Öl

10 Jahres Ölchart

„Billigöl ohne Ende: Wohin führt der Preisverfall?“

„Billiges Öl und die Folgen“

Die Wirtschaftszeitungen des Landes überschlagen sich mit den aktuellen Meldungen zum Ölpreis. Jeden Tag wird diese „Sau durchs Dorf getrieben“.

Ende 2015 wurde von Goldman Sachs der Preis für ein Fass Rohöl auf 20 USD taxiert. Jetzt sagen die Experten bereits einen Preis von 10 USD oder sogar negative Preise voraus. Die Lager für Rohöl sind voll und die Produzenten wissen nicht wohin mit dem produzierten Öl.

Weniger als 30 USD kostete ein Fass Rohöl der US Sorte WTI letzte Woche. Im Juni 2014 hatte der Preis noch bei 115 USD gelegen. Das bedeutet, dass ein Liter Rohöl im Moment zu etwa 17 Euro-Cent gehandelt wird. Das ist weniger, als Discounter für einen Liter Sprudelwasser aufrufen. Auslöser der Preisverfalls war der Öl Boom in den USA durch die Technik Fracking. Saudi-Arabien und die anderen traditionellen Ölstaaten produzieren trotz des zusätzlichen Angebots unvermindert weiter, um ihren Marktanteil zu halten.

Shell ist ein der größten Förderer von Rohöl und Gas. Neben dem Fördergeschäft (Upstream) ist Shell auch in der Veredelung (Downstream) und im Vertrieb dieser Rohstoffe tätig. Shell hat sicherlich (wie alle anderen Ölmultis auch) Probleme, die Rohstoffe zu den aktuellen Konditionen wirtschaftlich zu fördern. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum die Aktie von ca. 30 € auf der derzeit 18 € gefallen ist. Die Veredelungssparte (z. B. Raffinerie) sowie die Vertriebssparte (z. B. Tankstellen Netz) erwirtschaften jedoch weiterhin Milliarden Gewinne. Dies liegt daran, dass Shell den zu veredelnden Rohstoff jetzt 70 % günstiger auf dem Weltmarkt einkaufen kann.

An den Tankstellen werden derzeit Preise für den Liter Diesel von ca. 0,90 € aufgerufen. Der Preisrückgang war hier sehr viel geringer. Die Spritpreise weißen folglich eine sehr geringe Preiselastizität aus, was sehr gut für Shell ist.

Durch den Zukauf der BG Group aus England wird Shell 2016 zum weltweit größten LNG Förderer weltweit aufsteigen.

Ein wichtiger Aspekt wird bei dem Thema Öl jedoch vergessen. Öl wird nur zu einem Bruchteil (ca. 20 %) für Sprit verwendet. Ein Großteil der Rohöl Produktion fließt in die Kunststoffproduktion für Materialien wie z. B.:

  • PVC
  • Styropor
  • Teflon
  • Silikon
  • Polyethylen
  • Kevlar
  • PET
  • Nylon
  • Plexiglas
  • Zelluloid

Aus diesen Materialien werden sehr viele Dinge unseres täglichen Lebens hergestellt.

Ich kaufe jetzt Shell Aktien im einstelligen KGV Bereich bei einer Dividendenrendite von knapp 10 % (Shell hat seit dem zweiten Weltkrieg die Dividenden nie gesenkt). Weiterhin hoffe ich, dass die Aktien noch weiter fallen. Durch quartalsweise Ausschüttung der Dividenden kann ich durch den ständigen Zustrom an Kapital weitere (noch billigere) Anteile kaufen.

Wenn die Rohölpreise wieder steigen (siehe meinen Artikel zu „Schweinezyklus“) wird auch Shell wieder zu fairen Preisen gehandelt werden. Die einzige Unsicherheit liegt im Zeitpunkt der wieder steigenden Rohölpreise.

PS: Im übrigen kauft auch Warren Buffett jetzt Öl Multis….

Florian Günther
 

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