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Das leiden der Staatsfonds

In meinem Beitrag aus dem Oktober 2015 habe bereits über den norwegischen Staatsfonds berichtet. Die Süddeutsche Zeitung berichtete jüngst über die Entstehung des Staatsfonds. In diesem Fonds werden die Einnahmen aus den staatlichen Ölunternehmen (unter anderem Statoil) gesammelt – für schlechte Zeiten. Norwegen war nicht immer so wohlhabend, wie es heute ist. 1969 wurde erstmals Öl vor den Küsten Norwegens gefördert. In den folgenden Jahren haben die Steuern, Einnahmen aus Öl- und Gasfeldern und Unternehmensanteile den Staatsfonds zum größten seiner Art gemacht. Der Fonds besitzt unter anderem:

  • Nestlé (2,47 % des Unternehmens)
  • Apple (0,83 % des Unternehmens)
  • Novartis (1,84 % des Unternehmens)
  • Blackrock (5,7 % des Unternehmens)
  • Roche (2,02 % des Unternehmens)
  • Microsoft (0,82 % des Unternehmens)
  • Royal Dutch Shell (0,84 % des Unternehmens)
  • Google (0,6 % des Unternehmens)
  • Daimler (3,4 % des Unternehmens)
  • Exxon Mobil (0,79 % des Unternehmens)

Ein interessanter Aspekt ist der Blackrock Anteil. 5,7 % der Anteile machen den Fonds zu einem der größten Anteileigner der Firma. Der Vermögensverwalter aus New York hingegen ist an nahezu allen großen Unternehmen weltweit beteiligt. Die Beiteiligung des nowegischen Staates an einzelnen Firmen ist durch direkte (Staatsfonds) und inderekte Firmen (Blackrock und andere) daher nicht genau nachzuvollziehen.

Misswirtschaft der Staaten ist für mich ein Phänomen, dass in allen entwickelten und nicht entwickelten Volkswirtschaften auftritt. Norwegen hingegen hat es geschafft, über Legislaturperioden hinweg, ein riesiges Vermögen anzusparen. Ende 2015 waren es umgerechnet 795 Milliarden Euro – für ein Volk mit 5,2 Millionen Menschen. Also knapp 153.000 € für jeden. Der Fonds soll den Wohlstand erhalten wenn die Ölquellen erschöpft sind. Letztes Jahr musste der Fonds jedoch erstmals seit seiner Auflage mehr Ausgaben hinnehmen, als er Einnahmen zu verzeichnen hatte. Genau wie ich sehen die Norweger dies jedoch gelassen:

Der Schweinezyklus bei Rohstoffen wird die Preise früher oder später wieder steigen lassen.

Weitere Staaten mit eigenem Staatsfonds:

  • Norwegen
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • China
  • Saudi Arabien
  • Kuwait
  • Hongkong
  • Singapur
  • Russland
  • Australien
  • Lybien
  • Malaysia
  • USA
  • Brunei
  • Chile
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Venezuela
  • Kanada
  • Taiwan

 

 

 

Private Ölförder vs. Staatliche Ölförderer

 

Für mich sind die aktuellen Ölpreise unter anderem auch ein Ergebnis der verschiedenen Interessen einzelner Staaten. Der Großteil der Ölförderung wird durch staatliche Unternehmen organisiert. Länder wie z. B. Russland, Venezuela oder der Iran haben großes Interesse, Marktanteile zu sichern um von zukünftigen Ölpreissteigerungen zu profitieren. Die genannten Staaten leiden jedoch stark unter den gefallenen Ölpreisen. Die Haushalte der Staaten sind zu gr0ßen Teilen abhängig von den Ölexporten. Da die Devisenreserven in den Ländern gering und auch die Wirtschaft vor Ort schwach ist, leidet das komplette Land.

Andere Länder wie z. B. Saudi Arabien hingegen stehen besser da. Der Wüstenstaat ist seit den 60er Jahren einer der größten Erdölförderer der Welt. In der jetzigen Phase hält das Land die Förderung hoch um die Preise niedrig zu halten. So sollen (relativ) neue Marktbegleiter, wie z. B. US Fracker aus dem Markt gedrängt werden. Zwar leidet Saudi Arabien ebenfalls unter den niedrigen Rohstoff Preisen. Der Staat sitzt jedoch nach wie vor auf erheblichen Devisenreserven und kann sich eine lange Durststrecke erlauben.

Die Staatskonzerne sind dabei weit weniger bekannt als westliche private Energieriesen wie ExxonMobile, Shell oder BP. Private Unternehmen sind an Gewinnmaximierung  interessiert. Der teilweise um 70 Prozent gefallene Preis für den Hauptrohstoff ist für die Unternehmensbilanzen sehr schlecht. Hohe Quartalsverluste sind oftmals die Folge.

Wer steht auf welcher Seite?

Höhere Ölpreise

  • ExxonMobile
  • Shell
  • BP
  • Rosneft (staatlich)
  • PDVSA

Weiterhin niedrige Ölpreise

  • Aramco (staatlich)

Man kann also keine klare Linie der staatlichen oder privaten Unternehmen erkennen. Der Ölmarkt bleibt komplex und Prognosen über zukünftige Preise unsicher. Das Paradigma der Preissetzungsmacht durch die OPEC scheint jedoch durch die innovativen Fracking Unternehmen aufgebrochen zu sein. Sobald die Preise etwas steigen, steigen auch die Bohrlöcher in den USA. Die im Anschluss steigenden Rohstoff Angebote lassen das „Pflänzchen Ölpreissteigerung“ wieder verwelken.

Anbei noch eine kleine Übersicht staatlicher Ölförderunternehmen aus einem meiner früheren Beiträge:

Saudi Arabien

Die staatliche Ölfirma Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Der saudische Staatshaushalt speist sich zu ca. 90 Prozent aus Öleinnahmen. Gerade wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart: Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land ein massives Defizit voraus. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi Arabien und Aramco aber in die Lage, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Der Chef von Aramco Khalid Al-Falih ließ zuletzt verlauten, dass der Konzern seine Investitionen nicht kürzen werde. Dies wird allgemein als Ablehnung zur Fördersenkung gesehen.

Russland

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Der Ölpreisverfall setzt jedoch den Rosneft und somit auch dem Staatshaushalt unter Druck. Der russische Staat will jetzt bis zu 20 Prozent seiner Anteile verkaufen und Geld in die russische Kasse spülen. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung: Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich laut Angaben des Unternehmens auf knapp 34 Milliarden Barrel Öl.

China

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Coporation. Das Unternehmen stand 2015 auf Platz zwei der Forbes Rangliste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist der größte Raffineriebetreiber in Asien. Das Unternehmen ist mit seinen Tochterfirmen nicht nur in China, sondern auch anderen Ländern tätig. Auch Sinopec gerät mit dem Ölpreisverfall unter Druck. Die Fördermenge ging 2015 bereits um 4,7 Prozent zurück. Die Gasproduktion stieg zuletzt jedoch um 2,6 Prozent. Somit ist die Gesamtproduktion in 2015 zum ersten Mal seit 16 Jahren gefallen.

Venezuela

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas und schwer unter Druck: Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme finanziert – bei einem Preis von 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Unternehmensangaben zur Folge kann PDVSA zu 13 Dollar je Barrel fördern. Eine Tankfüllung kostet umgerechnet keine fünf Cent. Das Land mit den größten Ölreserven subventioniert Benzin mit rund zehn Milliarden Dollar im Jahr. Exporte von insgesamt 1,4 Millionen Barrel pro Tag in die USA, China und andere Karibikstaaten sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Iran

Die National Iranian Oil Company ist eine staatliche Firma und Teil des iranischen Ölministeriums. Die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie im Jahre 1951 war ein Wendepunkt in der iranischen Ölpolitik. Seit diesem Zeitpunkt ist der Staat für den Ausbau der Ölindustrie, den Export des iranischen Öls und die Koordinierung mit der OPEC zuständig. Das international tätige Unternehmen sitzt in der Hauptstadt Teheran. Der Geschäftsführer Rohneddin Dschawadi ist zugleich Vize von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh. Wie seit Ende letztem Jahr bekannt ist, will der Iran seine Ölproduktion in 2016 von 2,9 Millionen auf fast vier Millionen Barrel je Tag erhöhen.

Private Ölunternehmen wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP sind „Fliegengewichte“ im Vergleich zu den staatlichen Ölunternehmen.

In vielen Ölförder-Firmen sind Staaten involviert

 

 

Mein Beitrag über den Einfluss der Ölpreise auf die Förderländer wird heute im einen weiteren Beitrag ergänzt:

 

Saudi Arabien und Russland zählen zu den wichtigsten Ölförderländern der Welt. Die Staatskonzerne sind dabei weit weniger bekannt als westliche Energieriesen wie ExxonMobile, Shell oder BP.

 

Saudi Arabien

Die staatliche Ölfirma Aramco ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Der saudische Staatshaushalt speist sich zu ca. 90 Prozent aus Öleinnahmen. Gerade wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart: Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land ein massives Defizit voraus. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi Arabien und Aramco aber in die Lage, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Der Chef von Aramco Khalid Al-Falih ließ zuletzt verlauten, dass der Konzern seine Investitionen nicht kürzen werde. Dies wird allgemein als Ablehnung zur Fördersenkung gesehen.

Russland

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Der Ölpreisverfall setzt jedoch den Rosneft und somit auch dem Staatshaushalt unter Druck. Der russische Staat will jetzt bis zu 20 Prozent seiner Anteile verkaufen und Geld in die russische Kasse spülen. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung: Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich laut Angaben des Unternehmens auf knapp 34 Milliarden Barrel Öl.

China

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Coporation. Das Unternehmen stand 2015 auf Platz zwei der Forbes Rangliste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist der größte Raffineriebetreiber in Asien. Das Unternehmen ist mit seinen Tochterfirmen nicht nur in China, sondern auch anderen Ländern tätig. Auch Sinopec gerät mit dem Ölpreisverfall unter Druck. Die Fördermenge ging 2015 bereits um 4,7 Prozent zurück. Die Gasproduktion stieg zuletzt jedoch um 2,6 Prozent. Somit ist die Gesamtproduktion in 2015 zum ersten Mal seit 16 Jahren gefallen.

Venezuela

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas und schwer unter Druck: Mit seinen Einnahmen werden die Sozialprogramme finanziert – bei einem Preis von 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Unternehmensangaben zur Folge kann PDVSA zu 13 Dollar je Barrel fördern. Eine Tankfüllung kostet umgerechnet keine fünf Cent. Das Land mit den größten Ölreserven subventioniert Benzin mit rund zehn Milliarden Dollar im Jahr. Exporte von insgesamt 1,4 Millionen Barrel pro Tag in die USA, China und andere Karibikstaaten sind lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Iran

Die National Iranian Oil Company ist eine staatliche Firma und Teil des iranischen Ölministeriums. Die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie im Jahre 1951 war ein Wendepunkt in der iranischen Ölpolitik. Seit diesem Zeitpunkt ist der Staat für den Ausbau der Ölindustrie, den Export des iranischen Öls und die Koordinierung mit der OPEC zuständig. Das international tätige Unternehmen sitzt in der Hauptstadt Teheran. Der Geschäftsführer Rohneddin Dschawadi ist zugleich Vize von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh. Wie seit Ende letztem Jahr bekannt ist, will der Iran seine Ölproduktion in 2016 von 2,9 Millionen auf fast vier Millionen Barrel je Tag erhöhen.

Private Ölunternehmen wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP sind „Fliegengewichte“ im Vergleich zu den staatlichen Ölunternehmen. Für mich ist der aktuelle Preisverfall ein weiterer Beweis für die absolute Unfähigkeit des Staates (hier ist jeder Staat gemeint). Ich behaupte, dass der Ölmarkt mit einem größeren Einfluss von privaten Unternehmen (wie z. B. ExxonMobile, Shell oder BP) schneller zu einem Gleichgewicht führen würde, als er es aktuell (unter dem Einfluss der staatlichen Unternehmen) tut. Private Unternehmen sind viel mehr auf die Gewinnmaximierung fixiert, als ganze Staaten. Die Entlassung zehntausender von Mitarbeitern, die Rückstellung von Förderprojekten und der Verkauf ganzer Unternehmensteile sind sehr unpopuläre Maßnahmen. Staatsunternehmen können im Zweifel „nicht die eigenen Wähler vor die Tür setzen“ und Massenentlassungen durchführen.

Da die staatlichen Marktteilnehmer nur sehr behäbig auf die aktuelle Situation reagieren, müssen wir uns wohl noch etwas länger mit den niedrigen Ölpreisen abfinden. Dies ist eine tolle Möglichkeit für Value Investoren mehr Wert zu bekommen als dafür zu bezahlen. Deshalb kaufe ich aktuell massiv Ölmultis wie z. B. Shell.

Ich kaufe jetzt Öl Multis

Öl

10 Jahres Ölchart

„Billigöl ohne Ende: Wohin führt der Preisverfall?“

„Billiges Öl und die Folgen“

Die Wirtschaftszeitungen des Landes überschlagen sich mit den aktuellen Meldungen zum Ölpreis. Jeden Tag wird diese „Sau durchs Dorf getrieben“.

Ende 2015 wurde von Goldman Sachs der Preis für ein Fass Rohöl auf 20 USD taxiert. Jetzt sagen die Experten bereits einen Preis von 10 USD oder sogar negative Preise voraus. Die Lager für Rohöl sind voll und die Produzenten wissen nicht wohin mit dem produzierten Öl.

Weniger als 30 USD kostete ein Fass Rohöl der US Sorte WTI letzte Woche. Im Juni 2014 hatte der Preis noch bei 115 USD gelegen. Das bedeutet, dass ein Liter Rohöl im Moment zu etwa 17 Euro-Cent gehandelt wird. Das ist weniger, als Discounter für einen Liter Sprudelwasser aufrufen. Auslöser der Preisverfalls war der Öl Boom in den USA durch die Technik Fracking. Saudi-Arabien und die anderen traditionellen Ölstaaten produzieren trotz des zusätzlichen Angebots unvermindert weiter, um ihren Marktanteil zu halten.

Shell ist ein der größten Förderer von Rohöl und Gas. Neben dem Fördergeschäft (Upstream) ist Shell auch in der Veredelung (Downstream) und im Vertrieb dieser Rohstoffe tätig. Shell hat sicherlich (wie alle anderen Ölmultis auch) Probleme, die Rohstoffe zu den aktuellen Konditionen wirtschaftlich zu fördern. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum die Aktie von ca. 30 € auf der derzeit 18 € gefallen ist. Die Veredelungssparte (z. B. Raffinerie) sowie die Vertriebssparte (z. B. Tankstellen Netz) erwirtschaften jedoch weiterhin Milliarden Gewinne. Dies liegt daran, dass Shell den zu veredelnden Rohstoff jetzt 70 % günstiger auf dem Weltmarkt einkaufen kann.

An den Tankstellen werden derzeit Preise für den Liter Diesel von ca. 0,90 € aufgerufen. Der Preisrückgang war hier sehr viel geringer. Die Spritpreise weißen folglich eine sehr geringe Preiselastizität aus, was sehr gut für Shell ist.

Durch den Zukauf der BG Group aus England wird Shell 2016 zum weltweit größten LNG Förderer weltweit aufsteigen.

Ein wichtiger Aspekt wird bei dem Thema Öl jedoch vergessen. Öl wird nur zu einem Bruchteil (ca. 20 %) für Sprit verwendet. Ein Großteil der Rohöl Produktion fließt in die Kunststoffproduktion für Materialien wie z. B.:

  • PVC
  • Styropor
  • Teflon
  • Silikon
  • Polyethylen
  • Kevlar
  • PET
  • Nylon
  • Plexiglas
  • Zelluloid

Aus diesen Materialien werden sehr viele Dinge unseres täglichen Lebens hergestellt.

Ich kaufe jetzt Shell Aktien im einstelligen KGV Bereich bei einer Dividendenrendite von knapp 10 % (Shell hat seit dem zweiten Weltkrieg die Dividenden nie gesenkt). Weiterhin hoffe ich, dass die Aktien noch weiter fallen. Durch quartalsweise Ausschüttung der Dividenden kann ich durch den ständigen Zustrom an Kapital weitere (noch billigere) Anteile kaufen.

Wenn die Rohölpreise wieder steigen (siehe meinen Artikel zu „Schweinezyklus“) wird auch Shell wieder zu fairen Preisen gehandelt werden. Die einzige Unsicherheit liegt im Zeitpunkt der wieder steigenden Rohölpreise.

PS: Im übrigen kauft auch Warren Buffett jetzt Öl Multis….

Interessante Unternehmen

Die Adventszeit vergeht wie im Flug. Heute ist bereits der dritte Advent und in elf Tagen ist Weihnachten. Irre. Habt ihr bereits alle Eure Geschenke? Ich bin wie jedes Jahr sehr spät dran. Wahrscheinlich läuft es wie jedes Jahr: Ein Tag vor Weihnachten mach ich mich dann mal auf die Suche und werde leicht panisch

 

Ich möchte heute ein paar Gedanken zu Unternehmen schreiben, die ich sehr interessant finde. Viele der unten stehenden Unternehmen kann ich in meiner täglichen Arbeit sehen und „anfassen“, zumindest deren Produkte.

Frei nach dem Motto:

„Ich will es Euch unmöglich machen, Geld auszugeben, ohne Euch dabei selber zu bereichern“

seht ihr hier einige Unternehmen deren Geschäftsmodelle, Jahresabschlüsse und Inhaber / Unternehmenslenker ich persönlich geprüft habe

Neben Zahnpasta und Seife ist das Unternehmen aus dem schönen New York auch Hersteller (zugegeben: in Europa unbekannt) von Tierfutter. Von 100 Personen putzen 65 die Zähne mit Produkten von Colgate!!! Stetig steigende Gewinne je Aktie und Aktienrückkäufe sind starke Indikatoren eines starken Managements.

 

Ist ein Hersteller von Schmierstoffen aller Art. Im Bereich der Lebensmittelschmierstoffe wurden einige tolle Zukäufe getätigt und garantieren nachhaltige Geschäfte. Ein KGV  jenseits der 25 mahnen mich jedoch (leider) zur Zurückhaltung.

 

Deutsches Familienunternehmen mit langer Historie und toller Performance. Wie Fuchs Petrolub aktuell jedoch zu teuer.

 

Amerikanischer Pharmazie- und Konsumgüterhersteller sowie Healthcareunternehmen. Kriesenresistent selbst zu Kriegszeiten. Warum? Johnson & Johnson ist (unter anderem) Hersteller der „OP Fäden“ zum Nähen von Wunden. Makaber aber wahr.

 

Konsumgüterriese aus den USA. Es ist fast unmöglich an Produkten des Konzerns vorbeizukommen.

 

Ist im Vergleich zu den bisher genannten Unternehmen ein echtes „Small Cap“. Das Unternehmen ist der größte Hersteller von Heißluftdämpfern der Welt und fehlt in keiner Kantine. Die Gewinne, die hier Jahr für Jahr eingefahren werden suchen seines Gleichen. Entsprechend teuer ist das Unternehmen auch.

 

Knorr, Lipton Eis Tee und andere Leckereien kommen aus dem Hause Unilever. Die Briten sind jedoch auch in der Körperpflege stark aufgestellt.

 

Das Konzept deutscher Volks- und Raiffeisenbanken ist einfach. Auch die deutschen Sparkassen halten sich konsequent an die volkswirtschaftlichen Grundaufgaben von Banken:

 

– Fristentransformation

– Losgrößentransformation und

– Risikotransformation

 

Wer eine solide Bank kaufen möchte (Raiffeisenbanken und Sparkassen kann man leider nicht kaufen) ist mit Wells Fargo bestens aufgestellt. Auch Warren Buffett vertraut einen Großteil seines Vermögens diesem Unternehmen an.

 

Shell ist mit seinen weltweit 20.000 Tankstellen ein Ölunternehmen, dass sowohl mit niedrigen als auch hohen Ölpreisen gut auskommt.

 

US Tech Riese und eng verzahnt mit den meisten Unternehmen weltweit. Der Technologiekonzern kann in einer der wohl schnelllebigsten Branchen bereits seit 100 Jahren bestehen und sich Tag für Tag neu erfinden. Aktuelle Schwächephasen nutze ich (als auch das Unternehmen selbst, Stichwort Aktienrückkäufe) um Bestände auszubauen.

Was haltet Ihr von dieser kleinen Zusammenfassung? Welche Unternehmen fehlen aus Eurer Sicht?

 

 

 

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Schweinezyklus – Nein, man kann das nicht essen

Es gibt wieder ein paar Ideen zum Thema Öl und Schweinezyklus, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Wer jetzt beim Wort Schweinezyklus und Öl keinen vernünftigen Zusammenhang erkennen kann, soll bitte nicht beunruhigt sein.

Schweinezyklus ist ein Begriff ursprünglich aus der Agrarwissenschaft und bezeichnet eine periodische Schwankung auf der Angebotsseite, wie sie exemplarisch ursprünglich auf dem Markt für Schweinefleisch von Arthur Hanau in seiner Dissertation über Schweinepreise 1927 dargestellt wurde. Der Begriff ist mittlerweile auch in der Wirtschaftswissenschaft verbreitet.

 

Hohe Ölpreise führen zu hohen Investitionen in die Infrastruktur von Ölmultis. Das daraus folgende hohe Angebot führt zu einem Überangebot und zu fallenden Preisen. Daraufhin fällt die Produktion. Dies hat einen Nachfrageüberschuss zur Folge, was wieder zu steigenden Preisen führt. Die Zeitspanne zwischen hohen und niedrigen Ölpreisen sind jedoch nicht genau vorherzusagen.

Bereits am 31. August diesen Jahres habe ich einige Gedanken zu diesem Thema verfasst. Neben der hohen Produktion in den erdölexportierenden Staaten kommt eine schwache Weltwirtschaft hinzu. Vor allem China und andere Schwellenländer haben aktuell mit einigen hausgemachten Problemen (Währung, Bürokratie, usw.) zu kämpfen.

Die aktuellen Lagervorräte für Öl sind Berechnungen der OPEC zu Folge derzeit um 210 Millionen Barrel über dem Fünf-Jahres-Schnitt. Ölmultis versuchen die aktuelle Situation mit einem Bündel an Maßnahmen zu bekämpfen:

  • Kündigungen
  • Kürzung bei den Investitionsausgaben
  • und verschieben von Explorationsprojekten

sind gängige Mittel der Ölmultis.

Die ersten Investoren haben bereits begonnen, auf eine Trendwende beim Ölpreis zu spekulieren. So sind die Netto-Long-Positionen für die US-Sorte WTI in der Handelswoche, die am 3. November endete, um 20 Prozent auf 172.052 Futures und Optionen nach oben geschossen. Die Netto-Long-Position wird berechnet, wenn man von der Zahl der Futures und Optionen auf steigende Kurs (Long) jene auf fallende Kurse (Short) abzieht.

 

Wie sind Eure Gedanken zum Thema Öl?

 

Nachtrag vom 21.02.2016:

Bitte denkt auch mal beim Tanken über Eure Investments nach:

Die Preise für Öl sind um 70 % gefallen. Der Sprit Preis hat sich nicht einmal halbiert.

Stichwort Preiselastizität

 

Fracking Boom macht Pause – Öl bleibt günstig

 

Die Folgen des Ölpreisverfalls sind am deutlichsten in dem Land zu erkennen, das dafür verantwortlich ist: die USA – vor allem Texas. In Texas gibt es aktuell sehr viel günstige Bohrtechnik zu ersteigern. Die Auktionen für gebrauchte Ausrüstungen der Ölindustrie nehmen zu. Gründe für den fallenden Ölpreis gibt es viele:

  • spektakulärer Erfolg der US-Ölindustrie
  • geringerer Ölverbrauch in China und anderen Schwellenländern
  • Strategiewechsel der Scheichs in Saudi Arabien

Die US Ölproduktion ist in den vergangenen fünf Jahren von 5,4 auf 9,3 Millionen Barrel am Tag gestiegen. Als der Preis für Öl in 2014 um bis zu 60 % Prozent gefallen ist, dachte jeder, die Zeiten des Frackings sind vorbei; mich eingeschlossen. Ich dachte die US-Industrie wird den Kampf mit der OPEC verlieren. Heute muss ich jedoch sagen, dass der Boom lediglich eine Pause macht.

Die Förderung mit der umstrittenen Fracking Methode ist weit teurer als die Förderung von Öl in den Wüsten Saudi Arabiens. Hinzu kommt, dass die Saudis ihre Anlagen seit Jahrzehnten betreiben und das schwarze Gold für fünf Dollar fördern können.

Fracking Öl lässt sich wirtschaftlich fördern für Preise zwischen 30 und 70 Dollar je Barrel Öl. Viele „Fracker“ verlieren zum aktuellen Ölpreisniveau viel Geld. Es gab bereits einige Insolvenzen in der Branche. Zehntausende Stellen wurden seither gestrichen und Shell hat vor kurzem den heftigsten Verlust seit 16 Jahren verkündet.

So what?

Geht die Strategie der OPEC jetzt doch auf? Kurzfristig gesehen ja. Die nachhaltigeren Ölquellen stammen nun einmal aus den Emiraten. Jedoch benötigen die OPEC Länder einen hohen Ölpreis um ihre hohen Staatsausgaben zu decken. Zum aktuellen Preis verlieren die „Ölstaaten“ täglich Geld. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage werden Ölpreise „nördlich“ von 80 Dollar langfristig jedoch verhindern. Sobald Fracking lukrativer wird, schnellt die Anzahl der Bohrtürme in den USA nach oben. Die Folge des höheren Angebots von Öl sind fallende Preise. Im Gegenzug sehe ich auch eine marktgegebene Preisuntergrenze. Preise von weniger als 40 oder 50 Dollar je Barrel kann die Fracking Industrie langfristig nicht verkraften und es werden, wie aktuell zu sehen, die Anzahl der Bohrtürme in den USA wieder sinken.

Aus jetziger Sicht sehe ich den Ölpreis in einem langfristigen Preiskorridor zwischen 40 und 70 Dollar.

Ableitungen für Value Investoren

60 % Preisrückgang ist natürlich sehr verlockend für Value Investoren. Ich bin grundsätzlich ebenfalls der Meinung, dass ein langfristiges Investment in „Öl“ sinnvoll ist, da es noch für lange Zeit ein wichtiger Rohstoff für uns ist. Jedoch muss ein Value Investor hier scharf differenzieren und seine Hausaufgaben gründlich machen.

Integrierte Systeme (von der Förderung bis hin zur Ablieferung beim Endverbraucher, wie z. B. Shell) sind hier mit Sicherheit gute Investments. Die Aktie notiert aktuell auf Buchwert Kurs und hat eine nette und sehr nachhaltige Dividendenrendite.

Shell ist mein Top-Pick im Bereich Öl und bei den Öl-Mulits.

 

 

Paradoxer Ölpreis

Heute ist bekannt geworden, dass Shell in Kanada ebenfalls Förderprojekte „fallen lässt“. Kanadische Ölsande sind aktuell wohl eine der teuersten Ölfördermethoden weltweit. Der gegenwärtig niedrige Ölpreis lässt eine Förderung in diesem Bereich nicht zu.

Quasi jeder Stakeholder (Interessensgruppen) will einen höheren Ölpreis; bis auf den Verbraucher. Dieser hat jedoch keine Macht, da er Öl zur Zeit noch nicht ersetzen kann. Der niedrige Preis sorgt aktuell jedoch für viel Freude an den Zapfsäulen. Für mich stellt sich die Frage, wer Interesse an einem hohen Ölpreis hat.

Pro hoher Ölpreis

  • Ölmultis
  • Regierungen
  • Umweltverbände

 

Contra hoher Ölpreis

  • Verbraucher
  • Autokonzerne

Fraglich ist ebenfalls wie hoch der Einfluss einzelner Interessensgruppen auf den Ölpreis tatsächlich ist. Hat die OPEC  die Macht, den Ölpreis langfristig zu beeinflussen? Weitere Gedanken zum Thema Öl können hier aufgerufen werden:

Shell

 

Die Royal Dutch Shell plc (RDS) ist eines der weltweit größten Mineralöl– und Erdgas-Unternehmen und war im Juli 2012 das nach Umsatz weltweit größte Unternehmen überhaupt. Der Konzern ist in mehr als 140 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit rund 92.000 Mitarbeiter.

Da die Öl Preise (siehe Öl Downturn, und andere Beiträge) seit Mitte 2014 rapide sinken, muss der Konzern sparen. Die aktuelle Meldung zu Shell ist ein weiteres Zeichen für das herausragende Management des Unternehmens:

Shell gibt das Megaprojetk in der Arktis auf.

 

Bisher wurden ca. 5 Milliarden Dollar in dieses Projekt gesteckt. Diese müssen nun abgeschrieben werden. Das tut natürlich weh. Auf der anderen Seite jedoch kann man sicher sein, dass keine weiteren Kosten in diesem Bereich auf das Unternehmen zu kommen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die ersten Umsätze aus dem Arktis Projekt in ca. 15-20 Jahren geflossen wären, kann man als Inhaber von Shell Aktien froh sein, dass die Einsicht des Management zwar spät, jedoch nicht zu spät kommt.

Shell tut gut daran, die aktuellen Ölförderungen sicher weiter zu betreiben (diese wurden ebenfalls vor ca. 15-20 Jahren erschlossen und sind bereits voll amortisiert). Das Unternehmen zahlt auf den aktuellen Börsenkurs eine Dividenrendite von ca. 7 %. Die Dividende wurde seit ! 70 Jahren ! nicht mehr gesenkt (und in den letzten 70 Jahren gab es noch viel heftigere Ölkrisen ).

Ich kann die Preise an Börse weder beeinflussen, noch vorraussagen. Ich kann nur sagen:

Hier bekommt man mehr Wert als man zahlt.

 

FGC GmbH ist eine Gesellschaft, die sich mit Hilfe von Partnern an unterbewerteten Unternehmen beteiligt. Sowohl Minderheits- als auch Mehrheitsbeteiligungen sind hierfür zulässig. Dabei soll in die operative Führung des Unternehmens nicht eingegriffen werden, da die Manager noch vor der Übernahme die absolute Inhaberorientierung bewiesen haben.

„Unsere Unternehmen müssen 1,00 Euro wert sein und dürfen nur 0,30 Euro kosten“

Florian Günther

 

Wie denken andere über das Thema Öl?

In meinen bisherigen Beiträgen zum Thema Öl (Öl Downturn und Valuetrapp Öl ) sowie einigen Ausflügen in die aktuelle Medienlandschaft (Öl Multis und Schweinezyklus), möchte ich Euch die Gedanken zu diesem Thema einiger namhafter Ökonomen unserer Zeit nicht vorenthalten.

Stefan Bielmeier beleuchtet in seiner Funktion als Chef Volkswirt der DZ Bank AG aktuelle Kapitalmarktthemen. In seinem neuesten Beitrag befasst er sich auch mit dem Thema Öl.

Ich bin davon überzeugt, dass aktuell im Bereich Öl unterbewertete Unternehmen gekauft werden können.

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…