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Monthly Archives: April 2016
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Zukauf bei Nestlé und Johnson & Johnson

Johnson & Johnson kauft Dermokosmetik-Spezialisten

 

  • Johnson & Johnson will das US-Unternehmen NeoStrata übernehmen
  • NeoStrata ist einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte auf Basis von AHA-Säuren

Die Konsumentensparte des US-Pharmazie- und Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson will sich mit einem Zukauf im Bereich der medizinisch orientierten Kosmetik verstärken: Das Unternehmen hat mit dem Dermokosmetik-Spezialisten NeoStrata eine Übernahmevereinbarung getroffen. Die Transaktion umfasse auch die Schwestergesellschaften von NeoStrata sowie den Mutterkonzern TriStrata. Zu den finanziellen Details macht Johnson & Johnson keine Angaben.

Die Übernahme soll nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Das 1988 gegründete Unternehmen NeoStrata ist nach Konzernangaben einer der globalen Führer im Bereich dermokosmetischer Pflegeprodukte, vor allem mit Anti-Aging-Produkten auf Basis von AHA-Säuren (Alpha-Hydroxycarbonsäuren).

 

Nestlé und R&R machen Eis-Deal perfekt

Nestlé und R&R Ice Cream haben sich geeinigt: Die beiden Hersteller haben die Gründung eines Joint Ventures für das Eiskremgeschäft besiegelt. Froneri soll das neue Unternehmen heißen und in über 20 Ländern aktiv sein.

Der Lebensmittelriese Nestlé und der britische Eiskremhersteller R&R Ice Cream haben ihr angestrebtes Joint Venture besiegelt: Im neuen Unternehmen Froneri vereinen sich das Speiseeis-Geschäft des Schweizer Konzerns mit den Aktivitäten der Briten in den entsprechenden Ländern, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heißt. Der neue Spross steht dabei für einen Umsatz von 2,7 Mrd. Schweizer Franken (rund 2,5 Mrd. Euro), ist in über 20 Ländern aktiv und kommt auf rund 15.000 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender soll R&R-Chef Ibrahim Najafi werden, den Vorsitz im Verwaltungsrat übernimmt Nestlés Generaldirektor für die Region Europa, Naher Osten und Nordafrika, Luis Cantarell.

Mit dem Schritt will sich Nestlé im umkämpften Markt für Speiseeis stärken und seine Marktposition ausbauen. Um zu wachsen, wollen beide Parteien ihre Kompetenzen bündeln: Nestlé will in das Unternehmen seine erfolgreichen Marken und Erfahrungen aus dem Außerhausgeschäft einbringen, R&R seine Produktionsexpertise und seine starke Präsenz im Handel.
Dabei halten beide Unternehmen am Joint-Venture 50 Prozent, doch die Beteiligung könnte zukünftig sinken. Auf längere Sicht strebe das neue Unternehmen eine Börsennotierung an, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Frederic Stevenin vom Finanzinvestor und R&R-Eigentümer PAI. Auch werden Übernahmen nicht ausgeschlossen.

Bereits im vergangenen Oktober hatten beide Konzerne die Planungen für ein Joint Venture verkündet. Die Einzelheiten stehen nun fest: So soll Froneri seinen Hauptsitz in Großbritannien haben und in erster Linie in Europa, im Nahen Osten, aber auch in Argentinien, Australien, Brasilien, den Philippinen und Südafrika operieren. Neben Speiseeis umfasst das Sortiment auch in bestimmten Ländern TK-Pizza und Tiefkühlkost sowie gekühlte Milchprodukte in den Philippinen.

Noch müssen die Wettbewerbsbehörden dem Deal zustimmen und auch die Beratungen mit den Mitarbeitervertretern müssen noch abgeschlossen werden, heißt es.

 

Aus der Lebensmittelzeitung

2. Teil: Die Exzesse des Mario Draghi und dessen Folge

In meinem Beitrag vom 18.03. bin ich auf die aktuelle Geldmarktpolitik der EZB eingegangen.

Viele Privatanleger stehen aktuell vor einem großen Problem. Heftige Kursschwankungen treffen heutzutage nicht nur Wertpapiere, sondern auch Gold und Immobilien. Um Staatspleiten zu verhindern, haben die Notenbanken die Zinsen auf null gesenkt und drucken immer mehr Geld. Zinsen, also der Preis für das Kapital, gibt es schon lange nicht mehr. Die meisten Deutschen halten ihr Kapital kurzfristig bei Banken.

„You don’t have to be an expert on every company, or even many. You only have to be able to evaluate companies within your circle of competence“

Warren Buffett rät bei der Geldanlage, sich auf die Dinge zu verlassen, die man sicher weiß.

Wenn Rendite Versprechen verlockend hoch sind, sollte man sich auf sein Bauchgefühl verlassen. Wer heutzutage mehr Geld hat, als er zum Leben braucht, der spekuliert in exotische Werte, z. B. Whisky. Alte und seltene Flaschen erzielen bei Auktionen stolze Preise. Aus meiner Sicht hat dies nichts mit intelligentem investieren zu tun. Dies ist reine Spekulation. Es besteht das Risiko, dass sich die Gegenstände in einer Notlage nicht schnell zu Geld machen lassen.

Im Film The Wolf of Wall Street aus dem Jahr 2010 geht es nicht nur um Gier sondern auch um eine der größten und ersten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte. Im 17. Jahrhundert waren Tulpen kurzzeitig genau so viel Wert, wie ein Einfamilienhaus. Die Unverhältnismäßigkeit zu diesem Zeitpunkt ist bemerkenswert. Das Bauchgefühl hat hier offensichtlich vollkommen versagt. Menschen suchen immer nach lukrativen Nischen. Vor allem dann, wenn das Verfügbare nicht attraktiv genug erscheint.

Die Finanzindustrie nutzt dieses menschliche Verhalten natürlich aus. Schließlich verdient sie gut daran.

Im Folgenden liste ich ein paar „geldpolitisch fehlgeleitete Spekulationen“:

  • Whisky Flaschen
  • Rinderherden in Paraguay
  • Teakbäume in Costa Rica
  • vielversprechende Studenten mit hoffentlich später hohem Einkommen

Die genannten Anlageobjekte sind Geldvernichtungsmaschinen für Anleger und Cash Cows für die Verkäufer dieser Anlagen.

Langweilige Unternehmen, wie z. B. Nestlé sind zwar auf dem ersten Blick weniger lukrativ. Der langfristige und intelligente Investor kennt jedoch die Vorzüge solcher Unternehmen.

 

Das leiden der Staatsfonds

In meinem Beitrag aus dem Oktober 2015 habe bereits über den norwegischen Staatsfonds berichtet. Die Süddeutsche Zeitung berichtete jüngst über die Entstehung des Staatsfonds. In diesem Fonds werden die Einnahmen aus den staatlichen Ölunternehmen (unter anderem Statoil) gesammelt – für schlechte Zeiten. Norwegen war nicht immer so wohlhabend, wie es heute ist. 1969 wurde erstmals Öl vor den Küsten Norwegens gefördert. In den folgenden Jahren haben die Steuern, Einnahmen aus Öl- und Gasfeldern und Unternehmensanteile den Staatsfonds zum größten seiner Art gemacht. Der Fonds besitzt unter anderem:

  • Nestlé (2,47 % des Unternehmens)
  • Apple (0,83 % des Unternehmens)
  • Novartis (1,84 % des Unternehmens)
  • Blackrock (5,7 % des Unternehmens)
  • Roche (2,02 % des Unternehmens)
  • Microsoft (0,82 % des Unternehmens)
  • Royal Dutch Shell (0,84 % des Unternehmens)
  • Google (0,6 % des Unternehmens)
  • Daimler (3,4 % des Unternehmens)
  • Exxon Mobil (0,79 % des Unternehmens)

Ein interessanter Aspekt ist der Blackrock Anteil. 5,7 % der Anteile machen den Fonds zu einem der größten Anteileigner der Firma. Der Vermögensverwalter aus New York hingegen ist an nahezu allen großen Unternehmen weltweit beteiligt. Die Beiteiligung des nowegischen Staates an einzelnen Firmen ist durch direkte (Staatsfonds) und inderekte Firmen (Blackrock und andere) daher nicht genau nachzuvollziehen.

Misswirtschaft der Staaten ist für mich ein Phänomen, dass in allen entwickelten und nicht entwickelten Volkswirtschaften auftritt. Norwegen hingegen hat es geschafft, über Legislaturperioden hinweg, ein riesiges Vermögen anzusparen. Ende 2015 waren es umgerechnet 795 Milliarden Euro – für ein Volk mit 5,2 Millionen Menschen. Also knapp 153.000 € für jeden. Der Fonds soll den Wohlstand erhalten wenn die Ölquellen erschöpft sind. Letztes Jahr musste der Fonds jedoch erstmals seit seiner Auflage mehr Ausgaben hinnehmen, als er Einnahmen zu verzeichnen hatte. Genau wie ich sehen die Norweger dies jedoch gelassen:

Der Schweinezyklus bei Rohstoffen wird die Preise früher oder später wieder steigen lassen.

Weitere Staaten mit eigenem Staatsfonds:

  • Norwegen
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • China
  • Saudi Arabien
  • Kuwait
  • Hongkong
  • Singapur
  • Russland
  • Australien
  • Lybien
  • Malaysia
  • USA
  • Brunei
  • Chile
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Venezuela
  • Kanada
  • Taiwan

 

 

 

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