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Monthly Archives: November 2015
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Warren Buffett´s Aktivitäten

 

Kauf

Warren Buffett hat im dritten Quartal 2015 einige Aktionen durchgeführt, die schon seit längerem klar sind: Die zweitgrößte Portfolio Position von Buffett ist jetzt Kraft Hein. Buffett hat die Mehrheit des Unternehmens zusammen mit seinem Kollegen von 3G Capital, Herr Jorge Paulo Lemann, zu diesem Nahrungsmittelriesen fusioniert.

Weiterhin hat Warren Buffett Anteile von Phillips 66 gekauft. In Deutschland kennt man das Unternehmen durch die Tankstellen „JET“. Buffett hatte bei diesem Deal die Anleger jedoch an der Nase herum geführt. Bereits im zweiten Quartal 2015 hatte er die bis dahin aufgebauten Aktienbestände des Unternehmens vollkommen verkauft. Dies war zumindest die Meinung vieler. Da die Position jetzt jedoch als großer Zukauf in den Büchern steht wird offensichtlich, dass die Bestände nicht verkauft wurden. Er hatte lediglich einige Publikationsauflagen der SEC anders interpretiert.

Suncor Energy ist ebenfalls ein Unternehmen aus dem Öl Sektor. Auch hier hat Buffett die Bestände weiter erhöht. Zusammen mit Phillips 66 hat Buffett jetzt seine Anteile aus dieser Branche in 2015 stetig gesteigert und macht mir Mut, weiterhin auf diesen Bereich zu setzen. Mein Top Pick aus der Branche ist Shell.

Komplett neu im Depot sind die Aktien von

Im Oktober wurde bekannt, dass Liberty Global nun weitere Unternehmen kaufen möchte. Es würden Gespräche mit der britischen Cable & Wireless Communication über eine Übernahme geführt

Verkauf

  • Deere
  • Wal Mart
  • Bank of New York Mellon
  • Wabco
  • Goldman Sachs
  • CHICAGO BRIDGE & IRON

hat Warren Buffett im dritten Quartal reduziert. Viacom und Direct TV hat er jetzt aus seinem Depot komplett entfernt. Sehr schön zu sehen ist, dass er die Sparte „Fernsehen“ weiterhin interessant findet. Buffett hat lediglich seine Mittel auf Liberty Global umgeschichtet. Ich finde die Branche rund um den Breitband Internetzugang ebenfalls sehr interessant. Direct TV wurde in drittem Quartal von AT & T übernommen. Aus diesm Grund sind jetzt AT & T anstatt Direct TV im Depot. Buffett bleibt hier seinem Motto treu:

Kaufe nur, was Du verstehst

-Warren Buffett-

Deutsche Telekom ist für mich ein tolles Unternehmen aus diesem Bereich. Da der Staat hier jedoch Anteile hält und somit auch einiges zu sagen hat, ist dies jedoch ein „NO GO“ für mich.

Die komplette Aufstellung des Depots von Warren Buffett könnt ihr hier sehen.

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Schweinezyklus – Nein, man kann das nicht essen

Es gibt wieder ein paar Ideen zum Thema Öl und Schweinezyklus, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Wer jetzt beim Wort Schweinezyklus und Öl keinen vernünftigen Zusammenhang erkennen kann, soll bitte nicht beunruhigt sein.

Schweinezyklus ist ein Begriff ursprünglich aus der Agrarwissenschaft und bezeichnet eine periodische Schwankung auf der Angebotsseite, wie sie exemplarisch ursprünglich auf dem Markt für Schweinefleisch von Arthur Hanau in seiner Dissertation über Schweinepreise 1927 dargestellt wurde. Der Begriff ist mittlerweile auch in der Wirtschaftswissenschaft verbreitet.

 

Hohe Ölpreise führen zu hohen Investitionen in die Infrastruktur von Ölmultis. Das daraus folgende hohe Angebot führt zu einem Überangebot und zu fallenden Preisen. Daraufhin fällt die Produktion. Dies hat einen Nachfrageüberschuss zur Folge, was wieder zu steigenden Preisen führt. Die Zeitspanne zwischen hohen und niedrigen Ölpreisen sind jedoch nicht genau vorherzusagen.

Bereits am 31. August diesen Jahres habe ich einige Gedanken zu diesem Thema verfasst. Neben der hohen Produktion in den erdölexportierenden Staaten kommt eine schwache Weltwirtschaft hinzu. Vor allem China und andere Schwellenländer haben aktuell mit einigen hausgemachten Problemen (Währung, Bürokratie, usw.) zu kämpfen.

Die aktuellen Lagervorräte für Öl sind Berechnungen der OPEC zu Folge derzeit um 210 Millionen Barrel über dem Fünf-Jahres-Schnitt. Ölmultis versuchen die aktuelle Situation mit einem Bündel an Maßnahmen zu bekämpfen:

  • Kündigungen
  • Kürzung bei den Investitionsausgaben
  • und verschieben von Explorationsprojekten

sind gängige Mittel der Ölmultis.

Die ersten Investoren haben bereits begonnen, auf eine Trendwende beim Ölpreis zu spekulieren. So sind die Netto-Long-Positionen für die US-Sorte WTI in der Handelswoche, die am 3. November endete, um 20 Prozent auf 172.052 Futures und Optionen nach oben geschossen. Die Netto-Long-Position wird berechnet, wenn man von der Zahl der Futures und Optionen auf steigende Kurs (Long) jene auf fallende Kurse (Short) abzieht.

 

Wie sind Eure Gedanken zum Thema Öl?

 

Nachtrag vom 21.02.2016:

Bitte denkt auch mal beim Tanken über Eure Investments nach:

Die Preise für Öl sind um 70 % gefallen. Der Sprit Preis hat sich nicht einmal halbiert.

Stichwort Preiselastizität

 

Börsensprüche

 

Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.

– Warren Buffett –

 

Fracking Boom macht Pause – Öl bleibt günstig

 

Die Folgen des Ölpreisverfalls sind am deutlichsten in dem Land zu erkennen, das dafür verantwortlich ist: die USA – vor allem Texas. In Texas gibt es aktuell sehr viel günstige Bohrtechnik zu ersteigern. Die Auktionen für gebrauchte Ausrüstungen der Ölindustrie nehmen zu. Gründe für den fallenden Ölpreis gibt es viele:

  • spektakulärer Erfolg der US-Ölindustrie
  • geringerer Ölverbrauch in China und anderen Schwellenländern
  • Strategiewechsel der Scheichs in Saudi Arabien

Die US Ölproduktion ist in den vergangenen fünf Jahren von 5,4 auf 9,3 Millionen Barrel am Tag gestiegen. Als der Preis für Öl in 2014 um bis zu 60 % Prozent gefallen ist, dachte jeder, die Zeiten des Frackings sind vorbei; mich eingeschlossen. Ich dachte die US-Industrie wird den Kampf mit der OPEC verlieren. Heute muss ich jedoch sagen, dass der Boom lediglich eine Pause macht.

Die Förderung mit der umstrittenen Fracking Methode ist weit teurer als die Förderung von Öl in den Wüsten Saudi Arabiens. Hinzu kommt, dass die Saudis ihre Anlagen seit Jahrzehnten betreiben und das schwarze Gold für fünf Dollar fördern können.

Fracking Öl lässt sich wirtschaftlich fördern für Preise zwischen 30 und 70 Dollar je Barrel Öl. Viele „Fracker“ verlieren zum aktuellen Ölpreisniveau viel Geld. Es gab bereits einige Insolvenzen in der Branche. Zehntausende Stellen wurden seither gestrichen und Shell hat vor kurzem den heftigsten Verlust seit 16 Jahren verkündet.

So what?

Geht die Strategie der OPEC jetzt doch auf? Kurzfristig gesehen ja. Die nachhaltigeren Ölquellen stammen nun einmal aus den Emiraten. Jedoch benötigen die OPEC Länder einen hohen Ölpreis um ihre hohen Staatsausgaben zu decken. Zum aktuellen Preis verlieren die „Ölstaaten“ täglich Geld. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage werden Ölpreise „nördlich“ von 80 Dollar langfristig jedoch verhindern. Sobald Fracking lukrativer wird, schnellt die Anzahl der Bohrtürme in den USA nach oben. Die Folge des höheren Angebots von Öl sind fallende Preise. Im Gegenzug sehe ich auch eine marktgegebene Preisuntergrenze. Preise von weniger als 40 oder 50 Dollar je Barrel kann die Fracking Industrie langfristig nicht verkraften und es werden, wie aktuell zu sehen, die Anzahl der Bohrtürme in den USA wieder sinken.

Aus jetziger Sicht sehe ich den Ölpreis in einem langfristigen Preiskorridor zwischen 40 und 70 Dollar.

Ableitungen für Value Investoren

60 % Preisrückgang ist natürlich sehr verlockend für Value Investoren. Ich bin grundsätzlich ebenfalls der Meinung, dass ein langfristiges Investment in „Öl“ sinnvoll ist, da es noch für lange Zeit ein wichtiger Rohstoff für uns ist. Jedoch muss ein Value Investor hier scharf differenzieren und seine Hausaufgaben gründlich machen.

Integrierte Systeme (von der Förderung bis hin zur Ablieferung beim Endverbraucher, wie z. B. Shell) sind hier mit Sicherheit gute Investments. Die Aktie notiert aktuell auf Buchwert Kurs und hat eine nette und sehr nachhaltige Dividendenrendite.

Shell ist mein Top-Pick im Bereich Öl und bei den Öl-Mulits.

 

 

IBM

 

Unter den vielen bestehenden Unternehmensanalysen werde auch ich heute etwas zu IBM sagen:

IBM ist nach wie vor ein sehr begehrter Wert unter den „Star Investoren“, hier vor allem Warren Buffett. Buffett´s Berkshire Hathaway besitzt knapp 80 Millionen IBM Aktien in einem Wert von rund 13 Milliarden Dolllar.

Ich habe Euch die Zahlen der Vergangenheit in einer Excel Tabelle zusammengefasst:

 

Jahr 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005
Operatives Ergebnis 20470 19926 22361 21414 20091 18540 17388 15100 13595 12446
Anzahl Aktien 1004 1097 1143 1198 1271 1330 1361 1431 1530 1603
Jahresüberschuss 12022 16483 16604 15855 14833 13425 12334 10418 9492 7934
Dividende / Sonderdividende 4,25 3,7 3,3 2,9 2,5 2,15 1,9 1,5 1,1 0,78
Bilanzielles Eigenkapital 11868 22792 18860 20139 23046 22637 13465 28470 28506 33098
Verbindlichkeiten 105518 103294 100229 96197 90279 86267 96058 91962 74728 72650
Bilanzsumme 117532 126223 119213 116433 113452 109022 109524 120431 103234 105748
Eigenkapitalquote 10,10% 18,06% 15,82% 17,30% 20,31% 20,76% 12,29% 23,64% 27,61% 31,30%
Umsatzrendite 12,96% 16,52% 15,89% 14,83% 14,85% 14,02% 11,90% 10,55% 10,38% 8,71%
Eigenkapitalrendite 101,30% 72,32% 88,04% 78,73% 64,36% 59,31% 91,60% 36,59% 33,30% 23,97%
Gewinn/Aktie 11,98 15,03 14,52 13,24 11,67 10,09 9,07 7,28 6,2 4,95

 

Das aktuelle KGV von unter 10 und eine Dividendenrendite von ca. 3,5 % sind sehr attraktiv. Das historische KGV beläuft sich auf 14. Wenn es IBM gelingt, die Umsätze zu stabilisieren und die Profite weiterhin hoch zu halten, ist IBM ein sehr interessantes Unternehmen. Bedenkt man jetzt, dass Unternehmen wie Amazon oder google zu einem weit höherem „Vielfachen des Unternehmensgewinn“ gehandelt werden, so ist klar, dass IBM unterbewertet ist.

Warren Buffett

Warren Buffett kaufte 2011 das erste mal IBM Aktien, obwohl er dafür bekannt ist den Technology Sektor zu meiden. Der schnelle Wechsel innerhalb des Sektors ist für einen Langfrist Anleger wie Buffett sehr schwierig. Jedoch gibt es im „Tech Sektor“ einige Außnahmen bezüglich des schnellen Wandels:

  • Microsoft und
  • IBM

IBM zum Beispiel blickt auf eine Hundertjährige Geschichte zurück. Sie haben den PC quasi erfunden.

Das Buffett, als auch das Management von IBM an das Unternehmen glauben, sieht man an den rießigen Aktienrückkäufen der Vergangenheit. Dies ist auch der Hauptgrund, warum die Eigenkapitalquote eher einer Bank gleicht, als einem Tech Unternehmen.

 

IBM Share Count by Year

 

Die Aktienrückkäufe bewirken, wie eben erwähnt, eine Rückläufige Eigenkapitalquote. Auf der anderen Seite erhöht es den Gewinn je Aktie (hier noch einige weitere Gedanken zu Aktienrückkäufen).

 

Wolken für IBM´s Cloud

 

IBM hat in der Vergangenheit jedoch Martkanteile an seine Herausforderer abgeben müssen, hier vor allem Amazon und Microsoft. Obwohl IBM auf eine breite Kundenbasis zurückgreifen kann (Regierungen, Militär und Unternehmen) sind Endverbraucher bisher eher wenig mit IBM „vertraut“.

Der Konzern hat gerade die Übernahme des texanischen Unternehmens Gravitant bekannt gegeben. Die Firma hat eine Art Broker-Dienst entwickelt. Mit dessen Hilfe können die Einkäufer die Cloud-Angebote aller Provider bequem miteinander vergleichen. Zuvor musste man sich mühsam durch jedes einzelne Angebot hindurchkämpfen. Neben dem Broker hat IBM noch einen Wetter Dienst Anbieter gekauft. Big Data oder Cloud für die Wolken – ein nettes Wortspiel.

 

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Aktuelle Beispiele für die Ineffizienz der Aktienmärkte

 

Ich möchte den heutigen Beitrag mit einem Zitat von Warren Buffett eröffnen:

Der Preis wird an der Börse gemacht. Die Wertschöpfung erfolgt in den Unternehmen.

Warren Buffett

Die folgenden Beispiele sollen zeigen, dass die Preise an den Börsen nicht mit rationalen Gedanken nachvollziehbar sind:

IBM vermeldet ein positives Quartalsergebnis: 3 Mrd Dollar Gewinn –> Kurs der Aktie fällt um 6 %

Shell vermeldet ein negatives Quartalsergebnis: 6 Mrd Euro Verlust –> Kurs der Aktie fällt um 1,5 %

Ein Dreisatz würde jedoch ergeben, dass der Kurs der Shell Aktie um 12 % fallen müsste. Eine mathematisch korrekte Verhätlnismäßigkeit ist an der Börse nicht anzutreffen.

 

Weiteres Beispiel: Fuchs Petrolub

 

Preis der Vorzugsaktie: ca 45 €

Gewinn je Aktie in Prozent: 100 %

 

Preis der Stammaktie: 37 €

Gewinn je Aktie in Prozent: 99 %

 

Ein Dreisatz würde jedoch ergeben, dass der Kurs der Stämme bei 44,55 Euro liegen müsste. Natürlich muss ich jetzt vollständiger weise noch erwähnen, dass die Stammaktien von Fuchs Petrolub nicht im MDAX gelistet sind und somit weit weniger „liquide“ handelbar. Dafür hat man jedoch die Möglichkeit an der Jahreshauptversammlung Stimmen für die Tagesordnungspunkte abzugeben.

Außerdem möchte ich hinzufügen:

Was macht es für einen Unterschied, wenn ich die Möglichkeit habe, ein tolles Unternehmen zu einem deutlich günstigeren Preis zu bekommen, wenn meine Haltedauer sehr langfristig (10, 20 oder noch mehr Jahre) ist? Ich verzichte hier gerne auf meine „Liqudität“ und kaufe mein Wunschunternehmen zu günstigen Preisen ein.

Die beiden oben genannten Beispiele zeigen, dass die Börse nichts mit der Realität zu tun hat!

Mathe oder rationale Überlegungen sind an der Börse nicht willkommen. Die Börse ist ein Martkplatz. Preise (Kurse) für die Ware (Unternehmen) werden hin und her gerufen, solange bis ein Kunde kauft oder verkauft. Erst zu Hause wird dann in Ruhe nachgerechnet, ob der Preis der Ware auch dem Wert der Ware entspricht.

 

Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 % zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.

– Warren Buffett –