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Waschmittelhersteller gibt Gas

Der ehemalige Adidas Manager Hans Van Bylen will durchstarten

Das Top Ziel des neuen Managers des Waschmittelherstellers ist die Fortsetzung des profitablen Wachstums. Hans Van Bylen will den Online Umsatz bis 2020 verdoppeln, auf dann über 4 Mrd. Euro.

Hauptziel des Wachstums ist dabei das digitale Geschäft. Die Verdopplung des Umsatzes soll vor allem im Bereich der Klebestoffe erfolgen. Henkel will hierzu neue Wege gehen und mehrere Kanäle gleichzeitig beliefern. Mit dieser sogenannten Omni-Channel Strategie will Hans Van Bylen Henkel vom Produktanbieter zum Lösungsanbieter verändern.

Vor allem bei Waschmittel und Shampoo will Henkel auf Online Plattformen, Abo Modelle und automatische Nachbestellungen setzen. Henkel setzt diese Strategie bereits erfolgreich beim Online Wäschedienst „Persil Service“ ein. Dieser Service wird zusammen mit einem mittelständischen Wäschereiunternehmen geführt. Der Konsumgüterriese Henkel will in Zukunft verstärkt auf Joint Venture setzen. Laut dem CEO Van Bylen gibt es einige Marktteilnehmer, die das „Home-Delivery“ Geschäft oder Endverbrauchergeschäft besser können.

Investitionen in Firmen Gründungen

Wie auch andere Unternehmen will Henkel einen Fonds für Start Ups aufsetzen. Das Volumen soll 150 Mio. Euro betragen. Das Geld soll in neue innovative Unternehmen investiert werden mit hoher digitaler oder technologischer Expertise. Für den Fonds wird ein eigener Chief Digital Officer ernannt.

Van Bylen will in IT und neue Unternehmen bis Ende 2020 etwa eine Milliarde Euro investieren. Um diese enormen Investitionen zu finanzieren sollen die Erlöse durchschnittlich organisch um 2 bis 4 Prozent wachsen.

Henkels Markenportfolio

Unilever tut es, Procter & Gamble tut es. Nun will sich auch Henkel stärker auf die internationalen Marken fokussieren. Im Jahr 2020 sollen die besten 10 Marken 75 Prozent des Umsatzes ausmachen. Neben der Fokussierung ist für die „Agenda 2020“ sind auch Akquisitionen wichtig um in angrenzende Bereiche einzudringen. Der neue CEO Van Bylen will auch bei der Profitabilität weiter zulegen. So soll die Ebit Marge jährlich im Schnitt um sieben bis neun Prozent zulegen. Es ist spannend wie sich die großen Konsumgüterhersteller in unseren Regalen ein Kopf an Kopf Rennen liefern.

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Henkel verdient Geld mit Geld

Henkel verdient Geld mit Geld

 

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat zur Finanzierung der Sun-Übernahme eine Anleihe platziert, die Investoren eine Rendite von weniger als null Prozent einbringt. Henkel verdient an dem „Darlehen“ also noch, während Investoren unter dem Strich Geld verlieren. Henkel und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis sind die ersten privatwirtschaftlichen Unternehmen, die über Anleihen in Euro Geld mit einer negativen Rendite aufnehmen. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller hat sich über einen Bond mit einer Laufzeit bis 2018 Finanzmittel im Volumen von 500 Millionen Euro beschafft. Die Rendite dieser Anleihe liegt bei minus 0,05 Prozent und der Zinskupon bei 0 Prozent – Henkel muss seinen Anlegern also weniger Geld zurückzahlen, als aufgenommen wurde. Auch die Rendite bei Sanofi, deren Anleihe ein Volumen von einer Milliarde Euro hat, liegt bei minus 0,05 Prozent.

Insgesamt hat Henkel Anleihen im Wert von 2,2 Mrd. Euro am Markt platziert, die das Unternehmen zur Finanzierung der Übernahme des Waschmittelherstellers The Sun Products Corporation benötigt. Neben der Anleihe mit negativer Emissionsrendite hat Henkel noch drei weitere Anleihen über 700 Mio. Euro, 750 Mio. US-Dollar und 300 Mio. Pfund platziert, die neutrale oder positive Renditen und Kupons bieten. Alle Anleihen seien deutlich überzeichnet gewesen, teilte Henkel mit. Zudem hat der Konzern ein dreijähriges Bankdarlehen in Höhe von rund einer Mrd. Euro aufgenommen.

Henkel und Sanofi profitieren bei der Geldbeschaffung von der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die es für Anleger attraktiv macht, Geld mit geringen Verlusten zu verleihen statt es auf Bankkonten zu parken. Dort würden die Verluste nämlich noch höher ausfallen. Zudem hat die EZB in den vergangenen Monaten ihre Anleihekäufe auf Schuldtitel von Unternehmen kräftig ausgeweitet und damit die Renditen dieser Papiere gedrückt. Im Juli hatte die Deutsche Bahn als Quasi-Staatsunternehmen eine Anleihe mit negativer Rendite von minus 0,006 Prozent begeben. Der Konsumgüterkonzern Unilever emittierte dagegen kürzlich noch eine Anleihe mit knapp über 0 Prozent und einem Zinskupon von 0 Prozent. Der Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.