happy Birthday FG Capital

Heute feiern wir uns selber. Genau heute vor einem Jahr, am 24.02.2015 wurde die Gesellschaft beim Notar gegründet. Es hat sich einiges getan. Ich möchte den heutigen Tag für eine kleine Rückschau nutzen.

 

Zu Früh ans Öl getraut

Die Firma wurde im Februar 2015 gegründet und die Homepage ist seit Mai 2015 online. Der erste Beitrag, Öl Downturn, ging am 14.05.15 online. In dem Beitrag geht es um die Gründe für den niedrigen Ölpreis. Der Preis für ein Barrel Öl betrug damals 46 $. Im Vergleich zu heute ist der Preis nochmals um 13 $ gesunken (ca. – 28 %). Damals wie heute gilt: Ich weiß nicht, wie sich die Preise für Öl, Unternehmen oder andere Dinge entwickeln werden. Kritisch betrachtet muss ich jedoch zugeben, dass ich mich wohl ein Jahr zu früh mit unterbewerteten Unternehmen aus dem Ölsektor  beschäftigt habe. Investments in diesem Bereich liegen aktuell ca. 25 % unter dem Einstandswert. Dies ist für mich nicht beunruhigend. Im Gegenteil ich freue mich darüber.

 

„Wenn man die Zukunft nur aus der Vergangenheit ableiten könnte, wären Historiker die reichsten Menschen.“

-Warren Buffett –

Cost Everage EffectDie oben stehende Zeichnung (ich weiß, akademischen Ansprüchen kann dies nicht genügen) soll zeigen, dass Kursrückgänge (selbst dauerhaft) zu Wertsteigerungen führen können. In der Situation I geht der Wert des Investments am Anfang starkt zurück und bleibt für einen langen Zeitraum niedrig (Ich denke so wird es mit dem Öl auch passieren). Am Ende der Laufzeit steigt der Wert stark an. Die Summe der niedrigen Einstandswerte während der Laufzeit überkompensiert den deutlichen Kursverlust am Anfang. Das Investment wird am Ende im Plus liegen, obwohl der Preis des Wertes am Ende niedriger liegt, als am Anfang.

Situation II gleicht eher dem Wunsch, als der Ralität. Das Investment liegt von Beginn an im Plus, wobei die Anfangsinvestitionen deutlicher steigen, als die Investitionen am Ende der Zeit. In Summe wird der Wertzuwachs geringer ausfallen, als im Vergleich zur Situation I.

Und weiter geht´s im Text

Dem ersten Beitrag sind 42 weitere Beiträge bis heute gefolgt. Mein Ziel ist es, monatlich zwischen sechs und acht Beiträge zu veröffentlichen. Die meisten Beiträge behandeln folgende Themen:

Zukunftsausblick

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen einen Newsletter mit einzubinden. Weiterhin möchte ich die Blog Roll erweitern und etwas verändern und schlussendlich einige optische Dinge verbessern. Der Blog steckt mit seinen zehn Monaten noch in den Kinderschuhen. Es macht jedoch sehr viel Spaß das Wachstum täglich zu sehen.

In vielen Ölförder-Firmen sind Staaten involviert

 

 

Mein Beitrag über den Einfluss der Ölpreise auf die Förderländer wird heute im einen weiteren Beitrag ergänzt:

 

Saudi Arabien und Russland zählen zu den wichtigsten Ölförderländern der Welt. Die Staatskonzerne sind dabei weit weniger bekannt als westliche Energieriesen wie ExxonMobile, Shell oder BP.

 

Saudi Arabien

Die staatliche Ölfirma Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Der saudische Staatshaushalt speist sich zu ca. 90 Prozent aus Öleinnahmen. Gerade wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart: Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land ein massives Defizit voraus. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi Arabien und Aramco aber in die Lage, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Der Chef von Aramco Khalid Al-Falih ließ zuletzt verlauten, dass der Konzern seine Investitionen nicht kürzen werde. Dies wird allgemein als Ablehnung zur Fördersenkung gesehen.

Russland

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Der Ölpreisverfall setzt jedoch den Rosneft und somit auch dem Staatshaushalt unter Druck. Der russische Staat will jetzt bis zu 20 Prozent seiner Anteile verkaufen und Geld in die russische Kasse spülen. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung: Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich laut Angaben des Unternehmens auf knapp 34 Milliarden Barrel Öl.

China

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Coporation. Das Unternehmen stand 2015 auf Platz zwei der Forbes Rangliste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist der größte Raffineriebetreiber in Asien. Das Unternehmen ist mit seinen Tochterfirmen nicht nur in China, sondern auch anderen Ländern tätig. Auch Sinopec gerät mit dem Ölpreisverfall unter Druck. Die Fördermenge ging 2015 bereits um 4,7 Prozent zurück. Die Gasproduktion stieg zuletzt jedoch um 2,6 Prozent. Somit ist die Gesamtproduktion in 2015 zum ersten Mal seit 16 Jahren gefallen.

Venezuela

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas und schwer unter Druck: Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme finanziert – bei einem Preis von 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Unternehmensangaben zur Folge kann PDVSA zu 13 Dollar je Barrel fördern. Eine Tankfüllung kostet umgerechnet keine fünf Cent. Das Land mit den größten Ölreserven subventioniert Benzin mit rund zehn Milliarden Dollar im Jahr. Exporte von insgesamt 1,4 Millionen Barrel pro Tag in die USA, China und andere Karibikstaaten sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Iran

Die National Iranian Oil Company ist eine staatliche Firma und Teil des iranischen Ölministeriums. Die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie im Jahre 1951 war ein Wendepunkt in der iranischen Ölpolitik. Seit diesem Zeitpunkt ist der Staat für den Ausbau der Ölindustrie, den Export des iranischen Öls und die Koordinierung mit der OPEC zuständig. Das international tätige Unternehmen sitzt in der Hauptstadt Teheran. Der Geschäftsführer Rohneddin Dschawadi ist zugleich Vize von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh. Wie seit Ende letztem Jahr bekannt ist, will der Iran seine Ölproduktion in 2016 von 2,9 Millionen auf fast vier Millionen Barrel je Tag erhöhen.

Private Ölunternehmen wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP sind „Fliegengewichte“ im Vergleich zu den staatlichen Ölunternehmen. Für mich ist der aktuelle Preisverfall ein weiterer Beweis für die absolute Unfähigkeit des Staates (hier ist jeder Staat gemeint). Ich behaupte, dass der Ölmarkt mit einem größeren Einfluss von privaten Unternehmen (wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP) schneller zu einem Gleichgewicht führen würde, als er es aktuell (unter dem Einfluss der staatlichen Unternehmen) tut. Private Unternehmen sind viel mehr auf die Gewinnmaximierung fixiert, als ganze Staaten. Die Entlassung zehntausender von Mitarbeitern, die Rückstellung von Förderprojekten und der Verkauf ganzer Unternehmensteile sind sehr unpopuläre Maßnahmen. Staatsunternehmen können im Zweifel „nicht die eigenen Wähler vor die Tür setzen“ und Massenentlassungen durchführen.

Da die staatlichen Marktteilnehmer nur sehr behäbig auf die aktuelle Situation reagieren, müssen wir uns wohl noch etwas länger mit den niedrigen Ölpreisen abfinden. Dies ist eine tolle Möglichkeit für Value Investoren mehr Wert zu bekommen als dafür zu bezahlen. Deshalb kaufe ich aktuell massiv Ölmultis wie z. B. Shell.

Einfluss der Ölpreise auf die Förderländer

Saudi Arabien und seit neuesten der Iran sind die großen Wettbewerber am Golf. Die sinkenden Ölpreise gefährden die Geschäftsmodelle der Förderländer. Gemessen an der Ölproduktion 2015 (Millionen Barrel pro Tag) ergibt sich folgendes Ranking:

  1. USA 12,3
  2. Russland 11
  3. Saudi Arabien 9,6
  4. Kanada 4,3
  5. China 4,1
  6. Irak 3,5
  7. Iran 2,8
  8. VAE 2,8
  9. Kuweit 2,7
  10. Mexiko 2,7

Die US Amerikanische Sorte North Dakota Sour war letzte Woche 1,50 $ je Barrel wert. Diese Sorte wird überwiegend durch Fracking gefördert und wird wohl kaum zu den aktuellen Konditionen lukrativ gefördert. Im Gegenteil. Fracking Unternehmen in den USA sind häufig sehr hoch verschuldet und müssen einen hohen Cash Flow erwirtschaften um zumindest die Banken zu bezahlen. Von Gewinnen spricht hier schon lange niemand mehr.

Auf der anderen Seite des Globus sieht es ebenfalls mau aus. Hier jedoch sind die Förderländer auf einem ganz anderen Niveau unterwegs. Saudi Arabien hat die Benzin Preise um 50 % erhöht. Weiterhin ziehen die Preise für Strom und Wasser ebenfalls an. Schon jetzt liegt die Arbeitslosigkeit bei den 15 bis 24 Jährigen bei 30 Prozent. Und das obwohl der Staat sparen muss.

Bisher hat Saudi Arabien die Bewohner mit günstigen Lebenshaltungskosten bei Laune gehalten. Jährliche Subventionen von 50 bis 55 Milliarden $ für Sprit, Wasser und Strom stehen jetzt jedoch zur Disposition. Dies ist auf keinen Fall von der Regierung gewollt. Ein Haushaltsdefizit von 90 Milliarden $ in 2015 zwingt die Scheichs jedoch zu diesem Schritt. Weiterhin gibt es Überlegungen, das weltweit größte Unternehmen zu einem kleinen Teil an die Börse zu bringen. Saudi Aramco fördert viermal mehr Rohöl als sein zweitgrößter Konkurrent ExxonMobil.

Wie sieht es mit den anderen Ölförderstaaten aus?

Öl hat den Kaukasus-Staat reich gemacht und die Regierung zu massiven Staatsausgaben verführt. Beispiel Formel 1 Rennen im Juni 2016. Die Ölpreise jedoch bringen die Wirtschaft von Aserbaidschan in Schwierigkeiten. Etwa 75 Prozent des Staatsetats beruhen aus dem Verkauf von Erdöl. Aserbaidschan fördert 848.000 Barrel Öl am Tag und belegt damit den Platz 24 weltweit unter den Ölförderern. Neue Marktteilnehmer wie der Iran wollen gleich zum Ende der Sanktionen etwa 1 Millionen Barrel pro Tag fördern. Die Situation in Aserbaidschan wird somit auch in Zukunft schwierig bleiben.

Hier ist der sinkende Ölpreis Fluch und Segen zu gleich. Mit etwa 852.000 Barrel Öl am Tag belegt Indonesien den 22. Platz weltweit unter den Ölförderstaaten. In dem Land leben 250 Millionen Menschen. Um den steigenden Lebensstandard gerecht zu werden verbraucht das Land viel seiner eigenen Ölproduktion. Hohe Subventionen auf die Spritpreise lassen sich angesichts der fallenden Ölpreise jetzt leicht zurückfahren. Ölexporte sind jedoch nur zu geringeren Preisen möglich.

Pemex ist der mexikanische Ölförderer. Laut dem mexikanischen Präsidenten ist die Förderung profitabel bis zu einem Preis von 23 $ der mexikanischen Ölsorte. Leider ist der Preis dieser Tage unter diese Grenze gefallen. Doch Mexiko hat bereits im Vorfeld breiter aufgestellt und ist nicht so sehr von den Ölpreisen abhängig. Heute verkauft Mexiko mehr Autos als Erdöl in die USA (Stichwort Korrelation).

Das Land fördert bereits seit 70 Jahren Erdöl. Als Mitgliedsstaat der OPEC ist das Land extrem abhängig von dem schwarzen Gold. 90 Prozent der Staatseinnahmen kommen aus dem Ölsektor. Der Preisverfall macht dem Land schwer zu schaffen. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen noch Terror und Korruption hinzu. Zudem hat Nigeria keine eigenen Raffinerien. Gerade die Veredelung des Öls ist in diesen Zeiten das einzig lukrative Geschäft im Ölsektor. Nigeria muss die aktuelle Lage nutzen und die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren.

 

Ich kaufe jetzt Öl Multis

Öl

10 Jahres Ölchart

„Billigöl ohne Ende: Wohin führt der Preisverfall?“

„Billiges Öl und die Folgen“

Die Wirtschaftszeitungen des Landes überschlagen sich mit den aktuellen Meldungen zum Ölpreis. Jeden Tag wird diese „Sau durchs Dorf getrieben“.

Ende 2015 wurde von Goldman Sachs der Preis für ein Fass Rohöl auf 20 USD taxiert. Jetzt sagen die Experten bereits einen Preis von 10 USD oder sogar negative Preise voraus. Die Lager für Rohöl sind voll und die Produzenten wissen nicht wohin mit dem produzierten Öl.

Weniger als 30 USD kostete ein Fass Rohöl der US Sorte WTI letzte Woche. Im Juni 2014 hatte der Preis noch bei 115 USD gelegen. Das bedeutet, dass ein Liter Rohöl im Moment zu etwa 17 Euro-Cent gehandelt wird. Das ist weniger, als Discounter für einen Liter Sprudelwasser aufrufen. Auslöser der Preisverfalls war der Öl Boom in den USA durch die Technik Fracking. Saudi-Arabien und die anderen traditionellen Ölstaaten produzieren trotz des zusätzlichen Angebots unvermindert weiter, um ihren Marktanteil zu halten.

Shell ist ein der größten Förderer von Rohöl und Gas. Neben dem Fördergeschäft (Upstream) ist Shell auch in der Veredelung (Downstream) und im Vertrieb dieser Rohstoffe tätig. Shell hat sicherlich (wie alle anderen Ölmultis auch) Probleme, die Rohstoffe zu den aktuellen Konditionen wirtschaftlich zu fördern. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum die Aktie von ca. 30 € auf der derzeit 18 € gefallen ist. Die Veredelungssparte (z. B. Raffinerie) sowie die Vertriebssparte (z. B. Tankstellen Netz) erwirtschaften jedoch weiterhin Milliarden Gewinne. Dies liegt daran, dass Shell den zu veredelnden Rohstoff jetzt 70 % günstiger auf dem Weltmarkt einkaufen kann.

An den Tankstellen werden derzeit Preise für den Liter Diesel von ca. 0,90 € aufgerufen. Der Preisrückgang war hier sehr viel geringer. Die Spritpreise weißen folglich eine sehr geringe Preiselastizität aus, was sehr gut für Shell ist.

Durch den Zukauf der BG Group aus England wird Shell 2016 zum weltweit größten LNG Förderer weltweit aufsteigen.

Ein wichtiger Aspekt wird bei dem Thema Öl jedoch vergessen. Öl wird nur zu einem Bruchteil (ca. 20 %) für Sprit verwendet. Ein Großteil der Rohöl Produktion fließt in die Kunststoffproduktion für Materialien wie z. B.:

  • PVC
  • Styropor
  • Teflon
  • Silikon
  • Polyethylen
  • Kevlar
  • PET
  • Nylon
  • Plexiglas
  • Zelluloid

Aus diesen Materialien werden sehr viele Dinge unseres täglichen Lebens hergestellt.

Ich kaufe jetzt Shell Aktien im einstelligen KGV Bereich bei einer Dividendenrendite von knapp 10 % (Shell hat seit dem zweiten Weltkrieg die Dividenden nie gesenkt). Weiterhin hoffe ich, dass die Aktien noch weiter fallen. Durch quartalsweise Ausschüttung der Dividenden kann ich durch den ständigen Zustrom an Kapital weitere (noch billigere) Anteile kaufen.

Wenn die Rohölpreise wieder steigen (siehe meinen Artikel zu „Schweinezyklus“) wird auch Shell wieder zu fairen Preisen gehandelt werden. Die einzige Unsicherheit liegt im Zeitpunkt der wieder steigenden Rohölpreise.

PS: Im übrigen kauft auch Warren Buffett jetzt Öl Multis….

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Schweinezyklus – Nein, man kann das nicht essen

Es gibt wieder ein paar Ideen zum Thema Öl und Schweinezyklus, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Wer jetzt beim Wort Schweinezyklus und Öl keinen vernünftigen Zusammenhang erkennen kann, soll bitte nicht beunruhigt sein.

Schweinezyklus ist ein Begriff ursprünglich aus der Agrarwissenschaft und bezeichnet eine periodische Schwankung auf der Angebotsseite, wie sie exemplarisch ursprünglich auf dem Markt für Schweinefleisch von Arthur Hanau in seiner Dissertation über Schweinepreise 1927 dargestellt wurde. Der Begriff ist mittlerweile auch in der Wirtschaftswissenschaft verbreitet.

 

Hohe Ölpreise führen zu hohen Investitionen in die Infrastruktur von Ölmultis. Das daraus folgende hohe Angebot führt zu einem Überangebot und zu fallenden Preisen. Daraufhin fällt die Produktion. Dies hat einen Nachfrageüberschuss zur Folge, was wieder zu steigenden Preisen führt. Die Zeitspanne zwischen hohen und niedrigen Ölpreisen sind jedoch nicht genau vorherzusagen.

Bereits am 31. August diesen Jahres habe ich einige Gedanken zu diesem Thema verfasst. Neben der hohen Produktion in den erdölexportierenden Staaten kommt eine schwache Weltwirtschaft hinzu. Vor allem China und andere Schwellenländer haben aktuell mit einigen hausgemachten Problemen (Währung, Bürokratie, usw.) zu kämpfen.

Die aktuellen Lagervorräte für Öl sind Berechnungen der OPEC zu Folge derzeit um 210 Millionen Barrel über dem Fünf-Jahres-Schnitt. Ölmultis versuchen die aktuelle Situation mit einem Bündel an Maßnahmen zu bekämpfen:

  • Kündigungen
  • Kürzung bei den Investitionsausgaben
  • und verschieben von Explorationsprojekten

sind gängige Mittel der Ölmultis.

Die ersten Investoren haben bereits begonnen, auf eine Trendwende beim Ölpreis zu spekulieren. So sind die Netto-Long-Positionen für die US-Sorte WTI in der Handelswoche, die am 3. November endete, um 20 Prozent auf 172.052 Futures und Optionen nach oben geschossen. Die Netto-Long-Position wird berechnet, wenn man von der Zahl der Futures und Optionen auf steigende Kurs (Long) jene auf fallende Kurse (Short) abzieht.

 

Wie sind Eure Gedanken zum Thema Öl?

 

Nachtrag vom 21.02.2016:

Bitte denkt auch mal beim Tanken über Eure Investments nach:

Die Preise für Öl sind um 70 % gefallen. Der Sprit Preis hat sich nicht einmal halbiert.

Stichwort Preiselastizität

 

Fracking Boom macht Pause – Öl bleibt günstig

 

Die Folgen des Ölpreisverfalls sind am deutlichsten in dem Land zu erkennen, das dafür verantwortlich ist: die USA – vor allem Texas. In Texas gibt es aktuell sehr viel günstige Bohrtechnik zu ersteigern. Die Auktionen für gebrauchte Ausrüstungen der Ölindustrie nehmen zu. Gründe für den fallenden Ölpreis gibt es viele:

  • spektakulärer Erfolg der US-Ölindustrie
  • geringerer Ölverbrauch in China und anderen Schwellenländern
  • Strategiewechsel der Scheichs in Saudi Arabien

Die US Ölproduktion ist in den vergangenen fünf Jahren von 5,4 auf 9,3 Millionen Barrel am Tag gestiegen. Als der Preis für Öl in 2014 um bis zu 60 % Prozent gefallen ist, dachte jeder, die Zeiten des Frackings sind vorbei; mich eingeschlossen. Ich dachte die US-Industrie wird den Kampf mit der OPEC verlieren. Heute muss ich jedoch sagen, dass der Boom lediglich eine Pause macht.

Die Förderung mit der umstrittenen Fracking Methode ist weit teurer als die Förderung von Öl in den Wüsten Saudi Arabiens. Hinzu kommt, dass die Saudis ihre Anlagen seit Jahrzehnten betreiben und das schwarze Gold für fünf Dollar fördern können.

Fracking Öl lässt sich wirtschaftlich fördern für Preise zwischen 30 und 70 Dollar je Barrel Öl. Viele „Fracker“ verlieren zum aktuellen Ölpreisniveau viel Geld. Es gab bereits einige Insolvenzen in der Branche. Zehntausende Stellen wurden seither gestrichen und Shell hat vor kurzem den heftigsten Verlust seit 16 Jahren verkündet.

So what?

Geht die Strategie der OPEC jetzt doch auf? Kurzfristig gesehen ja. Die nachhaltigeren Ölquellen stammen nun einmal aus den Emiraten. Jedoch benötigen die OPEC Länder einen hohen Ölpreis um ihre hohen Staatsausgaben zu decken. Zum aktuellen Preis verlieren die „Ölstaaten“ täglich Geld. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage werden Ölpreise „nördlich“ von 80 Dollar langfristig jedoch verhindern. Sobald Fracking lukrativer wird, schnellt die Anzahl der Bohrtürme in den USA nach oben. Die Folge des höheren Angebots von Öl sind fallende Preise. Im Gegenzug sehe ich auch eine marktgegebene Preisuntergrenze. Preise von weniger als 40 oder 50 Dollar je Barrel kann die Fracking Industrie langfristig nicht verkraften und es werden, wie aktuell zu sehen, die Anzahl der Bohrtürme in den USA wieder sinken.

Aus jetziger Sicht sehe ich den Ölpreis in einem langfristigen Preiskorridor zwischen 40 und 70 Dollar.

Ableitungen für Value Investoren

60 % Preisrückgang ist natürlich sehr verlockend für Value Investoren. Ich bin grundsätzlich ebenfalls der Meinung, dass ein langfristiges Investment in „Öl“ sinnvoll ist, da es noch für lange Zeit ein wichtiger Rohstoff für uns ist. Jedoch muss ein Value Investor hier scharf differenzieren und seine Hausaufgaben gründlich machen.

Integrierte Systeme (von der Förderung bis hin zur Ablieferung beim Endverbraucher, wie z. B. Shell) sind hier mit Sicherheit gute Investments. Die Aktie notiert aktuell auf Buchwert Kurs und hat eine nette und sehr nachhaltige Dividendenrendite.

Shell ist mein Top-Pick im Bereich Öl und bei den Öl-Mulits.

 

 

Paradoxer Ölpreis

Heute ist bekannt geworden, dass Shell in Kanada ebenfalls Förderprojekte „fallen lässt“. Kanadische Ölsande sind aktuell wohl eine der teuersten Ölfördermethoden weltweit. Der gegenwärtig niedrige Ölpreis lässt eine Förderung in diesem Bereich nicht zu.

Quasi jeder Stakeholder (Interessensgruppen) will einen höheren Ölpreis; bis auf den Verbraucher. Dieser hat jedoch keine Macht, da er Öl zur Zeit noch nicht ersetzen kann. Der niedrige Preis sorgt aktuell jedoch für viel Freude an den Zapfsäulen. Für mich stellt sich die Frage, wer Interesse an einem hohen Ölpreis hat.

Pro hoher Ölpreis

  • Ölmultis
  • Regierungen
  • Umweltverbände

 

Contra hoher Ölpreis

  • Verbraucher
  • Autokonzerne

Fraglich ist ebenfalls wie hoch der Einfluss einzelner Interessensgruppen auf den Ölpreis tatsächlich ist. Hat die OPEC  die Macht, den Ölpreis langfristig zu beeinflussen? Weitere Gedanken zum Thema Öl können hier aufgerufen werden:

Shell

 

Die Royal Dutch Shell plc (RDS) ist eines der weltweit größten Mineralöl– und Erdgas-Unternehmen und war im Juli 2012 das nach Umsatz weltweit größte Unternehmen überhaupt. Der Konzern ist in mehr als 140 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit rund 92.000 Mitarbeiter.

Da die Öl Preise (siehe Öl Downturn, und andere Beiträge) seit Mitte 2014 rapide sinken, muss der Konzern sparen. Die aktuelle Meldung zu Shell ist ein weiteres Zeichen für das herausragende Management des Unternehmens:

Shell gibt das Megaprojetk in der Arktis auf.

 

Bisher wurden ca. 5 Milliarden Dollar in dieses Projekt gesteckt. Diese müssen nun abgeschrieben werden. Das tut natürlich weh. Auf der anderen Seite jedoch kann man sicher sein, dass keine weiteren Kosten in diesem Bereich auf das Unternehmen zu kommen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die ersten Umsätze aus dem Arktis Projekt in ca. 15-20 Jahren geflossen wären, kann man als Inhaber von Shell Aktien froh sein, dass die Einsicht des Management zwar spät, jedoch nicht zu spät kommt.

Shell tut gut daran, die aktuellen Ölförderungen sicher weiter zu betreiben (diese wurden ebenfalls vor ca. 15-20 Jahren erschlossen und sind bereits voll amortisiert). Das Unternehmen zahlt auf den aktuellen Börsenkurs eine Dividenrendite von ca. 7 %. Die Dividende wurde seit ! 70 Jahren ! nicht mehr gesenkt (und in den letzten 70 Jahren gab es noch viel heftigere Ölkrisen ).

Ich kann die Preise an Börse weder beeinflussen, noch vorraussagen. Ich kann nur sagen:

Hier bekommt man mehr Wert als man zahlt.

 

FGC GmbH ist eine Gesellschaft, die sich mit Hilfe von Partnern an unterbewerteten Unternehmen beteiligt. Sowohl Minderheits- als auch Mehrheitsbeteiligungen sind hierfür zulässig. Dabei soll in die operative Führung des Unternehmens nicht eingegriffen werden, da die Manager noch vor der Übernahme die absolute Inhaberorientierung bewiesen haben.

„Unsere Unternehmen müssen 1,00 Euro wert sein und dürfen nur 0,30 Euro kosten“

Florian Günther

 

Wie denken andere über das Thema Öl?

In meinen bisherigen Beiträgen zum Thema Öl (Öl Downturn und Valuetrapp Öl ) sowie einigen Ausflügen in die aktuelle Medienlandschaft (Öl Multis und Schweinezyklus), möchte ich Euch die Gedanken zu diesem Thema einiger namhafter Ökonomen unserer Zeit nicht vorenthalten.

Stefan Bielmeier beleuchtet in seiner Funktion als Chef Volkswirt der DZ Bank AG aktuelle Kapitalmarktthemen. In seinem neuesten Beitrag befasst er sich auch mit dem Thema Öl.

Ich bin davon überzeugt, dass aktuell im Bereich Öl unterbewertete Unternehmen gekauft werden können.

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…

Update: Interessantes aus der Medienwelt

Der nächste Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung passt perfekt zu meinen Gedanken zum Thema Öl:

Der Beitrag aus der SZ zeigt, dass Öl einem sogenannten „Schweinezyklus“ folgt. D. h. nach jedem Überschuss fallen die Produktionen und im Anschluss steigt wieder der Preis (sehr vereinfacht). Zum Thema „Schweinezyklus“ habe ich noch einen eigenen Beitrag verfasst.

Ich bin davon überzeugt, dass aktuell im Bereich Öl unterbewertete Unternehmen gekauft werden können.

 

Valuetrap Öl?

Bevor ich weiter auf das Thema Öl eingehe, erkläre ich erst einmal den Begriff „Value Trap“ (Value Falle).

Value Traps sind Unternehmen, die auf den ersten Blick fundamental solide aufgestellt sind (z. B. hohe EK Quote, hohe Dividenden, usw.).

Auf dem zweiten Blick wird jedoch offensichltich, dass diese Unternehmen eine „Falle“ sind, da diese fundamentalen Werte nicht nachhaltig erzielt und gehalten werden können. Welche Auswirkungen solch eine Falle auf die Kurse hat ist ziemlich offensichtlich…

 

Jetzt also zum Thema Öl:

Wie bereits erwähnt fallen die Ölpreise, und in Folge auch die Ölaktien seit einiger Zeit deutlich. Laut Theorie sollte dies zu einer höheren Nachfrage (da billiger) bei gleichzeitig fallendem Angebot (da die Ölförderung sich zu diesen Preisen immer weniger rentiert) führen.

So weit die Theorie. Die aktuelle Praxis ist, dass zwar die Nachfrage steigt, jedoch das Angebot noch viel schneller. Deshalb besteht bereits seit einigen Monaten ein Angebotsüberhang. Normalerweise sollte die OPEC die Förderquoten kürzen, die amerikanische Fracking Industrie keine weiteren Bohrungen durchführen und auch keine neuen Anbieter am Markt „auftauchen“. Gegenteiliges ist jedoch der Fall:

  • Die OPEC bleibt bei den aktuellen Förderquoten
  • Die US Fracking Industrie bohrt nach wie vor
  • und neue Anbieter werden in Zukunft ebenfalls den Markt versorgen, siehe Iran

Deshalb meine Frage:

Sind Ölaktien im Bezug auf Value Investing ein „Value Trap“?

Kurzfristig gesehen sind Ölaktien offensichtlich eine Value Trap. Gazprom z. B. ist aktuell gerademal zum dreifachen der Unternehmensgewinne bewertet. Wer Anfang des Jahres bei Gazprom eingestiegen ist, hat aktuell jedoch hohe Verluste.

Langfristig gesehen bin ich jedoch sehr optimistisch, dass ein Investment in Ölaktien sinnvoll ist. Öl ist nicht nur als Treibstoff notwendig um von A nach B zu kommen. Öl ist in nahezu jedem Produkt des täglichen Lebens enthalten. Wir verwenden es für:

  • Verkehr
  • Heizung
  • Energie
  • chemische Industrie
  • und vieles mehr

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…

 

 

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Öl Downturn

 

Seit Juni 2014 sind die Ölpreise im Sinkflug. Der Preis für die Ölsorte Brent (europäisches Öl) ist vom damaligen Höchstpreis von ca. 110 Dollar auf jetzt ca. 46 Dollar gefallen. Ein Minus von knapp 60 %. Die Gründe für diesen Absturz sind vielfältig:

 

  1. Die OPEC hält die Förderquoten stabil
  2. Fracking Boom in den USA
  3. Iran als zusätzlicher Ölförderer

 

Zu 1.)

Die OPEC reagierte bisher in Marktphasen mit fallenden Rohölpreisen stets mit fallenden Förderquoten. Dies hatte in der Vergangenheit den Effekt, dass eine höhere Nachfrage nach Öl (höhere Nachfrage, da niedrigere Preise) auf ein geringeres Angebot gest0ßen ist. Dies hat zu stabileren/steigenden Ölpreisen geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt müsste die OPEC die Quoten drosseln, stattdessen werden sie jedoch erhöht.

 

Warum passt die OPEC die Quoten nicht an?

Ganz einfach: Während die USA immer mehr und mehr Öl „auf den Markt wirft“ soll die OPEC die Fördermengen kürzen. Dies hätte zur Folge, dass die OPEC Marktanteile an die USA verliert. Dies will in den Arabischen Emiraten jedoch niemand hinnehmen.

Zu 2.)

Die USA hat begonnen Öl- und Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern. Diese Fördertechnik ist (wie viele andere auch) umstritten.

Welche Auswirkungen hat das auf den Ölpreis?

Bevor die USA mit dem Fracking begonnen haben, waren sie „Nettokonsumenten“. Das bedeutet sie haben mehr Öl und Gas verbraucht als sie hergestellt haben. Der Frackingboom jedoch führte dazu, dass die USA inerhalb kürzester Zeit mehr Öl und Gas aus dem Boden fördert als es selber verbraucht. Die USA haben sich somit vom Konsumenten zum Produzenten „gewandelt“.

Zu 3.)

Neben den oben genannten Einflüssen, die insgesamt zu einem höheren Ölangebot führen kommt jetzt noch der Iran hinzu. Der Iran ist ebenfalls ein Land mit hohen Erdölvorkommen und hat in der Vergangenheit bereits Öl exportiert. Allerdings bestand schon sein längerer Zeit ein Exportverbot. Im Zuge der Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran wurde auch das Exportverbot von Rohöl aufgehoben. Experten erwarten das erste „Iranöl“ im Laufe des Jahres 2016 an den weltweiten Märkten. Der Einfluss auf die Preise (auf Grund höherer Angebotsmengen) sollte klar sein…

 

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…