Procter & Gamble Abo

Der Konsumgüterriese Procter & Gamble testet in den USA, wie sich Waschmittel im Internet per Abo verkaufen lässt. In Atlanta hat der Konzern kürzlich den Tide Wash Club gestartet. In Chicago experimentiert das Unternehmen gar mit einem Wäschereinigungsdienst.

Procter & Gamble hat den nächsten Testballon beim Direktverkauf seiner Produkte gestartet: In Atlanta hat der Konsumgüterriese das Abo-Modell „Tide Wash Club“ ins Leben gerufen. Kunden können im eigenen Online-Shop das beliebte Tide-Waschmittel bestellen und bekommen das dann in regelmäßigen Abständen geliefert. „Denk nie mehr an Waschmittel“, wirbt das Unternehmen auf der Seite. Geliefert werden die Produkte dabei umsonst. Preislich verlangt der Hersteller das Gleiche wie in seinem Online-Shop.

Procters neuestes Angebot ähnelt damit Amazons Abo-Funktion. Auch beim Online-Riesen können sich Kunden Konsumgüter in bestimmten Abständen liefern lassen und sparen dabei sogar gegenüber der einmaligen Lieferung beim Produkt-Preis. Das Preisniveau liegt dem „Wall Street Journal“ zufolge unterhalb des Procter-Angebots. Dennoch wird im Bericht der jüngste Vorstoß von Procter & Gamble als Versuch gewertet, die „Mittelmänner“ sprich den Handel zu umgehen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern den Gillette Shave Club eingeführt, um dem Start-up Dollar Shave Club nicht das Feld überlassen. Mit der Übernahme des Jungunternehmens durch Unilever dürfte das Modell jetzt weiter an Bedeutung gewinnen.

Procter & Gamble teste „jede Möglichkeit, um mehr über Konsumentenverhalten lernen zu können“, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber dem „Wall Street Journal“. In diese Strategie passten auch die jüngsten Versuche mit der Waschmittelmarke Tide.

Direkte Verbindung zum Endverbraucher

Direkt mit dem Endverbraucher in Verbindung tritt der Hersteller nämlich auch bei einem anderen Pilotprojekt: In Chicago bietet der Hersteller mit „Tide Spin“ bereits seit einiger Zeit eine App an, mit der ein Wäscheservice geordert werden kann. Das Unternehmen holt die Schmutzwäsche ab und bringt sie gereinigt wieder zurück. Einen ähnlichen Service testet Henkel bereits hierzulande zusammen mit DHL und einer Hannoveraner Reinigungsfirma.

Unterschiede zwischen den Angeboten liegen etwa in der Bepreisung: Soll die Kleidung einfach maschinengewaschen und zusammengelegt werden, zahlen Kunden beim Procter-Angebot gerade einmal 1,59 US-Dollar pro Pfund Wäsche. Nur bei Kleidung für die chemische Reinigung wird pro Kleidungsstück abgerechnet. Abholen und Liefern ist im Preis enthalten. Beim Henkel-Angebot wird immer pro Kleidungsstück abgerechnet.

Dieser Beitrag wurde aus der Lebensmittelzeitung übernommen.

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Author: Florian Günther

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