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Zinseszins und Aktienrückkäufe – Die Waffen des Herrn Buffett

Unser aller Lehrmeister in Sachen Value Investing, Warren Buffett, überzeugt durch Einfachheit und Weitblick. In „Finanzworten“ ausgedrückt meint Buffett Zinseszins, Aktienrückkäufe und Qualitätsfirmen. Qualitätsfirmen sind für Langfristanleger ideal, jedoch nicht zu jedem Preis. Ausschlaggebend dafür ist die Bewertung des Unternehmens an der Börse.

Ein guter Maßstab um einen ersten Überblick zu bekommen, ist der Umsatz. Wird ein Handwerker vor Ort verkauft, wird oftmals der einfache Umsatz als Kaufpreis zugrunde gelegt. Das ist eine gute Ausgangsbasis – an der Börse, wie auch woanders. Natürlich hängt es von vielen Kennzahlen ab. So werden beispielsweise Softwarefirmen oder kerngesunde Markenartikler mit einem Vielfachen des Jahresumsatzes bewertet.

Desweiteren sollten das Gewinnvielfache (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und andere Dinge überzeugen. Alle Kennziffern zusammen müssen ein solides Unternehmen erkennen lassen. Einen Überblick, wie FGC Kennzahlen bewertet und interpretiert, erhalten Sie im Handbuch der Kennzahlenanalyse.

Loyalität

Der Vorstand muss vertrauenswürdig und loyal sein. Dies kann er am besten beweisen, indem er das Unternehmen besitzt (Familienunternehmen) oder sein Einkommen vom langfristigen Erfolg des Unternehmens abhängig ist. Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn die langfristigen Schulden nicht zu hoch im Vergleich zum Eigenkapital und Umlaufvermögen sind. Der wichtigste Aspekt beim Investieren ist jedoch der Zinseszins (siehe hierzu „Die Macht des heute nicht ausgegebenen Euro“)

Neben den Dividenden gibt es noch weitere Formen der „Rückzahlung“ an Inhaber. Auch durch Aktienrückkäufe wird Geld an die Shareholder zurückgegeben. Allerdings nicht in Form von direkten Zahlungen, sondern indirekt: das Unternehmen kauft seine „eigenen“ Aktien zurück, reduziert damit die Zahl der ausgegebenen Aktien und erhöht dadurch den Anteil des einzelnen Aktionärs am Unternehmen.

Vorteile für den Aktionär:

  • Erhöhung des prozentualen Anteils am Unternehmen
  • Chance auf potenziell steigende Kurse (eine angenommene gleiche Marktkapitalisierung verteilt sich auf weniger Aktien = höhere Kurse)
  • Zahlungen des Unternehmens an den Aktionär erfolgen zu 100% ohne Steuerabzug

Vorteile für das Unternehmen:

  • Reduzierung der Aktienzahl führt zu steigenden Gewinnen je Aktie
  • Möglichkeit bei „niedrigen“ Kursen eigene Aktien zurückzukaufen
  • Dadurch ggf. höhere Renditen erzielbar als bei Invest in das eigene Business-Modell

Nachteile für den Aktionär:

  • keine Ausschüttung von „flüssigen Mitteln“
  • Aktien können „zu teuer“ zurückgekauft werden

Nachteile für das Unternehmen:

  • Reduzierung der Eigenkapitalquote

Warren Buffett selbst kauft Aktien seines eigenen Unternehmens (Berkshire Hathaway) zurück, sobald das Unternehmen ein Kurs-Buchwertverhältnis von bis zu 1,2 aufweist. Dividenden zahlt Berkshire zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht aus.

Was haben Schneebälle und Dividenden gemeinsam…?

Der größte Unterschied zwischen Scheebällen und Dividenden: Schneebälle gibts im Winter, Dividenden (hoffentlich) das ganze Jahr. Spaß beiseite.

Ein Unternehmen kann den Gewinn grundsätzlich wie folgt verteilen:

  • ausschütten (durch Aktienrückkäufe oder Dividenden)
  • investieren
  • Schulden zurückführen

Dividenden sind der Teil des Jahresüberschusses einer Firma, der an die Inhaber ausgeschüttet wird. Manche Unternehmen machen das quartalsweise (hier vor allem in den USA), manche nur einmal im Jahr. Es gibt sogar Unternehmen, die monatlich ausschütten.

Angenommen die Dividenden werden nicht ausgegeben, sondern wieder reinvestiert und die aktuelle Dividendenrendite (vor Steuern) liegt bei 6 % (bei Shell liegt sie aktuell sogar darüber). Das Ergebnis ist atemberaubend. 10.000,00 € wachsen in 50 Jahren auf über 180.000,00 € an. Bedenkt man jetzt noch, dass in den 50 Jahren die Dividenden eventutell sogar noch angehoben werden können, so ist klar, dass Value Investing und Dividenden sehr stark miteinander verbunden sind.

Aber was haben Schneebälle mit Dividenden gemeinsam? Denkt man an einen Schneeball (egal wie groß) und rollt den Ball im Schnee, so wird der Schneeball immer größer und größer. Wenn er einen Hügel hinabrollt muss man ihn nur einmal anstupsen und er wird beim runterollen immer größer. Ganz von alleine. Dasselbe gilt für Dividenden. Egal wie hoch die Dividendeneinnahmen sind: niemals ausgeben, stets reinvestieren. Das Investment wird nun von ganz alleine anwachsen (vorausgesetzt ihr habt die richtigen Aktien gewählt)..

Zu diesem Thema gibt es auch zwei erstklassige Bücker, die ich allen Value Investoren empfehle:

 

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Öl Downturn

 

Seit Juni 2014 sind die Ölpreise im Sinkflug. Der Preis für die Ölsorte Brent (europäisches Öl) ist vom damaligen Höchstpreis von ca. 110 Dollar auf jetzt ca. 46 Dollar gefallen. Ein Minus von knapp 60 %. Die Gründe für diesen Absturz sind vielfältig:

 

  1. Die OPEC hält die Förderquoten stabil
  2. Fracking Boom in den USA
  3. Iran als zusätzlicher Ölförderer

 

Zu 1.)

Die OPEC reagierte bisher in Marktphasen mit fallenden Rohölpreisen stets mit fallenden Förderquoten. Dies hatte in der Vergangenheit den Effekt, dass eine höhere Nachfrage nach Öl (höhere Nachfrage, da niedrigere Preise) auf ein geringeres Angebot gest0ßen ist. Dies hat zu stabileren/steigenden Ölpreisen geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt müsste die OPEC die Quoten drosseln, stattdessen werden sie jedoch erhöht.

 

Warum passt die OPEC die Quoten nicht an?

Ganz einfach: Während die USA immer mehr und mehr Öl „auf den Markt wirft“ soll die OPEC die Fördermengen kürzen. Dies hätte zur Folge, dass die OPEC Marktanteile an die USA verliert. Dies will in den Arabischen Emiraten jedoch niemand hinnehmen.

Zu 2.)

Die USA hat begonnen Öl- und Schiefergas aus tiefen Gesteinsschichten zu fördern. Diese Fördertechnik ist (wie viele andere auch) umstritten.

Welche Auswirkungen hat das auf den Ölpreis?

Bevor die USA mit dem Fracking begonnen haben, waren sie „Nettokonsumenten“. Das bedeutet sie haben mehr Öl und Gas verbraucht als sie hergestellt haben. Der Frackingboom jedoch führte dazu, dass die USA inerhalb kürzester Zeit mehr Öl und Gas aus dem Boden fördert als es selber verbraucht. Die USA haben sich somit vom Konsumenten zum Produzenten „gewandelt“.

Zu 3.)

Neben den oben genannten Einflüssen, die insgesamt zu einem höheren Ölangebot führen kommt jetzt noch der Iran hinzu. Der Iran ist ebenfalls ein Land mit hohen Erdölvorkommen und hat in der Vergangenheit bereits Öl exportiert. Allerdings bestand schon sein längerer Zeit ein Exportverbot. Im Zuge der Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran wurde auch das Exportverbot von Rohöl aufgehoben. Experten erwarten das erste „Iranöl“ im Laufe des Jahres 2016 an den weltweiten Märkten. Der Einfluss auf die Preise (auf Grund höherer Angebotsmengen) sollte klar sein…

 

Was hat dieses Thema mit Value Investing und FGC GmbH  zu tun?

FGC ist ein Unternehmen, dass sich an unterbewertete Unternehmen beteiligt. Fallende Ölpreise führen auch zu fallenden Preisen bei Ölunternehmen. In diesem Bereich gibt es aktuell einige unterbewertete Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie und „Systemen“ die von den fallenden Ölpreisen profitieren…